Statue der Gottesmutter
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Von Simeon wird berichtet, dass er gerecht und fromm war. Er verbrachte seine alten Tage im Tempel und wartete auf den Messias. Er ist ein Mensch der Erwartung, der Hoffnung, der Sehnsucht. Der Heilige Geist hat ihn wissen lassen, dass er das Grab nicht schauen wird, ehe er den Messias gesehen hat. Und Simeon glaubte und wartete. Und seine Sehnsucht fand Erfüllung.

Zwischen den Zeilen des Lukasevangeliums lesen wir heraus, dass Maria und Josef nichtsahnend in den Tempel kamen, um das vom Gesetz vorgeschriebene Reinigungsopfer darzubringen und Jesus Gott darzusellen, wie es im Gesetz heißt: „Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden.“ Dieser Ritus bezieht sich auf das erste Pessach, als der Herr in Ägypten jede männliche Erstgeburt erschlug. Nur jene Familien wurden verschont, die ihre Türpfosten mit dem Blut eines Lammes bestrichen und das Lamm in großer Eile miteinander verzehrt hatten.

In Jesus wurde dem Herrn, Gott Vater, nicht nur Marias Erstgeborener dargestellt, sondern das Lamm Gottes, das Jesus ist und das alle vor dem ewigen Tod retten wird, die seinen Leib essen und sein Blut trinken. (vlg. Joh 6,54) Dieses Lamm Gottes kommt 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel, um als Messias offenbart zu werden. Maria und Josef waren erstaunt über die Offenbarungen des Simeons und der Hanna, denn sie selbst hatten das Geheimnis ihres Sohnes im Herzen bewahrt.

So kann gesagt werden, dass Gott selbst an diesem Tag seinen Sohn geoffenbart, und ihn mit Hilfe der beiden Propheten dem Volk Israel bekanntgemacht hatte. Simeon war überglücklich, dass ihm nach so langem Warten endlich die Begegnung mit dem Retter geschenkt wurde. Seinen Lobgesang singen und beten wir heute noch täglich in der Komplet: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen,  das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ (Lk 2,29ff)

In diesem Lobpreis ergriff der Heilige Geist den alten Mann und gab ihm Erkenntnis über dieses kleine Kind vor ihm. Geisterfüllt sagte er zu Maria: „Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.“

Das Erstaunen und Erschrecken der Gottesmutter bei diesen Worten ist gut vorstellbar. Auch wenn diese Botschaft für Maria wahrscheinlich keine Neuigkeit war, so waren dies Worte gewiss eine Erinnerung daran, was die Heilige Jungfrau ohnehin schon über das Schicksal des Messias aus der Heiligen Schrift wusste. Vielleicht sollte Simeon für die Gottesmutter ein Ermahner sein, der ihr die Sendung ihres Sohnes erneut oder noch deutlicher ins Bewusstsein rückte. Eines war Maria damit aber sicher klar: Mutter des Erlösers zu sein war mit tiefem Schmerz verbunden. Die Ehre, den Sohn Gottes zu offenbaren lag nicht bei Maria und Josef, die für ihn sorgten, sondern bei diesem hochbetagten Alten, der Tag und Nacht auf das Kommen des Messias wartete.

Hanna, die als langjährige Witwe wahrscheinlich auch das Witwenamt bekleidete, weilte ständig im Tempel. Sie versah ihren Dienst an Gott als Fastende und Betende, um im Tempel für ihr Volk einzutreten. Als sie Jesus sah, begann sie Gott zu preisen für den Messias. Der Heilige Geist ergriff auch diese alte Frau, die von missionarischem Eifer beseelt den Umstehenden die Ankunft des Retters verkündete.

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Es muss ein unvorstellbares Glück sein, den Messias zu sehen, auf den Generationen um Generationen gewartet haben. Hanna und Simeon werfen auch in uns die Frage auf, ob wir messianische Menschen sind. Warten wir auf des zweite Kommen des Messias? Oder sagen wir nur: „Es wird schon irgendetwas geben?“ Jesus wird kommen – in mein Leben – heute! Jetzt! Habe ich den Mut, mich auf ihn einzulassen? Denn er steht schon vor meiner Herzenstür.

Erwarten wir sein Kommen am Ende unseres Lebens? Wenn wir die Augen für immer schließen, wird Jesus da sein. Und er wird da sein am Ende der Zeiten, wenn er kommt in Herrlichkeit, um „zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.“ (Großes Glaubensbekenntnis)

Gottergeben

Mutter Barbara hegte ein geradezu kindliches Vertrauen in die Vorsehung Gottes. Wie ein Kind überließ sie sich seinem heiligen Willen und war auf diese Weise formbar wie Wachs in seinen Händen.
Was auch immer sie tat, war ein sich Fügen in seine Pläne.
Nie suchte sie ihre eigenen Interessen oder Anerkennung.
In allem wollte sie nur eine demütige Dienerin für sein Werk sein.
So konnte sie gelassen Gottes Wirken und Eingreifen abwarten.
Gerne sagte sie deshalb:

“Wenn es der Wille Gottes ist, wird es geschehen;
ich will nur das, was Gott will.”

-- Mutter Barbara Sicharter

„Ich will nur das, was Gott will!“ Diese Lebenshaltung hat Barbara in ihrem gläubigen Elternhaus gelernt.

Ihr Biograf, Pius Fank, schrieb ihr schon in ihren Kindertagen eine gesunde Frömmigkeit zu, die im familiären und kirchlichen Umfeld genährt und gefördert wurde. Ausgerichtet auf das Wort Gottes und die Lehre der Kirche verstand die junge Bauerstochter, dass auch die Arbeit im Willen Gottes stand. Fleißig und liebevoll verrichtete sie ihre Arbeiten von Jugend an bis ins hohe Alter und verstand ihr Tun als Gottesdienst.

Barbara wusste alle Begebenheiten in den Kontext Gottes einzuordnen. Mit etwa 25 Jahren lief sie an einem umgefallenen jungen Baum nicht achtlos vorbei. Sie blieb stehen und ergründete die Ursache, die den Baum zu Fall gebracht hatte. In der Feststellung, dass ein gesund aussehender Baum innerlich vermodert war, fand sie eine Anfrage Gottes an sich selbst: „Was wäre, wenn auch ich äußerlich jung und schön bin, innerlich aber hohl und morsch wäre?“ Als Folge dieser Erkenntnis vertiefte sie ihr Glaubensleben und stellte ihr ganzes Leben in den Dienst Gottes.

Die Sehnsucht, Gottes Willen zu erfüllen, gewann in Barbara zunehmend Raum. Auf die Frage, was Gott von ihr persönlich wollte, fand sie während einer langen schweren Krankheit, die am 08. Dezember 1861 begann, eine Antwort. Sie erkannte ihre Berufung zu einem Leben in der Hingabe an Gott mit anderen jungen Frauen, die sich vom weltlichen Leben zurückziehen wollten, um Gott durch Gebet, Arbeit und Opfer in besonderer Weise zu dienen.

