Im Jahreskreis

21. November 2011: Wandtafel zum Jahreswechsel im Kirchenjahr

Mit dem nahenden Ende des Kirchenjahres (26.11.2011) gestalteten wir die Wandtafel in Anlehnung an die Texte, welche in dieser Zeit in der Heiligen Messe verkündet werden.

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres weist die Kirche auf das Kommen Jesu Christi als König in Macht und Herrlichkeit hin. Er wird kommen; wir wissen aber nicht das Jahr, nicht den Tag, nicht die Stunde. Jesus Christus wird kommen und alle Erlösten in sein Reich führen, in jenes Reich, das nicht von dieser Welt ist, wie Jesus schon vor Pilatus aussagte.

Dieses Kommen Jesu Christi wird auch ein Tag des Gerichtes sein. Das kann jenen Menschen Angst machen, die es vorziehen, ihr Leben nicht nach dem Willen Gottes zu ordnen, sondern zu tun und zu lassen, was ihnen gefällt.
Wer aus dem Glauben lebt, sich an den Geboten und der Lehre der Kirche orientiert, immer wieder in der heiligen Beichte die Versöhnung mit Gott sucht, darf ohne Angst in freudiger Erwartung auf dieses Kommen Jesu Christi zugehen. Er will uns den Himmel schenken, ewige Freude bei Gott, den Engeln und allen Heiligen. Für uns Christen ist dieses Kommen in Herrlichkeit „das dritte Kommen“  wie es auch genannt wird, oder auch das letzte Kommen.

Das erste Kommen war der Eintritt Jesu in das menschliche Leben durch die Geburt aus Maria, der Jungfrau in Betlehem.

Dieses erste Kommen stellt uns die Kirche zu Beginn des neuen Kirchenjahres vor Augen. Am Ende des Advents dürfen wir der Geburt unseres Herrn Jesus Christus gedenken. Wir feiern sozusagen seinen Geburtstag vor ca. 2011 Jahren. Mit dem Aufruf zur Umkehr und der geistlichen Vorbereitung auf das

Christfest hilft uns die Kirche, unser Herz für den Herrn zu bereiten. Möge er in uns allen eine Wohnstatt finden, die bequemer ist als die Krippe im Stall von Betlehem. Gehen wir den Weg unseres Lebens mit ihm, denn ER IST DER WEG, und lassen wir IHN auch in uns wachsen, wie es uns Maria, die Mutter Gottes und unsere Mutter in Liebe und Demut vorgelebt hat.

Das zweite Kommen Jesu Christi ist ein immerwährendes Kommen zu jedem, der bereit ist, ihn aufzunehmen. Er kommt zu uns in jeder Eucharistiefeier und will uns Nahrung sein. Sein Heiliger Leib schenkt uns die Kraft in seiner Liebe zu leben und diese Liebe allen Menschen zu schenken, denen wir begegnen. Er will uns zu Zeugen seiner Liebe in dieser Welt machen. Jesus ist also ein „STÄNDIG  KOMMENDER“. Er kommt immer von Neuem auf uns zu. Bemerken wir sein Kommen in unserem Leben? Lassen wir IHN bei uns „ANKOMMEN“?

Fragen wir im übertragenen Sinn: „Kommt Jesus bei uns an?“
Lieben wir Ihn und Seine Botschaft, lieben wir die Kirche in ihrer Schönheit und mit allen Fehlern und Schwächen? Lieben wir unseren Heiligen Vater?

Kommt Jesus Christus bei uns also noch an oder ist von Seiner Botschaft nur noch das sentimentale Feiern von Festen geblieben?


Nützen wir diese Zeit des Advents, um Jesus Christus wieder in unser Leben mit einzubeziehen. Lassen wir Ihn auch zu uns kommen, wie wir im Vater unser beten: „Dein Reich komme.“ Er möge aus unseren Herzen sein Reich machen.

 


07. Oktober 2011: Wandtafel zum Rosenkranzmonat

Gerade rechtzeitig zum Gedenktag „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ am 07. Oktober wurde auch die Neugestaltung der Wandtafel abgeschlossen. Als Marienbild wählten wir diesmal ein Abbild der Muttergottes von Schio, der Königin der Liebe. Wir möchten damit die große Liebe Marias in den Mittelpunkt stellen. Die gleiche Liebe, die sie ihrem göttlichen Sohn entgegengebracht hat, bringt sie auch uns, ihren Kindern entgegen. Jesus selbst hat uns, sterbend am Kreuz, seiner Mutter anvertraut. Bleiben wir mit Maria verbunden und bitten wir sie in all unseren Sorgen und Nöten um ihren Beistand.
Eine wertvolle Hilfe, um unsere Beziehung zur Muttergottes aufrecht zu erhalten und zu pflegen oder auch von Neuem aufzubauen, ist das Rosenkranzgebet. Über die Anrufungen der Muttergottes führt dieses Gebet zu ihrem Sohn, dessen Leben in den Geheimnissen des Rosenkranzes betrachtet wird.

Viele Persönlichkeiten der Geschichte, Päpste, Politiker, Heilige, Ordensleute und Priester sowie eine große Zahl ganz einfacher Menschen erfuhren im Rosenkranzgebet Trost und Hilfe. Diese Erfahrung machen auch alle Rosenkranzbeter heute. So ist der Rosenkranz aktuell wie eh und je. Maria bittet an allen Erscheinungsorten um das Gebet. Deshalb hoffen wir, dass viele Leser der Wandtafel wieder zum Rosenkranz greifen, um Maria und ihren Sohn Jesus Christus zu ehren. Der Rosenkranzmonat Oktober kann dazu sicher ein Anstoß sein. Erwidern wir die große Liebe unserer himmlischen Mutter.


