Statue der Gottesmutter
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O Himmelskönigin, frohlocke (04.04.2021)

Die lange Nacht des Leidens ist vorüber. Mit Zefanja können wir Maria zurufen: „Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!“ (Zef 3,14) Nach so vielen bitteren Tränen und Kämpfen kann Maria wieder lachen, denn ihr Sohn lebt! Er ist Auferstanden! Eine andere Übersetzung fordert auf: „Brich in Jubel aus, Tochter Zion!“

Es ist gut vorstellbar, wie Maria beim Anblick des Auferstandenen in Jubel ausgebrochen ist. Man denke hier an das Magnifikat, bei dem der Heiligen Jungfrau ebenfalls das Herz überging. Ein Herz voller Freude! An diese unsagbare österliche Freude Mariens erinnert sich die Kirche während der Osterzeit täglich im Gebet „Regina caeli“ – „O Himmelskönigin, frohlocke“. Diese marianische Antiphon verdrängt in der Osterzeit den „Engel des Herrn“.

In der Betrachtung dieses kurzen Gebetes dürfen wir eintauchen in die Freude Mariens. Wir sollen uns von ihrer Freude anstecken lassen. Die Freude der Gottesmutter kann aus unterschiedlichen Perspektiven angeschaut werden.

Die erste Freude ist, dass Maria ihren toten Sohn wieder lebendig vor sich sehen kann, den sie vielleicht auch wieder umarmen konnte. Es ist die einfache mütterliche Freude darüber, dass ihr Kind nicht mehr leidet, nicht mehr tot ist, sondern lebt und ganz nah bei ihr ist.

Die zweite Freude besteht darin, dass Erlöser und Miterlöserin die Frucht ihres Leidens sehen konnten: das vollbrachte Erlösungswerk. Sie hatten den Willen Gottes erfüllt.

Die dritte Freude entsprang dem Wissen, dass ihre Kinder wieder mit Gott versöhnt waren, dass ihnen der Weg in den Himmel offen stand. Es ist jene Freude, die ihrer übernatürlichen Mutterschaft entsprang. Für uns hat sie mit Jesus gelitten, für uns hat sie geglaubt, für uns freut sie sich jetzt.

Die Betrachtung der Freuden unserer himmlischen Mutter ermöglicht uns, dass wir uns von den Betrübnissen unseres Daseins lösen und selbst in die Freude eintauchen können. Wir dürfen Maria täglich darum bitten, uns an ihrer Freude teilhaben zu lassen. Wenn wir unsere Gedanken nicht mehr um unsere Nöte und unerfüllten Bedürfnisse kreisen lassen, sondern stattdessen an die Freude der Gottesmutter heften, dann werden sich auch in unserem Leben die dunklen Wolken verziehen und Gottes Licht gewinnt mehr und mehr Raum in unseren Herzen und Gedanken.

Maria hat ein Patentrezept für die Freude: „Meine Seele preist die Größe des Herrn!“ Wer in der Freude leben möchte, muss Trauer und Trübsinn loslassen und das Herz für Gottes Größe öffnen; muss sich abwenden vom Unglück und sich dem ewigen Glück unserer Seele – nämlich Gott selbst – zuwenden. Maria hat zur Kenntnis genommen, dass sie klein war, ein arme, einfache Magd des Herrn. Aber sie hielt sich nicht bei ihrer Kleinheit auf. Ihr ganzes Wesen war erfüllt von Gottes Größe. Sie hat ihn in ihrem Leben groß sein lassen.

Auch nach der Auferstehung Jesu brüstete sie sich nicht damit, die Miterlöserin gewesen zu sein. Nein, sie freute sich an ihrem auferstandenen, verklärten Sohn. Sich von ganzem Herzen am Auferstandenen zu erfreuen, das dürfen wir zu Ostern von unserer gütigen Mutter lernen, indem wir ihre Freude betrachten und mit ihren Augen auf Jesus schauen.

Regina coeli

O Himmelskönigin, frohlocke. Halleluja.

Denn er, den du zu tragen würdig warst, Halleluja, ist erstanden, wie er sagte. Halleluja.

Bitt Gott für uns, Maria. Halleluja.

Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria. Halleluja. Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja.

 

Lasset uns beten.

Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.