Vortrag von Alan Ames bei den Marienschwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Vorau, am 13.09.2011

Leicht überarbeitete Abschrift. Übersetzung: Beatrix Zureich

Guten Abend! Danke, dass Sie gekommen sind! Ich danke Herrn Pater Andreas und Pfarrer Peter für die Feier der Heiligen Messe, ebenso den Schwestern, die diesen Gebetstag ermöglicht haben. Ganz besonders möchte ich euch allen danken, dass ihr gekommen seid. Ich weiß, dass ihr stattdessen viel anderes hättet tun können, darum schätze ich es sehr, dass ihr heute Abend hier seid, beim Herrn und bei mir.

Hat mich schon einmal jemand sprechen gehört? – Danke, dass ihr noch einmal gekommen seid! Für diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind und vielleicht wegen einer Heilung kamen: Bitte versteht, dass die Heilung in der heiligen Eucharistie beginnt, denn die Eucharistie ist das allergrößte Heilungsgebet. Dort erfüllt euch Gott, der größte Arzt, mit sich und seiner heilenden Liebe. Heilungen gibt es auch während des Vortrags, denn häufig sagen Menschen, dass sie durch die Gnade Gottes geheilt wurden, während ich sprach. Und Heilungen gibt es am Schluss, wenn das Allerheiligste Sakrament ausgesetzt wird, ich euch die Hand auflege und mit euch bete.

Während des Heilungsgebetes werden zwei oder drei Priester hier sein und Beichte hören, denn nach der Eucharistie ist die Beichte das mächtigste Heilungsgebet und Sakrament. Die Heilung heute Abend erfolgt also sakramental, in der Eucharistie und durch das ausgesetzte Allerheiligste, im Sakrament der Beichte durch das Sakrament des Priestertums. Mein Vortrag und Gebet sind lediglich eine Ergänzung zu den Sakramenten.

Einige von euch wissen bereits, dass ich früher ein schlechtes Leben führte. Ich schaute nur auf die weltlichen Dinge und auf mich und glaubte eigentlich gar nicht an Gott. Ich habe fast jede Sünde begangen und hatte viele Abhängigkeiten. Ich dachte: Wenn es Gott gibt, könnte er einen wie mich nicht lieben. Wie könnte er mich auch lieben, ich habe mich ja selbst nicht geliebt. Ich meinte: Wenn es Gott gibt, würde er einen wie mich in die Hölle verdammen.

Als ich jedoch 40 Jahre alt war, beschloss Gott, mir zu zeigen, dass es ihn wirklich gibt und dass er mich liebt. Das hat er nicht getan, weil ich etwas Besonderes wäre – Gott liebt mich auch nicht mehr als die anderen –, sondern weil Gott mich genauso liebt wie alle anderen, bot er mir dieselbe Rettung, dasselbe Heil an. Ich suchte damals überhaupt nicht nach Gott. Nichts lag mir ferner als Gott! Gott aber beschloss, mich aufzuwecken. Einige von euch wissen schon, dass damals alles mit einem Engel begann, der zu mir kam, später einige der Heiligen, dann die Gottesmutter, und am Schluss kam der Herr selbst. Sie alle erschienen mir und sprachen zu mir. Seit 17 Jahren geht das jeden Tag so weiter, und mein Erzbischof überprüft mich und hat ein Auge auf mich.

Von Anfang an bis heute ist die Botschaft dieselbe, sie ändert sich nicht. Es ist genau dieselbe Botschaft, die Gott den Menschen von Anfang an, seit es die ersten Menschen gibt, gegeben hat, nämlich, dass Gott uns liebt. Er liebt uns alle, mich eingeschlossen, mit leidenschaftlicher Liebe. Gott will ein Teil unseres Lebens sein, kein ferner Gott. Er will jeden Moment bei uns sein. Weil er uns so sehr liebt, will er nur das Beste für uns. Das will Gott nicht etwa, weil er dadurch größer werden würde, denn das geht gar nicht, weil Gott in sich schon groß ist. Sondern er will es, weil wir dadurch größer werden. In seiner göttlichen Liebe will er uns hoch empor heben. Er will uns mit Gnaden, Gaben und allem, was wir brauchen, erfüllen, damit wir die Menschen sein können, die wir von der Schöpfung her zu sein bestimmt sind: liebende Menschen.

