Statue der Gottesmutter
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Venite adoremus! Kommt, lasset uns anbeten!

Thomas von Aquin war ein glühender Verehrer des „kostbaren, bestaunenswerten Gastmahls“. Er schrieb darüber: „Kein Sakrament hat eine heilsamere Wirkung als dieses: Es reinigt von Sünden, es mehrt die Tugenden und erfüllt den Geist mit dem Reichtum aller geistlichen Gaben.“

Der heilige Thomas merkte an: „Um also die Unermesslichkeit seiner Liebe den Herzen der Gläubigen tiefer einzuprägen, stiftete er beim Letzten Abendmahl dieses Sakrament, nachdem er das Pascha mit seinen Jüngern gefeiert hatte und als er aus dieser Welt zum Vater hinübergehen sollte. Er stiftete es als immerwährendes Geheimnis seiner Passion, als Erfüllung der alten Zeichen, als größtes seiner Wunder und als einzigartigen Trost für jene, die seine Abwesenheit mit Trauer erfüllt.“

Mit den kirchlichen Festen ist es wie mit dem Muttertag: Wie es nicht genügt, nur einmal im Jahr der Mutter Liebe und Ehre zu erweisen, so ist es auch nicht genug, nur einmal im Jahr über ein gewisses Festgeheimnis nachzudenken. Sein Leiden und Sterben ist in jedem Messopfer wieder gegenwärtig, wenn das Brot in seinen Leib und der Wein in Jesu Blut gewandelt wird.

„Welch ein kostbares und bestaunenswertes Gastmahl, heilbringend und voll Wohlgeschmack!“, sagte Thomas von Aquin. Zu diesem Gastmahl lädt uns der Herr Tag für Tag bei der heiligen Messe ein, um uns durch den Empfang seines Leibes (und Blutes) zu stärken, zu trösten und mit Gnaden zu beschenken. Er will uns Mut geben zum Leiden und Kraft zum Sieg. (vgl. Hymnus – Laudes zu Fronleichnam)

Die Kirche hat viele Schätze, materielle und geistliche. Aber sie hat nur einen wirklichen Schatz: Jesus Christus in der Gestalt von Brot und Wein, der sich für uns hingegeben, arm und klein gemacht hat, damit wir von Schuld und Sünde befreit, groß und reich werden in den Augen des lebendigen Gottes.

Jesus sagte: „Wo euer Herz ist, da ist auch euer Schatz!“ (Lk 12,34) Wo ist unser Herz? Weilt es bei Christus oder hängt es an Vergänglichem? Wenn man einen Schatz besitzt, dann öffnet man immer wieder die Schatztruhe, weil man ihn gerne betrachten möchte.

Wenn Christus unser Schatz ist, dann wollen wir ihn betrachten. Die Schatztruhe der Kirche ist der Tabernakel. Wenn der Tabernakel geöffnet ist dürfen wir Jesus in der Hostie anschauen. Dabei geschieht etwas Wunderbares, wie es ein einfacher Bauer einmal dem Pfarrer von Ars erklärte: „Ich schaue ihn an, und er schaut mich an!“ Wahre Anbetung ist die Begegnung der Blicke des Liebenden und des Geliebten und führt vom Austausch zweier Herzen zu einem Herzenstausch. Gehen wir zu Jesus, bleiben wir bei ihm und lassen wir uns sein Herz schenken. Venite adoremus! Kommt, lasset uns anbeten!

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit Kaplan Rainer Geuder

Heute treffen  drei wichtige Dinge aufeinander: Herz-Jesu-Freitag, Abend der Barmherzigkeit und Beginn des Herz-Jesu-Monats.

Heute ist der erste Tag des Herz-Jesu-Monats. Der ganze Monat Juni ist dem liebenden Herzen Jesu geweiht. Jesus lädt uns dazu ein, einen Herzenstausch mit ihm zu vollziehen. Er möchte unser Herz aus Stein aus unserer Brust nehmen und uns ein Herz aus Fleisch zukommen lassen. Er möchte uns zur totalen Nachfolge ermutigen. Wir müssen ihm ganz nachfolgen, ihm ganz konkret Ja sagen.

Die Ganzhingabe hat Jesus sehr deutlich erwiesen. Liebe heißt nicht, dem schnellen Gefühl – den Schmetterlingen im Bauch – nachzulaufen, sondern zu unserem Gelöbnis der Taufe und Firmung zu stehen. Schauen wir auf Jesus, auch er war in Todesangst im Garten Gethsemane. Dort hat der Herr gebetet: Vater, nimm diesen Kelch von mir, aber nicht mein Wille sondern dein Wille geschehe. Das ist die Liebe. Wir müssen ernst nehmen, was wir bei der Taufe, bei der Kommunion und bei der Firmung bekannt haben: das dreimalige „Ich glaube“ und „Ich widersage“. Der Glaube ist oft kein leichter Weg, auch für Jesus war es in seinem irdischen Leben nicht immer leicht.

