Statue der Gottesmutter
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„Was führt dich, Ägäas, zu uns? Wenn du an Christus glauben willst, so steht dir, wie ich es versprochen habe, der Weg der Vergebung offen. Wenn du aber nur dazu gekommen bist, um mich vom Kreuze zu lösen, so sage ich dir, dass ich nicht lebendig von diesem Kreuze herab genommen werden kann, denn ich sehe schon meinen König. Ich stehe schon vor seinem Angesicht und bete ihn an. Aber dein Elend schmerzt mich, weil ewige Unglückseligkeit auf dich wartet. Eile dich zu retten, da du noch kannst, damit du nicht erst anfängst zu wollen, wenn es zu spät ist.“

Pfarrer Martirani erinnerte in der heutigen Predigt daran, dass sich der ganze Himmel über die Umkehr eines Sünders mehr freut als über alle Gerechten und regte damit auch zum Empfang des Bußsakramentes an: „Jedes Mal, wenn wir beichten gehen, ist das auch eine große Freude im Himmel. So wichtig bin ich für den Himmel. Der Himmel freut sich, wenn wir gebeichtet und die Erlösung angenommen haben.“

Nirgends erfahren wir Gottes Güte und Erbarmen in solcher Fülle, wie in der Umarmung des vergebenden Vaters, der in der Beichte mit dem Blute Jesus unsere Seele von aller Sünde reinwäscht. Deshalb herrscht beim Abend der Barmherzigkeit  immer große Freude im Himmel, denn viele Gläubige nutzen die Möglichkeit, sich mit Gott in der Beichte wieder zu versöhnen.

Wir dürfen wieder zum nächsten Abend der Barmherzigkeit einladen, der am Barbaratag, am 04. Dezember 2015, stattfinden wird.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit

Pfr. Mag. Guido Martirani

Schön, dass wir da sind, um Gott zu loben und zu preisen, um zu erkennen, wie groß Jesus in seiner Güte ist, wie groß Jesus auch heute mitten unter uns ist. Wir als Christen, als Getaufte, als Erlöste, wir brauchen Jesus Christus und er braucht uns. Mit Freude kommt er auch heute wieder, an diesem Abend der Barmherzigkeit, und ruft uns auf: „Öffnet eure Herzen. Empfangt diese Gnaden, empfangt diese Liebe, die Erlösung. Empfangt mich als Retter, als Sieger!“

Der Sieger über Satan, Tod und Sünde ist hier mitten unter uns. Und wir wollen „Ja“ sagen, zu ihm: „Ja, Jesus, wir bekennen, dass du es bist. Wir übergeben dir unser Leben neu und sagen ja zu dir aus ganzem Herzen.“ Unser Retter, unser Erlöser, unser Heiland, unser Gott ist jetzt hier. Und er betont immer wieder, wie sehr er uns liebt. Er sagt immer wieder neu: „Ich liebe euch, meine vielgeliebten Kinder. Habt keine Angst, vertraut auf meine Liebe. Vertraut auf mich.“

Lassen wir uns von ihm heilen und  berühren. Nehmen wir ihn an in unserem Leben. Umarmen wir ihn jetzt im Geiste. Er will uns, er hat Durst nach uns. Er hat Sehnsucht nach uns. Sagen wir Jesus: „Du bist mein Erlöser. Du bist mein Heiland. Du bist mein Gott, ich liebe dich.“ Und Jesus freut sich über jeden einzelnen, der heute hergekommen ist, um ihm zu begegnen. Denn Jesus ist der Chef des Abends der Barmherzigkeit. Er ist die Barmherzigkeit. Er sagt: „Bitte, lasst mich nie mehr los. Nie mehr!“

Nie mehr! Habt ihr das verstanden? Nie mehr! Also in dieser geistigen Haltung, in der wir jetzt Jesus umarmen, müssen wir raus gehen in die Welt und ihn nie mehr loslassen.

Am Sterbebett könnte einer sagen: „Na da kann ich ihn kurz loslassen.“ Nein, dann müssen wir ihn noch fester an uns drücken und nie mehr loslassen und ihm sagen: „Jesus, unser Heiland, unser Erlöser.“ „Mein Jesus“, dürfen wir sagen.