Bezeichnend für Mutter Barbara ist auch ihr starker Wille, mit dem sie das, was sie als Gottes Willen erkannt hatte, in die Tat umzusetzen versuchte. Ihre Bitte um ein geistliches Leben in Gemeinschaft mit andere jungen Frauen führen zu dürfen, fand zunächst große Ablehnung bei ihrem Beichtvater. Wir sehen, Mutter Barbara war klug und demütig genug, um das als Gottes Willen Erkannte der Prüfung durch die Kirche zu unterziehen.

Auch hierin lässt sich erkennen, dass Mutter Barbara nicht Gefahr laufen wollte, ihrem Eigenwillen anzuhängen. Sie blieb zäh in ihrem Erkannten, ordnete sich aber dem Urteil der Priester immer wieder unter und gehorchte, um später ihr Anliegen – oder vielmehr das Anliegen Gottes – erneut vorzubringen.

Einen ähnlichen Prozess finden wir bei Mutter Teresa, die unermüdlich dem Drängen Gottes folgend um die Erlaubnis bat, einen eigenen Orden gründen zu dürfen. Auch sie ordnete sich den Weisungen ihres geistlichen Begleiters unter, bis Gottes Drängen wieder die Oberhand gewann und sie ihre Bitte von Neuem äußerte.

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Als Barbara Sicharter 1865 endlich die ersehnte Erlaubnis erhielt, brach sie, wie schon erwähnt, mit ihrer Freundin in eine ganz ungewisse Zukunft auf. Sie hatten nur ihr Gottvertrauen und die Dankbarkeit, jene Lebensweise beginnen zu dürfen, die ihnen von Gott ins Herz gelegt worden war.

Schon damals lässt sich ihr Vertrauen in Gott und ihr Lebensgrundsatz erkennen: “Wenn es der Wille Gottes ist, wird es geschehen;
ich will nur das, was Gott will.” In diesem Wort sehen wir auch, das Mutter Barbara ihr als Willen Gottes Erkanntes nicht absolut setzte. Sie zeigte dem Erkannten gegenüber auch große Gelassenheit, die einem vollkommenen Vertrauen entsprang: „Wenn es der Wille Gottes ist, wird es geschehen!“ Es war nur indirekt ihre Angelegenheit und die Umsetzung dieses Vorhabens lag vorwiegend in Gottes Hand.

Barbara Sicharter hörte niemals auf, nach dem Willen Gottes zu fragen. In den kleinen und großen Dingen des Lebens suchte sie seinen Willen, seine Vorhaben, seine Absichten und seine Pläne zu erfahren.

Ob Mutter Barbara eine neue Ordensgemeinschaft gründen wollte oder ob sie sich dessen überhaupt bewusst war, dass sie gerade im Begriff war, einen neuen Orden zu gründen, können wir heute nicht mehr explizit feststellen. Sicher wissen wir, dass sie auf den Anruf Gottes hin ein Leben mit gleichgesinnten Frauen betend, arbeitend und opfernd in der Hingabe an Gott leben wollte.

Hier lässt sich auch ablesen, dass sie einen Schritt nach dem anderen setzte, auch wenn alles weitere noch im Nebel lag. Sie musste das letzte Ziel nicht vor Augen haben und ließ sich von Gott führen wie ein kleines Kind. Sie ermöglichte Gott, das mit ihr begonnene Werk nach und nach zu entfalten und zu gestalten. Was hier entstand, musst seine Handschrift tragen und nicht die ihre.

Barbara verstand sich darauf, sich in entsprechender Weise zurückzunehmen, um Gott nicht im Wege zu stehen. Auch in ihrem weiteren Leben ist zu beobachten, dass sie andauernd bemüht war, Gottes Willen zu erkennen und nach den gegebenen Möglichkeiten umzusetzen, ohne ihre Erkenntnis absolut zu setzen. Ihr Handeln und  ihre Entscheidungen waren immer getragen von Gottvertrauen und von der Gelassenheit, dass Gott dafür sorgen wird, dass sein Wille geschehen wird – und nicht immer wird er ihren persönlichen Einsatz dazu brauchen.

Von Barbara Sicharter können wir lernen, dass wir immer abwägen müssen, wo unser Tun dem Willen Gottes förderlich ist und wo es seinen Plänen entgegensteht. Sie zeigt uns, dass wir seinen Willen nur im Gebet, in der Stille und in der Aufmerksamkeit gegenüber der Ereignisse um uns herum erkennen können.

Als Barbara unseren Orden gründete, hat sie zuallererst gebetet. Ein ganzes Jahr lang hat sie mit ihren Freundinnen in einem heruntergekommenen Haus ohne Möblierung, ohne Betten, ohne Hab und Gut… gebetet, um zu erfahren, was Gott mit ihnen vor habe. Und sie war nicht nur im Gebet aufmerksam, sondern auch in den Geschehnissen der Zeit.

Und in diesem Zusammenhang verstand sie sofort, dass Gott sie zum Dienst an den Armen, den Kranken und betagten Menschen rief, und zwar genau indem Moment, als eine alte Frau an ihre Tür klopfte und um Aufnahme und Betreuung bat. Ebenso hörte sie Gottes Anruf, als jemand anfragte, ob sie und ihre Schwestern nicht auf die Höfe in der Umgebung gehen könnten, um die Kranken zu pflegen oder in der Wirtschaft auszuhelfen.

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„Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!“

Wie oft haben wir diese Worte schon gesprochen. Und wie oft haben wir sie nur dahergeplappert? Wann haben wir sie wirklich ehrlichen Herzens als Frage und Bitte an Gott gestellt? Wollen wir Gottes Willen wirklich tun? Ist uns sein Wille – sein konkreter Wille für unser Leben, für diesen Augenblick – tatsächlich ein Anliegen?

Mutter Barbara war durchdrungen von dem Wunsch, Gott so zu dienen, wie er es von ihr wollte. Sie zeigt uns, dass wir als Christen nicht halbherzig sein dürfen. Der Wunsch, Gott zu dienen, wie es ihm gefällt, wie er es gerade für gut und richtig hält, dieser Wunsch muss in unseren Herzen brennen und er muss den Eifer nach sich ziehen, alles zu tun, was wir als Gottes Willen erkannt haben. Aber nicht auf Biegen und Brechen, sondern mit der Gelassenheit und dem Wissen, dass wir Gott manchmal am besten dienen, wenn wir uns selbst zurücknehmen und ihn handeln lassen.

Wie Mutter Barbara sollen wir uns aber auch davor hüten, Erkanntes absolut zu setzen, denn als Mensch sind wir anfällig auf Irrtum. “Wenn es der Wille Gottes ist, wird es geschehen; ich will nur das, was Gott will.”