Heute hören wir, dass der Herr die Händler aus dem Tempel hinaus trieb. Und wir denken vielleicht: Ist das Barmherzigkeit, ist das Liebe? Es war Liebe, dass Jesus sagte: So geht das nicht, ihr könnt sein Haus (das Haus des Vaters) nicht zu einer Räuberhöhle machen. Es war Liebe, das zu sagen und zu tun, damit die Menschen erkennen, dass der Vater an erster Stelle steht.

Johannes Paul II. hat den Lichtreichen Rosenkranzes verfasst. Im dritten Gesätz, im Original, heißt es: Der uns das Reich Gottes verkündet und zur Umkehr aufgerufen hat. Der Herr ruft uns zu: Kehr um, kehr ganz um!

Sein Herz ist für uns offen. Er möchte uns reinwaschen in seinem Blut. Sein Herz wurde für uns durchbohrt und es flossen Blut und Wasser aus ihm. Blut und Wasser die  Zeichen der Sakramente der Erlösung. In der Hl. Beichte geschieht also Erlösung. Wir werden durch sein kostbares Blut rein gewaschen.

Es gibt nur zwei Personen, die nicht gesündigt haben. Das sind Jesus Christus und die Gottesmutter Maria. Beide haben nur eine Sehnsucht: uns zum Vater zu führen. Ab heute sollen wir beginnen, die Ganzhingabe zu leben.

Der Herr möchte uns an sich ziehen. Nicht ich ziehe ihn an mich, nicht ich reiße ihn an mich. Wir dürfen nicht alles selber machen wollen. Wir zerbrechen sonst an unserer menschlichen Begrenztheit. Gott handelt umgekehrt. Wir sollen mit der Gnade mitwirken, aber seine Gnade geht uns schon voraus.

Schweige, wenn es notwendig ist. Rede, wenn es notwendig ist. Wir sprechen oft nicht, wenn wir es sollten. Manchmal gebietet es die Stunde, aufzustehen und zu sprechen. Die Gläubigen die sich mühen ihren Glauben zu leben hüllen sich oft in Schweigen: Das dürfen wir nicht sagen! Wir dürfen nicht schlecht reden. Die Demut gebietet es, zu schweigen!  – Das ist nicht immer richtig.

Schweigen ist wichtig, aber auch Reden ist wichtig. Besonders auch wir Priester und die Bischöfe sind hierzu angehalten. Wenn der Wolf in die Herde einbricht, dann müssen wir reden! Papst Benedikt XVI. sagte vor zwei Jahren in einer Ansprache an die Bischöfe sinngemäß Folgendes: Der Hirtenstab dient dazu die Herde zu leiten. Wenn aber der Wolf in die Herde eingedrungen ist, muss der Hirte diesen Stab verwenden um den Wolf aus der Herde zu vertreiben um seine Schafe zu schützen.

Es gibt keinen Heilsautomatismus. Nur wer glaubt und die Gebote erfüllt, wird gerettet. Jesus sagt: „Nur durch mich kommt ihr zum Vater!“ Ist es nicht unsere Pflicht, die Menschen zu warnen vor dem ewigen Tod? Ist das eine Drohbotschaft zu sagen, dass wenn das Leben eines Menschen zu Ende geht, er nur, wenn er Jesus gehört, gerettet ist?

Durch die Firmung haben wir einen Missionsauftrag: Ihr sollt alle den Glauben weitersagen. Er ruft dich: „Folge mir nach!“ Du hast den Auftrag zu hören und ihm nachzufolgen. – Herr, Ich weiß, dass du mir eine heilige Berufung schenken willst. Du schenkst mir alles, ich vertraue auf dich! – dann wirst du dich nicht gegen ihn entscheiden, denn wir haben einen inneren Antrieb, uns vom Heiligen Geist  leiten zu lassen.

Jesus sagt: „Ihr müsst Glauben an Gott haben!“ Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer!, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. (Mk 11,23) Glauben wir wirklich? Glauben wir, was in der Schrift steht? Und was die Kirche lehrt?

Wenn unser Glaube nur wie ein Senfkorn wäre! Der Heilige Geist hilft uns glauben. Jesus sagt zu uns: Kommt zu mir, ich möchte dir meinen Geist senden, den Geist der Liebe, der Hoffnung, des Glaubens.

Heute geschieht hier auf dem Altar die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi. Hier geschieht Erlösung. Wir sollen alle, die wir kennen, in diese heilige Messe hinein nehmen.

Sühne – wer kennt dieses Wort noch? Sühne heißt: Stellvertretend Buße zu tun für die Sünde meiner Nächsten. Nicht weil wir besser sind. Wir alle müssen zuerst für uns selber Buße tun. Sühne ist etwas Großes. Das sollten auch die Orden wieder entdecken. Sühne ist das, was Paulus sagt: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“ (Kol 1,24)

Wenn wir krank sind, sollen wir beten, dass Gott  uns heilt, aber lassen wir dem Herrn die Wahl. Sagen wir den Kranken, dass sie ihre Leiden fruchtbar machen können, wenn diese ihre Leiden aufopfern für die Familie, Kinder, Priester, …

Opfern wir wieder mehr auf, so setzen wir die Gnade Christi frei. Die Nachfolge Christi ist kein Spiel, es geht um das ewige Leben – nicht nur für mich und für uns, sondern für alle, die uns anvertraut sind.