Gott will nicht, dass wir ihn für einen verurteilenden, fordernden, autoritären Gott halten. Der Vater will vielmehr, dass wir ihn als einen Vater erkennen, der uns liebt. Jesus will, dass wir ihn als unseren Herrn und Bruder erkennen, der an unserem Leiden Anteil hat und uns hilft, unsere Kreuze zu tragen, und der die vergebende Liebe ausgießt. Der Heilige Geist möchte, dass die Menschen ihn ins Herz und in die Seele aufnehmen, damit die Gnaden und Gaben, die von Gott her für jeden Menschen bereitstehen, wirklich lebendig werden können und nicht nur dem betreffenden Menschen, sondern allen helfen und dienen. 

Als Gott mich am Anfang mit seiner Liebe berührte – als Jesus mein Herz und meine Seele berührte und erlaubte, dass ich die Tiefe seiner Liebe zu mir spüren konnte –, in diesem Moment wusste ich, dass er für alle anderen genau dieselbe Liebe empfindet. Und ich wusste, dass er in seiner Liebe, sein Alles für mich und für alle anderen Menschen hingab. Und das nur, weil er uns liebt! Als ich diese überwältigende Liebe erfahren hatte, diese freudige, ekstatische Liebe, die alles Weltliche übersteigt, wusste ich, dass weder Drogen noch Alkohol sich mit dem vergleichen können, was die Liebe Gottes dir schenkt. Alle weltlichen Dinge sind im Vergleich zur Liebe Gottes nur ein Sandkorn.

Sobald ich von seiner göttlichen Liebe berührt worden war, wollte ich nur noch für diese Liebe leben. Mir wurde bewusst, dass ich bis dahin ein Gefangener der Welt gewesen war, gefangen in meinen Süchten, in meinem Egoismus und Stolz. Jetzt aber wollte ich davon frei sein. Ich hatte damals eine hochbezahlte Arbeitsstelle und so ziemlich alles, was die Welt einem geben kann. Aber jetzt wollte ich das nicht mehr, denn die Süßigkeit der Liebe Jesu ist so groß, dass ich dafür zu sterben bereit bin.

Jeden Tag bitte ich jetzt den Herrn, dass er mir helfe, in seiner Liebe zu leben, weil ich will, dass diese Liebe mich täglich umgibt und erfüllt und mich immer näher zu ihm zieht. Jeden Morgen bete ich zuerst zum Heiligen Geist. Sobald ich die Augen öffne, bitte ich den Heiligen Geist, mir zu helfen, jede Sekunde des Tages als ein Gebet der Liebe Gott aufzuopfern und zu schenken – jeden meiner Gedanken, jedes Wort, jede meiner Taten, jeden Atemzug und jeden Herzschlag. Ich bitte den Herrn, mir zu helfen, all dies als ein Gebet der Liebe aufzuopfern, damit ich ihm in jedem Moment näher kommen kann.

Aber es ist schon ein Kampf! Und ich bin mir sicher, dass viele von euch diesen Kampf kennen, den Kampf darum, das katholische Leben auch wirklich zu leben. Denn so viele Ablenkungen und Versuchungen kreuzen unseren Weg. Manchmal werden dir viele Kreuze auf die Schultern gelegt, und dann hört man so schnell auf, an Gott zu denken, und denkt nur an das Weltliche. Wenn du an die Welt denkst und nicht an Gott, dann beginnt sich dein Herz gegen Gott zu verschließen, weil die Welt zu einem Hindernis zwischen dir und Gott wird.

Darum bitte ich den Heiligen Geist jeden Tag: Wenn ich falle – und irgendwie scheine ich jeden Tag zu fallen –, bitte ich ihn: „Hilf mir wieder auf! Ich kann nicht selbst wieder auf die Füße kommen, weil ich zu schwach bin. Irgendwie lasse ich mich so leicht ablenken. Aber, Herr, hilf du mir!“ Wenn du den Heiligen Geist so um Hilfe bittest, wird er dir helfen, und er hilft auch mir. Wenn ich falle, dann hilft er mir auf. Wenn ich wegschaue von Gott, erinnert der Heilige Geist mich daran, auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist zu schauen. 