In diesem Sinne schauen wir auch einer möglichen Seligsprechung Barbara Sicharters entgegen. Beten wir gemeinsam darum.

Zeichen der Verehrung Hilfe in Bedrängnis

Es war im Jahre 1924. Ein Dienstmädchen wurde von seiner Umgebung so schwer bedrängt, dass es nicht aus und ein wusste. In seiner Ratlosigkeit ging es zum Grab der Schwester Barbara, betete und weinte dort. Plötzlich merkte es einen Lichtschein über sich. Aufblickend sah es zwei Frauen in weißen Kleidern niederschweben bis zur Höhe der nahen Linden. Das Mädchen erkannte die eine als Schwester Barbara, die andere war ihm unbekannt. Nach einigen Minuten verschwanden die Gestalten wieder. Dem Mädchen war leichter. Es fühlte den Drang, den Dienstplatz zu verlassen.

Nach einer Woche ging es wieder zum Grab Barbaras und vernahm – wie unhörbar – ihre Weisung: „Geh dorthin!“ Das Mädchen gehorchte, verließ bald seinen Posten und ging in das angewiesene Haus. Dort wurde ihr Kommen als Fügung Gottes betrachtet, weil gerade ein Mädchen sehr benötigt wurde; das Mädchen konnte in den folgenden Jahrzehnten dem Haus viele nützliche Dienste leisten. Es sagte selbst immer wieder; „Ich habe nicht einen Dienstplatz, sondern ein Heim gefunden.“

Setzen auch Sie ein Zeichen der Verehrung

Verehren Sie Mutter Barbara? Haben Sie in einem Anliegen auf die Fürsprache unserer Gründerin Barbara Sicharter vertraut und Hilfe erfahren?
Bitte teilen Sie Ihre Freude darüber mit uns, und schildern Sie uns Ihre Erfahrung in einem kurzen Bericht! Wir danken schon jetzt für Ihre Mühe und Ihr Zeugnis!

Bitte, schicken Sie ihre Zeugnisse am besten handschriftlich mit Datum, Unterschrift und Kontaktdaten an:

Sr. Clara Maria Neubauer CCIM
Stiftingtalstraße 169, A-8010 Graz
Tel: 0664-255 93 17      
sr.claramaria(at)marienschwestern-vorau.at

-- Sr. Clara Maria Neubauer CCIM

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Was dürfen wir Jesus schenken?

Liebe anbieten und auch den Weihrauch unserer Gebete und unserer Sehnsucht nach Gott. Als Myrrhe wird Jesus gerne unsere Leiden und unsere Schmerzen annehmen.

Aber oftmals erleben wir uns als arm und bloß vor Gott, als Menschen, die nichts zu geben haben. Das Erleben unserer Armut ist eigentlich ein großes Geschenk, das uns auf den Boden zurückbringt und demütig macht. Solange uns die leeren Hände traurig und missmutig stimmen, lebt der Stolz noch in uns. Erst wenn uns unser Kleinsein vor Gott froh macht, sind wir in der Demut angekommen. Kleine Kinder können vieles nicht, aber das macht sie nicht traurig sondern schürt das Vertrauen in den, der ihm helfen kann. Sie haben noch nicht viel zu geben, aber sie erwarten sich alles, was ihnen fehlt, von ihren Eltern und denen, die größer sind als sie.

„Wer klein sein kann, wie dieses Kind“, sagte Jesus einmal. Desto mehr wir erkennen, dass wir von Gott abhängig sind, desto glücklicher müssten wir sein. In einem Lied zur Gabenbereitung heißt es: „Mit leeren Händen kommen wir und haben nichts zu geben. Doch unsre Herzen schenken wir, sie sollen für dich leben.“

Die Drei Könige schlugen  einen anderen Weg ein, als sie wieder zurück in ihr Leben gingen. Und so können auch wir Jesus kein größeres Geschenk machen, als ihn um die Gnade der Umkehr zu bitten. In der zweiten Strophe des bereits ziterten Liedes wird um die Umkehr des Herzens gebeten: „Nun wandle auch die Herzen um, so wie es dir gefällt, damit wir stets das Rechte tun, da draußen in der Welt.“

Gottes Stern, leuchte uns

 

Gottes Stern, leuchte uns,
Himmelslicht der Schöpfung.
Aus Finsternis und dunkler Nacht
hat Gott der Welt das Licht gebracht.
Gottes Wort die Welt erschuf,
Menschen, höret seinen Ruf.
Wir haben seinen Stern gesehen
und kommen voll Freude.

 

Gottes Stern, zeige uns
stets den Weg zum Leben.
So machten sich die Weisen auf
und folgten deinem Himmelslauf.
Gottes Sohn, ein Menschenkind:
Eine neue Zeit beginnt.
Wir haben seinen Stern gesehen
und beten voll Freude.

 

Gottes Stern, leite uns,
Zeichen der Verheißung.
Durch Jesu Kreuz, der Liebe Macht,
ist Gottes Heil an uns vollbracht.
Gottes Geist ist uns geschenkt,
der uns durch die Zeiten lenkt.
Wir haben seinen Stern gesehen
und glauben voll Freude.

 

Gottes Stern, halte Wacht
über Land und Leute,
der du in Köln am Hohen Dom
strahlst golden über Stadt und Strom.
Gottes Haus, in dem wir steh’n,
himmlisches Jerusalem.
Wir haben seinen Stern gesehen
und singen voll Freude.

 

Gottes Stern, weiche nicht
aus dem All der Welten.
Der gold’ne Schrein, der gold’ne Stern,
sie führen uns zu Gott, dem Herrn.
Gottes Volk, sei selbst der Stern,
Zeichen Gottes nah und fern.
Wir haben seinen Stern gesehen
und bringen die Freude.

 

Gotteslob Nr. 259 / Text: Oliver Sperling/Christoph Biskupek

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Unsere Bitten werden in der Autorität Jesu vor den Vater gebracht

und unser Tun erhält in seiner Autorität jene Kraft, die Kranke heilt, Bedrängte befreit, Tote auferweckt und Berge versetzt.

