Statue der Gottesmutter
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Die Übung der 5 Sühnesamstage

An fünf aufeinander folgenden ersten Samstagen eines Monats soll man
1. beichten
2. die heilige Kommunion empfangen,
3. den Rosenkranz beten,
4. während einer Viertelstunde die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten,
in der Absicht, dem Unbefleckten Herzen Mariens dadurch Sühne zu leisten. ”
(Ohne diese gute Absicht sind die Bedingungen für die Versprechen nicht erfüllt.)

Diese Absicht muss
vor der heiligen Kommunion,
vor der heiligen Messe,
vor dem Rosenkranz und
vor der Betrachtung gemacht werden.

Man kann dazu die folgenden Worte verwenden:
Ich will jetzt die heilige Beichte empfangen (die heilige Kommunion empfangen, den Rosenkranz beten, die viertel Stunde Betrachtung mit Maria halten) zur Sühne für die Beleidigungen und Lästerungen gegen das Unbefleckte Herz Mariens.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit Pfarrer em. Johann Schuster

Liebe Mitbrüder, ehrwürdige Schwestern, Brüder und Schwestern im Herrn, liebe Kinder und Jugendliche!

Wir haben gehört, wir befinden uns am Anfang. Und das ist gut so. Nicht nur am Anfang eines neuen Jahres, sondern oft auch spirituell am Anfang – oder am Ende – wie man es oft sehen will, am Ende unserer Weisheit. Und das ist gut so, denn es ist menschliche Weisheit.

Am Anfang hat unser geistliches Leben mit der Taufe begonnen – in der Regel. Aber ich habe heute gelesen, es werden in Deutschland nur mehr 50% der Kinder getauft. Und auf diesen unseren Anfang möchte ich jetzt eingehen, weil dieser Anfang unser Leben ganz grundsätzlich bestimmt bis heute. Ob wir die Taufe leben, wie die Bischöfe ihre Weihe oder die Ordensfrauen ihre Gelübde, ihre Weihe, ihr Versprechen, ob wir überhaupt leben und wer wir sind. Johannes wird gefragt, wer er ist. Und wenn ich jetzt einzelne fragen würde: Wer bist du? – Ich weiß nicht, welche Antworten ich bekäme. Wer bin ich? Das ist wichtig! Ich bin ein getaufter Christ, und vielleicht auch noch fromm. Und vielleicht zahle ich meinen Kirchenbeitrag… Die ehrwürdigen Schwestern lieben Christus ganz und sie geben ihr Leben hin für Christus, für die Menschen im Dienst, für die Notleidenden. Das ist auch eine schöne Antwort: Ich gebe Zeugnis für die heilende Kraft Christi im Spital. Oder: Ich gebe Zeugnis für das ehelose Leben, weil Christus das auch gelebt hat. Das wären schöne Antworten. Wer bin ich, das ist eine wichtige Frage, die sich Jugendliche in der Regel ganz gut fragen. Ich habe einen Namen, ich bin getauft. Und der Christ ist der, der einen Namen hat. Er ist nicht namenlos. Er hat einen Namen. Und dieser Name ist im größten aller Namen – wir feiern ihn morgen – das Fest des Namens Jesu. Jesus Christus selber gibt mir seinen Namen. Ich bin getauft auf seinen Namen, auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und ich bin gesalbt. Ein Christ, das heißt wortwörtlich übersetzt: Ein Gesalbter – gesalbt mit dem Heiligen Geist. Johannes wurde genau gefragt, was er war. Er hat sogar das Prophet-Sein abgelehnt für sich, obwohl Jesus von ihm gesagt hat, er ist der größte aller Propheten. Ein Jugendlicher hat einmal gesagt, es hat ihm einer gesagt, er hätte eine prophetische Berufung – und er war ganz erschrocken und sagte: Ich will nicht Prophet sein, das ist unangenehm. Und so hat jeder einen Namen, der mit einer Berufung verknüpft ist. Johannes ist der, der als Stimme in der Wüste ruft. Auch heute rufen wir in die religiöse Wüste, oder besser gesagt, in die glaubenslose Wüste hinein; es ist alles tot und leer. Beim Gottesdienst merke ich das oft: Wüstenrufer zu sein, den Weg zu bereiten. Aber wie sollen wir den Weg bereiten, wenn wir uns nicht selber kennen? Wenn wir uns nicht trauen, keinen Mut haben? Vielen Jungen fehlt der Mut! Sie wissen nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Gute Ausbildung, bestes Studium, alles… Wo beginne ich jetzt im Beruf? Wo habe ich einen Anfang? Und da ist es wichtig, auf den Grund zu gehen, auf den Grund unseres Lebens.