23.06.2011: Wandtafel über die Entstehung des Fronleichnamfestes

Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, stellt uns noch einmal das Ostergeheimnis vor Augen: Fleisch und Blut Jesu Christi als sichtbare Zeichen von Tod und Auferstehung. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit“ beten wir in jeder Heiligen Messe. Wenn wir mit dem Leib des Herrn in der Monstranz durch die Straßen gehen, zur besonderen Verehrung Station machen bei festlich geschmückten Altären, sein Wort hören und ihn loben und preisen durch unsere Gebete und Lieder, zeigen wir der ganzen Schöpfung und allen Menschen, denen wir begegnen, das, was die Mitte unseres Glaubens ausmacht.
Das erste Fronleichnamsfest wurde im Jahre 1246 in Lüttich gefeiert, eingeführt durch den zu dieser Zeit gerade neu bestellten Bischof  Robert von Thourotte. Die Zeit davor war eine Zeit der Verfolgung und des Kampfes für die Ordensschwester Juliana vom Mont Cortillon, auch Juliana von Lüttich genannt.
Sr. Juliana war eine große Verehrerin der Hl. Eucharistie. Sie hatte eine Vision, in der sie Gott erkennen ließ, dass die Kirche erst dann in vollem Glanz erstrahlen würde, wenn die Gläubigen in einem speziellen Fest der Einsetzung dieses erhabenen Sakramentes in besonderer Weise gedächten. ‚Diese „sonnengleiche Feierlichkeit“ würde auch dazu beitragen, den Glauben der Getreuen zu stärken,“ eröffnete der Herr Sr. Juliana.
Anfänglich fühlte sich Sr. Juliana nicht fähig, zudem auch unwürdig, diesen Auftrag an die Obrigkeiten der Kirche heranzutragen, und darum bat sie den Herrn, dass ein anderer diesen Dienst tun möge. Im Jahre 1222 wurde sie selbst Oberin des Klosters und es ließ ihr keine Ruhe, dass sie dem Auftrag Gottes noch nicht entsprochen hatte. So wandte sie sich an das Domkapitel von St. Martin. Der heiligmäßige Vorsitzende, auch bekannt als Gelehrter, befragte zu diesem Thema mehrere Theologen, die einen guten Ruf  hatten. Sie beurteilten die Sache einmütig:
„Das neue Fest, dessen Einsetzung vorgeschlagen war, würde nicht nur nichts Gegenteiliges zu den Gesetzen und der Disziplin der Kirche darbieten, sondern könnte zur Quelle großen Ruhmes für die heilige Eucharistie werden, durch die öffentlichen Huldigungen, die diese umgeben würden.“
Die Freude über diese Aussage war bei Sr. Juliana und einigen getreuen Mitschwestern des Klosters groß. Dennoch dauerte es bis zum Jahre 1246, dass zum ersten Mal Fronleichnam gefeiert werden konnte. Nur zwei Jahre später, verließ sie mit drei getreuen Gefährtinnen in Demut das Kloster vom Mont Cornillon und ging ins Exil, weil sie der festen Meinung war, dass die Streitigkeiten von Mitschwestern und Priestern um die Einführung des Fronleichnamsfestes kein Ende nehmen würden, solange sie in diesem Haus wäre.
Sr. Juliana starb in der Klause von Fosses nahe Namur am 5. April 1258 im Alter von 66 Jahren.
Ihr Werk blieb allerdings sichtlich Gegenstand göttlicher Fürsorge. Obwohl das Fest erst einmal von zwei päpstlichen Legaten bestätigt wurde, stellte sich der Dekan des Generalkapitels von St. Lambert in Lüttich gegen das Fest und verbat es schließlich ganz.
In dieser Zeit geschah in Italien das Wunder von Bolsena.
Ein Priester wurde in Versuchung geführt, an der Realpräsenz Jesu Christi in der Hl. Hostie zu zweifeln. Darauf erlebte er und die ganze feiernde Gemeinde, dass plötzlich aus der konsekrierten Hostie Blut floss, in so reichlichem Maß, dass der Priester es nicht verbergen konnte. Das Blut tränkte das Korporale, das Altartuch und den Marmorstein des Altares. Man zeigte das blutgetränkte Korporale Papst Urban IV., der nicht unweit von Bolsena in Orvieto weilte. Dort kann man das kostbare Tuch auch heute noch sehen.
Dieses und noch andere eucharistische Wunderzeichen in dieser Zeit veranlassten Papst Urban IV., der Juliana von Cornillon noch gut gekannt hatte, im Jahre 1264 das Fronleichnamsfest für die ganze Kirche einzuführen. In einem päpstlichen Schreiben namens TRANSITURUS, verkündete er einen wahren Lobgesang zum Ruhm der heiligen Hostie. Kraft seiner apostolischen Autorität bestimmte er auch den Tag des Festes.
Im Text seiner berühmten Bulle TRANSITURUS setzte Papst Urban IV. auch der hl. Juliana von Lüttich ein Denkmal durch eine sehr klare Andeutung auf ihre Visionen, indem er schrieb: „Im übrigen haben Wir zu jener Zeit, da Wir mit geringerer Würde bestallt waren, Kenntnis von der Offenbarung bekommen, die einige fromme Personen erhalten hatten: dass eines Tages dieses Fest von der ganzen Kirche gefeiert würde.“
Urban IV. erbat von Thomas von Aquin die Erstellung eines eigenen, ganz besonderen Offiziums, um dem Fest den vollen Glanz zu verleihen, den es verdiente.
Die Fürsorge des Papstes ging so weit, dass er an die letzte noch lebende Gefährtin Julianas, an die Klausnerin Eva, ein persönliches Schreiben richtete, in dem er ihr selbst die gute Neuigkeit ankündigte. So versetzte er auch diejenige in große Freude, die so viel darum gebetet hatte, dass die Wünsche Julias, welche sie mit ihr teilte, vollständig in Erfüllung gingen.
Papst Urban IV., der einstige Erzdiakon von Lüttich, hatte von allem Anfang an in der Demut Julianas das Zeichen ihrer göttlichen Berufung erblickt.
Etwa 50 Jahre später wurde das Fronleichnamsfest sogar mit Oktav gefeiert. Papst Johannes XXII.  ordnete im Jahre 1317 an, dass der göttliche König in Prozessionen, die Triumphzügen gleichen sollten, über die Straßen und Plätze der Städte und über Wiesen und Felder am Land getragen werden sollte.
Für uns ist das Fronleichnamsfest Routine geworden. Der Triumph ist nicht mehr so groß, der Gesang weniger laut, die Freude etwas verhalten. Entstanden ist das Fest aus der großen Liebe zum Herrn in der Eucharistie, die Juliana von Lüttich erfüllt hat. Lassen auch wir uns von dieser Liebe ergreifen, erwidern wir die unendliche Liebe, die der Herr zu uns hat und uns zu allen Zeiten schenken will.
Viele Heilige haben die Liebe des Herrn mit Hingabe ihres Lebens in der Nachfolge und im Dienst für ihre Mitmenschen erwidert sowie durch besondere Verehrung seines Heiligen Leibes in der Hostie. In allen Jahrhunderten der Kirchengeschichte gab es jene, die aus der Kraft der Eucharistie lebten und Zeugnis für die Liebe Gottes gaben.
Warten wir nicht auf das einmal jährlich stattfindende Fest Fronleichnam. Besuchen wir den Herrn, so oft wir können im Tabernakel, beten wir an.
Beten und verehren wir ihn aus ganzem Herzen, der die ewige Liebe ist.
(Quellen beim Verfasser)