Und jedes Mal, wenn ich sündige – und leider scheine ich täglich zu sündigen, und manchmal denke ich: „Ich bin ein Dummkopf!“, denn all diese Dinge geschehen in meinem Leben und trotzdem sündige ich jeden Tag, weil ich so schwach bin –, macht mich der Heilige Geist sofort darauf aufmerksam. Er zeigt mir, wie der Böse mich in die Falle gelockt hat, und der Heilige Geist hilft mir, diese Ablenkungen und Sünden in Zukunft zu meiden. 

Es scheint jeden Tag ein beständiger Kampf um unsere Seelen im Gange zu sein. Der Böse versucht, uns durch die Welt in selbstsüchtige Gedanken zu ziehen. Er will uns in den Stolz und in die Sünde führen. Leider unterliegen viele Katholiken. Sie bemerken gar nicht, dass der Böse uns genau zum Gegenteil dessen aufruft, was Jesus von uns möchte. Jesus will, dass wir nicht stolz, sondern demütig sind; nicht selbstsüchtig, sondern an andere denken; und dass wir uns nicht auf die Welt konzentrieren, sondern auf Gott. Viele wundern sich, warum sie solche Glaubenskämpfe haben, aber wenn du deinen Glauben in der Kirche zurücklässt und dann in die Welt hinausgehst und genauso lebst wie alle anderen, indem du um dich und um die Welt kreist, dann wirst du Glaubenskämpfe haben! Dann wird dein Glaube schwach sein, weil er ein weltlicher Glaube ist.

Es ist ziemlich offensichtlich, dass dies bei vielen Katholiken heute der Fall ist, denn viele wollen der katholischen Kirche nicht gehorsam sein. Viele ziehen das, was die Welt sagt, dem vor, was die Kirche sagt. In ihrer Blindheit vergessen sie, dass wenn du der katholischen Kirche nicht gehorsam bist, dass du dann auch Christus nicht gehorsam bist, weil die Kirche sein Leib ist. Die Kirche ist erfüllt vom Heiligen Geist, und darum bist du dann auch dem Heiligen Geist nicht gehorsam. Die Kirche ist das Haus des Vaters, und so bist du dann auch dem Vater nicht gehorsam. Dieser Ungehorsam ist genau das, was der Böse will.

Der Gehorsam ist ein Schlüssel zu unserem Glauben. Glaube bedeutet: Gott vollkommen vertrauen. Manchmal verstehen wir nicht, warum Gott uns in gewissen Dingen zum Gehorsam ruft. Der wahre Glaube aber sagt dir, dass du Gott gehorsam sein musst, auch wenn du es nicht verstehst. Wenn du Gott tatsächlich liebst, wird dir das nicht schwerfallen. Denn wenn du Jesus liebst, willst du ihm gefallen. Und du weißt: Wenn du dem heiligen Willen Jesu gehorsam bist, gefällt dies Jesus. Deswegen bete ich jeden Tag darum: „Herr, hilf mir, dass ich gehorsam bin. Hilf mir, dass ich deinen Willen meinem Willen und der Welt vorziehe. Dein heiliger Wille erfülle mein Denken und mein Leben.“ Ich weiß: Wenn ich auf dem Weg Christi gehe, dann ist der Lohn riesengroß, denn der Lohn ist der Himmel. Dort will ich sein!  