Johannes hat getauft, das ist die eine Ebene unseres Lebens, mit Wasser zur Umkehr. Aber die meisten behaupten ja, sie brauchen keine Umkehr. Aber ich brauche Umkehr, immer wieder. Umkehr zum Leben, Umkehr zur Liebe, Umkehr zum Frieden und das Loslassen – die Mütter können oft ihre Söhne und die Söhne ihre Mütter nicht loslassen. Oder Väter die Töchter… Loslassen, umkehren, es ist oft so schwer, von etwas loszulassen. Also, Johannes ist der Rufer, die Stimme. Der Hirte – und wir feiern heute zwei Hirten (Basilius der Große und Gregor von Nazianz) – hat eine Stimme, und es soll die Stimme Christi in den Hirten wach werden. In Johannes wurde auch die Stimme Christi wach, als Vorläufer. Aber wir sind Nachläufer, wir sind ja getauft mit dem Wasser und – das ist entscheidend – mit dem Heiligen Geist. Das erst macht das Christsein aus: Mit dem Heiligen Geist getauft zu sein. Johannes sagte: Ich taufe nur mit Wasser, aber der, der nach mir kommt, dem bin ich es nicht wert, seine Schuhe aufzuschnüren. Es braucht ein Stück Demut. Demut, das ist auch wichtig als Anfang. Und Dankbarkeit. Ich habe vor kurzem gelesen: „Sagt in allen Kleinigkeiten Dank und ihr werdet viel weniger Probleme haben.“ Je dankbarer ich bin für jede Kleinigkeit, umso weniger Zeit habe ich, den anderen auszurichten. Da habe ich gar keine Zeit, mich zu bemitleiden. Denn, ich bin ja in der Dankbarkeit. Danken für jede Kleinigkeit – da würden die Ehezwistigkeiten sofort aufhören und auch im Kloster wäre der reinste Friede – es wäre ja gar nicht auszuhalten, vor lauter Schönheit. Dankbar sein…

Ich habe gerade eine Sterbende besucht, die ich schon lange kenne; und wenn ich ins Altenheim meine beiden Schwestern besuchen gehe, die behindert sind, dann bin ich wieder sehr dankbar für meine Wehwehchen, für meine Krankheiten. Verstehen Sie, wo wir so anfangen, gelingt ein neuer Schwung, in Demut, nicht in der Überheblichkeit. Wir Hirten, das ist die Gefahr bei uns, dass wir „steigen“ – aber wir haben keinen Grund uns zu überheben. Am meisten erreicht man in der Demut, im Annehmen. Und das ist auch ein guter Anfang: Ich nehme mich an und den Nächsten, so wie er ist. Ich nehme dieses Reibeisen an, so wie er ist – Punkt. Ja, ich bin ja auch oft ein Reibeisen und muss mich auch annehmen. Das ist ein guter Anfang. Wenn man wieder gestritten hat, den anderen wieder annehmen. Wenn man beleidigt ist, die beleidigte Mine verstecken und annehmen, danken für diesen Menschen.