28.05.2011: Wandtafel in der Osterzeit

Die Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit stellt eine Verbindung zwischen Karwoche und Osterzeit her. Der Barmherzigkeitssonntag ermöglicht einen Rückblick und eine Rückbesinnung auf die österlichen Geheimnisse: durch das Leiden und Sterben Jesu, durch seinen Gehorsam gegenüber dem Willen seines Vaters, durch seine Auferstehung und seinen Sieg über den Tod wurde uns Barmherzigkeit zuteil.
Es ist bemerkenswert, wie Gott durch den Heiligen Geist die Kirche lenkt und leitet, denn bis zur Einführung des neuen, derzeit gültigen liturgischen Kalenders, war der erste Sonntag nach Ostern nicht nur der „Weiße Sonntag“, sondern auch der „Gute Hirten-Sonntag“. Dieses Fest wurde auf  den 4. Sonntag der Osterzeit verlegt.
Gott  hat es gefügt, dass Papst Johannes Paul II. Schwester Faustyna erst selig und im Jahr 2000 heilig sprach. An diesem ersten Sonntag nach Ostern 2000, ihrem Heiligsprechungstag, wurde erstmals offiziell das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit gefeiert.
Immer wieder betonte der Papst, dass allein die Barmherzigkeit Gottes die Welt und die Menschen retten könne. So wie Papst Johannes Paul II. sich selbst in seiner schweren Krankheit der Göttlichen Barmherzigkeit anvertraut hatte, war es ihm ein Anliegen, für die Welt in besonderer Weise das Erbarmen Gottes zu erbitten. Am 17. August 2002, anlässlich der Weihe des großen Heiligtums zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit in Lagiewniki bei Krakau in Polen, weihte Johannes Paul II. die ganze Welt der Göttlichen Barmherzigkeit.
Es war ein auffallendes Zeichen und eine besondere Gnade, dass dieser Papst am Vorabend des Barmherzigkeitssonntags zum Vater heimgehen durfte.
Im heurigen Jahr, am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit, wurde Papst Johannes Paul II. zur Ehre der Altäre erhoben und in die Schar der Seligen aufgenommen.
Im Tagebuch Schwester Faustynas können wir lesen, zuerst im Hinblick auf das Bild vom Barmherzigen Jesus und schließlich zum Barmherzigkeitssonntag:
„Während meines Gebetes hörte ich innerlich die Worte: «Die zwei Strahlen bedeuten Blut und Wasser. Der blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt, der rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seelen ist... Diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen Meiner Barmherzigkeit, damals, als Mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde. Diese Strahlen schützen die Seelen vor dem Zorn Meines Vaters. Glücklich, wer in ihrem Schatten leben wird, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn nicht erreichen. Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Fest der Barmherzigkeit wird.
+ Bitte Meinen treuen Diener, dass er an diesem Tag der ganzen Welt von Meiner großen Barmherzigkeit künden soll. Wer an diesem Tag zur Quelle des Lebens kommt, erfährt einen vollkommenen Nachlass seiner Schuld und Strafe.
+ Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht mit Vertrauen an Meine Barmherzigkeit wendet.
+ Oh wie sehr Mich das Misstrauen einer Seele verletzt. Eine solche Seele bekennt, dass  Ich heilig und gerecht bin, doch glaubt sie nicht, dass Ich die Barmherzigkeit bin, sie glaubt Meiner Güte nicht. Selbst die Satane preisen Meine Gerechtigkeit, doch glauben sie nicht an Meine Güte. Mein Herz freut sich des Titels "Barmherzigkeit".
Verkünde, dass  Barmherzigkeit die größte Eigenschaft Gottes ist.
Alle Werke Meiner Hände sind durch Barmherzigkeit gekrönt.»

Vertrauen wir der Göttlichen Barmherzigkeit. Bitten wir um die Gnade, selbst barmherzig zu werden. Schwester Faustynas Gebet kann uns dabei eine Hilfe sein:

So oft ich atme,
so oft mein Herz schlägt,
so oft das Blut in meinem Körper pulsiert,
so viele tausend Male will ich Deine Barmherzigkeit rühmen,
o Heiligste Dreifaltigkeit.

Hilf mir, Herr, dass meine Augen barmherzig schauen,
dass ich niemals nach äußerem Anschein verdächtige
und richte, sondern wahrnehme, was schön ist
in den Herzen meiner Nächsten.

Hilf mir, Herr, dass mein Gehör barmherzig wird,
damit ich mich den Bedürfnissen anderer zuwende
und meine Ohren nicht gleichgültig bleiben
für  Leid und Freude meines Nächsten.

Hilf mir, Herr, dass meine Zunge barmherzig wird,
dass ich niemals über andere abfällig rede,
sondern Worte der Hoffnung, des Trostes
und der Vergebung finde.

Hilf mir, Herr, dass meine Hände barmherzig
und voller guter Taten sind.
Mach mich bereit, auch schwierige, mühevolle Arbeit
für andere auf mich zu nehmen.

Hilf mir, dass meine Füße barmherzig sind,
damit sie meinen Nächsten zu Hilfe eilen
und die eigene Trägheit beherrschen.

Hilf mir, Herr, dass mein Herz barmherzig ist,
dass ich die Leiden meiner Nächsten wahrnehme
und vor niemandem mein Herz verschließe;
dass ich aber auch mit denen aufrichtig umgehe,
die meine Güte vielleicht missbrauchen werden.

Ich selbst kann mich am Herzen Jesu ausruhen.'
Du, Herr, rufst mich zuallererst zur barmherzigen Tat,
dann zum barmherzigen Wort und zum fürbittenden Gebet.