Ich möchte euch etwas vorlesen aus meinem neuesten Buch. Es heißt Frieden finden – der Kampf um Seelen: 
Gott Vater sagte: „Während mein Sohn Jesus im Grab ruhte, erfüllten Engel um ihn herum den ganzen Raum. Jeder Engel kniete in stillem Gebet und huldigte ihm, ihm, der den Bösen besiegte. Diese Engelherzen wandten sich in Liebe dem König zu, der auf der Erde unten gelebt hatte, aber vom Himmel oben kam. Als dieser himmlische Chor sich in stiller Anbetung vereinte, beteten sie in der Hoffnung, dass die ganze Menschheit das Königtum meines Sohnes Jesus annehmen würde. Noch heute ergeht dieser Ruf der Engel in der Hoffnung, dass mein Sohn Jesus von allen als König anerkannt werde.“

Als ich eines Tages wirklich zu kämpfen hatte, meinen Glauben zu leben, weil das Kreuz damals so schwer war, da fragte ich mich, ob ich die Kraft haben würde, weiterzumachen. Da sagte die Gottesmutter zu mir, dass ich meine Kraft in Jesus finden sollte, in der heiligen Eucharistie. Als ich zuvor zur Heiligen Messe gegangen war, da hatte ich eigentlich nicht richtig teilgenommen, sondern war so eine Art gelangweilter Zuschauer. Ich dachte nicht über die Worte nach, die ich mitbetete. Und ich ließ mich leicht ablenken durch weltliche Gedanken und durch Gedanken an mich selbst.

Jetzt aber begann ich, in einer neuen Haltung zur Heiligen Messe zu gehen. Ich begann den Heiligen Geist zu bitten: „Herr, hilf mir, diese Messe mitzufeiern. Hilf mir, sie richtig mitzufeiern.“ Und dann war die Heilige Messe plötzlich ganz anders. Ich erinnere mich, wie ich in eine Kirche in Perth ging, sie hieß „Unsere Liebe Frau vom Sieg“. Dort wirkte ein ganz lieber, betagter irischer Priester, Father Sean Sorahan, und er feierte die Messe. Als er damit begann, war es mir, wie wenn seine Worte die Luft und die ganze Kirche ausfüllten. Und jedes dieser Worte hat mich im Inneren berührt und ein Feuer in mir entfacht. Mir wurde bewusst, dass jedes Wort in der Heiligen Messe kostbar und heilig war und dass ich jedes dieser Worte in Liebe mitbeten sollte, denn jetzt wurde ich in diese Worte hineingezogen.

Ich wollte mit einstimmen und mit dem Priester Gott loben, preisen und anbeten. Mit jedem Wort wurde diese Ekstase, in der ich mich befand, noch stärker. Dann schaute ich zum Priester, und er strahlte weiß. Da wurde mir zum allerersten Mal bewusst, dass der Priester in der Heiligen Messe so voll Gnade ist, wie kein anderer Mensch es sein kann; dass der Priester in Gnadenebenen emporgehoben wird, die niemand sonst erreichen kann. Und der Priester wird bis zum Überfließen erfüllt vom Heiligen Geist und seiner Gnade. Diese Gnade wird durch den Priester noch verstärkt und ausgegossen, um die Mensche in der Pfarre zu berühren. Ich spürte, wie diese Gnade mich berührte und in die Heilige Messe hineinzog. Da wurde mir auch bewusst, was der Heilige Geist durch den Priester in den Worten bewirkt, die vor der heiligen Kommunion kommen. Er versucht nämlich, unser Augenmerk wegzunehmen vom Ich und von der Welt und unsere Augen auf Gott im Himmel zu richten. Er will uns dadurch vorbereiten, Jesus so zu empfangen, wie wir es sollten: in Liebe.

Als der Priester dann betete: „Erhebet die Herzen“ (Alle: „Wir haben sie beim Herrn.“), da wollte auch ich mein Herz zu Jesus erheben und es ganz ihm schenken. Genau dies sollten wir in der Heiligen Messe auch tun. Wir sollten ihm unser Alles schenken, so wie Jesus uns sein Alles schenkt. Damit eine wahre Vereinigung der Liebe stattfinden kann, müssen beide Seiten sich schenken. Wenn du Jesus dein ganzes Herz, deine ganze Seele und dein ganzes Wesen schenkst, dann kommt Jesus, er nimmt dein Herz entgegen und legt es in sein Herz: ein menschliches und ein göttliches Herz, in Liebe vereint. Und dann legt Jesus dich auf den Altar zu den Opfergaben, zusammen mit sich selbst.

