Statue der Gottesmutter
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Sr. Teresia Benedicta vom Kreuz

Wie Christus war sie in ihrem Herzen ganz Jüdin geblieben, aber eine Jüdin, die ihren Messias gefunden hatte. Als Sühnopfer für ihr Volk zu leben und zu sterben, empfand sie als ihre besondere Berufung. Diesem Sühnegedanken blieb sie bis zum Schluss treu. Als sie mit ihrer Schwester Rosa, die ebenfalls konvertierte, am 02. August 1942 von der Gestapo aus dem Karmel in Echt zur Vernichtung abgeholt wurde, sagte Sr. Teresia Benedicta zu ihr: „Komm, wir gehen für unser Volk!“ Edith Steins Leben wirft für uns die Frage auf: „Wieviel bin ich bereit, für das Heil meines Volkes zu leiden, zu opfern?“ Nicht ohne Grund hat Johannes Paul II. Sr. Teresia Benedicta vom Kreuz (= die vom Kreuz Gesegnete) als Europapatronin gegeben.

Edith Stein, Philosophin, Frauenrechtlerin, Jüdin und Karmelitin. Sie steht uns als Beispiel gegenüber, als eine, die durch beharrliche Gottsuche und später durch ihre starke Gottes- und Menschenliebe, das erreichte, was heute für Europa so wichtig geworden ist: Sie einte in ihrem Lebensopfer die ihrem Herzen anvertrauten Völker.

Beten wir mit ihr, um ein in Christus geeintes Europa, damit der Segen Gottes sich auf unserem Kontinent wieder stärker ausbreiten kann. Und lassen wir uns von Gott verwenden, wozu er uns geschaffen und berufen hat. Erlauben wir ihm wie Edith Stein, an uns zu handeln, wie es ihm gefällt, damit auch wir einmal mit den Worten dieser Heiligen sagen können: „Was nicht in meinem Plan lag, das hat in Gottes Plan gelegen!“

„Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name…“ (Mt 6,9)

Beim heutigen Gebetsnachmittag durften viele Gläubige ähnliche Erfahrungen machen, und sich von der Liebe des Vaters getragen wissen. Wir sind alle Kinder eines Vaters, wir sind eine Familie in Gott, wie unsere geistliche Kindschaft in einem Lied besungen wird. Als Geschwister im Glauben muss es jedem Getauften ein Anliegen sein, füreinander zu beten, dass allen Menschen die Erfahrung der Liebe des Vaters geschenkt wird. Beten wir weiter – ohne Unterlass, wie es die Schrift lehrt – lassen wir uns vom Vater lieben. Dann wird sich Vieles in unserem Leben zum Besseren wenden.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit

P. Mag. Hans Grafl COp

Ja, das Wort Gottes sollen wir so verehren, wie die Eucharistie, weil eben Gott zu uns spricht. Im Alten Testament spricht vor allem Gott Vater und im Neuen Testament spricht vor allem Jesus. Aber Jesus hat ja auch gesagt: „Ich bin gekommen, um euch mit dem Vater bekannt zu machen, noch inniger bekannt zu machen.“ Und in der Lesung haben wir heute gehört, wie Gott sagt: „Forsche doch einmal nach. Hat es das jemals gegeben? Hat sich je etwas so Großes ereignet? Hat je ein Volk einen Gott mitten aus dem Feuer im Donner sprechen hören? Oder, dass er eine Nation herausgeführt hat, unter Prüfungen, Zeichen und Wundern, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm?“