Ein weiterer Hinweis im Tagebuch Sr. Faustynas zeigt uns die Wichtigkeit der oftmaligen Betrachtung des schmerzlichen Leidens Jesu. Dazu teilte Jesus Sr. Faustyna mit:
„Eine Stunde lang Meine schmerzlichen Leiden zu betrachten, ist größerer Verdienst, als sich ein Jahr lang bis aufs Blut zu geißeln. Das Betrachten Meiner schmerzhaften Wunden ist für dich von größtem Nutzen und Mir bereitet es eine große Freude.“
Täglich „Um drei Uhr … vertiefe dich wenigstens kurz in Mein Leiden, vor allem in Meine Verlassenheit beim Sterben. Das ist die Stunde der großen Barmherzigkeit ... Rufe ihre Allmacht herab für die ganze Welt, besonders für die armen Sünder, denn jetzt steht sie für jede Seele weit offen. In dieser Stunde kannst du alles erbitten für dich selbst und für andere.“

Ich möchte mich ganz in Deine Barmherzigkeit umwandeln, um so ein lebendiges Abbild von Dir zu sein.O Herr, möge diese größte Eigenschaft Gottes, Seine unergründliche Barmherzigkeit, durch mein Herz und meine Seele hindurch zu meinen Nächsten gelangen.


15. Jänner 2011: Wandtafel zu Ehren der Jungfrau Maria

Mit dem Hochfest der Gottesmutter Maria am 01. Jänner begannen wir das Neue Jahr. Gleich zu Beginn des Jahres ehrten wir Maria als Mutter, als unsere Mutter.
Wenn wir sie als Mutter annehmen, ist sie stets an unserer Seite. Sie begleitet uns Tag für Tag mit ihrer Liebe, schenkt uns Trost in Situationen der Traurigkeit, freut sich, wenn es uns gut geht. Das ist immer dann der Fall, wenn wir mit Jesus verbunden sind, mit ihrem Sohn. Zu ihm will sie uns führen, er ist das letzte Ziel unseres Lebens.

Wenn wir den Kalender durchblättern, finden wir viele Festtage zu Ehren Mariens. Wir können daraus ersehen, dass die Verehrung der Muttergottes in der Kirche und im Volk Gottes von großer Bedeutung ist. Gehen wir mit Maria unseren Weg durch das Leben, lassen wir uns von ihr zu Jesus führen, lernen wir durch sie Jesus lieben.

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01. Dezember 2010: Advent bei uns im Haus
Unsere Wandtafel weist in diesem Monat auf das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus hin. Die Gestaltung beinhaltet einen Adventkalender, der, entsprechend den Buchstaben des Alphabetes, kurze Denkanstöße für jeden Tag vermittelt. Auf unserer Wandtafel kommt jeden Tag ein neues Kärtchen dazu. Hier auf unserer Homepage sehen Sie schon die Gedanken für alle Tage. Wir sind eingeladen, uns für das Fest zu bereiten, das uns das Kind in der Krippe bringt, jenes kleine Kind, in dem sich der große Gott uns Menschen zeigt. Vergessen wir über allem vorweihnachtlichem Stress, aller Hast und aller Vorbereitungen, nicht, unser Herz zu bereiten für das Kommen unseres Erlösers und Heilandes Jesus Christus. Öffnen wir uns, kehren wir zu Gott um, gehen wir auch zur Weihnachtsbeichte, damit Jesus auch in uns Aufnahme findet und geboren werden kann.

Wir wünschen eine gnadenreiche Adventzeit!


21. November 2010: Letzter Sonntag im Kirchenjahr

Der letzte Sonntag des Kirchenjahres wird Christkönigssonntag genannt.  Gott ist der König des Himmels und der Erde. Er beansprucht aber keine Macht. Er beansprucht gar nichts, sondern wirbt ganz zärtlich und geduldig um unsere Liebe. Er will der König unseres Lebens sein und in uns seine Herrschaft antreten. Nicht um uns zu unterdrücken, sondern um uns zu führen und zu leiten, um uns vor allem Bösen zu bewahren und uns mit seiner Liebe zu erfüllen.
Durch Jesus Christus, der ganz Gott und ganz Mensch war, haben wir Anteil an seiner Königswürde. Er hat uns zu Königen gemacht, die durch den Geist Gottes befähigt sind zu herrschen. Über wen? - Über uns selbst, über das Böse in uns, über unser Begierden und Gedanken. Nehmen wir das Geschenk der Königswürde von Gott an und versuchen wir alle Gedanken, unser Tun, unsere Sinne, unser Reden und unsere Begierden zu beherrschen.
Gott ist an unserer Seite, denn sein Plan von Ewigkeit her möchte uns in sein Königreich zur Anschauung seiner Herrlichkeit führen, in die Geborgenheit seiner Liebe im Himmel.        

>>> mehr zum Christkönigsfest


01. Oktober 2010: Wandtafel im Oktober

Die Wandtafel in dieser Zeit soll alle Besucher unseres Hauses auf die Existenz dieser guten Geister und ihre Hilfe hinweisen.
Im Brief an die Hebräer von Paulus können wir über die Engel lesen: „Sie sind alle dienende Geister, ausgesandt um denen zu helfen, die das Heil erben sollen.“
Der hl. Basilius schreibt: „Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen.“ Jeder von uns hat einen Schutzengel. Dieser sorgt sich ohne Unterbrechung für den ihm anvertrauten Menschen.
So sind Engel geistige Geschöpfe, die Gott unablässig verherrlichen und seinem Heilsplan für die anderen Geschöpfe dienen. Thomas v. Aquin sagt: „Bei allen unseren guten Werken wirken die Engel mit!“ Sie umgeben Christus, ihren Herrn. Sie dienen ihm insbesondere bei der Erfüllung seiner Heilssendung für die Menschen. Die Kirche verehrt die Engel, die ihr auf ihrem irdischen Pilgerweg beistehen und jeden Menschen beschützen.

Machen wir uns bewusst, dass uns die heiligen Engel Gottes immer und überall umgeben, denn im Psalm 91/11, können wir die Verheißung lesen: „Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.“Denken wir auch öfter an unseren Schutzengel, der uns von Kindheit an führt und leitet;  danken wir ihm für seine treuen Dienste und für die Bewahrung vor vielen Gefahren. Schenken wir ihm unsere Liebe. Vergessen wir aber nicht, dass den Engeln wohl Verehrung gebührt, die Anbetung aber nur dem dreifaltigen Gott zusteht.


