Statue der Gottesmutter
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Predigt vom Abend der Barmherzigkeit

Pfarrer Johann Schuster

Liebe Brüder und Schwestern in Christus!

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer von Radio Maria!

Wir sind auf das Erbarmen Gottes angewiesen und wenn wir dieses Erbarmen Gottes in der Beichte wahrnehmen, dann dürfen wir wissen, dass Gott auf unsere Niedrigkeit schaut, uns anschaut, voll Liebe, und wir dann die Kraft haben, auch unsere Niedrigkeit, unsere Schattenseiten, anzuschauen. Mit den barmherzigen Augen Gottes – und das ist sehr entscheidend. Dann gelingt eine gute, aufrichtige Beichte. Wir glauben immer, und ich höre das öfter als Beichtvater, dass man sich rechtfertigen muss für die Sünde. Wir brauchen uns nicht rechtfertigen, wir haben gesündigt, wir bitten um Erbarmen.

Unser Ich, das geschwächt ist von der Erbsünde, meint sich rechtfertigen zu müssen, weil wir nicht wissen und erfahren haben, dass Gott uns schon in Jesus Christus gerechtfertigt hat. Weil wir diese Erlösung, diese barmherzige Liebe in Jesus Christus noch nicht angenommen haben, zumindest in den Bereichen unseres Lebens, wo wir wegschauen, die wir verstecken vor Gott und vor den Menschen, auch oft vor uns selber. Ein Jugendlicher hat vor kurzem gesagt: „Ich kann mich selber nicht annehmen.“ Das können aber viele Erwachsene auch nicht – zum Trost an die Jugend. Aber ohne diesen ersten Schritt der Annahme, so wie ich bin, bleibt mir keine Gestaltungsmöglichkeit für mein Leben.

Gott liebt mich ja so wie ich bin, mit meinen Sünden, mit meinen Fehlern, mit meinen Schwächen, mit meinen Störungen. So wie ich bin, liebt er mich. Er kennt ja alles. Er liebt ja kein Ideal, wie ich es mir vorstelle und wie ich sein sollte, dass man dann eh nicht erreichen kann und dann immer frustriert ist. Er liebt mich so, wie ich bin. Auf deine Niedrigkeit schaut er. Und wenn ich die zwei Apostel der Beichtväter heute erwähnt habe, dann hat uns Papst Franziskus eine gute Lehre gegeben. Der eine, Pater Pio, im Süden Italiens und der andere, mehr in der nördlichen Hälfte Italiens, beide Kapuziner. Der eine (Pater Pio), viel leidend an Verleumdungen auch seitens Roms und „lieber“ Mitbrüder. Beim anderen weiß ich es nicht so genau, aber er wird sicherlich auch nicht ohne Verleumdungen ausgekommen sein. Und trotzdem sind sie heilig geworden. Trotzdem!

Woran hängt denn unsere Heiligkeit? Die hängt nicht an der Mutter Oberin oder am Bischof, nein. Sie kann uns helfen, noch mehr Heilig zu werden, wenn sie eine Reibbürste ist, aber sonst hängt die Heiligkeit an Christus. Und wie Pater Pio zig Jahre keine Beichten hören durfte oder keine Heilige Messen feiern durfte, als ihm das Wesentlichste genommen wurde, hat er trotzdem, trotz dieser furchtbaren Entscheidungen der Oberen und Römer – um es vorsichtig zu sagen ohne mir die Zunge zu verbrennen – den Gehorsam und die Heiligkeit geübt. Einem Priester, dem alles genommen wird, was ihm wertvoll war. Das ist eine starke Prüfung. Aber es gab dann auch einen Papst, der ihn heiliggesprochen hat. So ist die Kirche ein großes Gefüge und sie denkt wirklich in Jahrhunderten.

Die Heiligkeit hängt nur von der Nähe zu Jesus ab und die kannst du haben im Gefängnis, weil deine Seele nie gefangen ist. Wo du auch bist. Manche glauben, ich müsste jetzt auch in San Giovanni Rotondo sein oder dort sein oder in Rom jetzt bei den Feierlichkeiten. Ich war auch voriges Jahr unten, aber es muss nicht sein. Die Heiligkeit ist dort, Gott ist dort, wo du bist. Er ist in deinem Herzen. Er ist dir näher, als du es bist. In seiner Barmherzigkeit, in seiner Güte, in seiner Liebe. Die Kunst ist nur, ihn wahr zu nehmen. Sich nicht auf das Weise und Mächtige zu stützen, im irdischen Sinn. Das ist die Voraussetzung, sagt uns der 1. Korinther Brief heute. „Seht auf eure Berufung.“ Und was ist unsere Berufung? Das zu tun, was Gott uns aufgetragen hat. Das, was er euch sagt, das tut und lebt!