Nur in seinem Namen können wir Kranke heilen – wenn es Gott gefällt und unser Glaube an Christus stark ist. Und in seinem Namen können wir den Vater verherrlichen. Damit dreht sich alles in unserem Leben um Christus, der nach seiner Auferstehung zu den Aposteln gesagt hat: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.“

Wenn, wie es in der Apostelgeschichte berichtet wird, Petrus Menschen geheilt hat, durch Berührung, durch Worte oder auch nur durch den Schatten, der auf einzelne Personen viel, dann war im Letzten nicht er derjenige, der heilte, sondern in der Vollmacht Jesu wurden die Heilungen geschenkt. Petrus kam an der Schönen Pforte beim Tempel in Jerusalem vorbei und ein Gelähmter streckte ihm seine Hand entgegen, in der Hoffnung, ein Almosen zu erhalten. „Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, steh auf und geh umher! Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.“ (Apg 3,6ff)

Das umtehende Volk war angesichts der Heilung „außer sich vor Staunen“ und lief in der Halle Salomos zusammen. Petrus nahm diese Reaktion zum Anlass, der versammelten Menge mal so richtig „die Leviten zu lesen“ und einiges richtigzustellen: „Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr ausgeliefert und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders erbeten. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Und aufgrund des Glaubens an seinen Namen hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht; der Glaube, der durch ihn kommt, hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt.“ (Apg 3,12ff)

Manche Gläubige scheinen den Namen Jesu wie eine magische Formel zu verwenden, so als würde dem Namen allein schon eine geheimnisvolle Kraft anhängen. Aber dem ist nicht so, denn viele Menschen tragen den Namen Jesus. Im Namen Jesu zu agieren heißt, etwas in seiner Vollmacht auszuführen, die wir im Glauben an ihn und erst recht in der Taufe erhalten haben.

Wie schon erwähnt, erhalten auch heute noch Menschen den Namen Jesus als Taufnamen. Gott gab seinem Sohn keinen neuen Namen, sondern einen, den damals viele in Israel getragen haben. Aber nur bei Jesus wurde die Bedeutung des Namens „Gott rettet“ zur Person. Jesus anzurufen bedeutet den Retter anzurufen. Und dieser Retter handelt dann durch uns. Damit wird einmal mehr deutlich, dass Gott diese Welt mit uns zusammen retten will.

In einem Gebet aus dem 14. Jahrhundert wird dies deutlich zum Ausdruck gebracht: „Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen. Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.“

Als Christen sind wir befugt und berufen, im Namen Jesu die Vollmacht unseres Retters in Anspruch zu nehmen, um das Reich Gottes in dieser Welt immer mehr anbrechen zu lassen, indem die Menschen die Liebe des Dreifaltigen Gottes erkennen und erfahren dürfen. Wir sind Handelnde im Namen Jesu, des Christus, des Messias. Die Wirkung unseres Handelns aber kommt von Gott selbst. Wenn Gott durch uns handelt, dann nicht, weil wir so großartig, so fromm und gut sind, sondern weil er ausnahmslos alle Menschen unaussprechlich liebt.

Jesus, in deinem Namen ist die Kraft.

Jesus, die selbst die Blinden sehend macht.

Der Name Jesus ist erfüllt von Herrlichkeit.

Jesus, Gott von Ewigkeit!

 

Jesus, in deinem Namen liegt das Heil.

Jesus, mein Lob wird dir allein zuteil.

O Jesus, du bist die Gerechtigkeit,

Leben in alle Ewigkeit.

 

Jesus, mein König, der bald wiederkehrt,

Jesus, mein Herz nur dich allein begehrt.

Dem Namen Jesus singen wir für alle Zeit.

Jesus, Herr der Herrlichkeit!

 

(Zum anhören und mitsingen hier klicken. )

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Eltern wissen instinktiv, dass sie ihre Kinder nicht einfach in die Obhut anderer geben können. Sie prüfen deshalb vorher genau, ob die Person, der sie ihr Kind – wenn auch nur kurzzeitig – überlassen wollen oder müssen, auch vertrauenswürdig ist. Hegen sie hier nur das geringste Misstrauen, erfasst sie Sorge und Unruhe, bis das Kind wieder unter ihrer eigenen Aufsicht steht.

In Maria ist Gott Vater dieses Wagnis auch nicht unvorbereitet eingegangen. Für seinen Sohn hat er Maria den Gnadenvorzug eingeräumt, schon vor ihrer Empfängnis von der Erbsünde vorerlöst zu sein.

Mit dieser Auserwählung hat er seinem Sohn eine würdige Wohnung bereitet. Maria war so reich mit Gande erfüllt, dass sie nicht nur würdig, sondern auch fähig war, Christus in seiner Berufung als Messias vorzubereiten und ihn später während seiner Mission als Retter und Erlöser der Menschheit zu unterstützen.

Andererseits sehen wir in der Bereitschaft Mariens auch das Vertrauen der Heiligen Jungfrau in Gott selbst, das sie in ihrem Fiat, in ihrem „mir geschehe“ ohne zu zögern ausdrückt. Sie hat nicht den geringsten Zweifel an seiner Güte in seinem Willen und seinen Plänen. Sie weiß, dass alles, was Gott will, gut ist – für sie selbst ebenso, wie für alle anderen Menschen.

Dieser außergewöhnlichen, ja im wahrsten Sinn des Wortes hervorragenden Mutterschaft Mariens gedenkt die katholische Kirche am 01. Jänner, dem Oktavtag von Weihnachten, der zugleich den Beginn eines neuen Kalenderjahres darstellt, mit einem Hochfest.

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Was bedeutet es, Mutter Gottes zu sein?

Diese Frage hat sich Maria sicher sehr häufig gestellt. Wie jede andere Frau sah sich die Gottesmutter zunächst damit konfrontiert, schwanger zu sein, ein Kind in sich zu tragen, das ganz auf ihr Wohlwollen angewiesen ist und über die Geburt hinaus noch für viele weitere Jahre sein wird. Sie war gerufen, den menschlichen Bedürfnissen ihres Sohnes liebevoll und fürsorglich nachzukommen, seinen kindlichen Mangel in der Selbstfürsorge durch helfendes und pflegendes Eingreifen auszugleichen und ihn zunehmend darin zu unterstützen, diese natürlichen, kindlichen Defizite abzubauen, indem sie ihn seiner Entwicklung entsprechend anleitet die Welt zu entdecken und seine eigenen Fähigkeiten zu fördern und zu entwickeln.

Darüber hinaus teilte sie eine zweite Sorge mit allen jüdischen Müttern. Als Mutter war sie bevorzugt, Jesus mit Gott, mit der Religion und ihren Gepflogenheiten, vertraut zu machen. Darin unterschied sich ihre Mutterschaft nicht im Geringsten von anderen.

Aber Mutter des Höchsten zu sein, war mit einer Aufgabe verbunden, welche andere Mütter so nicht kannten. Konnte sie sich vermutlich in Pflege- und Erziehungsfragen bei anderen Müttern Rat holen, hier stand sie ganz alleine da. Es war ein einmaliges Experiment Gottes, als er Maria seinen Sohn anvertraute, der eine einzigartige Mission auf dieser Erde zu erfüllen hatte. Maria, als die Unbefleckte Empfängnis, wurde durch diese herausragende Mutterschaft in eine Rolle hineingezogen, die alle übrigen Mutterpflichten weit übertraf. Sie war mit der Empfängis ihres Kindes zugleich Miterlöserin der gefallenen Menschheit, denn Jesu Passion begann schon mit der Menschwerdung. So wurde sie mit der Empfängis Christi zur selben Zeit die Mutter aller Menschen, denn im Leib ihres Kindes empfing sie bereits die ganze Kirche, deren Haupt Christus ist und deren Glieder die Gesamtzahl der Getauften sind.

