Statue der Gottesmutter
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Predigt vom Abend der Barmherzigkeit Kaplan Guido Martirani

Im Wort Gottes finden wir Halt für unser Leben, es formt uns. In seinem Wort wartet Gott selbst auf jeden von uns und wir bekommen Antwort wenn wir darum beten. In der Heiligen Schrift erleben wir die Liebe Gottes. Sein Wort ist Nahrung für unsere Seele. Wir erfahren wer Gott ist. Gott ermahnt uns, in der Liebe zu bleiben.

Dort, wo Mauern sind zwischen Pfarrkind und Pfarrer, innerhalb der Familie, zwischen Nachbarn, da sind wir nicht in der Liebe. Diese Mauern müssen wir fallen lassen. Lassen wir uns frei machen, befreien von Gott selbst, lassen wir uns heilen im Namen Jesu. Jesus hat diese Mauern am Kreuz besiegt. Er hat allen Hass auf sich genommen. Er hat am Kreuz gesagt: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Dieser Schrei erschallt auch heute bei jeder Heiligen Messe, bei jeder Beichte. Jesus hat Frieden gestiftet zwischen Himmel und Erde. Lassen wir uns nicht verunsichern durch den Aufruf zum Ungehorsam. Jesus ist stärker. Wir haben den Auftrag für alle zu beten, dass sie zur Liebe gelangen. Auch wir sollen sagen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Die Gottesmutter erfleht unser Gebet. Auch sie verurteilt keinen. Aber sie erinnert daran, dass Satan mächtig ist, dass er die Ursache für jede Spaltung in der Kirche ist. Sie fordert uns auf, unsere Bischöfe zu lieben, für sie zu beten. Beten wir, dass wieder Frieden und Liebe in der Kirche herrsche. Jesus will, dass alle die Liebe Gottes erkennen.

Wir sollen das Salz der Erde sein. In den Sakramenten haben wir einen großen Reichtum. Gott gibt sich uns selbst zur Speise. Unser Schöpfer will in uns wohnen, damit wieder Friede und Liebe sei. Wo Streit und Spaltung ist, will er selbst unser Frieden und unsere Liebe sein. Sagen wir ja zu Jesus und Maria. Amen.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit P. Florian Parth CM

Wir sind erst wirklich da, wenn wir in den Lobpreis einstimmen, sonst sind wir nur vorsichtige Christen. Wir sollen nicht vorsichtig sein, sondern alles von ihm erwarten.

Gott teilt sich selber ganz mit. Wir brauchen eine persönliche Beziehung zu Gott, um ihn wirklich zu kennen. Bei der Menschwerdung wird Gott einer von uns, er wird uns gleich. Und er stellt uns damit ins Paradies.

Schauen wir unser Leben an: Es sind Lasten da, oft große Belastungen (vgl. Buch Genesis). Es ist nur die Sünde, die uns wirklich belastet, sonst nichts. Was auf uns liegt sind Belastungen, die durch die Schuld entstehen. Dazu sagt uns Jesus: „Nehmt mein Joch auf euch …“. Jesus ist mächtig, er ist stark genug, um unsere Lasten zu tragen und zu ertragen. Das ist die Erlösung! Gott schenkt sich selber, seine ganze Liebe.

„Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir!“ – es ist ein Bild, das uns zeigt, wie Christus uns zur Seite steht. Aber wir sagen: „Mein Joch genügt mir! Jesus, ich will nicht deines auch noch tragen.“ Viele sagen es genügt, dabei wird es aber immer schwerer.

Wenn der Sonntag nicht mehr gehalten wird, weil wir uns sagen: „Ich brauche meine Ruhe, weil ich am Samstag lange gefeiert habe, muss ich am Sonntag lange ausschlafen.“ Das ist eine selbst gemachte, erdachte Ruhe, um am Montag vom Wochenende neu belastet in die Woche zu gehen. Wir wollen uns der Lasten entledigen und sie uns fern halten. Wir denken oft, dass wir gescheiter als Gott sind und legen uns damit nur neue Lasten auf.

Was ist ein „Joch“? Früher hat man das Joch auf ein Tragtier gelegt, damit es die Last leichter tragen konnte und das Tier geschont wurde. Es geht hier um eine Wirklichkeit, wo der Einzelne geschont wird. Es gab auch ein Tragholz (Joch) wo zwei Tiere zusammengespannt wurden, da wurde die Last aufgeteilt. Das einzelne Tier hat nur mehr die Hälfte der Last zu tragen.