Zwischen eurem Wort und eurem Leben soll nicht so eine riesige Diskrepanz sein. Das ist die Berufung und je mehr wir unsere Berufung leben, desto mehr sind wir bei Gott. Desto mehr kann Christus in uns wachsen. Aber die barmherzige Liebe Christi! Nicht die fanatische, wie „Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein“. Nein, das ist die Gefahr der Religion. Aber Christus liebt den größten Sünder vielleicht am meisten und schenkt ihm am meisten Gnade. Warum? Damit er Mut hat umzukehren, in die Mitte Gottes wieder zu gehen, ins Erbarmen Gottes zu gehen. Bei jeder Beichte können wir das Einüben. Aber da in Österreich die Meisten keine Sünden haben, brauchen sie auch nicht die Beichte und kennen auch nicht die Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes.

Das ist ein großer Mangel. Dieser Mangel schreit. In den zerbrochenen Ehen… jetzt wieder wurde in Deutschland ein Franziskanerkloster aufgelöst, in Hartberg wird demnächst ein Kloster aufgelöst, der Mangel schreit. Der Mangel in den Familien, die Kinder schreien voll Not, finden keinen Weg. Das Herz sehnt sich nach angekommen Sein, nach Erfüllung, nach Leben, aber dieses Ankommen geht nur, wenn ich als Geschöpf Gottes beim Schöpfer ankomme. Er in mir und ich in ihm. So ähnlich sagt es Paulus.

Gott in mir und ich in Gott, das ist unsere Berufung

Dann stützen wir uns nicht nur auf das Zeitliche und hängen an den irdischen Gütern und Mächten und Gewalten, sondern dann dürfen wir uns rühmen, wenn wir uns schon rühmen wollen, dann rühmen wir uns des Herrn, sagt Paulus. Darum gilt dem Herrn, nicht dem Esel der ihn trägt, der Ruhm. Das ist ein Unterschied. Manchmal glaubt der Esel, der Ruhm gilt ihm. Ein Irrtum! Dem auf ihm sitzenden Herrn, für den gilt der Ruhm beim Einzug nach Jerusalem. Und so auch für unser Leben. Und so gibt es als Christen keine Verlierer, nur Gewinner. Verlierer sind wir nur dann, sagt Paulus, wenn wir unser Leben selber retten wollen. Das geht einfach nicht. Auch nicht durch 100 Rosenkränze am Tag kann ich mein Leben retten. Verstehen sie? Ich kann diese Rettung nur annehmen. Was nicht heißt, dass einige Rosenkränze zu beten nicht heilvoll sein kann und rettend wirken kann. Aber nicht mein Gebet rettet mich, sondern Gott rettet mich. Wenn ich mich ihm überlasse, kann er mich retten aus meiner Not, aus meiner Bruchstückhaftigkeit  meines Daseins. Aus meiner Verzweiflung, aus meiner Verirrung. Er ist immer unterwegs wie ein guter Hirte um die Schafe, die sich verfangen haben, zu bergen, zu halten, zu schützen. Das ist Jesus! Das ist sein Herz! Und wenn du dieses Herz suchst, dann wird sich dieses Herz dir offenbaren. Wie er es den Heiligen getan hat. Dann wird dieses Herz Jesu in dir lebendig. Eine Quelle neuen Lebens für die, zu denen Gott dich schickt, die im Dunkel und Todesschatten sitzen. Und das sind genug Menschen, die verzweifelt sind.

Viele Jugendliche kenn ich, die verzweifelt nicht wissend, was oben und unten ist. Zerbrochenen Herzens, keinen Lebensmut, sie wollen sich umbringen usw., weil sie keinen Sinn erkennen in ihrem Leben. Gott ist der Sinn des Lebens. Kein Schritt mit ihm ist vergebens. Kein Ringen mit ihm ist vergebens und wenn wir, so wie wir es heute im Lukasevangelium gehört haben, uns selber verleugnen das heißt, uns nicht mit Gewalt selbst verwirklichen wollen, uns stur durchsetzen wollen durch die Wand, obwohl die Tür offen ist und dann jammern, weil wir uns den Kopf anschlagen. Besser ist es, das Kreuz Christi auf sich zu nehmen und geduldig mit ihm diesen Weg nach Jerusalem zu gehen, der Spur des Herzens zu folgen. Und da ist nicht der Kopf entscheidend, sondern das kontemplative Gebet, das betrachtende Gebet, das zur Ruhe kommen beim Herrn.

„Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in dir oh Gott“

Dieses Ruhen in Gott gibt uns dann die Kraft mit unserer Niedrigkeit sich zu versöhnen. Wenn sogar Gott sich mit unserer Niedrigkeit versöhnt, dann dürfen auch wir uns hoffentlich mit unserer Niedrigkeit versöhnen und annehmen und die Erfahrung machen, dass uns Gott trotzdem liebt. Das heißt nicht, dass wir nicht beichten sollen und nicht umkehren und bereuen, aber die Erfahrung zu machen:

„Ich bin ein geliebtes Kind Gottes“

Das gibt Mut und Kraft. Dieses Kreuz Christi ist ja nicht nur ein Kreuz das drückt, sondern es ist auch ein Zeichen des Heiles für mich selber. Wenn der Gekreuzigte, sagt Paulus, in mir gegenwärtig ist, dann dürfen auch meine Wunden in meinem Leben vor dem Gekreuzigten bestehen. Bei manchen, wie Pater Pio, sogar sichtbar. Wenn wir das annehmen, dann  brauchen wir nicht die ganze Welt gewinnen. Wie ich schon eingangs gesagt habe, 15.000 waren gestern bei einer Reliquie von Pater Pio und heute oder morgen vermutet man noch mehr im Petersdom. Dort wo Gott ist, ist eine anziehende Kraft der Liebe. Die Menschen haben Sehnsucht nach Heiligkeit. Sehnsucht nach Gott. Beten wir füreinander, dass diese Sehnsucht in uns niemals erlischt. Amen

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit

Pfr. Guido Martirani

Wir sind wieder hier. Wieso? Um das Erbarmen Gottes zu spüren. Glauben wir an die Liebe Gottes? Glaubst du, dass Gott dich liebt? Jetzt sagen wir gemeinsam „JA“! Gott liebt dich! In der ersten Lesung haben wir das gehört. Gott liebt dich! Gott liebt mich, Gott liebt uns und wir sind Söhne in seinen Augen. Er liebt uns hundertprozentig und ganz persönlich. Du bist kostbar, du bist geliebt. Er sagt: „Ich schenke dir mein Erbarmen, meine Liebe. Ich schenke sie dir in Fülle, ganz, hundertprozentig. Öffne dich doch für meine Liebe, so wie du bist, mit dem Wenigen, was du hast. Mit dem Wenigen was du bist, liebe ich dich hundertprozentig.“

So wie im heutigen Evangelium: „Was habt ihr?“ So wenig:„5 Brote und 2 Fische“ – so wenig. Haben wir nicht Angst, wenig zu haben in den Augen Gottes. Haben wir nicht Angst, vielleicht nur wenige Talente zu haben, arm zu sein in den Augen Gottes. Legen wir das hin, was wir sind, unsere Armut, das Wenige. Legen wir es hin und Gott wird sagen: „Ich liebe dich hundertprozentig. Ich liebe dich. Öffne dich für meine Liebe. Auch wenn du wenig zu geben hast, auch wenn deine Talente begrenzt sind, auch wenn du meinst, nicht so weit fortgeschritten zu sein wie vielleicht andere. Gib dich so hin, wie du bist. Denn alle haben etwas anderes bekommen. Alle sind anders und du bist einzigartig, du bist etwas Besonderes.

Und deswegen sind wir heute hier, weil wir merken, dass Jesus, dass Gott der Dreieinige, der Dreifaltige, uns wieder gerufen hat. Damit er uns das heute Abend wieder sagen kann: „Du bist besonders, du bist geliebt, du brauchst mein Erbarmen, du brauchst meine Barmherzigkeit, du brauchst meine Liebe.“

Diese Sehnsucht nach Liebe, nach Gott, nach Jesus, hat uns heute wieder hier her geführt. Ja, wir wollen heute wieder Jesus erfahren. Wir wollen heute wieder Gott erfahren. Denn nur er kann uns füllen, nur er kann uns beschenken, mit dem, was wir brauchen. Denn nur Gott ist Gott. Nur Gott ist unser Schöpfer. Nur Gott ist alles und kann uns alles geben. Und so wollen wir uns heute wirklich öffnen für Gott, für seine Liebe, für sein Wort, das immer wieder sagt: „Du bist besonders. Komm her mit dem Wenigen, das du hast. Komm her mit deiner Armut, ich will dich reich machen, dir meinen Reichtum geben.“

Mit seiner Gegenwart, mit seinen Sakramenten, will er uns immer wieder stärken und aufrichten. Schon in der Taufe sind wir Kinder Gottes geworden, Söhne und Töchter Gottes, sind hundertprozentig hineingenommen worden in seine Familie. Seine Familie sind wir.

Wie ein Vater und eine Mutter sich nach ihrem Kind sehnen, so sehnt sich Gott nach dir

Er möchte alles für dich sein. Er ist stolz auf dich! Auf dich, ja, mit dem Wenigen was du bist, mit dem Wenigen was du kannst. Er ist stolz auf dich, dein Gott! Gut hast du es gemacht. Gut hast du es heute gemacht. Und durch dieses „Gut hast du es heute gemacht“, werden wir ermutigt und wir machen es immer mehr und immer besser. Er wird uns helfen im Alltag, wenn einer Landwirt ist oder in der Schule tätig ist, in der Seelsorge hier im Spital, „Gut hast du es gemacht!“, sagt er: „Schön, du bist besonders und großartig in meinen Augen. Lass dich doch verwöhnen. Lass dich doch berühren.“ Das ist Gott! „Lass dich doch berühren, lass dich doch umarmen und aufrichten.“ Da kann aber einer sagen: „Ja, aber ich bin wieder gefallen und habe wieder Fehler gemacht. Papa, ich habe wieder Fehler gemacht. Mama!“ Und er hilft!