Und er wird immer mehr mit uns leben, immer mehr eins werden mit uns. Und er wird den Menschen durch uns begegnen und mit uns auf Mission gehen. Meine lieben Missionare! Wir gehen bald auf Mission, denn Gott formt uns hier. Gott formt uns, für eine große Mission. Die Menschen brauchen uns, denn sie brauchen Christus, den wir festhalten. Die Menschen brauchen Jesus Christus. Sie brauchen Erlösung, Rettung und Befreiung. Ja, wir sind klein, wir sind bemüht, demütig zu bleiben. Wir sind bemüht, klein zu sein. Aber Jesus ist groß, groß in der Liebe, im Verlangen, Menschen zu begegnen und zu retten. Er ist groß im Verlangen, dass die Menschen erkennen, wer die Wahrheit ist. Und die Wahrheit hat einen Namen: „Jesus Christus!“

Und wir sind hier an einem Ort, wo ganz besonders zu Maria gebetet wird. Wir sehen hier die Herz Marienstatue. Im Herzen der Gottesmutter brennt ein Feuer. Ein Feuer der Liebe. Die ganze Aufmerksamkeit der Mutter Gottes geht zu diesem Feuer hin. Zu diesem brennenden, lodernden Feuer. Jesus Christus offenbart sich in diesem Feuer und sagt: „Ich bin dieses Feuer. Ich bin diese Flamme.“

Maria ist uns Vorbild. Maria geht auf Mission mit einem liebenden Herzen und dieses Herz brennt. Ihre Mission ist die Flamme der Liebe ihres Unbefleckten Herzens. Und diese Flamme der Liebe ist Gott, ist Jesus Christus. Also, Maria geht auf Mission und bringt Jesus, sein Feuer, seine Liebe, seine Gegenwart. Dieses Feuer, diese Liebe, diese Gegenwart Jesu verblendet den Satan, verblendet alles Böse und bricht die Ketten des Bösen. Maria ist die Missionarin in dieser Zeit. Sie ist unser Anker. Wir halten uns fest an Maria. Denn sie kennt den Weg besser, als alle anderen. Und ihr Weg ist Jesus Christus. Ihr Weg ist das Evangelium. Ihr Weg ist die Kirche. Wir alle sind in ihrem Herzen. Halten wir uns fest an Maria. Sie strömt jetzt diese Gnade aus, diese Gnade der Liebesflamme.

Halten wir uns fest an Maria

Sie schenkt uns jetzt Jesus, die Frucht ihres Herzens. Sie hat wie kein anderer das Verlangen, dass Jesus in dieser Welt erkannt wird. Jesus soll als der Messias erkannt werden, als der Retter, als das wahre Licht der Welt. Also halten wir uns fest an Maria an und gehen wir mit ihr und mit Jesus in unseren Herzen auf Mission. Mit Maria an unserer Seite gehen wir hinaus, auf der Suche nach Menschen, die ein großes Verlangen haben nach Wahrheit, nach Jesus, nach Gottes Liebe.

Betet, dass die Menschen die Liebe Gottes erkennen. Das ist wichtig und wesentlich: Das Gebet für die Menschen. Wir müssen für sie beten, anstatt sie zu verurteilen! Wo war Jesus? Jesus war bei den schrecklichen Sündern. Wirklich, er hat sich hin getraut. Ich weiß nicht, aber wir haben die Hosen oft voll – zu Sündern, da gehen wir nicht hin, weil wir Angsthasen sind. Nicht, weil wir so fromm sind, sondern weil wir Angsthasen sind.

Jesus hat sich getraut, zu den Sündern zu gehen. Die anderen (Pharisäer) taten ganz fromm, mit Gebetsquasten und so – und wo war Jesus? Das musst du dir mal vorstellen! Bei den schrecklichen Sündern war er, er hat sich hin getraut. Natürlich waren die ganz Frommen, die Schriftgelehrten, empört. Aber Jesus war dort, als unser Vorbild. Wenn man nur einen von diesen schrecklichen Sündern im Herzen erreicht, nur einen, dann gibt es eine große „Party“ im Himmel. Vollgas! Ihr müsst euch die schönste „Party“, die ihr einmal gehabt habt, vorstellen. Und im Himmel ist es noch viel schöner! Da freuen sich alle. Der ganze Himmel steht da. Einer sagt: „Ja, wenn sich nur einer bekehrt hat, da freut sich höchstens ein Engerl im Himmel.“ Nein, der ganze Himmel freut sich! Es ist mehr Freude über einen Sünder, als über alle anderen Gerechten. So ist der Himmel wirklich. Der Himmel schaut hin zu den Sündern, betet für sie und wenn sich einer dann bekehrt, dann gibt es eine große „Party“. Und wir sind die gesandten Gottes für diese Mission. Wir nehmen Maria an der Hand und freuen uns, wirklich diese Erwählten zu sein. Und jedes Mal, wenn wir beichten gehen, ist das auch eine große Freude im Himmel. So wichtig bin ich für den Himmel. Der Himmel freut sich, wenn wir gebeichtet und die Erlösung angenommen haben. Amen