Gestählte Mutterliebe

Die Mutterschaft der Gottesmutter geht also weit, weit, über gewöhnliche Mutterpflichten und Muttersorgen hinaus. In Bethlehem hat sie den Kopf der Kirche geboren, Christus. Ihn, den Sündenlosen, hat die Sündenlose ohne Schmerzen geboren. Der Rest aber, die Glieder des Leibes, hat sie auf Kalvaria unter den schlimmsten Schmerzen und schrecklichsten Seelenqualen geboren, als sie hilflos und gottergeben mitansehen musste, wie ihr eigen Fleisch und Blut maltretiert und getötet wurde.

Mutter des Höchsten zu sein, schließt mit ein, Mutter aller Menschen zu sein. Es bedeutet, zu lieben ohne Maß. Die Liebe der Gottesmutter zu uns musste nicht geläutert werden, denn, da sie ohne Sünde war, war ihre Liebe ja schon rein von Anfang an. Aber im Feuer der Leiden und in der Glut des Schmerzes wurde ihre Liebe zu uns gestählt.

Stahl wird als fester und zugleich weicher Baustoff beschrieben. Marias Liebe ist fest und tragfähig, besitzt aber auch die nötige Weichheit und Formbarkeit, welche mütterliche Liebe so besonders macht.

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In Jesus sind wir Maria anvertraut

In Jesus hat Gott Vater auch uns alle der Muttergottes anvertraut. Gott hat ihr vertraut, warum sollten dann wir an Maria zweifeln? Wenn Gott eine solch erhabene Mutter auf seinem Pilgerweg hier auf Erden für notwendig erachtet hat, warum sollten wir sie dann nicht erst recht als mütterliche Begleiterin und Wegweiserin brauchen?

Ein wunderbares Geheimnis tritt heute ans Licht: Gott wurde Mensch, er blieb, was er war, und er nahm an, was er nicht war, ohne Vermischung und ohne Teilung. So wurde Gottes Schöpfung neu. (Antiphon Laudes)

Voll der Gnade bist du, Jungfrau Maria, denn ein großes Geheimnis hat dein Schoß getragen. Halleluja. (Antiphon Vesper)

Maria, Mutter unsres Herrn

 

1) Maria, Mutter unsres Herrn,
o Himmelspfort, o Meeresstern,
hilf der bedrängten Christenheit
auf ihrem Wege durch die Zeit.

 

2) Ein Staunen die Natur erfasst,
dass du den Herrn geboren hast,
den Herrn und Schöpfer aller Welt,
der dich erschaffen und erwählt.

 

3) So trat der Engel bei dir ein:
„Gegrüßet seist du, Jungfrau rein.“
„Ave Maria“ singen wir,
„sei benedeit, Gott ist mit dir.“

 

4) O Mutter, reich an Güt’ und Huld,
erbarme dich: wir sind in Schuld.
Steh du uns bei an Gottes Thron
und zeig uns Jesus, deinen Sohn.

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Wie würde Josef mit der Not unserer Zeit umgehen? Josef hat die Widrigkeiten seiner Zeit geduldig ertragen, angenommen und ist den damaligen Vorgaben demütig nachgekommen. Er war kein Rebell, kein Verschwörer, kein Richter, sondern hat in allem Gottes Vorsehung zu erkennen gesucht. Wir dürfen nicht vergessen, dass sein Land damals unter römischer Herrschaft stand. Die Juden waren kein freies, selbstbestimmtes Volk.

Sie waren von fremden Herren geknechtet und warteten sehnsüchtig auf einen Messias, der ihnen die irdische Freiheit wiedererlangte. Aber Josef hat nicht alles in Frage gestellt, hat sich nicht aufgelehnt, sondern auch darin die Hand Gottes gesehen. Seine väterliche Ruhe und Geduld in schwierigen Lebenssituationen still zu betrachten, kann eine Hilfe sein für jene, welche die Gelassenheit verloren haben und sich von Ängsten treiben lassen. Diese Ruhe ist das Resultat seines Gottvertrauens, das durch nichts erschüttert werden kann. Sein Vertrauen entspringt seiner Gottesliebe, in der sich Josef als Kind des Vaters erfährt, das sich in allen Lebenslagen in Gott geborgen und getragen weiß.

Er weiß, dass die Lebensmelodie, die geprägt ist durch die Ereignisse der Zeit, die mal schöner und mal weniger schön, vielleicht sogar bedrohlich klingt, auch eine Begleitmusik hat, welche von Gott kommt. Sie ist die ewige Konstante in seinem Leben, die ihn trägt und ruhig sein lässt und auf die er sein Gehör richtet, um sich vom musikalischen Auf und Ab des Lebens und der Gesellschaft nicht beunruhigen und verwirren zu lassen.

Weil Josef gelernt hat, Gottes vertrauensvolles Kind zu sein, das seine Augen auf den Vater gerichtet hat, das auf die zärtlichen Regungen dieser göttlichen Liebe geachtet hat, kann Josef nun auch der Nährvater Jesu sein. Josef ist Gott Vater so ähnlich geworden, dass Gott ihm seinen Sohn ruhigen Gewissens anvertrauen konnte. Josef war Jesus eine Brücke zum Vater, ein Spiegelbild des Vaters, in dem Jesus seine wahren Vater im Himmel finden konnte.

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Es ist die Berufung eines jeden Mannes, Vater zu werden. Die einen werden leibliche Väter, die anderen geistliche Väter in ihrer Berufung zum Priester oder Ordensmann. Papst Franziskus betont:

„Die Welt braucht Väter, Despoten aber lehnt sie ab, also diejenigen, die besitzergreifend sind, um ihre eigene Leere zu füllen; sie lehnt die ab, die Autorität mit Autoritarismus verwechseln, Dienst mit Unterwürfigkeit, Auseinandersetzung mit Unterdrückung, Nächstenliebe mit übertriebener Fürsorge, Stärke mit Zerstörung. Jede wahre Berufung kommt aus der Selbsthingabe, die die reifere Form des bloßen Opfers ist. Auch im Priestertum und im geweihten Leben ist diese Art von Reife erforderlich. Dort, wo eine eheliche, zölibatäre oder jungfräuliche Berufung nicht die Reife der Selbsthingabe erreicht und allein bei der Logik des Opfers stehen bleibt, wird sie kaum zu einem Zeichen für die Schönheit und die Freude der Liebe werden, sondern womöglich den Eindruck von Unglück, Traurigkeit und Frustration erwecken.“

 

Ein guter Vater wird der, der sich täglich Zeit nimmt auf Gott Vater zu schauen, um herauszufinden, wie er den Menschen Vater ist. Der empfehlenswerte Film „Courageous – ein mutiger Weg“ (https://streamcloud-deutsch.com/movie/72213/courageous-ein-mutiger-weg.html#) zeigt auf, dass es für Familienväter eine wirkliche Herausforderung ist, die Vaterschaft von Gott her anzunehmen und zu leben. Sie ist aber auch durchaus beglückend und erfüllend. Echte, gelebte Vaterschaft macht Männer wirklich zu einem Schatten des himmlischen Vaters, der das Leben der Kinder begleitet und den Blick, wie auch den Weg, zu Gott freigibt. Gelebte Vaterschaft ist ein Geschenk an jedes Kind.