Auch das Leiden hat einen Wert in und für die Gesellschaft. Zum heiligen P. Pio sagte einmal eine Person: „P. Pio, ich möchte dir ein Leiden abnehmen.“ P. Pio erwiderte: „Geh weg, die Leiden sind meine größten Schätze!“

Wir dürfen uns immer an sein Heiligstes Herz wenden. Wenn wir fallen, dann müssen wir wieder aufstehen. Don Bosco sagte: Es ist keine Schande zu fallen. Es ist aber eine Schande, nicht wieder aufzustehen!

Maria ist dem Herrn am ähnlichsten geworden. Grignion von Montfort nannte Maria „die Gussform Gottes“. Wir sollen ihr ganz ähnlich werden, denn durch sie werden wir Christus ganz ähnlich, eben weil sie Christus am ähnlichsten geworden ist.

Schauen wir auf Maria, weihen wir uns ihr. Durch Maria zu Jesus, so hat es Gott in seinem ewigen Willen gefügt und so wollen wir es als Katholiken auch halten. Durch Maria zu Jesus, zur ewigen Glückseligkeit. Amen.

HERZ-JESU-LITANEI

V/A Herr, erbarme dich.
V/A Christus, erbarme dich.
V/A Herr, erbarme dich.

V Christus, höre uns.
A Christus, erhöre uns.

Gott Vater im Himmel, – erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heiliger dreifaltiger Gott

V Du Herz des Sohnes Gottes, – A erbarme dich unser.
Herz Jesu, im Schoß der Jungfrau Maria vom Heiligen Geist gebildet
Herz Jesu, mit dem Worte Gottes wesenhaft vereinigt
Herz Jesu, unendlich erhaben
Herz Jesu, du heiliger Tempel Gottes
Herz Jesu, du Zelt des Allerhöchsten
Herz Jesu, du Haus Gottes und Pforte des Himmels
Herz Jesu, du Feuerherd der Liebe
Herz Jesu, du Wohnstatt der Gerechtigkeit und Liebe

Du Herz voll Güte und Liebe
Herz Jesu, du Abgrund aller Tugenden
Herz Jesu, würdig allen Lobes
Herz Jesu, du König und Mitte aller Herzen
Herz Jesu, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind
Herz Jesu, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnt
Herz Jesu, das dem Vater wohlgefällt
Herz Jesu, aus dessen Gnade wir alle empfangen
Herz Jesu, du Sehnsucht der Schöpfung von Anbeginn

Du Herz, geduldig und voll Erbarmen
Herz Jesu, reich für alle, die dich anrufen
Herz Jesu, du Quell des Lebens und der Heiligkeit
Herz Jesu, du Sühne für unsere Sünden
Herz Jesu, mit Schmach gesättigt
Herz Jesu, wegen unsrer Missetaten zerschlagen
Herz Jesu, bis zum Tode gehorsam

Du Herz, durchbohrt von der Lanze
Herz Jesu, du Quelle allen Trostes
Herz Jesu, unsere Auferstehung und unser Leben
Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung
Herz Jesu, du Opferlamm für die Sünder
Herz Jesu, du Rettung aller, die auf dich hoffen
Herz Jesu, du Hoffnung aller, die in dir sterben
Herz Jesu, du Freude aller Heiligen

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt
A Herr, verschone uns.
V Lamm Gottes … – A Herr, erhöre uns.
V Lamm Gottes … – A Herr, erbarme dich.

V Jesus, gütig und selbstlos von Herzen,
A bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V Lasset uns beten. Gütiger Gott, aus dem geöffneten Herzen deines Sohnes kommt die Fülle des Erbarmens. Hilf uns, dass wir seine Liebe nicht ohne Antwort lassen. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unsern Herrn. Amen.

Ein Priesterherz ist Jesu Herz

 

Ein Priesterherz ist Jesu Herz,
das Opferlamm für unsre Sünden,
sucht überall in Sorg’ und Schmerz
die müden Schäflein aufzufinden.
O heilig Herz, für immerdar,
mach’ ihre Herzen zum Altar!
Und lasse sie, wie Du so rein,
Dir allzeit heil’ge Priester sein!

Ein Priesterherz ist Jesu Herz,
es fühlet nur die fremden Leiden,
es nimmt für sich der Menschen Schmerz
und gibt dafür des Himmels Freuden.
O heilig Herz, für immerdar,
mach´ ihre Herzen zum Altar!
Und lasse sie, wie Du so rein,
Dir allzeit heil’ge Priester sein!

Ein Priesterherz ist Jesu Herz,
und Seelen nur sind sein Begehren!
Für Seelen litt es Tod und Schmerz,
für Seelen will’s die Lieb verzehren.
O heilig Herz, für immerdar,
mach´ ihre Herzen zum Altar!
Und lasse sie, wie Du so rein,
Dir allzeit heil’ge Priester sein!