Einleitung

Geistl. Rat Mag. Johannes Vertesich

Lieber Mitbruder, liebe ehrwürdige Schwestern, liebe Brüder und Schwestern im Herrn, die wir uns heute an diesem Herz-Jesu-Freitag versammelt haben! Es ist für mich eine große Freude, dass ich diesen Gottesdienst heute mit ihnen feiern darf. Sie haben sich schon eingestimmt durch Gebet und durch Lieder, für diesen Gottesdienst. … Das Gebet ist es, warum wir heute hier her gekommen sind, das ist das Wichtigste, dass der Herr in unserer Mitte mit uns und bei uns ist und dass wir uns mit all unseren Sorgen, das, was uns bedrückt, das was jeder und jede heute mitgebracht hat, was er im Herzen trägt, all die Menschen, die wir in unserem Herzen tragen, dass wir sie ihm geben, dass wir sie auf den Altar legen.

Vielleicht haben sie gemerkt, dass Mutter Oberin und Sr. Johanna heute etwas Besonderes getan haben. Sie haben zwei Reliquien hereingebracht in unsere Kirche und haben sie dort vor dem Ambo hingestellt und ich möchte kurz sagen, worum es sich handelt und wer diese Leute sind, die da so feierlich hereingetragen worden sind. Der erste ist Bartolo Longo. Als Papst Johannes Paul II. am 26. Oktober 1980 Bartolo Longo seliggesprochen hat, fragten sich sicherlich viele, wer war dieser Mann? Die wenigsten haben ihn gekannt, genauso wie viele von uns. Ich habe auch bis heute nicht gewusst, dass es ihn gibt. Wer war dieser Mann, der vom Papst als leuchtendes Vorbild den Katholiken vorgestellt und genannt wurde? Eigentlich ist er bis heute eine eher unbekannte Figur und sein Kult ist nicht besonders weit verbreitet. Bisher erscheinen nur einige seltene Veröffentlichungen, die seine Arbeit betreffen. Als eine der wichtigsten kann man das Apostolische Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ betrachten, in dem Bartolo Longo von Papst Johannes Paul II. mehrfach erwähnt wurde. Also, liebe Brüder und Schwestern, wir sind in guter Gesellschaft, weil die ihn auch nicht gekannt haben, deswegen werde ich ihn heute vorstellen, mir und auch ihnen. An uns liegt es, dass wir ihn dann auch weiter verbreiten und dass wir von ihm Kenntnis geben. Er hatte ein besonderes Charisma, er war ein wahrer Apostel des Rosenkranzes und wer passt da besser hinein, als er, wo wir im Rosenkranzmonat sind und wo wir [den heutigen Abend] begonnen haben mit dem Rosenkranz. Sein Weg der Heiligkeit gründete auf einer Eingebung, die er in der Tiefe seines Herzens vernommen hat: „Wer das Rosenkranzgebet verbreitet, ist gerettet.“ Eine wunderbare Aussage, also wenn ich den Rosenkranz bete, dann sagt die Mutter Gottes, dann ist er sicher gerettet. Auf dieser Grundlage fühlte er sich berufen, in Pompeji, in Italien, ein Heiligtum der Jungfrau vom Heiligen Rosenkranz zu errichten, welches auf den Ruinen der antiken Stadt ruht. Mit seinem ganzen Werk und vor allem durch die 15 Sonntage, hat Bartolo Longo das christozentrische und betrachtende Wesen des Rosenkranzes herausgearbeitet, wo er besonders Ermutigung und Unterstützung vom Heiligen Vater Leo XIII. bekommen hat, dem Papst des Rosenkranzes. So viel zu diesem Seligen, er ist noch nicht heiliggesprochen. Und so sind wir aufgerufen, dass wir beten und bitten um einen Heiligen mehr in dieser katholischen Kirche. Wir haben ihn hier jetzt in unserer Klosterkapelle, heute und morgen zur besonderen Verehrung ausgesetzt und dann kommt die Reliquie dort in diesen Schrank wo viele Reliquien schon da sind, aber noch mehr dazu kommen werden. Und das ist ja das Schöne, dass immer wieder welche dazu kommen. Die zweite Reliquie die hereingetragen wurde, ist vom heiligen Paul Micki und seinen Gefährten. Sie sind Märtyrer in Nagasaki in Japan, und sind schon etwas bekannter. Sie wurden für ihren Glauben 1956 ermordet, weil sie standhaft geblieben sind und standhaft waren und das mit ihrem Blut bezeugt haben. Märtyrer sind immer der Same, an dem die Kirche wächst und so wollen wir diese beiden ganz besonders bitten und ihre Fürsprache auch für uns erflehen.