Und er sagt dann: „Das hast du sehen dürfen, damit du erkennst: Jahwe ist der Gott, kein anderer ist, außer ihm.“ Jahwe ist der Gott, kein anderer ist, außer ihm! Er, der immer mit uns ist. Und dann geht es noch weiter: „Weil er deine Väter liebgewonnen hat, weil er dich liebt, hat er alle Nachkommen von jedem von ihnen erwählt, und dich dann in eigener Person durch seine große Kraft aus Ägypten geführt. Er hat Völker vertrieben, die größer und mächtiger sind als du, um dich in das Land zu führen, in ihr Land zu führen, und es dir als Erbe zu geben.“ Und dann eben nochmals: „Heute sollst du erkennen und dir es zu Herzen nehmen: Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst! Und eben daher sollst du seine Gesetze und Gebote halten, damit es dir gut geht und du lange lebst, in dem Land, das er, dein Gott, dir schenkt.“ Ja, Jahwe ist dieser große, wunderbare Gott, und das ganze Alte Testament ist durchdrungen von dieser Liebe Gottes. Z.B.: Jesaja Kapitel 40 bis Kapitel 66 – ich lese das sehr gerne, immer wieder – da kommt das sehr stark heraus: Fürchte dich nicht! Oder: Wie eine Mutter ihr Kind liebt und tröstet, in den Armen wiegt … usw. Oder: Ich habe dich in meine Hand „eintätowiert“. Das sind eben diese großen, wunderbaren Worte unseres Vaters.

Und heute, aus der Sicht des Neuen Testaments, müssten wir natürlich weiter sagen: Forsche nach! Hat es so etwas gegeben, dass ein Gott Mensch wurde? Dass ein Gott für uns Menschen am Kreuz gestorben ist? Es war beim Abendessen, gestern, wo ich P. Jaime gesprochen haben, wo er gesagt hat: „Die Grundverkündigung, das Kerygma, braucht es!“ Die Menschen müssen einmal diesem lebendigen Gott begegnen, erst dann kommt alles andere. Diese Grundverkündigung: Gott wird Mensch, Gott stirbt am Kreuz, Gott steht von den Toten auf und macht sich so demütig, dass er in der Eucharistie gegenwärtig wird. Er kommt auf das Wort des Priesters herab und ist im Tabernakel immer gegenwärtig. Hat es je einmal so etwas gegeben, dass ein Gott Mensch wird, dass ein Gott für uns Menschen stirbt, dass er den Tod besiegt und von den Toten auferstanden ist? Hat es das je gegeben, dass ein Religionsgründer, ein Ordensstifter, sein Leben hingibt für seine Leute?

Das ist eben das Große, Wunderbare an Gott! Vor kurzem habe ich von einem Priester aus Frankreich gelesen, wo eine Heilige – ich weiß nicht mehr, welche es war – Jesus fragte: „Jesus, wieso hast du sogar noch dein Herz am Kreuz durchbohren lassen? Das war nicht mehr notwendig. Du warst ja schon tot. Wieso haben sie deinen Leichnam noch geschändet am Kreuz?“ Und er hat gesagt: „Ich konnte nur endlich leiden und so wollte ich euch noch meine Liebe zeigen, indem ich mein Herz noch hab durchbohren lassen.“ Er hat sein Herz eben für uns noch durchbohren lassen! Und wenn er heute zu seinen Jüngern sagt: „Folgt mir nach und nehmt auch ihr euer Kreuz auf euch!“, dann eben deshalb, weil wir durch die Taufe Anteil haben am Kreuzestod Jesu. Wir sind mit Christus gekreuzigt und begraben und haben Anteil an seiner Auferstehung.

Wir haben Teil an Jesu Leiden, aber auch an seiner Auferstehung

Bei der Primizpredigt, gestern, hat es ja der Herr Patrick sehr schön hervorgehoben, was „Verklärung des Herrn“ bedeutet: Auferstehung, das weiße Gewand, die Farbe der Freude. Und so haben wir Teil eben an seinem Leiden, aber auch an seiner Auferstehung. Durch die Taufe sind wir eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Und unser innerer Mensch wird ständig erneuert. Bei der Beichte bekommen wir wieder die Seele eines Kindes, die Unschuld zurück. Bei jeder heiligen Messe, alles, was wir dort bei der Gabenbereitung hineinlegen, wandelt er bei der Wandlung, verklärt er gleichsam zur neuen Schöpfung. Sodass wir gleichsam immer up to date sind, so wie ein Computer, der immer das Update macht, wenn man ihn runterfährt. So wird das gleichsam bei uns immer aktualisiert, alles, was wir Gott hineinlegen bei der heiligen Messe.

