Statue der Gottesmutter
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Das Rosenkranzgebet

„In meinem Apostolischen Schreiben – Novo millennio ineunte – sagte der selige Johannes Paul II, … habe ich zum Abschluss des Jahres 2000 dazu ermutigt, dass die Feier des Stundengebetes auch von den Laien im gewöhnlichen Leben der Pfarrgemeinden oder in verschiedenen christlichen Gruppen vollzogen wird. Dasselbe wünsche ich auch für das Rosenkranzgebet. Hierbei handelt es sich nicht um zwei alternative Vorschläge, sondern um zwei einander ergänzende Wege der christlichen Betrachtung. Deshalb bitte ich all jene, die sich in der Familienseelsorge engagieren, mit Überzeugung zum Rosenkranzgebet anzuregen.

Eine Familie, die vereint betet, bleibt eins. Seit altersher wird der Rosenkranz in besonderer Weise als Gebet gepflegt, zu dem sich die Familie versammelt. Indem die einzelnen Familienmitglieder ihren Blick auf Jesus richten, werden sie befähigt, sich stets aufs Neue in die Augen zu schauen, miteinander zu sprechen, füreinander einzustehen, sich gegenseitig zu vergeben und in einem durch den Heiligen Geist belebten Liebesbündnis wieder neu zu beginnen.

Viele Probleme der heutigen Familien, insbesondere in der wirtschaftlich hochentwickelten Gesellschaft, hängen damit zusammen, dass die Kommunikation untereinander immer schwieriger wird. Es gelingt nicht mehr, gemeinsam Zeit zu verbringen, und sogar jene wenigen Augenblicke des Zusammenseins werden von den Bildern des Fernsehens beherrscht. Die Wiederbelebung des Rosenkranzgebetes in der Familie bedeutet, ganz andere Bilder in das alltägliche Leben hineinzulassen, und zwar die der Heilsmysterien: das Bild des Erlösers, das Bild seiner heiligsten Mutter. Die Familie, die zusammen den Rosenkranz betet, gibt ein wenig das Klima des Heimes von Nazareth wieder: sie stellt Jesus in den Mittelpunkt, sie teilt mit ihm Freud und Schmerz, sie legt Bedürfnisse und Vorhaben in seine Hände, von ihm schöpft sie Hoffnung und Kraft für den Lebensweg.

Es ist auch schön und fruchtbar, diesem Gebet die Jahre des Wachstums der Kinder anzuvertrauen. Ist nicht vielleicht gerade das Rosenkranzgebet der Weg des Lebens Jesu – von seiner Empfängnis, seinem Tod, bis zur Auferstehung und zur Verherrlichung? Es wird gerade heute für die Eltern immer schwieriger, die Kinder in den verschiedenen Etappen ihres Lebens zu begleiten. …

Das Rosenkranzgebet für die Kinder, und noch wichtiger mit den Kindern, – wobei sie vom zartesten Alter an zu dieser täglichen Atempause des ,,betenden Innehaltens“ in der Familie erzogen werden – ist sicher nicht die Patentlösung für jedes Problem, aber es ist eine geistliche Hilfe, die nicht unterschätzt werden darf. … Wenn der Rosenkranz in guter Weise eingeführt wird, bin ich sicher, dass die Jugendlichen selbst die Erwachsenen noch einmal überraschen können, indem sie sich dieses Gebet zu eigen machen und es mit dem für ihr Alter typischen Enthusiasmus vollziehen.“

Predigt von Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari

Eine weitere Etappe der Entwicklung dieses Hauses auf die Zukunft hin ist abgeschlossen. Dafür ist einer Reihe von Menschen zu danken, die dies durch einen großen Einsatz zuwege gebracht haben: allen voran die Frau Generaloberin Marianne Schuh und ihre geistlichen Schwestern und mit ihnen viele Frauen und Männer, denen das Gedeihen dieses Hauses am Herzen liegt. Zuerst und zuletzt ist aber dem Dreieinigen Gott zu danken, der den Vorauer Schwestern die Kraft gegeben hat, vor neuen großen Herausforderungen nicht zu kapitulieren, sondern tiefer ins Gebet einzutauchen und so auch neue Kraft zu gewinnen, die sich auch im Mut zum Umbau und Neubau gezeigt hat, aber vor allem in neuen geistliche Berufungen ihre Fruchtbarkeit erweist.

Die Vorauer Schwestern tragen den Namen Marias, der Mutter Christi und Mutter der Kirche. Das zeigt programmatisch, dass sie sich besonders von zwei Worten berühren lassen wollen, die Maria bei der Hochzeit in Kana gesprochen hat. Das eine Wort war ein Hinweis auf ihren Sohn Jesus und eine Einladung, ihm zu vertrauen. Es lautet: „Was er euch sagt, das tut.“ Dieses Wort begleitet seither die Kirche als Einladung zur Nachfolge Christi an jeden einzelnen Christen und an alle Christen gemeinsam.