Schwester und Brüder, heute haben wir uns versammelt, weil auch der erste Freitag, Herz-Jesu-Freitag, ist und was gibt es Schöneres, was gibt es Größeres, als wenn uns jemand sein Herz schenkt? Wenn jemand sein Herz für uns öffnet? Wenn jemand ein gutes Herz hat? Und das haben wir alles in Jesus. Er ist es, der dieses Herz weit geöffnet hat für jeden und jede von uns. Und wir dürfen zu diesem Herzen Jesu heute kommen. Wir dürfen zu ihm flüchten, wir dürfen Zuflucht nehmen in diesem Herzen.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit

Geistl. Rat Mag. Johannes Vertesich

Liebe Brüder und Schwestern, die wir uns heute zu dieser Feier des Herz-Jesu-Freitags versammelt haben!
Herz-Jesu-Verehrung stellt die Sünde und damit auch die Sündhaftigkeit des Menschen in den Mittelpunkt. Es ist ein bevorzugter Tag für die Beichte und für die Krankenkommunion. In der Regel wird an diesem Tag das Allerheiligste Altarsakrament ausgesetzt und ein sakramentaler Segen gespendet. Er geht auf die Visionen der heiligen Margareta Maria Alacoque zurück. Das, was ich soeben gesagt habe, das tun sie schon heute und das tun sie schon viele Monate und Jahre. Am 19 Juni 1675 in der Fronleichnamsoktav erschien Jesus Christus der heiligen Margareta Maria Alacoque in Paray-le-Monial, als sie vor dem Tabernakel kniete und er zeigte ihr sein Herz und sagte folgendes:

„Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die mir besonders geweiht sind, mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange ich von dir, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche dir, dass mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluss seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die sorgen, dass es auch von andern verehrt werde.“ Soweit die Worte Jesu an die Schwester.

Brüder und Schwestern, sie kennen, nehme ich an, das Spiel „Herz ist Trumpf“. Vielleicht wissen das auch die Schwestern, vielleicht spielen sie das sogar. Herz ist Trumpf auch in unserem Leben. Das Symbol Herz ist in allen Religionen und Kulturen ein häufig erscheinendes Wahrzeichen für Lebenskraft, ein Zeichen des Verstandes, des Willens, des Mutes, der Gefühle und Leidenschaften, aber vor allem ein Sinnbild der Liebe. Auch in unserer europäischen Kultur, überall begegnet man diesem Wahrzeichen. Herz, wird sehr oft gebraucht, aber auch missbraucht. Wir kennen das Lebkuchen- und Schokoladenherz. Jeder von uns hat schon einmal herzliche Grüße erhalten, auf einer Glückwunschkarte oder einen Blumenstrauß mit einem Papierherz am Valentinstag. Frauen tragen gerne ein Herz als Schmuckstück. Auch auf Kleidungsstücken wird es eingewoben oder eingenäht. Das Herz klebt auf Schülerpulten oder auf Gartenbänken und Verliebte ritzen es in die Rinde der Bäume. Auf Heckscheiben und auf Taschen leuchtet werbewirksam der Herzaufkleber „I love …“ (jetzt können sie einsetzen was sie möchten: welchen Sportverein, welches Singidol  usw.) Ich hoffe, dass es einmal kommt und das jemand auch wo stehen haben wird: „I love Jesu Kirche“. Aber auch im Sprachgebrauch und in Sprichwörtern ist Herz ein Schlüsselwort, ist der Joker in der Literatur. Wir können uns sozusagen „ein Herz fassen“, wir können unser Herz an etwas hängen, ihm einen Stoß geben, tief im Herzen können wir getroffen sein oder wir bringen etwas einfach nicht über unser Herz. Etwas kann uns ans Herz wachsen oder tief zu Herzen gehen oder wir können „ein Herz und eine Seele sein“. Eine Frau trägt ein Kind unter ihrem Herzen. Mit Hand aufs Herz, bekunden wir Aufrichtigkeit und wenn wir uns anderen offen mitteilen, dann schütten wir unser Herz aus. Gefühlskalten oder lieblosen Menschen wird nachgesagt, sie hätten kein Herz oder eben ein steinernes Herz.

