Kostet und seht, wie gut der Herr ist!

Wir freuen uns, dass die Anbetungszeiten auch von Gläubigen aus der Umgebung vermehrt in unserem Haus genützt werden. Zum Thema der eucharistischen Anbetung legt uns der heilige Alfons von Liguori nahe:  „Ziehe dich zurück von den Leuten und verbringe wenigstens eine Viertelstunde oder eine halbe Stunde in irgendeiner Kirche in der Gegenwart des Allerheiligsten Altarsakramentes. Koste und sieh, wie gut der Herr ist, und du wirst lernen aus deiner eigenen Erfahrung, wie viele Gnaden es dir bringen wird.“ Diesen Vorschlag des heiligen Alfons von Ligouri wollen wir heute bedenken und uns auch ansehen was die Kirche im Laufe der Geschichte dazu sagt.
Das Konzil von Trient lehrt in Bezug auf die heilige Eucharistie: „Die anderen Sakramente haben keine Kraft zum Heiligen solange sie niemand empfängt, aber bei der Eucharistie ist der eigentliche Urheber der Heiligkeit schon gegenwärtig, bevor das Sakrament empfangen wird. Denn bevor die Apostel die Eucharistie aus den Händen unseres Herrn empfingen, erklärte er ihnen, dass es sein Leib ist, den er ihnen gibt.“ Nachdem das Konzil von Trient diese Glaubenswahrheit bestätigt hatte, konnte es logischerweise fortfahren zu erklären, dass
„der eingeborene Sohn Gottes im heiligen Sakrament der Eucharistie verehrt werden muss mit der Huldigung der Anbetung, einschließlich der öffentlichen Anbetung. Das Sakrament muss daher verehrt werden mit außerordentlicher Feierlichkeit und soll in Prozessionen feierlich getragen werden von Ort zu Ort gemäß dem lobenswerten universellen Ritus und Brauch der heiligen Kirche. Das Sakrament muss öffentlich ausgesetzt werden zur Anbetung der Menschen“.
Wir sehen also, dass es diese Verehrung der Heiligen Eucharistie schon viele Jahrhunderte in der Kirche gibt. Ein besonderer Förderer dieser Frömmigkeitsform war Papst Johannes Paul II. In seinem Schreiben „über das Geheimnis und die Verehrung der Heiligsten Eucharistie“ erklärt er: „Die Anbetung Christi in diesem Sakrament seiner Liebe muss dann auch seinen Ausdruck in vielfältigen Formen eucharistischer Frömmigkeit finden: persönliches Gebet vor dem Allerheiligsten, Anbetungsstunden, kürzere oder längere Zeiten der Aussetzung, das jährliche Vierzigstündige Gebet, der Sakramentale Segen, eucharistische Prozessionen, Eucharistische Kongresse. Die Kirche und die Welt haben die eucharistische Verehrung sehr nötig. In diesem Sakrament der Liebe wartet Jesus selbst auf uns. Keine Zeit sei uns dafür zu schade, um ihm dort zu begegnen: in der Anbetung, in einer Kontemplation voller Glauben, bereit, die große Schuld und alles Unrecht der Welt zu sühnen. Unsere Anbetung sollte nie aufhören.“
Und weiter sagt er uns, dass
„die eucharistische Frömmigkeit also ein wahrer Ausdruck jener Liebe ist, die das echte und tiefste Merkmal der christlichen Berufung bildet. Diese Frömmigkeit entspringt der Liebe und dient der Liebe, zu der wir alle in Jesus Christus berufen sind. Eine lebendige Frucht dieser Frömmigkeit ist die Vervollkommnung des Bildes Gottes, das wir in uns tragen und das mit dem Bild übereinstimmt, das Christus uns offenbart hat. Indem wir so den Vater «im Geist und in der Wahrheit» anbeten, wird unsere Einheit mit Christus immer vollkommener, sind wir mit ihm immer enger verbunden und - der Ausdruck sei mir erlaubt - werden wir immer solidarischer mit ihm.“
In der Instruktion Redemptionis sacramentum“ von Papst Johannes Paul II sagt er, dass „die öffentliche und private Verehrung der heiligsten Eucharistie auch außerhalb der Messe  deshalb mit Nachdruck gefördert werden soll, damit von den Gläubigen der Kult der Anbetung Christus erwiesen wird, der wahrhaft und wirklich gegenwärtig ist, der der „Hohepriester der künftigen Güter“ und der Erlöser der ganzen Welt ist. «Es obliegt den Hirten, zur Pflege des eucharistischen Kultes zu ermutigen, auch durch ihr persönliches Zeugnis, insbesondere zur Aussetzung des Allerheiligsten sowie zum anbetenden Verweilen vor Christus, der unter den eucharistischen Gestalten gegenwärtig ist»" Ebenso lädt der Papst uns ein, dass „die Gläubigen es nicht unterlassen sollen, das heiligste Sakrament [...] tagsüber zu besuchen; ein solcher Besuch ist ein Beweis der Dankbarkeit und ein Zeichen der Liebe wie der schuldigen Verehrung gegenüber Christus dem Herrn, der hier gegenwärtig ist. Die Betrachtung Jesu, der im heiligsten Sakrament zugegen ist, vereinigt den Gläubigen nämlich, weil es sich um eine Begierdekommunion handelt, mit Christus, wie aus dem Beispiel so vieler Heiliger aufleuchtet. Der Ordinarius soll die kürzere oder längere oder ständige eucharistische Anbetung, zu der das Volk zusammenkommt, nachdrücklich empfehlen.

Wir laden Sie zur Besuchung des Allerheiligsten Altarsakramentes in unserer Kapelle und in unserem Oratorium ein, um anbetend vor dem Herrn zu verweilen und neue Kraft aus dieser Begegnung zu schöpfen.






Vorauer Marienschwestern · Spitalsstrasse 101 · 8250 Vorau · Tel.: 03337/2254-0 · Impressum