Wenn ich also mit Christus zusammengespannt bin, wird es leichter. Bei zwei Tieren kann der Pflug auch tiefer gesetzt werden. Mit Christus gemeinsam kann ich mein Leben umgraben, es durchpflügen und alles anschauen. Ich muss es nicht mehr verdrängen. Alle Belastungen mit Christus getragen, werden leichter. Mit ihm kann ich mein Leben ansehen und aufarbeiten.

Zu zweit muss man Schritt halten – man kann nicht wie sonst einfach drauf losgehen. Man muss Rücksicht nehmen auf den anderen. Wenn wir alleine losziehen, werden wir schnell müde. Christus passt seinen Schritt an unseren an und er führt uns. Er nimmt unsere Last auf sich. Wenn ich mit Christus gehe, wird es in meinem Leben keinen Stillstand geben, er wird mich führen und leiten.

Der Film „Die Passion“ stellt das in der Szene bei 5. Station am besten dar: Als Simon von Cyrene gezwungen wurde, das Kreuz Jesu mit zu tragen. Simon sträubte sich zuerst und trug zuletzt doch freudig das Kreuz. Simon sagte: „Warum soll ich diesem Sträfling das Kreuz tragen?“ Aber er wird gezwungen das Kreuz zu tragen. Und dann tragen sie beide das Kreuz. Es gibt die Vielen in der Menge, die Jesus verspotten und schlagen. Jesus nimmt das hin und Simon sieht das.

Wie Simon werde auch ich erst entdecken, was Jesus für uns getan hat, wenn ich mich auf ihn einlasse. In seiner Nähe erkenne ich, dass er alle Lasten trägt. Er ist der eigentliche Träger meiner Lasten. Er will mich in das Paradies führen. Wenn ich entdecke, dass Jesus wirklich meine Last trägt, werde ich bei ihm bleiben.

Wir alle wollen „Ruhe finden“, aber es geht dabei nicht meine Ruhe, sondern um die Ruhe, die mir von Jesus geschenkt ist.

Wie geht das? Am Sonntag stehe ich auf und gehe zu ihm. Das ist eine innere Pflicht, dass ich mein Leben zu ihm hintrage. Jesus sagt: „Mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.“ Das sehen wir zum Beispiel an Mutter Theresa, die viel getragen hat und doch immer gelächelt hat.

In meinem Leben muss es um die Frage gehen: „Wie lasse ich mich mit Christus zusammenspannen, um mein Leben tiefer umzugraben?“

Ich kann mein Leben in der Beichte und im Gebet umgraben. Deshalb brauche ich eine gewisse Zeit des Gebetes, um Jesus alles anzuvertrauen. Jeder Christ soll sich bewusst Zeit nehmen zum Gebet. Das ist dann eine heilige Zeit, die ich mit Jesus alleine verbringe.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit

Diakon Mag. Walter Obenaus

Liebe Schwestern und Brüder in Jesus Christus!

Wenn wir uns heute wieder zum Abend der Barmherzigkeit versammelt haben, dann heißt das, dass wir Gott wieder ein Stück näher kommen. Gott will nichts mehr, als dass wir Seine Barmherzigkeit annehmen. Von Seiten Gottes ist alles getan. Es liegt an uns, ob wir Seine Erlösung annehmen oder nicht. Seine Erlösung annehmen heißt auch Seine Barmherzigkeit annehmen. Wir Menschen sind Ihm gegenüber immer gewisser Weise in Schuld. Darum kann man sagen, dass, wenn Gott nicht barmherzig wäre, wir sowieso verloren wären. Es war notwendig, dass Gott selbst auf die Erde kam um den Zugang des Menschen zu Gott wieder herzustellen.

Wenn wir das Bild des barmherzigen Jesus betrachten, dann wird sehr klar Seine Liebe zu den Menschen sichtbar. Jesus spricht am Kreuz: „Mich dürstet.“ Dies ist nicht so sehr ein Durst nach Wasser, sondern es ist der Durst nach den Seelen, der Durst nach uns Menschen. Er dürstet nach uns – Er will unser Heil – Er will unsere ewige Glückseligkeit. Das kann nur Gott für den Menschen bewirken. Niemand kann uns ewige Glückseligkeit garantieren außer Gott allein. Wenn Gott etwas verlangen würde zur Vergebung der Sünden, wir könnten es nicht bezahlen. Der Preis unserer Erlösung ist das kostbare Blut Jesu Christi. Beim Bild des barmherzigen Jesus sieht man zwei Strahlen aus Seinem Herzen ausgehen – einen roten und weißen Strahl: der rote symbolisiert das Blut Christi, das die Seele vor Gottes Zorn rechtfertigt. Das Blut Christi ist wie ein Schutzwall, bildlich gesprochen. So wie die Erstgeburt der Israeliten im alten Bund vom Todesengel beschützt war, als sie die Türpfosten mit dem Blut eines Lammes bestrichen haben, so ist das Blut Christi auch ein großer Schutz für die Seele. Der weiße Strahl bedeutet das Wasser der Taufe. Es wäscht von Sünden rein.

