08. Dezember 2011: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Als Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis feiern wir am 08. Dezember unser Patrozinium. Wir beginnen diesen Festtag mit der persönlichen Weihe an Maria, die Unbefleckte Empfängnis. Schon die Berufung Mutter Barbaras ist eng verbunden mit diesem Hochfest. Die Chronik erzählt, dass sie mehrere Tage vor dem 08. Dezember 1861 bei einem Ausgang einen jungen, frischen Baum sah, der über dem Weg lag. Die Chronistin schreibt weiter: „Barbara schaute nach, was die Ursache des Falles war. Sie sah nun, dass der Baum innen morsch und daher an der Wurzel abgebrochen war. Sie setzte sich auf den abgebrochenen Stamm. Der Gedanke, ihr könne es ebenso ergehen wie diesem jungen Baum, beschäftigte sie so sehr, dass sie lange Zeit daselbst sitzen blieb, in immer tieferes Nachdenken versank und bitterlich weinte. Von diesem Tage an wurde Barbara immer ernster.“ Am Fest der Unbefleckten Empfängnis erkrankte sie schwer, sodass sie bis Pfingsten des folgenden Jahres das Bett nicht mehr verlassen konnte. Von dieser Zeit berichtet die Chronik: „In dieser Krankheit war es, dass ihr der Gedanken und das Verlangen kam, ein zurückgezogenes Leben zu führen, um im Vereine mit einigen gleichgesinnten Jungfrauen Gott durch Gebet, Entsagung, Abtötung und Arbeit zu dienen.“ So sehen wir, dass Maria, die Unbefleckte Empfängnis, Mutter Barbara gerufen hatte, diese Gemeinschaft zu gründen. Schon bevor wir Kongregation wurden, trug unsere Gemeinschaft ab 1897 als staatlich anerkannter Verein den Titel „Gesellschaft zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria ohne Makel der Erbsünde empfangen.“

1854 verkündete Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens. „Die feierliche Definition der Unbefleckten Empfängnis ist wie die Göttliche Mutterschaft und die immerwährende Jungfräulichkeit Marias ein Teil der christologischen Lehre der Kirche, die jedoch als unabhängiges Dogma verkündet wurde. Obwohl das Dogma ein Privileg Marias hervorhebt, betont es in Wirklichkeit die Würde und Heiligkeit, der es bedarf, um Mutter Gottes zu werden. Das Privileg der Unbefleckten Empfängnis ist die Quelle und die Grundlage für die Allheiligkeit Marias als Mutter Gottes.“ (mary page) Der Autor fährt fort: „Im engeren Sinn erklärt das Dogma der Unbefleckten Empfängnis, »dass die Allerheiligste Jungfrau Maria vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an durch eine einzigartige Gnade und ein einzigartiges Privileg des allmächtigen Gottes und in Anbetracht der Verdienste Jesu Christi von jedem Makel der Erbsünde befreit war.« Dieses Dogma hat sowohl eine negative als auch eine positive Bedeutung, die sich gegenseitig ergänzen. Die negative Bedeutung betont die Freiheit Marias von der Erbsünde dank der vorweggenommenen oder rückwirkenden (hier vorbeugend genannten) Gnade des Erlösungsaktes Christi. Durch das gleiche Vorkommnis weist das Dogma auf die Allheiligkeit Marias hin. Diese positive Bedeutung ist die Folge des Nichtvorhandenseins der Erbsünde. Das Leben Marias wird für immer und aufs Engste mit Gott verbunden, und auf diese Weise ist sie die Allheilige. … Indem die Kirche Maria als unbefleckt empfangen erklärt, ehrt sie in ihr jemanden, der niemals Gott das geringste Liebeszeichen verweigert hat. Das Dogma verkündet, dass vom ersten Augenblick ihres Daseins Maria außergewöhnlich heilig und in beständiger Verbindung mit der heiligmachenden Gnade des Heiligen Geistes war.“

Vier Jahre nach der Verkündigung des Dogmas erlebte Bernadette Soubirous in Lourdes am 16. Juli 1858 die letzte der 18 Erscheinungen, bei der sich Maria mit den Worten „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.“ zu erkennen gab. Drei Jahre nach den Erscheinungen, am 08. Dezember 1861, erkrankte unsere Gründerin und an der Hand der Gottesmutter reifte in ihr die Berufung zur Gründerin der Vorauer Marienschwestern. Ein Jahr später erklärte der Bischof von Tarbes die Echtheit der Erscheinungen in Lourdes.

In diesem Zusammenhang sehen wir uns auch eng verbunden mit Lourdes. Wir danken Maria, dass sie unsere Gemeinschaft so treu und mit großer Liebe führt und dass sie wie einst Mutter Barbara auch heute jede einzelne Schwester gerufen und an ihre Hand genommen hat.






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