20. Juni 2010: Wandtafel für Juni und Juli

In den Monaten Juni und Juli wird in besonderer Weise Jesus Christus verehrt. Der Juni ist dem Herzen Jesu geweiht. Wir beten aus diesem Grund täglich nach der Vesper die Litanei zum Heiligsten Herzen Jesu. Die Herz Jesu-Verehrung hat in unserem Haus schon lange Tradition, denn unsere erste Novizenmeisterin war eine Schwester aus der Kongregation der Dienerinnen des Heiligsten Herzens Jesu. Über die Feier des Herz Jesu Festes am 11. Juni haben wir schon berichtet.
Der Juli ist dem Kostbaren Blut unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus gewidmet, auch wenn aus dem kirchlichen Kalender nach dem Konzil das „Fest vom Kostbaren Blut“, welches man bis dahin am 01. Juli feierte, gestrichen wurde. Im Juli wird täglich nach der Vesper die von Papst Johannes XXIII. approbierte Litanei zum Kostbaren Blut gebetet. Wir können dem Sohn Gottes gar nicht genug dafür danken, dass er bei seinem Leiden und Sterben sein Kostbares Blut vergossen hat, um uns zu erlösen und von den Sünden rein zu waschen.
Zusätzlich gibt er sich uns im Mahl seiner Liebe, der Heiligen Kommunion, zur Speise und zum Tranke. Wir sangen früher im Lied „O heil’ge Seelenspeise“ in der 2. Strophe: „Du hast für uns dein Leben, o Jesus, hingegeben und gibst dein Fleisch und Blut zur Speise und zum Tranke; wer preist mit würd’gem Danke dies unschätzbare Himmelsgut?“
Loben und preisen wir den Herrn für seine Treue und Barmherzigkeit, danken wir ihm für seine große Liebe zu uns.

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23. Mai 2010: Pfingstsonntag

Mit dem Pfingstsonntag endet die Osterzeit. 50 Tage nach Ostern erfüllen sich die Verheißungen Jesu, dass er uns einen Beistand senden werde. Wir feiern die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jüngerschar, auf die junge Kirche Jesu Christi. Während man früher auch die Pfingstoktav bis zum Dreifaltigkeits – Sonntag einhielt, legt man jetzt den Schwerpunkt im Erflehen des Geistes Gottes auf die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Nichts desto weniger ist es notwendiger denn je, den Geist Gottes zu allen Zeiten zu loben und zu preisen und um seine Gnadengaben zu bitten. Nur mit Hilfe des Heiligen Geistes ist es uns möglich, aus dem Glauben zu leben.

Bereits im Alten Testament hat der Prophet Jesaja die sieben Gaben des Heiligen Geistes vorausgesagt:

„Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht." (Jes.11,1.2 
  

1. Weisheit: Weisheit im biblischen Sinne bedeutet nicht Anhäufung von Wissen, sondern die Fähigkeit, Gott  zu erkennen und seinen Willen. Die Weisheit ermöglicht uns, den Glauben mit dem Herzen aufzunehmen, das heißt den Glauben nicht nur zu bekennen, sondern nach dem Glauben zu leben und zu handeln.

2. Einsicht:
Einsicht lässt uns den Glauben immer tiefer erkennen und hilft bei der Unterscheidung von Gut und Böse.

3. Rat:
Wir sind oft ratlos, weil wir in unserem Leben nicht weiter wissen. Der Geist des Rates erhellt solche Situationen durch seine Hilfe, damit wir im Licht des Glaubens Entscheidungen treffen. Wenn wir unser Leben nach dem Willen Gottes ausrichten, hören wir auf den Rat des Geistes, den wir auf verschiedenste Weise erfahren können: durch die Hl. Schrift; durch den Rat vorbildlicher Menschen; durch das eigene, an den Geboten und an der Lehre der Kirche geschärfte Gewissen und durch unsere geistlichen Begleiter. Ganz wesentlich ist das Gebet, um Gottes Willen für wichtige Lebensentscheidungen zu erkennen.

4. Stärke: Die Gabe der Stärke hilft, den Glauben auch unter Spott oder Verfolgung mit Mut und Standhaftigkeit zu bekennen, im Besonderen durch unser Leben, unser Reden und Tun.

5. Erkenntnis: Erkenntnis, auch Gabe des Wissens oder der Wissenschaft genannt, schenkt den Verstand, um weltliches Wissen zu erforschen und Antworten zu finden auf die Fragen: woher, wohin, wozu, warum. Ergänzt durch die übrigen Gnadengaben verweist aber jede Forschung auf den Ursprung, auf Gott unseren Schöpfer. Ohne die Schöpferkraft Gottes gäbe es nichts zu erforschen; es gäbe auch nicht den Menschen, der forscht.

6. Frömmigkeit: Frömmigkeit bedeutet das eigene Leben auf Gott auszurichten und mit IHM, als Mitte des Lebens, zu gestalten. Dazu gehören das  Gebet, die Hl. Messe, regelmäßige Beichte, Engagement für die Kirche, Einsatz für Gott und sein Reich, Bereitschaft zum Dienst am Nächsten. Frömmigkeit lässt mich den Alltag im vollen Vertrauen auf Gott leben.

7. Gottesfurcht ist keineswegs das Gegenteil von Gottesliebe, sondern eigentlich von Gottlosigkeit.( Ich anerkenne Gott nicht und gebe ihm nicht die Ehre.)  Gott, der sich in den Schriften des Alten Testamentes  und durch seinen Sohn Jesus Christus geoffenbart hat, ist ein liebender Gott. Er ist allmächtig, groß und heilig. Wunderbar sind seine Werke. Deshalb gebührt ihm Lob und Ehre. Gottesfurcht heißt Gott mit Ehrfurcht begegnen.