Das göttliche Herz Jesu steht offen für alle Menschen

Herz also als tiefsinniges Schlüsselwort seit undenklichen Zeiten. Heute am Herz-Jesu-Freitag geht es, liebe Brüder und Schwestern, um das göttliche Herz, das uns heute wieder seine Liebeserklärung gibt, das offen steht für alle Menschen. Gott hat ein Herz für die Menschen, Jesus ist dieses Herz, so heißt es in einem Lied im Gotteslob. Gott zeigt uns sein Herz, wenn wir jetzt die heilige Messe, die Eucharistie feiern, denn er verschenkt sich uns in seinem Sohn in einer ganz dichten Weise. Hier wiederholt sich der tiefste Augenblick und Ausdruck seiner Liebe, nämlich sein Kreuzestod und seine Auferstehung für uns Menschen. Gott zeigt uns sein Herz, wenn wir in der Heiligen Schrift lesen von den Taten seiner Liebe. Wenn wir in den Gleichnissen lesen, vom Gott der Liebe, vom Barmherzigen Vater, eben von Gott, der barmherzig ist und der ein Herz hat. Gott zeigt uns ein liebendes Herz, wenn der Priester uns von unseren Sünden losspricht, wenn er Gottes verzeihende Liebe uns allen zusagt. Gott zeigt uns sein hörendes Herz, wenn wir zu ihm beten, wenn wir ihm unser Herz ausschütten. Gott zeigt uns seine Liebe in seiner Schöpfung, die er uns Menschen anvertraut, und die wir bestaunen und benützen dürfen. Gott zeigt uns sein Herz und seine Liebe durch Mitmenschen, die er uns an die Seite stellt und uns schenkt. Wir verehren heute also das Herz-Jesu, das Geheimnis der göttlichen Liebe.

Heute werden wir aufgefordert, die Liebe Gottes zu erwidern

Am Herz-Jesu-Freitag geht es auch um unser Herz, das Antwort gibt auf die Liebeserklärung Gottes an uns Menschen. Das lateinische Wort „Credo“ – ich glaube, kommt ursprünglich aus den beiden Worten „cor“ und „dare“ das bedeutet „das Herz geben“. Wenn ich also mein Herz öffne, wenn ich mein Herz jemandem gebe, dann heißt das, dass ich dem anderen vertraue, dass ich ihm glaube. Beim Glauben geht es also in erster Linie um eine Liebesbeziehung zwischen Gott und mir. Gott glauben bedeutet, ihm mein Herz zuwenden, auf ihn hören und ihm vertrauen. So ergeht heute die ganz existentielle Frage an mich und an sie, liebe Schwestern und Brüder: Vertraue ich Gott? Das ist so leicht gesagt. Vertraue ich ihm in jeder Situation? Lasse ich mich ganz auf seinen Willen ein? Wie leicht beten wir das Vater unser. Lippenbekenntnis. „Dein Wille geschehe“ aber mein Wille soll sich erfüllen. Weiß ich mich getragen von seiner Vorsehung? Etwas ganz wichtiges. Vorsehung – glaube ich an die Vorsehung Gottes? Habe ich wirklich ein hörendes Herz? Hört es Gott oder hört es rundherum alles andere? Höre ich auf die Herzensanliegen Gottes? Vertraue ich darauf, dass ich von ihm getragen und aufgefangen werde auch und gerade in Krisenzeiten, in Notsituationen, in Glaubenszweifeln und vor allem in meinem Leid? Glaube ich daran? Vertraue ich, dass es wirklich so ist? Wir werden heute also aufgefordert, die Liebe Gottes zu erwidern. Ganz besonders in der Liebe zu unseren Mitmenschen.