Das andere Wort Marias in Kana war an Jesus selbst gerichtet als Hinweis auf eine Situation von Not, in die Menschen geraten waren und als Hoffnung auf eine notwendige Hilfe durch Jesus. „Sie haben keinen Wein mehr“, hat Maria zu Jesus gesagt. Über die konkrete Situation damals in Kana hinaus ist das ein Diagnosewort betreffend immer wiederkehrende Grenzsituationen im Leben einzelner Menschen und ganzer Völker. Wein ist ein Lebensmittel und daher auch ein Symbol für Lebenssinn, Lebenskraft und auch für Glaubenskraft. Maria, die ihren Sohn als Fürsprecherin um das Weinwunder in Kana gebeten und dies nicht vergebens getan hat, bleibt seither eine Anwältin von Menschen, denen – bildhaft gesprochen – der Wein ausgegangen ist: der Wein des Lebenssinnes, der Wein der Glaubenskraft.

Liebe Vorauer Marienschwestern! Diese beiden Worte Marias als Fürbitte für Menschen und als Einweisung in die Nachfolge Christi gehören zur Seele Ihres Dienstes für Gott und für die vielen Ihnen anvertrauten Menschen.

Heute, am 14. September 2011, dem liturgischen Fest der Kreuzerhöhung, stellt uns die Kirche das Kreuz Christi vor Augen. Es war am Karfreitag nur ein Marterholz, aber durch die Auferstehung Christi am dritten Tag ist es ein Lebensbaum geworden. Die Gemeinschaft der Vorauer Marienschwestern will Menschen in Krankheit und Not helfen, ihr Kreuz zu tragen und darunter nicht zusammenbrechen, weil Jesus schließlich nicht bei den Toten geblieben, sondern Sünde und Tod im Osterereignis überwunden hat. Darum gibt es in diesem Orden einerseits das Mitleiden mit den Leidenden und das stellvertretende und auch das sühnende Gebet und Opfer für gottfern gewordene Menschen. Und andererseits darf, ja muss es hier immer wieder und mehr noch eine österliche Frömmigkeit und Fröhlichkeit geben im Blick auf Christus, den Auferstandenen, dessen Wunden nicht getilgt, aber verklärt worden sind.

Möge dieses Haus im Blick und im Hören auf Jesus und auf Maria eine Quelle bleiben und noch mehr werden, aus der viele Menschen, denen der Wein, die Lebens- und Glaubenskraft auszugehen droht, trinken und neue Kraft gewinnen können.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit Kaplan Guido Martirani

Im Wort Gottes finden wir Halt für unser Leben, es formt uns. In seinem Wort wartet Gott selbst auf jeden von uns und wir bekommen Antwort wenn wir darum beten. In der Heiligen Schrift erleben wir die Liebe Gottes. Sein Wort ist Nahrung für unsere Seele. Wir erfahren wer Gott ist. Gott ermahnt uns, in der Liebe zu bleiben.

Dort, wo Mauern sind zwischen Pfarrkind und Pfarrer, innerhalb der Familie, zwischen Nachbarn, da sind wir nicht in der Liebe. Diese Mauern müssen wir fallen lassen. Lassen wir uns frei machen, befreien von Gott selbst, lassen wir uns heilen im Namen Jesu. Jesus hat diese Mauern am Kreuz besiegt. Er hat allen Hass auf sich genommen. Er hat am Kreuz gesagt: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Dieser Schrei erschallt auch heute bei jeder Heiligen Messe, bei jeder Beichte. Jesus hat Frieden gestiftet zwischen Himmel und Erde. Lassen wir uns nicht verunsichern durch den Aufruf zum Ungehorsam. Jesus ist stärker. Wir haben den Auftrag für alle zu beten, dass sie zur Liebe gelangen. Auch wir sollen sagen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Die Gottesmutter erfleht unser Gebet. Auch sie verurteilt keinen. Aber sie erinnert daran, dass Satan mächtig ist, dass er die Ursache für jede Spaltung in der Kirche ist. Sie fordert uns auf, unsere Bischöfe zu lieben, für sie zu beten. Beten wir, dass wieder Frieden und Liebe in der Kirche herrsche. Jesus will, dass alle die Liebe Gottes erkennen.

Wir sollen das Salz der Erde sein. In den Sakramenten haben wir einen großen Reichtum. Gott gibt sich uns selbst zur Speise. Unser Schöpfer will in uns wohnen, damit wieder Friede und Liebe sei. Wo Streit und Spaltung ist, will er selbst unser Frieden und unsere Liebe sein. Sagen wir ja zu Jesus und Maria. Amen.