Mir fällt jetzt die kleine Therese ein: Was hat die mitgemacht mit einer Mitschwester! Und dann hat die Mitschwester sie einmal gefragt, weil sie sich gewundert hat, warum sie immer so freundlich zu ihr war. Sie hat geglaubt, sie sei eine besondere Schwester. Nein, ein Reibeisen war diese Schwester für die kleine Therese. Aber Therese hat sie trotzdem geliebt und ist in den Kleinigkeiten dankbar gewesen. Das ist wichtig: In den Kleinigkeiten dankbar zu sein.

Und wenn wir aufstehen und denken: Ich mag jetzt nicht so zeitig in der Früh, dann heißt es: Raus! Das ist wichtig: Mut zu haben. Und so gelingt das Leben. Was hat uns Jesus vorgezeigt? Johannes war sein Vorläufer, er hat den Weg bereitet, aber Jesus ist gekommen und als dieses kleine, wehrlose Kind hat er einen neuen Anfang gesetzt, nicht als Herrscher, nicht als Mächtiger, nicht als Weiser, er ist nicht als Professor auf die Welt gekommen, nein, als einfaches Kind von Nazareth ist er gekommen. Das war ein guter Anfang in der Jungfrau Maria. So sehen Sie, wo ein guter Grund gelegt wird, oder wo wir uns neu auf diesen Grund ausrichten, und dieser Grund ist immer Gott, Petrus, die Kirche, der Fels, dort können wir neu beginnen.

Wo wir eine gute Beichte machen, dort können wir wieder neu beginnen. Gott trägt nichts nach, was wir bereuen und bekennen. Wo wir uns versöhnen, dort kommt wieder neu der Friede, ein neuer Anfang. So können wir jeden Tag in der Ehe wieder neu beginnen, im Ordensleben, im Priesterstand, in der Jugend, in der Kindheit. Wo ich gerade stehe und bin, kann ich neu werden und einen neuen Anfang machen. Auch wo ich beleidigt war und bedrückt war, da kann ich wieder einen Versuch machen. Auch wenn es nicht leicht ist. Gott schenkt uns durch die Taufe diesen neuen Anfang, dieses neue Leben im Heiligen Geist. Und je mehr wir – und die beiden Bischöfe haben das getan – je mehr wir im Geist Gottes leben, desto mehr werden wir in die Anfechtung kommen. Aha, schon wieder ein neuer Anfang – ich bin doch eh so ein braver Pfarrer und so fromm und so gut, es kommt mir keiner an Güte gleich und dann passiert mir das, wo die Leute mich verschätzen und nicht gut beurteilen. Demut – neuer Anfang. Das ist wichtig: Was uns Gott zumutet, annehmen. Und Gott mutet uns immer zu, neu zu werden, auch noch mit 110 Jahren neu geboren zu werden für das Leben mit Gott. Und wenn wir Christen so neu leben, dann ist die Kirche nicht alt. Dann ist sie neu, dann lebt sie, dann bewegt sie die Herzen der Menschen. Und dann geschieht etwas Neues und wir haben wieder einen neuen Anfang. So wie Johannes diesen neuen Anfang vorbereitet hat. Er ist nicht Elija, nicht der Prophet des Alten Bundes, er ist der Prophet, der für Jesus den Weg bereitet. Und auch heute ist es notwendig, für Jesus den Weg zu bereiten. Zuerst in uns selber. Aber ich mag mich ja nicht, und ich bin ja so, und das habe ich, und dieses Defizit habe ich und mit dem kann ich nicht leben… das ist ein jämmerlicher Anfang, wenn man so lebt! Der ist nicht gut, nicht cool, würden die Jungen sagen.