Durch Jesus Christus, als Geschenk des Vaters und des Sohnes, haben wir den Heiligen Geist und die Gnadengaben bekommen. Im  Sakrament der Firmung werden sie jedem einzelnen in besonderer Weise zugesprochen. Pfingsten erinnert uns jedes Jahr, dass dieser Geist lebt und auch in uns wohnt.
Wir brauchen diese Gnadengaben nicht nur zu Pfingsten, wir sind jeden Tag auf sie angewiesen. Wenn wir die Wichtigkeit des Geistes für ein Gelingen unseres Lebens erkannt haben, wenn wir verstanden haben, dass uns Gottes Geist alle Situationen unseres Lebens aufhellen kann und bereit ist, uns zu führen und zu leiten, werden wir immer häufiger auch während des Jahres den Heiligen Geist anrufen und zu ihm Novenen beten.
Der Dreifaltigkeitssonntag stellt uns das Geheimnis Gottes vor Augen: den Vater, der sich uns Menschen offenbart in seinem Sohn, den Sohn, der uns erlöst hat, und den Geist der Liebe, der die Einheit schafft. Ehren wir den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist gleichermaßen als die göttliche Dreifaltigkeit, als den EINEN GOTT, der uns liebt, der uns auf verschiedene Weise begegnet und nahe ist, als GOTT, DER VATER,  GOTT, DER SOHN und GOTT, DER  HEILIGE GEIST, als EIN GOTT in 3 PERSONEN.

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18. Mai 2010: Marienmonat Mai

Der Mai ist traditionellerweise der Muttergottes geweiht. So beginnt ein altes, heute leider sehr selten gesungenes Lied mit der Anrede: „Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen!“ Mit seiner Milde, dem strahlend blauen Himmel (auch wenn es heuer nicht ganz so ist!), dem Neuerblühen der Natur, dem oftmaligem Erstrahlen der Sonne bringt dieser Monat neues Leben in Gottes Schöpfung. So passt dieser Monat zu Maria, der milden, strahlenden, reinen Magd des Herrn. Durch ihr JA zu Gottes Anruf hat sie auch uns neues Leben gebracht: durch ihren Sohn Jesus Christus.
Die Gestaltung unserer Wandtafel im Mai ist deshalb auch Maria, der „Maienkönigin“, gewidmet. Entsprechend der Offenbarung des Johannes wird auf Marias Bedeutung im Endkampf hingewiesen: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ (Offb 12/1)
Maria, schöner als der Mond, schöner als die Sonne, unsere Mutter, gewährt uns Schutz unter ihrem weiten Mantel, unter dem nicht nur wir, sondern die ganze Christenheit Platz findet.
Im Mai versammeln wir uns jeden Abend vor der Vesper zu einer kurzen Maiandacht um Maria, unsere Patronin und Mutter.
Vielleicht möchten auch Sie Maria in diesem Monat Ihre besondere Aufmerksamkeit schenken, indem Sie Maiandachten mitfeiern oder täglich eine kurze Andacht zur Gottesmutter beten.
Zeigen wir ihr unsere Liebe und nehmen wir in Dankbarkeit ihren Hinweis auf ihren Sohn Jesus Christus an: „Was ER euch sagt, das tut!“ Das Motto unserer Diözese lautet für das heurige Jahr: „Auf Christus schauen!“ Schauen wir auf IHN mit den Augen Mariens: mit Augen, die erfüllt sind von Liebe zu ihm!


11. April 2010: Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit

Zum 10. Mal jährt sich heuer der Sonntag der Barmherzigkeit. Papst Johannes Paul II. führte diesen Tag im Jahr 2000 ein. Im gleichen Jahr, am 30. April 2000, wurde Sr. Faustyna heilig gesprochen.
Der Barmherzigkeitssonntag wird auf Grund der Offenbarungen an Sr. Faustyna  Kowalska am ersten Sonntag nach Ostern begangen.
Sie schreibt in ihrem Tagebuch, was Jesus zu ihr sagte:
"Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An diesem Tag ist die Tiefe meiner Barmherzigkeit geöffnet. Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle meiner Barmherzigkeit nähern. Die Seele, die beichtet und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommene Vergebung der Schulden und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch sie fließen die Gnaden. Keine Seele soll Angst haben, sich Mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären".

Der unmittelbare Zusammenhang mit Ostern ist nicht zu übersehen. Jesus gab sein Leben am Kreuz dahin, um uns zu retten und zu erlösen. Er öffnete für uns den Weg zum Himmel. Er versucht in seiner grenzenlosen Liebe alles, um die Menschen an sein Herz zu führen. Jesus  erscheint Schwester Faustyna und teilt ihr die unfassbare Größe seiner Barmherzigkeit mit. Er schenkt uns diesen Sonntag der Barmherzigkeit, um uns sein vor Liebe und Barmherzigkeit überströmendes Herz vor Augen zu führen und überhäuft uns mit Angeboten seiner Gnade.
Nehmen wir die Gnadenströme, die aus seinem liebenden Herzen kommen an. Er will uns heilen, uns retten, uns einst das ewige Leben bei ihm im Himmel schenken.

Was das Begehen dieses Festes anbelangt, äußerte Jesus zwei Wünsche: dass das Bild an diesem Tag feierlich geweiht und öffentlich verehrt wird und dass die Priester Seine unergründliche Barmherzigkeit verkünden sollen und auf diese Weise die Gläubigen zum Vertrauen ermuntern.
Zum feierlichen Begehen dieses Festes gehört vor allem die Nutzung der heiligen Sakramente, insbesondere die würdig empfangene heilige Kommunion, mit der das Versprechen eines völligen Nachlasses der Schuld und Strafen verbunden ist, sowie die Sorge um eine Haltung des Vertrauens zu Gott und eine Tat der Barmherzigkeit.

Vertrauen wir aus ganzem Herzen auf Gottes Barmherzigkeit, begehen wir diesen Sonntag mit Dankbarkeit für seine Gnaden, empfangen wir würdig seinen Heiligen Leib und seien wir selbst Zeugen seiner Barmherzigkeit indem wir sie verkünden und selbst barmherzig sind, wo es notwendig ist.