 

„Eine Vaterschaft, die der Versuchung widersteht, das Leben der Kinder zu leben“, sagt Papst Franziskus, „eröffnet immer neue Räume. Jedes Kind trägt ein Geheimnis in sich, etwas noch nie Dagewesenes, das nur mit Hilfe eines Vaters zur Entfaltung gebracht werden kann, der seine Freiheit respektiert; eines Vaters, der sich bewusst ist, dass sein erzieherisches Handeln erst dann zum Ziel kommt und dass er erst dann sein Vatersein ganz lebt, wenn er sich „nutzlos“ gemacht hat, wenn er sieht, dass das Kind selbständig wird und allein auf den Pfaden des Lebens geht, wenn er sich in die Situation Josefs versetzt, der immer gewusst hat, dass das Kind nicht seines war, sondern einfach seiner Obhut anvertraut worden war.“

Die Zeit der Pubertät, in der Jugendliche in ihrer Auflehnung mitunter unerträglich werden können, ist ein Anruf an die Väter, ihre Kinder geführt loszulassen. Es wäre ein Trugschluss, dass Väter in der Pubertät nicht mehr gebraucht würden. Gerade jetzt, in dieser Auflehnung, die zur Abnabelung vom Elternhaus notwendig ist, brauchen die Teenes einen Papa, der ihr Selbstvertrauen stärkt, indem er für sie da ist.

Einen Papa, zu dem sie aufschauen können, an dem sie sich – in aller Freiheit –  orientieren können. Dieser Papa in der Familie muss dieselbe Konstante in ihrem Leben sein, wie Gott Vater es ist, der immer für uns da ist, ohne uns zu beherrschen. In einer geglückten Vaterschaft geben Väter ihren Kindern entsprechend ihrer Entwicklung immer mehr Freiraum.

 

Das Paradoxe ist, dass gerade dieser Freiraum den Kindern die Möglichkeit bietet, die Bindung an den Vater zu stärken. Sie erleben in dieser Freiheit, dass sie nicht gebunden sind, sondern sich selber an den binden können, der ihnen Halt zu geben vermag.

 

Dieses Prinzip der Liebe – Bindung durch Freiheit – wendet Gott an uns Menschen seit jeher an. Auch Jesus hat dieses Prinzip gelebt. Als sich viele Menschen von Jesus abwandten, weil sie seine Worte nicht ertragen konnten, sagte er zu seinen ebefalls murrenden Aposteln: „Wollt auch ihr gehen?“ (Joh 6,67) Petrus erfährt in diesem Augenblick, dass er von Jesus nicht gebunden ist, dass er freie Wahl hat. Und er merkt, dass er trotz Freiheit nur eine gute Wahl treffen kann: Jesus. „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!“ In dieser Freiheit wird aus dem murrenden Jünger ein treuer Apostel, der erkannt hat, dass er nur in der Bindung an Jesus sein Glück findet.

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Gott lässt uns immer Freiraum in der Hoffnung, dass wir zu ihm zurückkehren. Josef, der diese Methode der Liebe von Gott Vater selbst erfahren und erlernt hat, hat diese selbstlose Liebe an seinen Ziehsohn Jesus weitergegeben. Und Jesus, der das Vater sein vom heiligen Josef gelernt hat, ist seinen Jüngern gegenüber ein väterlicher Freund gewesen. Er führt sie mit väterlicher Liebe, die immer selbstlos ist. Sie beinhaltet zwar Autorität, die in entsprechenden Momenten auch ausgeübt werden muss, aber benötigt das Freisein vom Eigennutz und dient ausschließlich dem Wohl und dem Schutz der anvertrauten Seele.

 

Diese Freiheit in der Vaterbeziehung zeigt Jesus ganz deutlich auf im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der Vater lässt den Sohn ziehen, wenngleich er auch selbst vor Schmerz und Sehnsucht nach ihm vergeht. Die Liebe nimmt sich selbst zurück. Paulus, der das Wesen der Liebe zutiefst erfasst hat, schrieb an die Korinther (1 Kor 13): „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“ So hat auch die Liebe des Vaters im Gleichnis niemals aufgehört. Paulus beschließt das Hohelied der Liebe mit den Worten: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“

 

Der Vater im Gleichnis, der Vater im Himmel, hört niemals auf, uns zu lieben. Er glaubt und hofft, dass das Gute in uns siegen wird. Er wartet auf die Rückkehr der verlorenen Söhne. Was die Väter dieser Erde verstehen müssen ist, dass sie Hüter der verlorenen Söhne und Töchter Gottes sind – wie Josef, der Hüter des Sohnes Gottes war. Franziskus erklärt weiter:

 

„Im Grunde ist es das, was Jesus zu verstehen gibt, wenn er sagt: „Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel“ (Mt 23,9). Unter allen Umständen müssen wir bei der Ausübung von Vaterschaft immer darauf achten, dass sie nie besitzergreifend ist, sondern zeichenhaft auf eine höhere Vaterschaft verweist. In gewisser Weise sind wir alle immer in Josefs Lage: Wir sind „Schatten“ des einen Vaters im Himmel, der seine Sonne aufgehen lässt über Bösen und Guten und regnen lässt über Gerechte und Ungerechte (vgl. Mt 5,45); und wir sind „Schatten“ in der Nachfolge des Sohnes.“

Papst Franziskus schließt das Apostolische Schreiben „Patris corde“ mit den Worten:

„So wollen wir nun vom heiligen Josef die Gnade aller Gnaden erflehen – unsere Bekehrung. Zu ihm lasst uns beten:

Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers
und Bräutigam der Jungfrau Maria.
Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut,
auf dich setzte Maria ihr Vertrauen,
bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.

O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,
und führe uns auf unserem Lebensweg.
Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,
und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.