Wenn der Priester die Gaben zum Vater im Himmel emporhebt und aufopfert durch die Gnade des Heiligen Geistes, dann wirst du in Jesus zu einer Opfergabe der Liebe. Genau dies sollst du auch sein! Du sollst dich in jeder Heiligen Messe mit Jesus vereinen und mit ihm zum Himmel emporgehoben werden, dorthin, wo der Vater schon auf deine Opfergabe wartet. Wenn du dich in der Messe vollkommen Jesus schenkst, und wenn Jesus dich hoch emporhebt zum Vater, dann kommt der Vater, und er nimmt deine Liebesgabe entgegen.

Als er das zum ersten Mal bei mir tat, da wusste ich in dem Moment, dass der Vater mich liebt, so wie ich bin; mit meine Schwächen und Fehlern, und dass er mich trotzdem liebt. Ich wusste gleichzeitig, dass der Vater alle anderen Menschen genauso liebt. Jetzt wurde die Messe lebendig!

Als ich nach vorne ging, um Jesus in der Kommunion zu empfangen, da war es mir, wie wenn eine Flutwelle der Liebe über mir zusammenschlug und mich hoch emporhob, sodass ich die tiefste, stärkste und süßeste Liebe erlebte, während Jesus jede Zelle meines Wesens erfüllte. Er erfüllte mein Herz, mein Denken und meine Seele. Und ich rief zu ihm: „Herr, nimm du mich ganz in Besitz! Tu mit mir, was du willst. Ich liebe dich und ich will nichts anderes, als dass deine Liebe mich erfüllt.“ Heute erlebe ich das, in verschiedenem Ausmaß, in jeder Heiligen Messe. Und wisst ihr, wenn schon so ein schlimmer Sünder wie ich das erleben kann, dann kann es auch jeder von euch erleben!

Eine Freundin von mir sagte mir, dass sie versuchte, das auch zu erleben – sehr lange und bei jeder Messe, an der sie teilnahm. Sie bat den Heiligen Geist immer, sie tief in die Messe hineinzuziehen. Und sie sagte: „Es ist nie etwas geschehen.“ Aber sie hatte Ausdauer. Und dann sagte sie: „Nach sieben Jahren habe ich das erlebt, von dem du immer gesprochen hast.“ Und sie sagte: „Es war die ganze Ausdauer wert!“

In der Heiligen Messe kommt Gott auf jeden von euch zu und sagt: „Ich liebe dich! Ich biete dir meine Liebe an. Ich gebe dir alles, was du brauchst. Und ich bitte im Gegenzug nur darum, dass du dich mir schenkst.“ Gott bietet uns so viel an und er erbittet im Gegenzug so wenig. Und doch, weil so viele von uns Gefangene der Welt sind, haben wir Angst davor, uns Gott ganz zu schenken. Wir haben Angst davor, uns Christus ganz hinzugeben. Das ist so traurig. 

Bevor wir zum Heilungsgebet kommen, möchte ich noch zwei Dinge ansprechen. Das erste ist der eucharistische Rosenkranz, durch den mächtige Heilungen geschehen. Der Herr hat mir für jedes Rosenkranzgeheimnis eine Vision geschenkt, und ich möchte euch fünf davon vorstellen. Danach möchte ich euch von ein paar Heilungen erzählen, denn weltweit gab es schon mehrere tausend Heilungen.

Ich habe jemanden gebeten, diese Visionen zu malen, und eine Broschüre zusammengestellt, die heute auch hier erhältlich ist. Und als ich mich damals mit Freunden gerade darüber unterhielt, was wir mit dieser Broschüre tun sollten, erschien mir auf einmal die Gottesmutter Maria, und ich sah, wie sie die Hände voller Rosenkränze hatte, und manche fielen ihr aus der Hand. Die Gottesmutter sagte, ich soll mit jeder Broschüre einen Rosenkranz mitgeben, und die Gottesmutter will den Rosenkranz segnen. Ganz wichtig ist, dass zuerst ein Priester den Rosenkranz segnet, weil die Gottesmutter ihren Segen erst nach dem des Priesters gibt.