>>> Barmherziger Jesus und Sr. Faustyna


02. April 2010: Karfreitag

Wir begannen diesen Tag mit der Trauermette um 5.30 Uhr. In besonders feierlicher Weise wurden die Psalmen der Lesehore und  der Laudes gesungen. Wir hörten eine Lesung aus den Klageliedern und eine von Leo dem Großen.
Am Nachmittag beteten wir um 14.25 Uhr den Kreuzweg. Um 15.00 Uhr, zum Zeitpunkt des Todes Jesu hielten wir eine kurze Zeit inne, um  des Leidens und Sterbens Christi zu gedenken.
Am Abend feierte Prälat Rupert Kroisleitner  mit uns die Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Nach der Verkündigung der Leidensgeschichte wurde das Kreuz zur Verehrung in den Festsaal gebracht. Es ist jedes Jahr aufs Neue eine Aufforderung an alle Gläubigen, sich bewusst zu machen, dass es die Sünden jedes einzelnen Menschen sind, die letztlich zu diesem Urteil führten. Es geht aber nicht um einen Vorwurf, sondern darum, die Liebe Gottes, der seinen einzigen Sohn für uns dem Tod überließ, zu bedenken und ihm zu danken für seine Liebe. Jeder konnte das Kreuz verehren, auf dem - liebevoll mit roten Rosen geschmückt  - Jesus wie aufgebahrt dalag.
Es ist tröstlich für uns, dass wir nicht die Hoffnungslosigkeit erfahren, welche die Freunde Jesu bei seinem Tod empfinden mussten. Wir dürfen hinter dem Tod des Herrn schon die Auferstehung erwarten. Wir kennen die Geschichte. Verlieren wir aber nicht sehr oft angesichts des Kreuzes in unserem Leben trotzdem jede Hoffnung? Bitten wir den Gekreuzigten Herrn Jesus Christus um Vertrauen und beweinen wir nicht in sentimentaler Weise seinen Tod, sondern weinen wir ehrliche Tränen der Reue über unsere Sünden.


01. April 2010: Gründonnerstag

Am Nachmittag, um 16:00 Uhr, feierten wir die Heilige Messe vom Letzten Abendmahl. Dr. Heribert  Lehenhofer feierte mit uns diese Liturgie.
In jeder Hl. Messe, besonders aber in der Messe vom letzten Abendmahl wird uns die Größe dieses Geschenkes unseres Herrn Jesus Christus vor Augen geführt: DER HERR SCHENKT UNS SICH SELBST. Er schenkt uns das Leben, er hat uns das ewige Leben geschenkt. Damit wir es einst in seiner Anschauung erleben können, bietet Gott uns viele Hilfen an: den Heiligen Geist, den Leib des Herrn als Nahrung, die Sakramente um uns zu heiligen.
Am Abend hielten wir eine Ölberg-Andacht. Diese Andacht lädt uns in besonderer Weise dazu ein, auch heute wachsam zu sein, wachsam beim und mit dem Herrn. Wir beteten einen Kreuzweg und einen Rosenkranz. Nach 21 Uhr versammelten sich noch Beter im Oratorium. Dort wurden die Abschiedsreden Jesu vorgelesen. Dieses Vermächtnis Jesu birgt in sich einige zentrale Aussagen unseres Glaubens:
1. Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.
2. Alles, um was ihr den Vater in meinem Namen bittet, wird er euch geben. Das bedeutet nicht, dass ich nur den Namen Jesu aussprechen muss, um alle Bitten erfüllt zu bekommen. Im Namen Jesu bitten heißt „in seinem Geist bitten“, also in Demut, in Bescheidenheit, im Vertrauen auf Gott, der weiß, was ich will, aber stets so handelt, dass er mir das gibt, was ich brauche.
Bis spät in der Nacht war die Möglichkeit, beim Herrn zu wachen und zu beten.

28. März 2010: Palmsonntag

Die Umstellung auf die Sommerzeit verlangte von uns allen, 1 Stunde früher als sonst aufzustehen. Das tat der Freude über diesen Festtag keinen Abbruch. Da das Putzen der Kapelle noch längst nicht abgeschlossen ist, feierten wir in unserem Festsaal. Zahlreiche Patienten und Freunde des Hauses, auch einige Mitarbeiter hatten sich zum Mitfeiern eingefunden. Zu Beginn der Liturgie stand die Segnung der Palmzweige.  Im Anschluss an die Segnung feierte Prälat Rupert Kroisleitner mit uns die Heilige Messe. Die Verkündigung der Leidensgeschichte stimmte uns auf die bevorstehende Karwoche ein.  Immer wieder macht dieser so schnelle Meinungsumschwung der Einwohner Jerusalems nachdenklich: beim Einzug Jesu der Jubel, und kurze Zeit später die Verurteilung zum Tod, noch dazu grundlos. Wenn man uns hochjubelt und im nächsten Augenblick ablehnt oder auch verurteilt, oft vorverurteilt leiden wir wegen unserer Sünden. So erkannte es der Schächer am Kreuz.

Bleiben wir aber noch beim Einzug: wir loben und preisen Gott, und wie oft  plagen uns, trotz der vielen Erfahrungen mit der Liebe Gottes, Zweifel. Jubel und Zweifel, oft sogar Ablehnung: Ist es bei uns anders als damals in Jerusalem?Der Beginn der Karwoche lädt uns noch einmal zur Umkehr ein: niemals an der Liebe Gottes zu zweifeln, uns nicht durch die Sünde von ihm zu trennen und immer aufs Neue um seine Gnade und Vergebung zu bitten. Lassen wir den Herrn in unser Herz einziehen und jubeln wir ihm in Freude und Dankbarkeit zu für die  Fülle seiner Gnade, die er uns schenkt. Bleiben wir in unserer Liebe zu Jesus treu. Er kommt im Namen des Herrn, unseres Gottes, als Mensch zu uns. Er sei hochgelobt und gepriesen. Hosanna dem Sohne Davids!