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08. Dezember: Hochfest Unbefleckte Empfängnis

Am Beginn dieser Tage steht am 08. Dezember das Hochfest der  ohne Makel der Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. In unserer Gemeinschaft geht diesem Fest eine dreitägige Vorbereitungszeit voraus: Unser Anbetungstriduum zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis. Mit diesen drei Tagen erweitert ergäbe sich eine marianische Novene vom 05.-13. Dezember. In der Dogmatischen Bulle „Ineffabilis deus“ schreibt Papst Pius IX.: „Wie also Christus, der Mittler zwischen Gott und den Menschen, nach der Annahme der menschlichen Natur die Urkunde, die gegen uns zeugte, zerriss und sie als Sieger an das Kreuz heftete, so hatte auch die heiligste Jungfrau, die ganz innig und unzertrennlich mit ihm verbunden ist, mit ihm und durch ihn ewige Feindschaft mit der giftigen Schlange; sie triumphierte über sie in vollkommenster Weise und zertrat so ihren Kopf mit ihrem makellosen Fuß…

…Die glorwürdigste Jungfrau, an der Gott in seiner Macht Großes getan hat, besitzt Gottes Gnaden und Gaben und die Unschuld in einer solch leuchtenden Fülle, dass sie dadurch gleichsam selber zu einem unaussprechlichen Wunder Gottes oder viel mehr zum Gipfelpunkt aller Wundertaten Gottes geworden ist, wie es sich eben für die Mutter Gottes geziemte. So steht sie Gott am nächsten, soweit dies überhaupt einem geschaffenen Wesen möglich ist, und ihre Würde kann weder ein Lob aus Menschen-, noch aus Engelsmund erreichen. Das ist auch der Grund, warum die Väter Maria auf jede erdenkliche Weise noch höher stellen als Eva, selbst wenn wir diese in ihrem Zustand der Jungfräulichkeit und der unversehrten Unschuld betrachten, als sie noch nicht von den todbringenden Nachstellungen der betrügerischen Schlange hintergangen war. Eva hörte leider auf die Schlange, verlor ihre ursprüngliche Unschuld und wurde die Sklavin der Schlange, während die allerseligste Jungfrau gerade dieses ursprüngliche Geschenk Gottes noch bereicherte, indem sie der Schlange kein Gehör gab und deren Macht mit Gewalt durch göttliche Kraft vollends zu Fall brachte.“

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09. Dezember: Juan Diego - 1. Erscheinung in Guadalupe

Nach dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, an dem uns Maria als goldener Stern aufleuchtet, der am göttlichen Firmament am hellsten leuchtet, gedenkt die Kirche am 09. Dezember des heiligen Johannes Didakus Cuauhtlatoatzin, dem sprechenden Adler aus Mexiko. Ihm erschien am 09. Dezember 1531 die Gottesmutter auf dem Hügel Tepeyac in Mexiko mit der Bitte, dass man „mir hier ein Teocalli [ein Gotteshaus] baue, worin ich für immer leben werde, wo ich meine ganze Liebe, mein Mitleid und Erbarmen, meine Hilfe und meinen Schutz den Menschen, all jenen schenken werde, die mich lieben, die zu mir rufen, die Vertrauen zu mir haben. Hier will ich ihr Weinen und ihre Sorgen hören und will ihre Leiden, ihre Nöte und ihr Unglück lindern und heilen.“ Maria zeigte sich dem neubekehrten Azteken Juan Diego am 09. Dezember, jenem Tag, an dem die Kirche damals das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis feierte, zum ersten Mal.

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10. Dezember: Unsere Liebe Frau in Loreto

Der 10. Dezember wird in der Kirche als Gedenktag Unserer Lieben  Frau in Loreto begangen. In diesem italienischen Wallfahrtsort soll das „Heilige Haus“ stehen, in welchem Maria die Botschaft des Engels Gabriel empfangen haben und Christus Mensch gewordne sein soll. Die Legende erzählt, dass Engel das Haus der Heiligen Familie über das Meer nach Italien getragen haben.

Eine andere, wahrscheinlichere Quelle berichtet, dass das Haus von Nazareth Teil einer Mitgift gewesen sei und bei der Hochzeit einer griechischen Aristokratin aus der Familie der Angeloi mit Philip I. von Tarent übertragen wurde. Loreto war früher einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte.

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11. Dezember: Lourdestag

Jeder 11. des Monats ist ein sogenannter monatlicher Lourdestag, der an die Erscheinungen in Lourdes erinnert. In der Vorauer Kapelle im Stiftingtal in Graz gibt es seit einigen Jahren diese monatlichen Lourdesfeiern.

Der damals erst 14-jährigen Bernadette Soubirous erschien Maria in Lourdes auf einem Felsvorsprung in der Schweinegrotte in Massabielle, die damals als Mülldeponie Verwendung fand, insgesamt
18 Mal im Zeitraum vom
11. Februar bis zum 16. Juli 1858. Der Aufruf Mariens „Übt Buße!“ gilt bis in unsere Zeit. Auch das Heilwasser, dessen Quelle die heilige Bernadette während einer Erscheinung eigenhändig freigegraben hatte, fließt bis zum heutigen Tag. Unzählige Heilungen wurden bisher geschenkt und bezeugt. Der zuständige Pfarrer erbat sich als Zeichen für die Echtheit der Erscheinungen, dass die besagte Madonna mitten im Winter den Rosenstrauch erblühen lassen und ihren Namen nennen sollte. Maria tat, was man von ihr verlangte und die Rosen blühten und der Pfarrer erbaute die von ihr erbetene Kirche. Bei der letzten Erscheinung nannte Maria den Titel, unter dem sie in Lourdes verehrt werden möchte. Sie gab sich zu erkennen mit den Worten: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis!“ Damit bestätigte sie jenes Dogma, das Papst Pius IX. wenige Jahre zuvor verkündet hatte und dessen Geheimnis wir am 08. Dezember gedenken. Lourdes ist heute einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte und empfängt jährlich mehr als 7 Millionen Pilger, die Buße tun und Heilung suchen.

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12. Dezember: Unsere Liebe Frau in Guadalupe

Der Gedenktag Unserer Liebe Frau von Guadalupe ist am 12. Dezember. An diesem denkwürdigen Wintertag im Jahr 1531 ist Maria abermals dem heiligen Juan Diego erschienen und hat dem Bischof das Wunder geschenkt, mit dem Maria ihr Kommen bestätigte. Juan Diego sollte mitten im Winter Edelrosen bringen, um die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen über die Erscheinung und den Wunsch der Gottesmutter, eine Kirche auf dem Tepeyac zu bauen, zu bestätigen. Maria selbst ordnete die verlangten Blumen in der Tilma, einem damals gebräuchlichem Umhang, an, bevor sich der Seher damit auf den Weg zum Bischof machte. Als er nach langem Warten endlich zum Bischof vorgelassen wurde und die Tilma öffnete, fielen nicht nur die Rosen heraus, sondern direkt vor den Augen des Bischofs und der restlichen Umstehenden entstand auf der Tilma ein Bild der Gottesmutter, genauso, wie Juan Diego Maria auf dem Berg gesehen hatte. Bis heute ist dieses Bild, auf dem sich Maria als die Unbefleckten Empfängnis und als Mutter Gottes zu erkennen gibt, in der Basilika von Guadalupe zu sehen. Heute ist Guadalupe der größte Wallfahrtsort der Welt. Jährlich besuchen rund 20 Millionen Pilger jenes Gotteshaus, von dem die Heilige Jungfrau versprochen hat, dass sie für immer dort leben wird, um die Menschen zu trösten und ihnen zu helfen. Massenbekehrungen setzten nach diesen Erscheinungen und einem weiteren Wunder, einer Totenerweckung, in Guadalupe ein: Innerhalb von etwa 8 Jahren bekehrten sich 9 Millionen Azteken unblutig zum katholischen Glauben, in einem Land, das für die dort wirkenden Franziskaner Missionare als kaum missionierbar galt.

