Der Weg zur Vorauer Marienschwester

Wer sich von Gott zur Vorauer Marienschwester berufen fühlt, darf sich nach einem Gespräch mit der Ordensleitung in die Gemeinschaft des Klosters zurückziehen, um die Berufung zu prüfen und zu festigen. Verschiedene Etappen helfen auf dem Weg in das Ordensleben.


PROBEZEIT:

Eine Kandidatin lernt in dieser Zeit die Gemeinschaft und die Hausordnung kennen. Sie wird auch mit der Spiritualität der Kongregation vertraut gemacht. Bleibt eine Kandidatin nach der Zeit des gegenseitigen Kennenlernens bei ihrem Entschluss, der Kongregation beitreten zu wollen, darf sie diesen Abschnitt mit der Postulatsweihe abschließen und das Postulat beginnen.


POSTULAT:

Bei der Postulatsweihe spricht die Kandidatin ein Weihegebet an die Gottesmutter. Die Postulantin erhält nun das Postulatskleid und den Postulatsschleier. Damit darf sie sich äußerlich den Schwestern angleichen und vor der Welt bekennen, dass sie sich darauf vorbereitet, mit der Schwesterngemeinschaft den Weg der Nachfolge Christi zu gehen. Die Postulantin bekommt auch geistlichen Unterricht und lernt, ihr Leben aus der Spiritualität der Kongregation heraus zu gestalten. Die Dauer des Postulates ist variabel.

Geht die Postulantin den Weg in der Gemeinschaft weiter, schließt das Noviziat an. Es beginnt mit der Einkleidung.


EINKLEIDUNG:

Im Rahmen einer feierlichen Vesper, in der ein Priester den Vorsitz führt, bittet die Postulantin um Aufnahme in die Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis. In einem Dialog mit dem Priester wird die Freiwilligkeit, die Treue, der Gehorsam und die Nachfolge Jesu angesprochen. Die Postulantin darf öffentlich ihre Bereitschaft dazu bekunden.
Gebete um den Hl. Geist, Bitte um Gnade, Segensgebete über Ordenskleid, weißen Schleier und Rosenkranz begleiten diesen wichtigen Schritt einer jungen Schwester.

Das Ordenskleid möge ein Zeichen der Unschuld und der Demut sein.
Salböl auf dem Haupte Aarons war ein Zeichen des Segens Gottes. So ist der Schleier, der das Haupt der Novizin bedecken wird, ein Zeichen des Segens in Fülle, um ein gottgefälliges Leben führen zu können.
Der Rosenkranz weist auf die besondere Beziehung zu Maria, der Mutter unseres Herrn, hin. Der Segen soll den Beter im Namen Jesu Christi vor allem Bösen bewahren.
Nach den Segensgebeten werden das Ordenskleid, der Schleier und der Rosenkranz übergeben.
Während dieser Feier wird die Novizin auch zum ersten Mal mit ihrem Ordensnamen angesprochen – sie beginnt ein „neues Leben in Christus“.


NOVIZIAT:

Begleitet von der Novizenmeisterin beginnt nun das zweijährige Noviziat, das der Novizin helfen soll, ihre Berufung zu vertiefen, sowie im Glauben und in der Liebe zu Christus zu wachsen.
Arbeit mit der Heiligen Schrift und verstärkte Hinführung zur Anbetung und zum betrachtenden Gebet sollen ihr dabei eine Hilfe sein.
Neben der Vertiefung des eigenen Glaubens, der Hinführung zu Glaubenswissen, lernt die Novizin die Kongregation, das Haus und alle damit verbundenen Tätigkeiten kennen.


PROFESS:

Schließt die Schwester das Noviziat ab, darf sie ihre erste Profess ablegen. Sie bekundet damit ihre Bereitschaft, als Braut Christi zu leben. Das Streben nach Heiligkeit, entsprechend den evangelischen Räten der Armut, der ehelosen Keuschheit und des Gehorsams wird durch ein feierliches Gelübde versprochen. Die Profess bedeutet eine endgültige und noch tiefere Bindung an Gott.

Bei dieser Feier werden über die Novizin und über den schwarzen Schleier, den sie fortan tragen darf, Segensgebete gesprochen.
An diesem Tag werden ihr auch der Ordensrosenkranz und die Ordensmedaille überreicht. Die Medaille zeigt auf einer Seite das Bildnis der Unbefleckten Empfängnis mit der Bezeichnung der Kongregation (Congregatio Conceptionis Immaculatae Mariae - CCIM - Kongregation der Unbefleckten Empfängnis Marias) und ist ein äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft. Auf der Rückseite ist der hl. Josef dargestellt, unser „Hausvater“. Während dieser Feier wird ihr auch die Ordensregel feierlich überreicht.

Von diesem Augenblick an ist die Mitschwester eingegliedert in die „Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis Mariens“.


ERNEUERUNG DER PROFESS:

Zu Beginn des Ordenslebens als Vorauer Marienschwester werden die Gelübde drei Mal auf ein Jahr abgelegt. Erst jetzt ist die Schwester vollberechtigtes Mitglied der Kongregation mit allen Rechten und Pflichten. Danach erneuert jede Schwester die Gelübde alle drei Jahre bis zum Tod, der alle Hoffnungen und Verheißungen erfüllen möge und jeder Schwester als Braut Christi auch die Begegnung mit dem himmlischen Bräutigam schenken möge.


Die Freude über jede junge Frau, die sich mit unserer Gemeinschaft auf einen gemeinsamen Glaubensweg wagt, ist immer sehr groß. Jede Berufung wird vom Gebet der Gemeinschaft und vieler Freunde unserer Kongregation unterstützt und begleitet, damit es möglich ist, ein ganzes Leben seiner Berufung treu zu bleiben.





Vorauer Marienschwestern · Spitalsstrasse 101 · 8250 Vorau · Tel.: 03337/2254-0 · Impressum