Das Herz ist wie gesagt Symbol der Liebe, aber es ist auch Symbol für Mut, für Courage. Für diese Tugend möchte ich heute, Schwestern und Brüder, werben. Für die Courage. Das Wort kommt ja vom französischen „Coeur“ bzw. vom lateinischen „Cor“ das Herz.

Sich ein Herz nehmen

Dieser Ausdruck sagt vielleicht am ehesten aus, was wir unter Courage verstehen. Wir zeigen Mut, Herzenskraft, Courage, das sind Tugenden, die in einer Zeit der Bindungslosigkeit und der Entscheidungslosigkeit wieder gefragt sind. Zeige ich, zeigen wir Courage? Zeige ich als Christ, als Katholik, als Katholikin, Courage? Habe ich die Courage, habe ich den Mut, gegen die Meinung der anderen aufzutreten oder meine persönliche Überzeugung zu sagen? Wenn es darum geht, für diesen Gott der Liebe Zeugnis zu geben in Wort und Tat, wenn es um unsere christlichen Werte und Symbole geht? Zeige ich mein Kreuz, zeige ich meinen Glauben, bekenne ich meinen Glauben, bete ich, bekreuzige ich mich öffentlich? Wenn es darum geht, den Klatsch über andere zu unterbrechen, auch wenn wir Unverständnis und Spott ernten? Wenn es darum geht, Menschen in unserer Gesellschaft am Rande zu verteidigen, für sie öffentlich einzutreten? Ich mache mich nicht schmutzig. Ich will mit den anderen nichts zu tun haben, dann habe ich nur Probleme. Also schweige ich, das ist das Einfachste. Im Beruf ja nicht bekennen, dass ich Christ bin. Und schon gar nicht sagen, dass ich am Sonntag zum Gottesdienst gehe, weil dann bin ich out. Das wäre aber Courage, zu unserem Herrn. Wenn es darum geht eine Entscheidung zu treffen, für eine lebenslange Bindung, für ein Projekt für Arme. Wenn es darum geht meine Zeit an andere zu verschenken, eine Aufgabe ehrenamtlich zu übernehmen. Ich war viele Jahre Pfarrer, war auch Dechant, und wenn ich von den Leuten etwas erbeten habe, einen Dienst – ich habe gewusst, sie können mir 20 Sachen sagen, warum nicht. Sofort haben sie das parat gehabt, konnten 20 Sachen auf Anhieb sagen, warum sie das in der Pfarre nicht übernehmen können. Da sind wir sehr groß da, Entschuldigungen, Ausreden, Aussagen, anstatt zu sagen: „Danke Herr Pfarrer, dass sie an mich gedacht haben, ich mache es gern.“

Wenn es darum geht, einen Besuch zu machen, den ich schon lange hinausgezogen habe, endlich einen Brief, ein Email zu schreiben, um ein Missverständnis zu klären. Viele Situationen gibt es im Leben in denen ich Courage brauche, damit ich tue, was angemessen ist. Und das, liebe Schwestern und Brüder, möchte ich ihnen heute ans Herz legen: Diese Courage. Die ist heute sehr gefordert, und sie werden sagen, wenn sie dann nach Hause gehen, und man wird sie fragen: „Was hat denn der Pfarrer heute alles gesagt?“ „Na viel zu viel“, werden sie sagen. Aber das eine gebe ich ihnen mit und das werden sie sich leicht merken: „Heute hat er gesagt, wir brauchen Courage.“ Und das nehmen wir uns mit. Als ich beim Heiligen Vater war, beim heiligen Johannes Paul II, hat mich der Bischof vorgestellt und er hat nichts anderes gesagt, er hat nur gesagt: „Courage“. Und das ist mir geblieben. „Courage“, damals hat er das gesagt, wir brauchen Courage. Er hat sie bewiesen als junger Student, er hat sie bewiesen in seinem Leben unter Kommunismus und er hat sie bewiesen als der Heilige Vater, als Papst in Rom. Schwestern und Brüder, das ist heute meine Bitte an sie, an diesem Herz-Jesu-Freitag. Ich habe vieles gesagt, aber merken sie sich die Courage. Seien sie wirklich couragiert, vertreten sie, stehen sie für das ein, was ihnen wertvoll ist, was ihnen wichtig ist, was sie in ihrem Herzen tragen. Denn was sie in ihrem Herzen tragen, ist immer gut. Und das geben sie weiter und das bezeugen sie. Und sie werden sehen, um sie herum werden Wunder geschehen. Wie die Leute staunen werden, was der für einen Mut hat, was der bzw. die für eine Courage hat. Und sie werden anstecken, denn Courage ist ansteckend. Krankheiten sind auch ansteckend, aber Courage auch. Das wünsche ich ihnen, stecken sie mit dieser Courage von diesem heutigen Herz-Jesu-Freitag viele, viele, viele Menschen in ihrer Umgebung an. Amen.