„Mach dir keine Sorgen. Komm zu mir.“ Besonders im Jahr der Barmherzigkeit sind wir wieder aufgerufen, neu dieses Sakrament der Beichte zu erfahren. „Komm zu mir“, sagt dann Gott. „Komm, ich vergebe dir alles! Ich helfe dir!“ „Ja, aber das war so schrecklich, was ich gemacht habe, ich schäme mich zum Priester zu gehen und das auszusprechen.“ „Komm, meine Liebe ist größer!“

Und man wird dann überschüttet mit Gnaden über Gnaden. Man kommt raus aus dem Beichtstuhl oder dem Beichtzimmer mit einer neuen Krone als Kind Gottes. „Hey, Gott der Papa liebt mich, obwohl ich vieles angestellt habe, nicht vieles habe, nicht vieles getan habe, er liebt mich trotzdem! Und nicht ein bisschen, sondern ganz!“ Gott liebt mich. Da kann man nur rausgehen mit einer Krone. Gott liebt mich. Und die Anderen schauen: „Was?“

„Ja, Gott liebt mich!“ Das ist unser Glaube. Das ist unser Gott. Er allein ist wichtig. Er allein ist ganz wichtig. Und wir müssen wieder Gott den Platz geben, den er verdient. Den höchsten Platz in unserem Herzen! Denn er will uns nichts wegnehmen, im Gegenteil, er will uns alles geben, sich selbst geben. Das ist das Geheimnis der Sakramente und besonders der heiligen Messe: Er will sich selbst geben. Ist das nicht schön? Er will sich selbst geben. Gott ist alles in unseren Herzen. Das ist Weihnachten. Das ist die Geburt Jesu in uns.

Jetzt wollen wir auf Maria schauen, die Mutter Jesu, die zärtliche Mutter und unsere Mutter. Wie oft hat sie Jesus, das Jesuskind, in ihren Armen gehalten! Wie oft liebkost sie Jesus! Wie oft! Tauchen wir in diese Liebe jetzt ein, und schauen wir, wie Maria Jesus liebt, das kleine, neugeborene Jesuskind. Sie möchte Jesus beschützen vor allen Gefahren, weil sie Mutter ist. Sie möchte Jesus beschützen unter ihrem Herzen, in ihrem Herzen, weil sie Mutter ist. Sie hat Jesus beschützt. Sie hat Jesus groß gezogen. Sie ist Jesus nachgegangen, ist bei ihm gewesen, hat für ihn gebetet und gesorgt. Bis unter dem Kreuz ist sie geblieben. Das war und ist noch immer ihr Jesus gewesen. Mein Jesus, mein Kind, mein Sohn. Und das ist ihr Anliegen. Sie will uns diese Liebe vermitteln. Jedem Einzelnen von uns. Diese Liebe zu Jesus will uns Maria vermitteln. Diese Liebe schenkt uns Maria jetzt. Und sie ist bereit, das Jesuskind jetzt einmal ein bisschen loszulassen und jedem Einzelnen von uns zu geben. Stellen wir uns jetzt vor, das Jesuskind ist bei uns. Jeder darf jetzt persönlich kurz das Jesuskind tragen, berühren, bekommen, den Erlöser, das wahre Licht, den Retter der Welt.

Nehmen wir das Jesuskind jetzt von Maria an. Drücken wir das Jesuskind an unsere Herzen. Und wir werden merken, wie sehr uns Jesus liebt und wie er, das wahre Licht in dieser Welt ist, die leider oft noch finster ist, wo noch Ängste sind. Aber Jesus ist uns nahe. Er will nicht, dass wir Ängste haben: „Fürchtet euch nicht! Habt keine Angst. Ich bin bei euch. Nehmt mich mit.“ Das ist Jesus, das wahre Licht. Mutter Maria beschütze uns, schenk uns Jesus immer wieder neu. Amen.

Predigt vom Christtag

Pfr. Mag. Johannes Vertesich

Liebe Schwestern und Brüder am Hochfest der Geburt unseres Erlösers!

Ich bekam vor einigen Wochen eine Geburtsanzeige. Auf der Vorderseite waren die Abdrücke von einer kleinen Hand und einem kleinen Fuß zu sehen und auf der Innenseite haben mir mein ehemaliger Schüler und seine Frau geschrieben: „Unsere Liebe hat Hand und Fuß bekommen. Sophia ist geboren!“

Unsere Liebe, Schwestern und Brüder, hat Hand und Fuß bekommen. Was für ein eindrucksvolles Bild dafür, dass die Worte der Liebe, zwei Menschen so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass sie greifbar, sichtbar und spürbar wurden in einem neuen Menschenkind. Und soeben haben wir im heiligen Evangelium die Worte gehört:

„Und das Wort ist Fleisch geworden“, schreibt der Evangelist Johannes am Beginn seines Evangeliums, am Anfang seiner Frohbotschaft.