Die Gottesmutter Maria hat mir einmal gezeigt, wie wichtig und bedeutend Priester sind. Ich war bei mir daheim in der Kathedrale zur Unbefleckten Empfängnis, und die Gottesmutter war da und sprach zu mir. Ich betete und kniete, als ein Priester aus der Sakristei kam und an uns vorüber ging. Während der Priester an uns vorbeiging, fiel die Gottesmutter auf die Knie und verneigte sich. So wichtig sind die Priester, und wir sollten das nie vergessen! 

Ich möchte euch jetzt fünf von den Visionen zum Rosenkranz vorstellen: Wir nehmen die freudenreichen Geheimnisse.
Beim ersten, bei der Verkündigung, sah ich unsere heilige Mutter Maria; sie war blau gekleidet, und ich sah die Hostie in ihrem Leib. Die Hostie leuchtete weiß.
Beim zweiten Geheimnis – Maria besucht Elisabeth – sah ich wieder die heilige Mutter Maria, blau gekleidet und die Hostie in ihrem Leib. Aber jetzt strahlte nicht nur die Hostie weiß, sondern auch unsere Mutter Maria. Und ich hörte die Worte: „Meine Seele preist die Größe des Herrn!“
Beim dritten Geheimnis, der Geburt Jesu, sah ich eine weiß leuchtende Hostie, und dann erschien das Jesuskind in ihrer Mitte.
Beim vierten Gesätz – Jesus wird im Tempel aufgeopfert – sah ich die Mutter Maria mit dem heiligen Josef im Tempe, und zwischen sich hielten sie die Hostie empor. Sie sagten: „Vater, dies ist dein Sohn.“
Beim letzten Geheimnis – Jesus wird im Tempel wiedergefunden – sah ich den Tabernakel in einer Kirche weit offen stehen, und darin sah ich eine Hostie, die weiß leuchtete. Dann sagte Jesus: „Wo könnt ihr mich finden, wenn nicht im Haus meines Vaters?“

Eine Frau aus Wien erzählte mir, dass sie vorhatte, Selbstmord zu begehen. Sie war um die 20 und kommt aus einer sehr wohlhabenden Familie. Sie hatte alles, was die Welt geben kann, war aber sehr unglücklich. Darum beschloss sie, sich umzubringen. Den Tag vor ihrem Selbstmord wollte sie bei ihrer Mutter verbringen, damit die Mutter noch eine gute Erinnerung an sie behalten würde. Die Mutter wusste, dass die Tochter Depressionen hatte. Und als die Tochter zu Besuch kam, sagte die Mutter zu ihr: „Kommst du mit, heute Abend hält der Alan Ames einen Vortrag in der Stadt.“

Die junge Frau hatte eigentlich keine Lust, weil sie nicht an Gott glaubte und nie zur Kirche ging. Aber dann dachte sie: „Das ist sowieso das Letzte, was ich mit der Mutter tun werde, drum gehe ich halt mit.“ Die beiden kamen, und sie haben beim Vortrag und Gebet nichts Besonderes erlebt. Auf dem Heimweg nahm die Mutter den eucharistischen Rosenkranz mit, und als sie zu Hause ankamen, fragte die Mutter: „Würdest du diesen Rosenkranz jetzt noch mit mir beten?“

Die Tochter hatte eigentlich keine Lust dazu, aber sie dachte dann: „Wenn ich zu Hause ankomme, werde ich mich sowieso umbringen, also bete ich halt jetzt noch mit der Mutter.“ Von dem Moment an, als die beiden den Rosenkranz beteten, wurde die Tochter von einer Ekstase erfüllt, die mit jedem Gebet stärker wurde.