Neu mit Christus zu leben, das heißt dieses neue Leben! Unter der Führung des Heiligen Geistes, Mut haben, sich zu blamieren, Mut zu haben, zu dienen, Mut zu haben, Neues zu beginnen, Mut zu haben, zu lieben. Dieses kleine Kind von Nazareth, ist die Liebe, sagt Johannes im Evangelium. Dieses kleine Kind von Nazareth ist die Wahrheit. Und dieses kleine Kind von Nazareth ist die Demut, der große König der Herrlichkeit kommt bescheiden – und nicht mit Fertigwindeln und allem Drumherum, bestens medizinisch versorgt im Spital zur Welt, nein, er kommt ganz einfach, draußen wie die Ärmsten, damit keiner sagen kann, ich habe es noch schwieriger gehabt. Und er war auch von vielen nicht erwartet und manche, wie Herodes, wollten ihn töten, wollten den Anfang liquidieren. Aber Gott findet immer einen Weg, sein Heil neu in uns zu ergießen, seine Gnade, seine Liebe neu in uns zu öffnen. Ein Jugendlicher hat gesagt: Der erste Wunsch, den ich habe, ist, in den Himmel zu kommen. Er war 15 Jahre alt und hat gedacht: Der erste Wunsch von mir ist, in den Himmel zu kommen. – Ja, wo ist denn der Himmel? – Dort, wo Jesus ist. – Und wo ist Jesus? – Dort in dir, in der Krippe, wenn du ihn aufnimmst. Und wenn du mit Jesus lebst, dann bist du schon im Himmel. Dann gibt es mehr keinen Tod, der mir das Leben nehmen kann. Denn Gott lebt ewig. Und das ist unsere Freude, das ist der Anfang.

Jesus Christus ist zu uns gekommen, vom Vater gesandt, um uns diesen Neuanfang zu ermöglichen. Gehen wir diesen Weg, Johannes hat ihn bereitet. Seien wir wie Johannes. Bereiten wir den Weg der Menschen zu Jesus – für unsere Kinder, in der Liebe, in der Annahme; für unseren Ehepartner, auch wenn er mir schon seit 50 Jahren mit dem Gleichen auf den Geist geht: Ich liebe ihn trotzdem, ich habe keinen anderen. Nein, ich liebe ihn, weil Gott ihn liebt. Und das gilt auch für die Ordensgemeinschaften. Ich liebe meine Mitschwestern, auch wenn sie mir auf den Wecker gehen, weil Gott sie liebt. Vielleicht gehe ich auch jemanden auf den Wecker, und dann bin ich froh, wenn mich auch jemand liebt. Das ist doch entlastend. Christ zu sein, ist entlastend. Ich trage nicht die Schuld der Welt – meine eigene Schuld auch nicht – dafür bin ich zu schwach, sondern Christus trägt sie für mich. Also, ich möchte in den Himmel kommen, das geht am Schnellsten, wenn man mit Jesus ist. Schon jetzt kannst du mit Jesus neu anfangen, da brauchst du nicht mehr zu warten, bis das Ende des Jahres kommt. Das ist Neuanfang. Amen.

Predigt zur Heiligen Messe zum Jahreswechsel

Von Kaplan Mag. Walter Obenaus (Pfarrverband Fernitz/Kalsdorf)

Liebe weihnachtliche Gemeinschaft zum Jahreswechsel, ehrwürdige Schwestern von Vorau, liebe Brüder und Schwester in Jesus Christus!

Die Woche nach dem Geburtsfest unseres Herrn Jesus Christus, die Weihnachtsoktav, die wir jeden Tag gefeiert haben wie den Christtag, birgt eine Fülle von Festen: die Feste Stephanitag, Johannestag, Tag der unschuldigen Kinder und heute der letzte Tag im Kalenderjahr – Silvester. Silvester war ein geborener Römer und Papst von 314-335. In seiner Regierungszeit vollzog sich die grundlegende Veränderung im Verhältnis des Christentums zum römischen Staat. Die große Figur in diesem Geschehen war allerdings nicht Silvester, sondern Kaiser Konstantin, den Papst Silvester getauft haben soll. In dieser Zeit dieses Papstes fällt das Konzil von Nizäa, auf dem die Irrlehre des Arius verurteilt und die Gottheit Christi im Sinne der Wesensgleichheit mit dem Vater definiert wurde. Die großen römischen Basiliken: St. Johannes im Lateran, St. Peter im Vatikan und St. Paul vor den Mauern wurden damals gebaut und vom Papst eingeweiht. Wenn Silvester der meistgefeiertste Papst ist, verdankt er seine Volkstümlichkeit weniger der Geschichte als der Legende, sondern dem Umstand, dass sein Gedenktag mit dem letzten Tag des bürgerlichen Jahres zusammenfällt. In dieser heiligen Messe zum Jahreswechsel wollen wir heute die Gelegenheit nützen, Gott zu danken für alles Gelungene, für alles Gute und Schöne, das er uns geschenkt und durch uns gewirkt hat. Alles Misslungene, unsere Fehler und Schwächen, unsere Sünden wollen wir der Barmherzigkeit Gottes anempfehlen. Für alles Unvollkommene und für unser Versagen sprechen wir Gott und unseren Nächsten die Bitte um Vergebung aus.

