Herr Jesus Christus!
Lass uns dein heiliges, bitteres Leiden dankbar betrachten. Erfülle unser Herz mit treuer Liebe zu dir und mit aufrichtiger Reue über unsere Sünden. In Versuchungen und Leiden wollen wir deiner Todesangst am Ölberg gedenken, im Gebet wollen wir Kraft und Trost suchen und uns ganz in den Willen deines Vaters ergeben. Um diese Gnade bitten wir dich, durch die Verdienste deiner ersten Leidenstunde.
Herr Jesus Christus!
In jeder Versuchung mahne uns an dein bitteres Leiden und an unsere einstige Todesangst. So lass uns standhaft widerstehen. Wir nehmen uns ernst und fest vor: wir wollen nicht nachlässig und schläfrig werden im Beten und im geistlichen leben. Dein Beten und Leiden am Ölberg soll uns in jeder Versuchung stärken. So wird uns nichts von deiner Liebe trennen. Darum bitten wir dich, Herr Jesus Christus, durch die Verdienste deiner zweiten Leidensstunde. Amen.
Herr Jesus Christus!
Mit deiner Todesangst und dem blutigen Schweiß hast du unsere Erlösung angefangen. Deine Erniedrigung hat uns erhöht, dein Gehorsam hat uns frei gemacht und deine Todesangst hat uns mit Trost und Kraft erfüllt. Für all dies danken wir dir von ganzem Herzen und wollen jetzt und immer deine Liebe und Erbarmung preisen. Lass es aber nicht geschehen, dass du umsonst für uns gelitten hast, sondern mache uns der Früchte deiner Leiden teilhaftig.
Herr Jesus Christus!
Zieh uns an dich, stärke uns, wenn wir schwach werden wollen, wecke uns, wenn wir einschlummern möchten. Gib uns ein bußfertiges Herz! Dein Leiden auf dem Ölberg stehe uns auf allen Wegen unseres Lebens vor Augen. Es stärke uns im Kampf gegen die Sünde, es tröste uns in Schmerz und Trübsal. Wenn einmal unsere letzte Stunde kommt und die Todesangst auf uns niederfällt, dann, guter Jesus, lindere durch deine Todesangst die unsere und führe uns in die ewigen Freuden ein, die du uns durch dein bitteres Leiden erkauft hast. Um all dieses bitten wir dich durch die Verdienste deiner ersten, zweiten und dritten Leidensstunde. Amen.
Gebete aus einer Ölbergandacht aus dem Gebetbuch „Gottesdienst“ des Erzbistums München-Freising von 1950