Ein Jahr darauf kam die Tochter nach Luxemburg, wo ich einen Vortrag hielt, um mir diese Geschichte zu erzählen. Und sie sagte: „Als ich diesen Rosenkranz betete, da sind die ganzen Depressionen von mir abgefallen. Ich wurde von einem solchen Glücksgefühl erfüllt. Ich habe angefangen, täglich den Rosenkranz zu beten, und es ist wunderbar! Ich gehe jetzt auch täglich zur Heiligen Messe. Das Leben ist noch nie so gut gewesen. Gott sei Dank habe ich mich nicht umgebracht!“

Eine andere Frau erzählte mir, dass ihr Enkelsohn an einer unheilbaren Krankheit litt und im Krankenhaus war. Diese Krankheit ist extrem schmerzhaft, und der Junge war erst 4 Jahre alt. Die Medikamente halfen nicht gegen die Schmerzen, und deswegen schrie der Kleine die ganze Zeit. Die Ärzte sagten: „Das Kind wird über Nacht sterben, wir können ihm nicht mehr helfen.“

Die Großmutter kam, sie brachte den eucharistischen Rosenkranz mit, und zusammen mit der Mutter des Kindes beteten sie über dem Kind. Als sie mit dem letzten Gebet fertig waren, hörte der Kleine auf zu schreien und sah plötzlich ganz friedlich aus. Die Ärzte kamen herein und konnten das gar nicht glauben. Sie haben alle möglichen Untersuchungen gemacht und sagten: „Das ist unmöglich, diese Krankheit ist verschwunden, aber diese Krankheit, die kann doch gar nicht verschwinden!“ Und die Ärzte fragten die Mutter und die Großmutter: „Was haben Sie denn gemacht?“ Die Antwort war: „Wir haben den Rosenkranz gebetet.“ Die Ärzte haben sie zwar ausgelacht, aber sie fanden auch keine Erklärung dafür, wie dieser Junge geheilt worden war.

Gebt den Rosenkranz also den Kranken und denen, die nicht beten. Sagt ihnen, dass die Visionen von Jesus stammen und dass die Gottesmutter den Rosenkranz gesegnet hat. Wenn möglich, betet zusammen mit ihnen, ansonsten lasst den Rosenkranz einfach dort und wartet, was durch die Gnade Gottes geschieht.

Zum Abschluss möchte ich euch etwas aus meinem Lieblingsbuch vorlesen. Es heißt Durch die Augen Jesu; und zwar zeigte mir Jesus, wie sein Leben im Heiligen Land war, einige Dinge, die geschahen, und die Unterhaltungen zwischen ihm und den Aposteln. Erst im vergangen August hat das Buch den Segen, also das Imprimatur vom lateinischen Patriarchen von Jerusalem bekommen. Es ist auch ein Buch der Bekehrungen. Juden, Muslime, Hindus, Protestanten und viele junge Menschen haben nach der Lektüre zum Glauben gefunden.

Vor kurzem erzählte mir ein Mann, dass er süchtig war nach Glücksspiel und Alkohol. Er hatte keinen Glauben an Gott. Und dieser Mann besuchte seine Mutter. Als die Mutter in der Küche war, um das Essen zu machen, fand ihr Sohn das Buch auf dem Kaffeetisch liegen. Er nahm es zur Hand und wollte nur etwas darin blättern, doch dann las er es von vorn bis hinten. Und er sagte, dass sich an dem Tag sein ganzes Leben verändert hat, denn er hat sich in Jesus verliebt. All seine Süchte verschwanden, und er begann, mehrfach pro Woche zur Messe zu gehen. Seine Mutter ist jetzt sehr glücklich. Jesus selbst ist der Erzähler.