Heute feiern wir, dass Gottes Liebe in Jesus Christus Hand und Fuß bekommen hat. Mit der Geburt von Jesus Christus ist Gottes Liebe für uns Menschen greifbar und erfahrbar geworden. Sie bleibt kein leeres Wort ohne Beteiligung, sie bleibt nicht als abstrakte Idee auf Distanz. Gottes Liebe wird konkret. Sie wird fassbar und fühlbar, sichtbar in einem kleinen Kind. Das menschgewordene Gotteswort.

An Weihnachten werden wir daran erinnert, dass Gottes Menschenfreundlichkeit kein leeres Wort bleibt sondern zum Wort wird, das unter die Haut geht, das in Fleisch und Blut übergehen will. An Weihnachten werde ich herausgefordert, wieder neu zu entscheiden, ob Gottes Wort auch in mir in Fleisch und Blut übergehen soll; ob Gottes Wort zu mir gehört und als Teil meiner selbst wird; ob es nur an mein Ohr dringt, oder ob es in mein Herz hinein geht, mein Denken, Handeln und Reden beeinflusst und hoffentlich auch verändert.

Johannes Scheffler, genannt Angelus Silesius, hat es Mitte des 17. Jahrhunderts im cherubinischen Wandersmann so ausgedrückt: „Wird Christus 1000 Mal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst doch ewiglich verloren.“

Schwestern und Brüder, Gott will in mir geboren werden. In jedem Menschen, jeder Frau, jedem Kind, jedem Mann. Gott will uns in Fleisch und Blut übergehen. Das bedeutet freilich nicht, nur wohlige und schöne Gefühle. Auch Enttäuschung, Unruhe, Niedergeschlagenheit, Sehnsucht, Einsamkeit und Ohnmacht können Einfallstore Gottes in meinem Leben sein. Gott will in uns aufgenommen werden, damit wir Kinder Gottes werden. Damit Gottes Liebe auch heute noch Hand und Fuß auf dieser Erde bekommt. Damit sie Gestalt erhält in uns und durch uns.

So werden wir selber sichtbar als eine neue Gemeinschaft von Menschen die anfangen, als Töchter und Söhne Gottes zu leben. Dann werden wir, wie es der Prophet Jesaja in der ersten Lesung schreibt, zu Freudenbotinnen und Freudenboten, die die Müden und Mutlosen aufrütteln und sie an ihre Würde wieder erinnern. Die die Sehnsucht in ihnen wecken, die Sehnsucht nach Frieden und Heilssein, nach Rettung und Trost. Die die Erinnerung an Gottes Zusage wieder ins Gedächtnis rufen und ihr Vertrauen.

Alle Enden der Erde werden das Heil Gottes schauen

Liebe Schwestern und Brüder, wer Gottes Welt tatsächlich verstehen will, wer das Geheimnis der Weihnacht für sich verstehen und aufblättern will, der muss sich an die Krippe stellen und einmal schweigen. Gottes Wort hat der verstanden, der vor der Krippe niederkniet, der vor Gott in die Knie geht und anbetet. Weihnachten ist nicht Weihnachten, wenn wir nicht an die Krippe gehen und das Kind betrachten und es immer wieder anbeten.

Die Anbetung, das Zwiegespräch mit Gott, an diesem Ort, macht Weihnachten erst zu Weihnachten. Und wir erkennen dann auch, wer wir tatsächlich sind. Dieses wunderbare Weihnachtsgeheimnis erschließt sich uns nur dann, wenn wir Gottes Wort in unser Herz aufnehmen und seine grenzenlose Liebe erkennen. In diesem Geschehen begeben wir uns in das Göttliche hinein und werden selber vergöttlicht und in weihnachtliche Menschen verwandelt. In der Nähe der Krippe und in der Anbetung verändert sich dann auch unsere kleine Welt, weil Gottes Wort die Kraft und die Macht hat, jede Welt und auch uns zu verändern.

Brüder und Schwestern, Weihnachten ist jedes Jahr neu die Einladung sich von Gott berühren und sich durch sein Wort verändern zu lassen. Eine solche gütige Berührung und einen solchen Lichtstrahl, der Ihre und meine und unsere Welt verändert, möchte ich Ihnen an diesem Weihnachtsfest von Herzen wünschen. Frohe und gesegnete Weihnachten! Amen.

Predigt von der Christmette

Prälat Rupert Kroisleitner CRSA

Schwestern und Brüder!

Jedes Jahr hat der Heilige Abend eine eigene Aufregung und die Christmette, so habe ich den Eindruck, ist dann die Gelegenheit, manche Emotionen, manche Ereignisse, manche Erlebnisse, in besonderer Art und Weise, entweder in ein Weihnachtslied oder in die Kirchenbank hinein sinken zu lassen und sich an Weihnachten einfach nur zu freuen. Die Sehnsucht der Menschen auf der Welt ist sehr unterschiedlich.