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13. Dezember: Fatimatag

Der 13. Dezember beschließt die „marianischen oder Goldenen Tage“ mit dem monatlichen Gedächtnis der Erscheinungen in Fatima. Dort erschien die Gottesmutter im Jahr 1917 den drei Fatimakindern. Insgesamt begegnete Maria den Seherkindern sechs Mal von Mai bis Oktober jeweils am 13. des Monats.

Die Heilige Jungfrau, die sich in Fatima als Rosenkranzkönigin offenbarte, bat die Menschheit, Sühne zu leisten für die vielen Sünden, mit den Gott selbst beleidigt wird. Im Zusammenhang mit Fatima baten Jesus und Maria auch um die Einführung der Herz Maria Sühnesamstage, um die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens zu sühnen.

Diese marianischen Tage, die auf knapp eine Woche komprimiert sind, leuchten wie ein goldenes Lichtband mitten in der besinnlichen Adventzeit. Sie sprechen uns davon, dass Maria makellos bereitet wurde, um uns den Erlöser zu bringen. Gleichzeitig mahnen sie zur Umkehr, zur Buße und zur Sühne.

Maria gibt uns dazu den Rosenkranz in die Hand, um mit ihr gemeinsam das Leben Jesu zu betrachten und hinzuschauen, wo wir uns an Jesu barmherzige Liebe noch angleichen müssen. Gehen wir an der Hand Mariens Jesus entgegen, füllen wir unsere Herzenslampen mit dem Öl der Liebe. Achten wir darauf, dass unsere Lampen brennen, wenn Jesus in der Heiligen Nacht zu uns kommt.

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Während dieser Jahre der Entstehung des Dogmas und der Erscheinung in Lourdes nahm dieser neue Glaubenssatz, wie sich heute vermuten lässt, im geistlichen Leben unserer Gründerin einen weiten Raum ein. Einige Monate nach der Verkündigung des Dogmas hatte Mutter Barbara ihr Bekehrungserlebnis als sie im Wald über einen umgefallenen jungen Baum nachdachte, der äußerlich gesund aussah, innerlich aber ganz vermodert war. Die Ereignisse und die Botschaften von Lourdes berührten sicher auch Barbaras Herz. 1861, am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, erkrankte Barbara schwer und konnte Monatelang das Bett nicht verlassen. In dieser Zeit reifte in ihr ihre außergewöhnliche Berufung. 1865 konnte sie ihr Vorhaben nach langem Prüfen durch ihren geistlichen Begleiter in die Tat umsetzen. Sie gründete mit einigen Frauen aus ihrem Heimatort Wenigzell in Vorau eine kleine Kommunität, die sie dem Patronat der Unbefleckten Empfängnis anvertraute. Diese Gemeinschaft entwickelte sich laufend und ist seit 1928 „Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Vorau“.

Als Marienschwestern bemühen wir uns um ein gutes christliches Ordensleben, das sich am Beispiel der Immaculata orientiert. Deshalb ist es für uns auch von großer Bedeutung, dass wir uns als einzelne Schwester, wie auch als Gemeinschaft, alljährlich am 08. Dezember der Immaculata weihen.

 

Auf diese Weiheerneuerung bereiten wir uns durch die 33 Schritte nach Grignion und mit einer Novene vor.

 

Bei den Laudes erneuern wir unsere Weihe an die Gottesmutter dem Beispiel unserer Gründerin folgend: Freudig übergeben wir uns Maria mit kindlichem Vertrauen, weil wir aus Erfahrung wissen, dass wir an der Hand unserer lieben Mutter sicher geleitet werden.

 

Der heilige Maximilian Kolbe, der sein Leben ganz der Immaculata anvertraut hatte, sagte einmal: „Habt gar kein Vertrauen auf euch selber, werft euch mit allen euren Prüfungen und Versuchungen der Immaculata hin, und ihr werdet siegen.“

 

Weil auch wir unser ganzes Vertrauen in die Hilfe und Fürbitte der Gottesmutter gelegt haben, erneuern wir unsere Weihe an die Heilige Jungfrau täglich im Gebet und in kleinen Akten der Hingabe. Mit dem heiligen Antonius Maria Claret können wir sagen: „Maria ist meine Mutter, meine Beschützerin, meine Lehrerin, sie ist nach Jesus mein Ein und Alles.“

 

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„Alle Gaben, alle Gnaden,
alle himmlischen Wirkungen
kommen von Christus dem Haupt
und gelangen zum Körper der Kirche
durch Maria wie durch den Hals.

 

Maria, die jungfräuliche Mutter,
ist dem Haupt am allernächsten.
Ihre Aufgabe ist es,
den Körper mit dem Haupt zu verbinden.

 

Ein Glied,
das den lebensspenden Einfluss
des Hauptes erfahren will,
sich aber weigert
diesen durch den Hals zu empfangen,
würde vollkommen vertrocknen und sterben.“

 

(Hl. Robert Bellarmin)

 

 

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Tagesgebet

Großer und heiliger Gott,
im Hinblick auf den Erlösertod Christi
hast du die selige Jungfrau Maria
schon im ersten Augenblick ihres Daseins
vor jeder Sünde bewahrt, um deinem Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten. Höre auf ihre Fürsprache: Mache uns frei von Sünden
und erhalte uns in deiner Gnade,
damit wir mit reinem Herzen zu dir gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gabengebet

Herr, unser Gott, in deiner Gnade
hast du die selige Jungfrau Maria auserwählt
und vor jeder Sünde bewahrt.
An ihrem Fest feiern wir das Opfer,
das alle Schuld der Menschen tilgt.
Befreie uns auf ihre Fürsprache
aus der Verstrickung in das Böse,
damit auch wir heilig und makellos vor dir stehen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Herr und Gott,
das Sakrament,
das wir empfangen haben,
heile in uns die Wunden jener Schuld,
vor der du die allerseligste Jungfrau Maria
vom ersten Augenblick ihres Daseins an
auf einzigartige Weise bewahrt hast.

Darum bitten wir durch Christus,
unseren Herrn.

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