Heilige Barbara

Über die hl. Barbara wird berichtet, dass sie am Ende des 3.Jahrhunderts entweder in Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei lebte oder in Heliopolis, dem heutigen Baalbek im Libanon. Ihr Tod wird im Jahre 306 n. Chr. vermutet.
Barbara war wahrscheinlich eine Märtyrerin unter dem Kaiser Valerius Maximinus, genannt Daja. Ihr Name bedeutet „die Fremde“. Schon sehr früh und noch sehr jung hörte sie von Christus und korrespondierte wegen ihrer offenen Fragen mit Origines, einem der bedeutendsten Theologen dieser Zeit.
Immer mehr begann sie den Herrn zu lieben, bis sie sich schließlich taufen ließ. Das empörte ihren strengen Vater so sehr, dass er veranlasste, sie zu foltern. Schließlich wurde sie in einen Turm gesperrt. Weil Barbara ihrem Glauben nicht abschwören wollte, wurde sie erneut auf grausamste Weise gemartert und schließlich von ihrem eigenen Vater enthauptet. Die Legende erzählt, dass er danach von einem Blitz getroffen wurde.

Barbara gehört zu den 14 Nothelfern, ist die Patronin der Bergleute und des Bergbaus, der Türme, und der Festungsbauten. Sie gilt als Patronin der Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Bauern, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen und Waffenschmiede. Sie wird verehrt als Beschützerin der Mädchen, der Gefangenen und der Sterbenden. Häufig ruft man sie als Helferin für eine gute Todesstunde an und als Schützerin vor den Gefahren eines Gewitters sowie in Feuersgefahr, bei Fieber, Pest und plötzlichem Tod.

Ihre Attribute, bzw. Zeichen sind ein Turm, zumeist mit 3 Fenstern, eine Fackel sowie ein Kelch mit der Hl. Hostie

Die Kinder der Bergleute baten sie mit dem folgenden Gebet um Hilfe für ihre in der Grube arbeitenden Väter:

Sankt Barbara, bei Tag und Nacht,
fahr' mit dem Vater in den Schacht!
Steh Du ihm bei in jeder Not,
bewahre ihn vor dem jähen Tod!

Zahlreiche Volksbräuche zeigen ihre Beliebtheit: Zweige werden an ihrem Gedenktag als Barbarazweige von Apfel- oder Kirschbäumen abgeschnitten und ins Wasser gestellt; blühen sie am Weihnachtsfest, dann wird das als gutes Zeichen für die Zukunft gewertet. Dieses Brauchtum soll auf Barbaras Gefangenschaft zurückgehen. Es wird berichtet sie habe einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinkgefäß benetzt; in den letzten Tagen ihres Lebens, schon im Bewusstsein ihres Todesurteils, fand sie Trost darin, dass der Zweig in ihrer Zelle blühte. Tatsächlich sind die Zweige ein alter Orakelbrauch: wenn man vor Wintereinbruch das Vieh von den Weiden in die Stallungen trieb, nahm man solche Zweige von den Bäumen mit, zu Weihnachten schloss  man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit des darauffolgenden Jahres. In der Kirche stehen die aufgeblühten Zweige symbolisch für Jesus, den Spross aus der Wurzel Jesse: Wenn die Knospe die enge Hülle sprengt, erwacht der Gläubige durch die Geburt des Erlösers zu neuem Leben.





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