Fünfzehn Verheißungen für das Rosenkranzgebet Die allerseligste Jungfrau Maria hat dem heiligen Dominikus die folgenden fünfzehn Verheißungen für das Rosenkranzgebet gegeben

1. Diejenigen, welche meinen Rosenkranz beharrlich beten, erlangen eine besondere Gnade.
2. Ich verspreche jenen, die andächtig den Psalter meines Rosenkranzes beten, große Gnaden und meinen besonderen Schutz.
3. Der Rosenkranz ist ein mächtiger Schild gegen den höllischen Feind; er vernichtet das Laster, verhindert die Sünde und rottet die Irrlehre aus.
4. Der Rosenkranz bewirkt das Wiederaufblühen der Tugend und Werke der Gottseligkeit. Durch ihn wird den Seelen die Fülle der göttlichen Erbarmungen zuteil; indem sie sich von der eitlen Anhänglichkeit an die Güter dieser Welt losschälen, werden sie erfüllt von dem Verlangen nach den ewigen Gütern; viele Seelen werden durch den heiligen Rosenkranz gerettet.
5. Die Seele, welche in rechter Weise durch meinen Rosenkranz ihre Zuflucht zu mir nimmt, geht nicht verloren.
6. Alle diejenigen, welche andächtig den Rosenkranz beten, und dabei die Geheimnisse betrachten, werden vom Unglücke nicht niedergebeugt und vor dem unvorhergesehenen Tode bewahrt bleiben. Sind sie in Sünden, so werden sie die Gnade der Bekehrung erlangen; die Gnade der Beharrlichkeit aber, wenn sie gerecht sind, und sie werden würdig befunden werden des ewigen Lebens.
7. Die Gläubigen, welche eine wahre Andacht zu meinem Rosenkranz haben, werden nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben.
8. Ich will, dass jene, die meinen Rosenkranz andächtig beten, während ihres Lebens und im Augenblicke ihres Todes der Fülle göttlicher Erleuchtungen und Gnaden teilhaftig werden sowie der Verdienste der Heiligen Gottes.
9. Jeden Tag befreie ich aus dem Fegfeuer die Seelen, welche in ihrem Leben die Andacht des heiligen Rosenkranzes beharrlich gepflegt haben.
10. Denen, die wahrhaft andächtig meinen Rosenkranz beten, wird im Himmel eine besondere Glorie zuteilwerden.
11. Alles, was man mich vermittels des hl. Rosenkranzes bittet, wird man erhalten.
12. Diejenigen, welche an der Verbreitung meines Rosenkranzes arbeiten, werden in all‘ ihren Nöten meine Hilfe erfahren.
13. Ich habe von meinem göttlichen Sohne die Gnade erlangt, dass alle, welche der Bruderschaft vom heiligen Rosenkranze einverleibt sind, die glückseligen Bewohner des Himmels zu ihren Brüdern und Schwestern haben, während ihres Lebens und in der Stunde ihres Todes.
14. Diejenigen, welche meinen Rosenkranz beten, sind meine bevorzugten Kinder und Brüder Jesu Christi, meines eingeborenen Sohnes.
15. Die Andacht zum hl. Rosenkranz ist ein besonderes Merkmal der Auserwählung.

Imprimatur: Patrick J. Hayes, D.D.; Archbishop of New York, USA.
Diese Verheißungen gelten für die normalen Rosenkranzandachten.