21. März 2010: Besinnliches zum 5. Fastensonntag

Am 5. Fastensonntag beschenkt uns die Kirche mit Texten aus der Heiligen Schrift, die uns Zuversicht und Hoffnung geben wollen. In der ersten Lesung von Jesaja verkündet der Prophet im Namen Gottes: „Denkt nicht an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten.“ Paulus schreibt in seinem Brief an die  Philipper:  „Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.“
Im Evangelium hören wir die Erzählung über die Ehebrecherin, die nach Meinung der Schriftgelehrten und Pharisäer wegen ihrer Sünde gesteinigt werden sollte. Mit den Worten: „ Ich verurteile dich nicht. Geh, und sündige nicht mehr!“, drückt Jesus das gleiche aus: Schau nicht auf deine Vergangenheit! Geh als neuer Mensch in deine Zukunft!
       Auch wir sind eingeladen, nicht auf unsere Vergangenheit zu schauen, auf die vielen Sünden, die wir im Laufe unseres Lebens begangen haben. Gott ist mit uns barmherzig. Er schenkt uns immer wieder die Bekehrung und gewährt uns nach jedem Fall in die Sünde einen Neuanfang. Dazu ist es notwendig, das Geschenk des Bußsakramentes anzunehmen und sich die Lossprechung von den Sünden schenken zu lassen. Bitten wir den Herrn, dass er viele Menschen durch den Heiligen Geist in dieser Zeit zur Beichte führt, als Konsequenz ehrlicher Selbsterkenntnis und wahrer Reue.
Nützen wir selbst auch diese letzten Tage der Fastenzeit zu einer Umkehr,  damit wir auf das kommende Osterfest voll Freude, Hoffnung und Zuversicht zugehen können. Schauen wir auf Jesus Christus, auf sein Leiden, sein Sterben und seine glorreiche Auferstehung. Meiden wir die Sünde und urteilen wir nicht über andere, sondern geben wir die Barmherzigkeit, die wir selbst schon so oft erfahren durften, weiter. Ordnen wir unsere Beziehungen und versöhnen wir uns, wo es notwendig ist. So können auch wir wahre Auferstehung feiern.
„ Nicht dass ich schon vollendet wäre. Ich strebe danach. Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. Ich hoffe, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. Ich jage nach dem Siegespreis, der himmlischen Berufung, die Gott in Christus Jesus schenkt.“
So wie Paulus es ausdrückt, sollte die Zukunft auch für uns ausschauen: Denken wir nicht, wir wären schon vollkommen. Kämpfen wir gegen das Böse in uns, gegen die Sünde, gegen unsere Bequemlichkeit und jagen auch wir voll Hoffnung dem Siegespreis nach: unserer Auferstehung und der himmlischen Berufung in Jesus Christus.


14. März 2010: 4. Fastensonntag: Sonntag Laetare

Im Eröffnungsvers des heutigen Sonntags hören wir: Freue dich, Stadt Jerusalem. Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle die ihr traurig wart.
Den Grund der Freude können wir dem Evangelium dieses Sonntags entnehmen. Es ist die Erzählung vom barmherzigen Vater und seinem verlorenen Sohn.
Nachdem dieser sein ganzes Erbteil verprasst hatte, stand er mit leeren Händen da. Er war nicht nur mittellos, sondern er hatte auch gesündigt und erkannte seine beinahe ausweglose Situation. Da leuchtete die Erinnerung an seine Zeit im Elternhaus auf. Deshalb beschloss er, umzukehren.
Und was erlebt der heimkehrende Sohn? Einen Vater, der auf ihn schon wartet, ihm entgegenläuft, ihn mit seiner Sünde annimmt, nicht ein Wort des Vorwurfes ausspricht und ein Freudenfest ausrichtet.
Fastenzeit: Zeit der Umkehr. Machen wir es dem Sohn, der wieder in sein Vaterhaus heimkehrte, gleich. Denken wir an jene Zeit, in der der Glaube für uns wichtig war. Erinnern wir uns an unsere Firmung, an unsere Erstkommunion. Auch wir haben uns im Haus des Vaters wohlgefühlt. Kehren wir heim zu unserem Vater im Himmel.
Drei Schritte sind dazu notwendig:
1. Suche die Stille und geh in dich!
2. Überwinde deinen Stolz. Erkenne deine Sünden und gib dein Versagen zu.
3. Kehre um, fasse den Vorsatz, beichten zu gehen und schiebe die Beichte nicht lange auf!
Nehmen wir das Geschenk Gottes, das Sakrament der Versöhnung, an. Wir erfüllen damit auch das Gebot der Kirche, wenigstens einmal jährlich zu beichten, und das nach Möglichkeit in der österlichen Zeit.
Gott wartet wie der barmherzige Vater, er eilt uns entgegen. Er lässt ein Mastkalb schlachten, denn der Himmel feiert ein Fest über jeden reuigen Sünder. Nicht nur der Himmel freut sich über jede Umkehr, sondern die ganze Kirche, die Gemeinschaft der Glaubenden.
Alle sind eingeladen sich mitzufreuen: Freue dich, Stadt Jerusalem!


03. März 2010: Wandtafel beim Hintereingang des Hauses:

„CARPE DIEM“ – Nütze den Tag, nütze diese Gnadenzeit!
Im Laufe eines Kirchenjahres gibt es Zeiten, die uns in besonderer Weise zu einem großen Fest hinführen wollen. Ein solcher Zeitabschnitt ist die Fastenzeit. Jedes Jahr aufs Neue möchte uns diese Zeit helfen, zu Gott umzukehren, damit wir, versöhnt mit Gott und den Menschen, das Osterfest begehen können.

Beim Eingang auf der Rückseite des Spitals befindet sich eine Wandtafel, die dem Kirchenjahr entsprechend, gestaltet wird.
Derzeit lesen wir auf dieser Tafel: „CARPE DIEM“. Das ist ein viel strapazierter Ausspruch, der meistens dazu auffordert, den Tag zu nützen, um es sich gut gehen zu lassen.

„NÜTZE DEN TAG“ und „NÜTZE DIESE ZEIT“ meinen auch wir. Gott schenkt uns allen diese Gnadenzeit. Nützen wir das Angebot Gottes. Kehren wir von ganzem Herzen um, bereuen wir unsere Sünden, gehen wir zur Beichte.

Kurze Texte aus den Evangelien der Fastensonntage laden uns zur Besinnung ein. Wir lesen am 2. Fastensonntag: Das ist mein geliebter Sohn, auf IHN sollt ihr hören. Das ist eine klare Aussage. Wir können sie für unser Leben annehmen oder ablehnen. Das Wort Gottes als Wegweiser für das eigene Leben zu nehmen bedeutet, sich von Gott führen zu lassen, auf seinen Willen zu hören, seinen Willen zu tun. Möglich ist das jedem, der auf Gott vertraut, der glaubt, dass Gott ein liebender Vater ist, dessen Pläne für das Leben jedes Menschen gut sind.

Der 3. Fasten Sonntag mahnt uns schon eindringlicher: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe. Umkehr, Beichte und Versöhnung schenken uns einen inneren Frieden und eine Form von Glückseligkeit, die uns tatsächlich den Himmel erahnen lässt. Zugleich bringen sie uns Gott und dem Himmelreich ein Stück näher. „CARPE DIEM! KEHR UM ZU GOTT!“

>>> Wandtafel zum downloaden






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