Ich ging mit Petrus spazieren, und wir kamen an einem kleinen Jungen vorbei, der im Schmutz spielte. Der Kleine war von oben bis unten von Staub bedeckt. Ich schaute auf ihn herab und sagte lächelnd: „Macht dir das Freude? Du siehst so aus, wie wenn dir das gefällt!“
Mit großen, haselnussbraunen Augen sah der Junge zu mir auf und antwortete: „Ja, es gefällt mir. Ich baue einen Bauernhof. Und das sind die Häuser“, sagte er und zeigte auf einige Dreckhäufchen. „Und dies sind die Tiere“, erklärte er und zeigte mir ein paar glänzende Steine. Ich kniete mich neben ihn und fragte: „Möchtest du Bauer werden, wenn du groß bist?“
„Ja, das möchte ich, weil wir dann nie mehr Hunger haben werden“, stellte er fest, als ob das für jeden offensichtlich wäre.
„Hast du denn jetzt Hunger?“, fragte Petrus. „Ja“, antwortete der kleine Junge. „Ich hatte nur ein kleines Frühstück, und meine Mama sagt, dass wir bis morgen nichts mehr essen können. Ich hab aber trotzdem ein bisschen Gras gegessen“, sagte er und hob neben sich ein paar Halme Gras vom Boden auf.
„Hast du oft Hunger?“, fragte Petrus Anteil nehmend. „Meistens“, sagte der Junge, während er mit der Erde und den Steinen weiterspielte.
„Wo ist denn dein Vater?“, erkundigte sich Petrus, und eine Träne rollte über seine Wange. „Mama sagt, mein Papa wurde bei einem Unfall getötet, aber einige meiner Freunde sagen, dass er von den Römern gekreuzigt wurde. Was bedeutet ,gekreuzigt‘?“, fragte der Junge unschuldig. Ich streckte den Arm aus, streichelte ihm übers Gesicht und sagte: „Ach, das ist etwas, über das du mit deiner Mama sprechen musst … Petrus“, sagte ich dem Kind zugewandt, „haben wir etwas, was wir diesem Jungen für seine Mutter mitgeben könnten?“ – „Ja, Herr“, sagte Petrus, und Tränen rollten ungehindert über seine Wangen.
Petrus nahm dann einen kleinen Beutel Münzen von seiner Seite und gab ihn dem Jungen in die Hand. „Hier, mein Sohn, bring das deiner Mama.“ Als der Junge den Beutel entgegennahm, fragte er mich: „Warum weint er denn, ist er traurig?“ – „Er weint, weil sein Herz voller Liebe ist“, antwortete ich. Der Junge beugte sich nach vorn und legte die Arme um Petrus. Er sagte: „Weine nicht, ich habe oft geweint, aber dann hab ich mich immer noch traurig gefühlt. weine nicht!“ Dann küsste er Petrus auf die Wange und sagte: „Ich werde dein Freund sein, weine nicht!“ Dadurch weinte Petrus nur noch mehr, und dann begann auch ich über die Liebe und Unschuld dieses kleinen Kindes zu weinen, das so sehr leiden musste, das aber litt, ohne seine Liebe zu verlieren.
Ich sah den Vater des Jungen vor mir, der ein guter Mensch gewesen war, aber seine Familie nicht hatte ernähren können, weil er krank war und nicht gut arbeiten konnte. Eines Tages hatte er aus Verzweiflung etwas Geld und das Schwert eines römischen Soldaten gestohlen. Er wollte das Schwert verkaufen, um so Lebensmittel zu kaufen. Die Soldaten fingen und schlugen ihn. Dann sagten sie, er habe versucht, sie mit dem Schwert zu töten. Doch das stimmte nicht. Der zuständige Offizier befahl, den Mann zu kreuzigen, und so geschah es.
Es brach mein Herz, zu sehen, wie ein guter Mensch in die Sünde gezogen wurde, weil seine Nächsten ihm in der Stunde der Not nicht geholfen hatten. Wenn die Nachbarn und Freunde Mitleid mit diesem armen kranken Mann gehabt und ihm geholfen hätten, wäre er nicht so verzweifelt gewesen, um zu stehlen. Ich sah aber auch, wie die Sünde nur noch mehr Leiden bringt. Sie lindert es nie. Dieser Mann litt am Kreuz, seine Frau und sein Kind leiden mit ihm, und seine Nachbarn verletzen ihre eigenen Seelen immer mehr, denn selbst jetzt, da dieser Mann gestorben ist, tun sie immer noch nichts, um dieser Familie zu helfen. Welche Sündenlast laden sie sich auf!

Damit komme ich zum Ende dieses Teils, und in einigen Minuten wird der Priester das Allerheiligste Sakrament aussetzten. Wenn ausgesetzt ist, komme ich wieder hierher, lege die Hand auf und bete mit euch. Aber zuerst, noch vor der Aussetzung, erklärt Beatrix euch das Heilungsgebet. Es ist wichtig, dass ihr das hört. Ich danke euch für eure Zeit, Freundlichkeit und Geduld. Gott segne euch!






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