In dem Wissen, dass Gott auf krummen Zeilen gerade schreiben kann, setzen wir unser ganzes Vertrauen für das neue Jahr 2015 auf Gott in Jesus Christus.

Er vermag unsere Herzen zu wandeln, und er hat das wahre Licht in unsere Welt gebracht. Durch Ihn können und sollen wir Salz und Licht der Erde sein. Das neue Jahr lädt uns dazu ein, neu anzufangen – auf Gott unser Leben zu bauen. Die Kirche ruft uns in Erinnerung, dass wir nur Pilger sind. Sie selbst ist in der Welt zugegen und doch unterwegs. Auf ihren Herrn zugehend schreitet sie zwischen den Verfolgungen der Welt und den Tröstungen Gottes auf ihrem Pilgerweg dahin. Auch unser Weg auf Erden verläuft zwischen Prüfungen und göttlichen Tröstungen. Unser Leben in dieser Welt findet seine Vollendung jenseits der Zeit, in der Ewigkeit, wo das Ziel unserer Pilgerfahrt liegt. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern der Himmel, die ewige glückliche Gemeinschaft mit Gott und unsere Nächsten ist das Ziel. Die Zeit, über die jeder von uns verfügt, ist die Wegstrecke die uns von dem Augenblick trennt, da wir mit vollen oder mit leeren Händen vor Gott treten. Nur in dieser Welt haben wir Gelegenheit, uns Verdienste zu erwerben für die Ewigkeit. Das Öl in den Lampen bei den klugen Jungfrauen, symbolisiert die guten Werke, die sie getan haben. Die klugen Jungfrauen können deswegen kein Öl weitergeben, weil auch die guten Werke nicht übertragbar sind auf andere. Nur hier ist die Gelegenheit, den Schatz zu erwerben, der nicht vergeht. Für jeden von uns ist sie jetzt da, die Zeit der Gnade. Und sie ist unwiederbringlich. Die Zeit also, als Geschöpf Gottes, die uns geschenkt ist, dient den Menschen, damit er sie für gute Werke nützt. Paulus sagt es uns im Epheserbrief: „Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug. Nutzt die Zeit.“ Und im Johannesevangelium heißt es: „Denn es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.“ Grundsätzliches können wir aus unserer Lebenserfahrung sagen, dass wir genug Zeit haben, um das zu erfüllen, was Gott von uns will. Der Jahreswechsel soll uns also wieder an die wichtigen und wesentlichen Dinge im christlichen Leben erinnern.

Der Name Januar, Ianuarius kommt vom lateinischen Janus aus der römischen Mythologie und bedeutet: Gott der Türen und Tore und des Anfangs. Er wird mit zwei in entgegengesetzter Richtung blickenden Gesichtern als Symbol für Zwiespältiges und Widersprüchliches dargestellt. Anders gedeutet kann man die beiden Gesichter auch so verstehen, dass das eine Gesicht auf das vergangene Jahr zurückblickt, das andere in das kommende Jahr hineinschaut.

