Statue der Gottesmutter
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Die Madonna vom Blut trugen die Abwanderer als gerollte Leinwand in ihrem Gepäck mit.

Bartholomäus Rizolt ist einer von ihnen. Um 1650 herum ließ er sich in Klattau im Böhmerwald nieder. Auf seinem mitgebrachten Bild ließ er die nackte Brust der Madonna schamhaft übermalen. Er verehrte es sehr und betete gerne davor. Als Erbstück geht die Gottesmutter vom Blut an seine Adoptivtochter Anna über. Ihr Gatte, Andreas Hirschberger, ein Schneider, erweist sich zu ihrem Leidwesen als arbeitsscheu. Die Familie verarmt und denkt daran, das Bild für neun Dukaten zu verkaufen. Wenn er auch der Arbeit nicht sehr zugetan ist, so ist Annas Ehemann doch geleitet von Gottesfurcht, die der Herr reich belohnen wird. Das Bild bleibt in der Familie. In großer Not, als Frau und Kinder schwer erkrankt waren, wandte sich der Familienvater flehentlich an die Gottesmutter vom Blute. Der Himmel antwortete und wiederholte das Wunder von einst an dieser Nachbildung: Die Madonna schwitzte Blut. Erzbischof, Kaiser und Papst wurden informiert und das Wunder wurde per Dekret bestätigt. Klattau erblüht zu einem Wallfahrtsort. Das Gnadenbild wird in die Pfarrkirche gebracht und mit Edelsteinen verziert. Hirschberger verkauft sein Haus, um damit einer Kapelle Platz zu machen.

Im 16. und 17. Jahrhundert, als die Kindersterblichkeit sehr hoch war, ereigneten sich vor der Madonna vom Blut zahlreiche weitere Wunder an Säuglingen. Um den ungetauft verstorbenen Kindern den Seelenfrieden zu erlangen, legten die Eltern ihre toten Säuglinge vor dem Bild nieder und erflehten ein Lebenszeichen für ihr Kind. Meistens wurde ihnen diese Gnade geschenkt. Die Kinder erwachten nochmals kurz zum Leben, wurden sofort getauft und verstarben im nächsten Moment wieder – als Kinder Gottes und von der Erbschuld befreit. Mit dem Gnadenbild der Gottesmutter vom Blut hat der Himmel selbst Zeugnis dafür abgelegt, welch unermesslichen Wert die Taufgnade für die Ewigkeit hat.

Zeigte das ursprüngliche Gnadenbild eine Abbildung der Maria lactans, also die stillende Gottesmutter, so änderte man im Laufe der Jahrhunderte die Darstellung in Mutter mit Kind Gemälde, um dem Unverständnis und der wachsenden Schamhaftigkeit Genüge zu tun.

Auch in das unterfränkische Sonderhofen gelangte ein solches Bildnis, das im Jahr 1693 entstanden ist. Es wurde erst 1982 auf einem Dachboden des ehemaligen Pfarrhauses wiederentdeckt. In der Pfarrkirche Bergatreute befindet sich eine weitere Kopie der Blut-Madonna von Re mit dem Titel: „Im Schoß der Mutter sitzt die Weisheit des Vaters“. In Bergatreute wird das Bild bis heute an jedem 02. Juli durch Wallfahrten geehrt. Am Bildrand des Gnadenbildes von Sonderhofen steht in alter Schreibweise: „Maria vom Blut so zu Regio im Vigletertal Wundertätig auch zu Bergatreuten bei Weingarten, diese wahrhaftige Abbildung will Wunderzeichen tun wie dann in 4 Jahr über 1000 tote ungetaufte Kinder zum leben bracht und getauft worden“.

Durch viele weitere Nachbildungen der blutenden Madonna von Re  wurden Wunder und Heilungen geschenkt und Wallfahrtskirchen errichtet.

Das aufgefangene Blut vom Blutwunder aus dem Jahr 1494 in Re wird in einem kunstvollen Reliquiar aufbewahrt und verflüssigt sich von Zeit zu Zeit wieder. Mit dem Bau der Wallfahrtskirche in Re wurde zwar bald begonnen, aber widrige Umstände erlaubten ihre Fertigstellung erst im vergangen Jahrhundert. Die Einweihung der Kirche fand erst 1911 statt.