Und immer ist es aber auch eine große Herausforderung dieser nächtlichen Stunde, jenes weltverändernde Programm zu hören, das die kleine Gemeinde damals dem Evangelisten Lukas, als noch kein Weihnachtsfest vorhanden war und es dieses Weihnachtsfest in unserer Form im liturgischen Bereich gab, verkündet hat.

Friede den Menschen seiner Gnade! Das war die Botschaft, die der Evangelist Lukas den Menschen, den Gemeinden verkündete. An vielen Orten der Welt, Schwestern und Brüder, sind Menschen auf der Flucht, werden Opfer von Terror und Kriegen oder von Engstirnigkeit und Zwietracht. Dadurch werden die Gespräche, die Dialoge zwischen den Völkern und den Kulturen, beeinträchtigt oder finden nicht statt. Das Gespräch in den Familien, in Gemeinschaften, auch in Ordensgemeinschaften, ist oft gestört oder es kommt kein Gespräch zustande.

Weihnachten aber ist hingegen eine Einladung – und das ist es, was wir heute besonders merken sollen, was uns gleichsam in die Seele hineingehen soll: Weihnachten ist die Einladung zum Gespräch miteinander. Gott hat nämlich den Dialog mit den Menschen wieder neu versucht, indem er seinen Sohn Mensch werden ließ. Jesus ist gekommen, als der Gottessohn und auch als Menschenkind. Und ich denke, wenn wir dieses Geheimnis, diese Tatsache auch im heurigen Jahr zu diesen Weihnachten wieder ernst nehmen, dann könnte unsere Antwort sein, dass auch wir mit dem Gespräch miteinander, untereinander, gleich ob es ein klärendes, ein aufbauendes oder manchmal auch ein zurechtweisendes Gespräch sein kann, beginnen. Das sollte stattfinden.

Zwischen den Menschen, in den Familien, zwischen den Menschen der Völker, zwischen den Generationen. Und nachdem Gott Mensch geworden ist, soll dieses Gespräch auch mit Gott stattfinden und auch mit ihm dürfen wir gleichsam alles in dieses Gespräch hineinlegen.

Weihnachten ist aber auch eine Einladung. Gott ist in die Welt gekommen, das bedeutet für uns Menschen, die wir in der Welt sind, die wir Aufträge haben in dieser Welt, sie umzusetzen, und unsere Aufträge sind oft gar nicht so groß und wir müssen gar nicht suchen, sondern sie sind uns ins Herz gelegt. Sie sind uns sozusagen als Motivation für einen Beruf ins Herz gelegt. Vielleicht ist jemand Arzt geworden, vielleicht ist einer Bauer, vielleicht ist ein anderer Handwerker, ganz gleich. Es ist der Auftrag, in dieser Welt zu wirken.

Gott ist der Herrscher auf ewig und der Friede der Menschen

Und Weihnachten sollte für uns noch etwas dazu bringen, nämlich, wir sollten auch für dieses Kind, das Gott und Mensch ist, einen Raum bieten. Wir sollten diesem Kind, diesem Gotteskind in dieser Welt einen Raum verschaffen, in dem wir selber versuchen, gut zu leben, und wir sollten auch in unserem eigenen Herzen diesem Kind einen Raum geben.

Als Christen sind wir durch die Taufe dort mit hineingenommen und deshalb haben wir diesen Auftrag auch in dieser Welt, die menschgewordene Liebe unter den Menschen im Alltag immer wieder zu leben, zu versuchen. Ihm sollten wir, diesem Gott, diesem Kind gleichsam, auch die weltverändernde Kraft zutrauen.

Das ist manchmal für uns Menschen nicht leicht. Aber als Christen dürfen wir Gott diese Kraft zutrauen, dass er die Welt verändern kann. In einem Psalm heißt es schon: „Er ist der Herrscher auf ewig und der Friede der Menschen.“ Gott ist der Friede der Menschen. Wenn wir Gott über diese Weihnachten hinaus in unserem Leben, in unserem Umfeld, Raum geben, dann wirken wir Frieden für diese Welt. Schwestern und Brüder, ihnen allen wünsche ich gesegnete Weihnachten. Amen.

Predigt bei der Abendmesse mit Marienweihe

Prof. Dr. Hansjörg Rigger

Liebe Brüder und Schwestern in Christus!