Ich darf heuer auch auf eine schöne und gnadenreiche Wallfahrt zurückblicken: im Rahmen meines Amerikaaufenthaltes habe ich den größten Marienwallfahrtsort der Welt besucht – Guadalupe (20 Mio Pilger jedes Jahr!) Es war sehr gnadenvoll! 1531 waren die Erscheinungen dort und Gott hat ein Bild von der Mutter Gottes geschenkt, das wunderumwoben ist. Man hat im 19. Jhd. das Bild untersucht und dabei Augenreflexe gemessen – in den Pupillen hat man im Vergrößerungsglas drei Personen entdeckt, unter anderen auch den Seher Juan Diego. Am Bild auf Bauchgegend der Mutter Gottes hat man auch Herztöne eines Kindes entdeckt und somit erkannt, dass Unsere Liebe Frau von Guadalupe schwanger ist, wie es auch durch das Mascherl an ihren Händen anzeigt wird. Mich verbindet Unsere Liebe Frau von Guadalupe deswegen, weil ich an ihrem Gedenktag am 12. Dezember 2011 zum Diakon geweiht wurde. Weil ich längere Zeit schon mit dem Lebenszentrum verbunden war und immer wieder für die Ungeborenen und den Lebensschutz gebetet habe, war dieses Datum der Diakonweihe eine schöne Fügung von Gott. Denn Unsere Liebe Frau von Guadalupe wird auch als die Patronin der Ungeborenen verehrt. Ich war vier Tage in Guadalupe und hatte das Glück, dass mich Mexikaner in dieser Zeit begleiteten. An einem Samstag zelebrierte ich in einer Seitenkapelle in der großen Basilika von Guadalupe zu Ehren Unserer Lieben Frau von Guadalupe und für die Ungeborenen die heilige Messe. Ein paar Minuten nach der heiligen Messe, wir wollten schon die Kirche verlassen, lief mir eine Frau nach und bat um den Segen. Sie hat mich als Priester erkannt, weil ich den Talar trug. Nach dem Segen erklärte sie, dass sie längere Zeit in der Basilika arbeitete.

Und als sie durch die Freunde, die Mexikaner, die mir auf Englisch übersetzten, erfuhr, dass ich aus Österreich komme, hat sie mir dann eine Berührungsreliquie geschenkt – ein kleines Bild, das am Originalbild berührt wurde. „Jetzt kommt unsere Liebe Frau von Guadalupe auch nach Österreich!“ hat sie gesagt. Ich habe mich darüber sehr gefreut! Ich konnte unter dem Bild gleich anschließend der Rolltreppen, die die Leute unter dem Bild vorbeischleusen, gut beten. So war diese Wallfahrt zu Unseren lieben Frau von Guadalupe eine große Gnade – Dank sei Gott und Maria!

So beenden wir mit dem heutigen Tag nicht nur das Jahr 2014, sondern mit dem morgigen Tag die Weihnachtsoktav. In dieser Weihnachtsoktav waren wir eingeladen besonders die Menschwerdung Gottes in uns zu verinnerlichen. Jesus will in uns immer mehr Gestalt annehmen. Das zuzulassen ist wohl eine Lebensaufgabe des Christen. Jesus aufnehmen können wir im Wort Gottes, im Sakrament und in der Hingabe an Gott und den Nächsten. Johannes der Evangelist spricht in seinem Prolog von der ewigen Zeugung des Sohnes. Das Wort Gottes ist kein Geschöpf, wie es Arius behauptete sondern wesensgleich Gott mit Gott Vater und dem Heiligen Geist. So hat die Gegenwart Jesu Christi im Wort und Sakrament transformative Kraft – umwandelnde Kraft. Bereiten wir uns immer wieder vor, dass wir guter Boden werden, sodass Gott uns in sich und seine Gestalt umwandeln kann. Das wünsche ich Euch und uns für das kommende Jahr 2015: Die innere Erneuerung unserer Herzen, damit die Freude des Heiligen Geistes immer mehr wirksam werde. Ein gesegnetes und von der Liebe Gottes erfülltes neues Jahr. Amen.