(Quellen: Die Mirakel der Maria vom Blut von Manuela Mayr; www.sonderhofen.de; Heilig Blut Gemeinschaft; www.glaubenswege.ch)

Verehrung des kostbaren Blutes

Kostbares Blut Jesu, Du bist der unendlich wertvolle Lösepreis für die sündige Menschheit. Du bist ein Trank des Heiles und ein Bad der Reinigung für unsere Seelen. Ohne Unterlass trittst Du für die Menschen ein am Throne der höchsten Erbarmung. In tiefer Demut bete ich Dich an. So gut ich kann, will ich das Unrecht und die Beleidigungen wiedergutmachen, die fortwährend von den Menschen Dir angetan werden, besonders von jenen, die in ihrer Vermessenheit so weit gehen, dass sie gegen Dich lästern.

Wer wollte Dich, o göttliches Blut, nicht preisen! Du bist unendlich kostbar. Wer wollte Dich, o Jesus, der Du es vergossen, nicht innig lieben! Was wäre aus mir geworden, wäre ich nicht erlöst durch Dein kostbares Blut? Wer ließ es bis zum letzten Tropfen aus Deinen Adern fließen? – Nur Deine Liebe! Ja grenzenlos ist Deine Liebe, die uns diesen Balsam des Heiles schenkte. Gib, dass alle Herzen, alle Zungen Dich loben und preisen und Dir danken jetzt und in alle Ewigkeit. (Imprimatur: Friburgi Helv., die 19 januarii 1960)

Der „Missionar des Jesuskindes“

 

Bei seinen Missionen wurde ein Bild des göttlichen Kindes zu einem bewährten Hilfsmittel, durch das er auch viele Wunder wirkte. Es gibt bis heute noch Jesuskinder, die der Selige selbst hergestellt hatte. Für seine Nachwelt hat er sogar eine Anleitung hinterlassen, wie die Jesuskinder herzustellen sind. Damit hatte er noch nicht genug getan: Er gründete die Vereinigung „Drappello della Sacra Culla“, die Schar der Heiligen Wiege, für die er ein Statut verfasste.

In Rom arbeitete er eine Zeit lang mit einem Mitbruder, dem seligen Domenico Barberi, dem künftigen „Apostel Englands“, zusammen. Als dieser sich zur Mission in England berufen fühlte und in die Mission nach Aston Hill aufbrach, wollte auch P. Lorenzo mit ihm nach England gehen. Seine Oberen aber gaben ihm Rom als Missionsgebiet.

Seinem Oberen gehorsam ging er 1856 nach Capranica bei Vetralla, um einigen Kranken seinen Segen zu erteilen. Zuvor machte er seinen Oberen darauf aufmerksam, dass er dort nicht länger als drei Tage sein werde. Er kam am 09. Juni in Capranica an, empfing die Besucher, hörte Beichte, segnete die Kranken, tröstete die Leidenden – und starb am 12. Juni an einem Schlaganfall. Er wurde sofort als Heiliger verehrt: „Wir haben unseren Heiligen verloren“, sagten sie, und versuchten Reliquien zu erhalten. Sie ließen ihren Heiligen nicht in den Konvent San Angelo in Vetralla zurückbringen, bevor er nicht in einer Prozession durch die Straßen der Stadt getragen wurde. Die angeforderten Wachen hatten alle Hände voll zu tun, um die Menschenmenge im Zaum zu halten.

Am 01. Oktober 1989 wurde P. Laurentius vom heilige Franz Xaver, der Apostel des Jesuskindes, durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Milde und Demut, sowie Bescheidenheit und Lauterkeit, die er vom Jesuskind und der Heiligen Familie erlernt hatte, zeichneten diesen Seligen aus.

Gebet zum göttlichen Kind

O göttliches Kind, wie die Hirten in Betlehem will auch ich vor dir niederknien und dich anbeten. Sei du mein König! Lass mich dir ähnlich werden in deiner Milde und Güte, in deiner Weisheit und Schönheit, in deiner Kraft und deiner Gnade, wachse in mir, dass ich immer mehr Zeugnis gebe von deiner Größe und Güte. O liebes Jesuskind, lass mich denen, die dir fernstehen, zum Stern werden, der sie wie der Morgenstern die Heiligen Drei Könige zu dir führen lässt. Amen.

Wir wünschen allen Vätern den helfenden Beistand des heiligen Josef und viel Gnade und Segen für alle väterlichen Aufgaben!