Heute am Vormittag um 11:09 Uhr hat der Heilige Vater, Papst Franziskus, die Heilige Pforte im Petersdom eröffnet. Er tat es mit großem Ernst und durchschritt die Pforte anschließend als Erster. Ihm folgte Papst Benedikt XVI. Es war ein berührendes Bild, ein Bild das etwas ausdrückte von der Barmherzigkeit Gottes, welche wir im kommenden Jahr in den Mittelpunkt nicht nur unseres Bedenkens, Denkens, Überlegens, sondern auch unseres Tuns, stellen sollten. Diese Symbolik, die jetzt in diesem Jahr noch ausgeweitet wird, eine Heilige Pforte nicht nur im Petersdom in den sieben Hauptkirchen Roms, sondern eine, sogar mehrere Heilige Pforten, in allen Diözesen, um deutlich zu machen, die Barmherzigkeit Gottes, lässt sich nicht zentralisieren. Die Barmherzigkeit Gottes ist, um ein modernes Wort zu gebrauchen, dezentral. Die Barmherzigkeit Gottes reicht überall hin. Die reicht, um es mit diesem Papst zu sagen, bis an die Peripherie der Existenz. Und wenn das so ist, dann reicht die Barmherzigkeit Gottes, ja man möchte es nicht meinen, auch bis zu mir. Denn würde sie nicht bis an die Enden der Erde reichen, dann könnte ich einen Zweifel haben. Und es gibt Menschen, die Grund haben, daran zu zweifeln, dass die Barmherzigkeit Gottes sie erreicht. Der Papst hat vor einiger Zeit zu Gefängnisinsassen gesprochen und gesagt: „Wenn ihr jetzt nach Hause geht,  dann betrachtet eure Tür zu eurer Gefängniszelle als Heilige Pforte. Darauf schreibt ein Häftling in Padua, der das gehört hatte: „Als ich an jenem Abend von der Arbeit nach Hause kam“ – in diesem Gefängnis gibt es eine Konditorei und er kam von dieser Arbeit nach Hause – da sagte er, „da blieb mir das Herz einen Moment stehen. Sonst“, sagte er, „bin ich immer ungern zurück, mit großem Widerwillen, aber dann, als mir vor der Tür meiner Zelle die Worte des Papstes einfielen, da musste ich spontan beten. Und ich habe Gott für seine Barmherzigkeit gedankt. Ich habe ihm gedankt, dass er mich trotz meiner Schuld, die ich auf mich geladen habe, trotz der Verletzungen die ich zugefügt habe, dass er mich trotzdem annimmt. Mag ich in diesem Leben keine Chance mehr bekommen, aber bei Gott habe ich sie immer.“

Liebe Brüder und Schwestern, der Auftakt für dieses Heilige Jahr, ist der 08. Dezember, das Hochfest von der ohne Makel der Erbschuld empfangenen Jungfrau. Natürlich gibt es ein Jubiläum: An einem 08. Dezember vor 50 Jahren wurde das II. Vatikanische Konzil feierlich abgeschlossen. Aber es gibt noch einen tieferen Grund. Das ist die unbefleckt Empfangene. Das ist die eigentliche Heilige Pforte. Das ist die Pforte  zum Paradies. Das ist das Tor der Barmherzigkeit.

Liebe Brüder und Schwestern, wenn wir von Barmherzigkeit sprechen, wenn wir das im biblischen Sinne tun, dann muss uns fast zwangsläufig einfallen, was dieses Wort ursprünglich im Hebräischen für eine Bedeutung hat. Um im Hebräischen zu sagen „Mutterschoß“ gebraucht man das Wort „Rachem“. Macht man aus diesem Wort einen Plural, dann sagt man „Rachamim“, aber der Plural kann manchmal auch die Intensivierung einer Bedeutung sein. Also „Rachem“ Mutterschoß, „Rachamim“ nicht einfach nur die „Mutterschoße“, sondern der tiefere Sinn von „Mutterschoß“, der eigentliche Sinn, der übertragene Sinn, der geistliche Sinn. Und so heißt es beispielsweise im Hebräischen, da gibt es den Satz, der oft in den Psalmen vorkommt: „Dem Herrn ist Mutterschoß zu eigen.“ Erst Luther hat uns dann das deutsche Wort geschenkt, das diesen Zusammenhang nicht mehr herstellt. Aber im Hebräischen ist das so gemeint: „Dem Herrn ist Mutterschoß zu eigen“, das heißt, seine Barmherzigkeit, seine Güte, seine Liebe ist wie ein Mutterschoß, wo neues Leben entstehen kann, wo neues Leben heran wächst; wo, sofern die werdende Mutter einigermaßen gesund lebt, keinen Alkohol trinkt, nicht raucht, wo ein Kind, das nach 9 Monaten geboren wird, ein ideales Umfeld vorfindet. Absolut ideal. Wir könnten sagen, Barmherzigkeit Gottes hat etwas damit zu tun, dass wir bei Gott unser ideales Umfeld vorfinden. Nirgendwo finden wir Leben, so wie bei ihm. Nirgendwo sind wir so angenommen, so bejaht, nirgendwo wachsen wir besser, und nicht nur das. Alle Mütter, die Kinder zur Welt gebracht haben, wissen es, das ist auch ein Loslassen. Und dieses Loslassen dauert dann noch Jahre. Zu meiner Zeit war das Loslassen mit 18 Jahren abgeschlossen. Heute haben junge Leute mit 50 manchmal noch nicht losgelassen vom Rockzipfel der Mutter. Der Mutterschoß ist ein Ort, der auch in die Freiheit entlässt, in ein Leben entlässt. Und das steht für Barmherzigkeit.