Und ich glaube auch, dieses Evangelium heute, ist auch nicht zu verstehen, ohne, dass wir begreifen, was Gott uns geschenkt hat. Walter Trobisch sagte einmal: „Ein Christ kann sich nur verleugnen, kann nur das verleugnen, was er zuerst angenommen hat, was er sich bewusst ist, dass er es hat.“ Wenn ich mir bewusst bin: Ich bin ein Kind Gottes, durch die Taufe. Oder noch mehr: Schon durch die Schöpfung, bin ich Abbild, Ebenbild Gottes und habe ich Teil an seiner Herrlichkeit! Durch die Schöpfung habe ich schon Geist! Gleichsam durch die Schöpfung als Abbild, bin ich schon unendlich! Die Sünde hat zwar dann den Menschen verwundet, aber Jesus hat uns wieder hergestellt, sodass wir das ewige Leben haben. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“

Ja, Ihr habt es oft gehört auch, in den Gesprächen, dass es oft gar nicht so leicht ist, diese Situationen im Leben, die schwer sind, anzunehmen. Eine Mitarbeiterin (bei den Kalasantinern), aber auch Sr. Johanna, hat es dann ganz ähnlich gesagt: Diese drei Stufen: Zuerst die Schwierigkeiten annehmen, dann dafür danken und dann den Vater bitten, dass er sich verherrlicht. Diese eine Mitarbeiterin betet meistens: „Vater, ich nehme jetzt diese Situation dankbar an aus deiner Hand. Ich nehme jetzt diese Situation dankbar an aus deiner Hand, mach du etwas Gutes daraus. Verherrliche du dich jetzt in dieser Situation.“ Und die Erfahrung ist, wenn man das macht, dass dann – zumindest ich erlebe das dann immer ganz stark – dass dem Versucher, dem Bösen, dann gleichsam der Nährboden genommen wird. Wenn ich mich hingegen wehre, wenn ich hadere, wenn ich kämpfe, dann kann er das noch oft für sich ausnützen. Aber wenn ich in dieser Weise bete: „Vater, ich nehme jetzt diese Situation – ich weiß nicht, Z.B.: mein Mann trinkt oder mein Sohn hatte einen Autounfall gehabt, oder da gibt es in der Familie jemanden, der krebskrank ist – Vater, ich nehme jetzt diese Situation dankbar an aus deiner Hand. Vater, verherrliche du dich jetzt in dieser Situation.“ Dann darf ich wirklich darauf vertrauen, dass Gott diese ganze Sache in die Hand nimmt, und dass er etwas Gutes daraus macht. Am Ende des Evangeliums heißt es dann noch: „Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.“

Wir sind heute, wie soll ich sagen, betroffen von Dingen, die in der Welt laufen und die geschehen, immer wieder. Und ich denke da an einen mittlerweile verstorbenen Priester, der gesagt hat: „Ja, das zweite Kommen Jesu steht vor der Tür.“ Und von daher dürfen wir uns über die Geschehnisse nicht wundern, wenn wir in der Bibel nachlesen. Ich war einmal überrascht: Eine Großmutter, eine Oma – da war die Tochter in äußerster Not – und in dieser Not, da hat sie wieder zu beten begonnen; hat in der Straßenbahn, wenn sie zur Arbeit gefahren ist, Bibellesen begonnen. Und dann sagte sie mir nach 2, 3 oder 4 Wochen Bibellesen: „Wenn man das so liest, was in der Bibel steht, dann kann man die Zeichen der Zeit erkennen.“ Ich habe mir gedacht: „Bumm! Für eine Frau, die erst seit 3, 4 Wochen wieder die Bibel liest, ist das doch eine ganz schöne Erkenntnis.“ Und das andere, das hier im heutigen Evangelium steht – das ist nämlich der Vorspann vom Evangelium von gestern – da lesen wir: „Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.“ In anderen Evangelien heißt es bei Markus und bei Lukas: „Bis sie das Reich Gottes, den Anbruch des Reiches Gottes sehen.“ Und deswegen geschah bei der Verklärung des Herrn, eben die Vorwegnahme der Auferstehung Jesu.