Krankenhauskapelle

Ein Zentrum unseres Hauses ist die Kapelle im ersten Stock.

Sie wurde in den Jahren 1973/74 unter Mutter Reginalda Jauk erbaut.

Die Pläne für diese Gottesdienststätte entwarf der Architekt Karl Lebwohl.

Der damalige Diözesanbischof Johann Weber konnte die Kapelle am 9.November 1974 einweihen.

Die Kapelle wird von einem Betonrippengewölbe getragen. Aufgesetzt ist ein Dach, das in der Kapelle mit Holz verkleidet ist.
Betritt man die Kapelle, fällt sofort die Größe und Weite des Kirchenraumes auf. Sie weist auf die Größe, Universalität, Weite und Vielfalt der Weltkirche hin.

Zusätzlich wird der Eindruck eines Zeltes vermittelt, das mit seiner Spitze auf den Himmel verweist und so eine Verbindung von Himmel und Erde darstellt. Das erinnert an einen Text aus der Geheimen Offenbarung: „Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, das Zelt Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volksein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.“ (Off 21/2,3)

Diese Vorhersagung bezieht sich auf das himmlische Jerusalem. Da der Himmel aber schon auf Erden erfahrbar wird, trifft diese Aussage sicher auch auf eine Kapelle zu, in der sich eine Ordensgemeinschaft Tag für Tag zur Feier der Eucharistie und zum Gebet versammelt: Gott wohnt in ihrer Mitte.

Wir können in der Kapelle noch eine zweite Verbindung zum Wort Gottes herstellen. Das Betonrippengewölbe wird an der Spitze von einem Stein zusammengehalten. Ein Absatz aus dem Epheserbrief drängt sich hier auf: „Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

So ist es dem Architekten gelungen, einen schönen, sakralen Raum zu schaffen, der Gott schon in seiner architektonischen Gestaltung erfahrbar werden lässt.

 


Der Altarraum

Zentrum des Altarraumes ist der von der Firma Mörz in Hartberg angefertigte Altar.

In ihm sind die Reliquien des hl. Erasmus und eines unbekannten Märtyrers der thebäischen Legion eingebettet.

Der Altar ist aus Marmor und bewusst einfach gestaltet.


Der Tabernakel

Neben dem Altar erhebt sich der Tabernakel.

Dieser wurde von der Grazer Firma Goldhuber angefertigt.

Der Tabernakel steht auf einem Sockel aus Metall.

Auf der Vorderseite des Sockels sind Buchstaben zu erkennen,
welche das Wort „Maria“ ergeben.

So trägt Maria gleichsam ihren Sohn.

Darauf machen uns auch die Bilder auf dem Tabernakel aufmerksam: Maria, die als Jungfrau Jesus empfängt und trägt; sie ist zugleich die Schmerzensmutter, die ihren toten Sohn umfängt.

 



Das Kreuz

Für jemanden, der hinten in der Kapelle steht, bilden der Tabernakel und der Sockel eine Einheit mit dem Kreuz an der Wand.

Jesus Christus ist am Kreuz erhöht, er überragt den Tabernakel.
So bildet dieses Ensemble ein Ganzes, nicht nur künstlerisch – der Sockel des Tabernakels und das Kreuz sind aus dem gleichen Material –, wir können vielmehr den Leib des Herrn am Kreuz sehen und den Leib des Herrn im eucharistischen Brot in der Monstranz.

Jeder Blick zum Tabernakel macht uns zugleich sein Leiden und Sterben am Kreuz anwesend und weist uns auf seine große Liebe zu uns hin.

Die ausgebreiteten Arme laden uns liebevoll ein, an seinen Tisch zu kommen, um jene Nahrung zu bekommen, die uns das ewige Leben schenkt.


Die Gottesmutter

Auf der linken Seite der Stirnwand des Altarraumes ist eine geschnitzte Holzstatue der Muttergottes. Sie überragt alles und erinnert uns daran, dass das Krankenhaus und die Gemeinschaft der Schwestern ihr geweiht sind: die Vorauer Marienschwestern, genauer die Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis, im Marienkrankenhaus.

Die Holzfigur wurde aus Lindenholz von Herrn Huber aus Kroisbach bei Graz für uns gefertigt. Sie ist eine Darstellung der Unbefleckten Empfängnis, deren Hochfest am 8. Dezember auch das Patrozinium für unsere Kongregation ist.

Maria, die demütige Magd des Herrn, mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, steht mit beiden Beinen auf der Schlange, nicht nur auf dem Kopf, sondern auch am Ende der Schlange. Sie strahlt Anmut, Hoheit und Würde aus und blickt liebevoll auf uns.
Das geschnitzte Kunstwerk lässt bei einer bestimmten Beleuchtung Maria mit drei Schatten erkennen.