Gott, der Barmherzige, er wird Mensch, im Mutterschoß einer Jungfrau

Er hat sich Maria erwählt, in seiner Ewigkeit erwählt und sie konnte wie ein Mutterschoß, sagen wir mal sie, als die unbefleckt Empfangene, konnte seinem Sohn die ideale Wohnung bereiten. Und so kam durch dieses Tor, wenn wir es so wollen, die Barmherzigkeit auf die Welt. Die Barmherzigkeit Gottes wurde unter uns sichtbar, greifbar, erfahrbar. Liebe Brüder und Schwestern, was fehlt uns zu diesem Mutterschoß? Was fehlt uns an Reinheit, damit er bei uns ganz ankommen könnte? Was ist das Hindernis? Unbefleckte Empfängnis, Unschuld, Reinheit, dieses Dogma ist nicht nur deswegen so aktuell, weil in unserer Welt die Unschuld regiert oder Reinheit. Dieses Dogma ist so aktuell, weil in unserer Welt Unschuld verlacht wird. Einem Mädchen, einer 16-jährigen, die noch nicht mit einem Mann im Bett war, die wird verlacht. Die wird lächerlich gemacht. Wenn wir von Jungfräulichkeit, von Keuschheit sprechen, dann hat die Welt kein Verständnis dafür. Die Welt hat die Unschuld verloren und wir können uns umsehen wo wir wollen, in der Politik, in der Wirtschaft, indem, was in der Welt insgesamt vorkommt, das Allermeiste durchschauen wir nicht. Aber die Welt hat sich schuldig gemacht. Und da wird uns am heutigen Fest etwas ganz anderes vor Augen gestellt. Es wird uns vor Augen gestellt: Unschuld liegt im Bereich des Möglichen für uns Menschen.

Unschuld ist ein anstrebbares Ziel

Liebe Brüder und Schwestern, was heißt Unschuld? Ich gebe ihnen da nur einen Tipp, denken sie an die letzte Beichte, denken sie daran, was haben sie da dem Herrn vorgebracht? Kleinere und größere, vielleicht sogar schwere Sünden. Dann wissen sie, wie sie die Unschuld verloren haben. Wir verlieren die Unschuld durch Sünde. Aber da ist Maria, die wir betrachten. Ein Mensch wie du und ich. Wenn wir das wie einen Fluss sehen, auf der einen Seite Gott, der Allmächtige, der Dreieinige, und auf der anderen Seite des Flusses die Menschheit, dann steht Maria auf unserer Seite, auch wenn sie in der Zwischenzeit hinüber gewechselt ist, aber sie macht uns deutlich, wozu wir fähig wären. Wozu wir fähig wären, wenn wir uns innerlich so frei machen, dass uns seine Gnade erfüllen kann. Der Engel sagte zu Maria: „Du bist voll der Gnade!“ Du bist voll der Gnade, das heißt nicht nur das Übermaß, sondern das ganze Ausmaß an Gnade, ist in dir.

Liebe Brüder und Schwestern, diese Gnade, dieses Übermaß, dieses ganze Maß an Gnade, was ist dem verheißen? Alles! Leben in Fülle, Vergebung, Versöhnung, Liebe, Hoffnung, und vor allem ewiges Leben. Ich denke mir, wir müssen wirklich dankbar sein, dass wir nach dem Tod noch ein Fegefeuer geschenkt bekommen. Denn da geschieht von Gott her in seiner Barmherzigkeit die letzte Reinigung. Damit wir würdig werden, durch diese Pforte zu schreiten. Und wenn sie erlauben, dann zitiere ich eine Botschaft aus Schio. Da sagt Maria einmal: „Mein Herz ist die Pforte zum Paradies, weil es die Pforte zu meinem Sohn ist und weil der Sohn, der Weg zum Vater ist.“ Bitten wir die Unbefleckt Empfangene Jungfrau, dass sie uns die Sehnsucht ins Herz prägt, durch diese Heilige Pforte zu schreiten. Und ich schlage ihnen vor, wenn der Papst das schon bei den Gefängnisinsassen macht, erklären sie doch die Pforte, die Türe zu ihrem Haus, zu einer Heiligen Pforte in diesem Jahr. Erklären sie doch die Türe zu ihrer Zelle zu einer Heiligen Pforte. Vielleicht haben sie die Gelegenheit nach Rom zu fahren, aber tun sie es auch so. Und sprechen sie jedes Mal ein Gebet, wenn sie das Haus, die Zelle, betreten. Und denken sie an Maria, durch diese Pforte gelangen wir ins Paradies. Amen