In den Botschaften, die Schwester Faustina von Jesus empfangen hat heißt es: „Künde der Welt Meine große, unergründliche Barmherzigkeit. Bereite die Welt vor auf Meine zweite Ankunft. Bevor Ich als Richter komme, öffne Ich noch ganz weit die Tore Meiner Barmherzigkeit.“ Heute in Vorau sind die Schleusen von Gottes Barmherzigkeit weit offen. Der eigentliche Ort der göttlichen Barmherzigkeit ist der Beichtstuhl. Bei der Beichte verhüllt sich Jesus im Priester, aber in der Seele des Beichtenden wirkt Jesus selbst. Es gibt keine Sünde die Gott nicht verzeihen könnte, außer wenn wir an Seiner Barmherzigkeit zweifeln. Schwester Faustina schreibt: „Keine Sünde, und wäre sie ein Abgrund von Bosheit, wird Meine Barmherzigkeit ausschöpfen können; denn je mehr man schöpft, umso reichlicher fließt sie.“ Das Wichtigste, das wir als Christen brauchen, ist ein unerschütterliches Vertrauen in Seine Barmherzigkeit. Dazu soll dieser Abend der Barmherzigkeit dienen! Auch die Heilige Messe führt die Seele zur Barmherzigkeit Gottes – in der Hl. Messe feiern wir ja das Erlösungswerk Christi.

Liebe Schwestern und Brüder! Wir sind aufgerufen, die Erlösung Jesu Christi in Anspruch zu nehmen – Vertrauen wir heute neu auf Gott und nehmen wir Seine Erlösung für uns an.

Das heutige Evangelium nach Johannes ist den Abschiedsreden entnommen. Es ist die Rede von der Trauer Seiner Jünger. Obwohl Jesus den Jüngern vorhergesagt hat, dass Er sterben und dann auferstehen wird, sind sie wegen Seines grausamen Todes geschockt. Sie konnten nicht die Brücke zur Auferstehung herstellen, obwohl Jesus es ihnen vorhergesagt hatte. Jesus sagt ihnen aber voraus, dass sie sich freuen werden. Nämlich: Weil sie Ihn wieder sehen werden. Jesus spricht hier die Begegnungen nach der Auferstehung an. Er ist Seiner Mutter, den Aposteln und 500 anderen erschienen. Es heißt dann: „Ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.“ Jesus ist wahrhaft auferstanden, das ist das Unglaubliche damals wie heute. Auch heute können selbst viele Christen nicht an einem Leben nach dem Tod glauben. Dabei ist das die zentrale Botschaft des Christentums. Würde man in unserem Glauben die Auferstehung streichen, man würde etwas Wesentliches wegnehmen. Im letzten Satz des Evangelium, das wir heute gehört haben, steht dann: „An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.“

Das ist eine Verheißung – nämlich die Sendung des Heiligen Geistes. Wir stehen unmittelbar vor dem Pfingstfest. Wir haben den Heiligen Geist empfangen durch die Taufe und die Firmung. Er ist unser treuer Beistand – Ihn können wir um Rat fragen. Das Ziel des Christen ist, ein mündiger Christ zu werden. Wenn wir einmal vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen, können wir uns nicht mehr auf andere berufen und sagen z.B. der hat gesagt ich soll so leben, obwohl es vor Gottes Angesicht falsch war. Wir müssen also einmal selbst Rechenschaft ablegen. Darum hat Gott uns Seinen Beistand gegeben, wie schon gesagt bei der Taufe und bei der Firmung, dass wir mit Ihm unser Leben meistern. Ich will damit nicht sagen, dass wir keinen geistlichen Begleiter oder gute Ratschläge von anderen mehr brauchen. Sondern ich möchte Euch ermutigen mehr zum Heiligen Geist zu beten und die Heilige Schrift im Heiligen Geist zu lesen. Dann können wir erkennen, was Gottes Wille für uns selbst ist und wir dienen dann Gott zum Aufbau Seins Reiches.

Ich wünsche Ihnen reichlich Gnaden der Barmherzigkeit von Gott und die Fülle des Heiligen Geistes zum Hohen Pfingstfest. Amen.