Der linke Schatten zeigt Maria als schwangere Frau. Die Darstellung macht uns einen Teil ihres Lebens bewusst: ihr „JA“ zur Botschaft des Engels, Ihr „JA“ zur Empfängnis des Sohnes Gottes, ihr Leben mit Josef, der sie trotz der Schwangerschaft nicht verlässt, ihren Besuch bei Elisabeth und den wunderschönen Gruß, das Magnifikat und letztlich das Ende der Schwangerschaft mit der Geburt Jesu in Bethlehem.

Der Schatten auf der rechten Seite zeigt Maria, hingewendet zum Kreuz, wie wenn sie uns damit den Hinweis geben wollte: Seht, das ist die Mitte, Jesus Christus, mein Sohn; ihn sollt ihr anbeten. Sie hat ihren Sohn von der Geburt bis zu seinem Tod begleitet, betend und für uns bittend steht sie unter dem Kreuz.

Ganz klein ist der dritte Schatten, der hinten links zu erkennen ist. Dieses Bild erinnert uns daran, dass Maria von Kindheit, ja von Anbeginn der Zeiten erwählt war, unbefleckt empfangen sowie geboren wurde und makellos blieb.
Maria lädt uns ein, auf sie zu schauen und ihrem Beispiel zu folgen, demütige Magd des Herrn zu sein.


Die Glasfenster der Kapelle

Die Fenster der Kapelle beeindrucken durch ihre Farbenpracht und ihre künstlerische Gestaltung.

Sie wurden von Schwester Basilia Gürth OSB entworfen und in der oberösterreichischen Glasmalerei im Stift Schlierbach hergestellt.

Die Darstellung eines Kreuzweges mit dem Symbol des Samenkornes für Jesus Christus, zieht sich an der rechten Seite der Kapelle – von hinten gesehen - über die Fenster und findet auf der linken Seite seine Fortsetzung und den Abschluss. Sie können die einzelnen Stationen in unserem „Fensterkreuzweg“ sehen.


Über der Empore ist auf der rechten Seite ein fröhliches Fenster zu sehen. Dabei dachte die Künstlerin an die Seligpreisung: Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.


Die über dem Kreuzweg liegende Fensterreihe setzt die Gestaltung mit Bildern aus der Natur fort. Ein Fenster mit Blumen, die zu wachsen beginnen, weist auf Gott, den Schöpfer allen Lebens hin. Das Ährenfeld, das zu reifen beginnt, lässt uns Gott als den Erhalter des Lebens und als den gütigen Vater, der uns Nahrung gibt, erkennen.

Im Anschluss daran können wir zwei farbenfrohe Bilder mit Früchten der Erde betrachten. Durch die abgebildeten Trauben und das Ährenfeld auf dem vorherigen Bild ergibt sich ein Hinweis auf die Eucharistie, in der Brot und Wein in Jesu Leibe und Blut verwandelt werden. So stellt dieses Bild auch eine Verbindung zum Kreuzweg, das heißt zum Leiden und Sterben Christi dar.



Auf der linken Seite der Kapelle, neben dem Altar, etwas verdeckt durch die Orgel, ist ein großer Lebensbaum abgebildet.

In der Krone des Baumes sind Blüten und reife Früchte zu sehen.
Das führt uns den Kreislauf des Lebens vor Augen, der aus Werden, Wachsen, Reifen und auch aus Vergehen besteht.

Wir dürfen aber getrost sein und uns wie der Vogel im Baum wohl fühlen, weil das Leben in Gottes Hand steht.

Er führt unser Leben, er schenkt uns Leben in Ewigkeit durch die Verdienste seines Sohnes Jesus Christus.

Sein Tod und seine Auferstehung – zu sehen auf dem nächsten Fenster - haben auch uns den Weg zum Himmel eröffnet. Die Zeichnung auf diesem Fenster lässt sehr zentral eine Schale und darüber die Hostie erkennen, das Blut und den Leib des Herrn, die Zeichen für Tod und Auferstehung.

Die blaue Gestaltung des Fensters oberhalb weist auf das Meer hin. Es ist das Meer der Liebe, in das wir eintauchen dürfen, das uns durch Jesus, den Sohn Gottes, geschenkt wird.



Auf dem Fenster über der Empore sind Vögel gezeichnet, die in eine Richtung fliegen, durch ein Tor -ein Zeichen unserer Sehnsucht.

Wer in seinem Leben Orientierung gefunden hat, zieht gemeinsam mit vielen Glaubenden in die gleiche Richtung, getrieben von der gleichen Sehnsucht, welche der hl. Augustinus so formuliert hat: „Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in dir, o Gott!“


Die Orgel

 

In einer Kapelle darf die Orgel nicht fehlen.
Sie unterstützt den Gesang der Gläubigen zum Lob Gottes und wird nicht umsonst „Königin der Instrumente“ genannt.

Die Orgel schmiegt sich auf der linken Seite der Kapelle an die Wand und erklingt mächtig, wenn sie bespielt wird.

Sie wurde im Jahre 1984 von der Firma Kögler aus St. Florian / Oberösterreich fertig gestellt: Sie hat 800 Pfeifen, 12 Register und 2 Manuale.

 

 






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