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Andreas antwortete: „Das behaupte ich darum, weil ich bei ihm war, als er von seinem Jünger verraten wurde. Und weil er vorher es uns gesagt hatte, dass er verraten und für das Heil der Menschen gekreuzigt werde. Auch sagte er voraus, dass er am dritten Tage auferstehen werde. Als mein Bruder Petrus zu ihm sagte: »Bewahre, Herr! Solches soll nicht geschehen!«, sprach er entrüstet also zu Petrus: »Weg von mir, du Widersacher! Denn du sinnest nicht, was Gottes ist. Und um uns vollständiger zu belehren, dass er freiwillig das Leiden auf sich nehme, sagte er uns: »Ich habe die Macht, mein Leben hinzugeben, und die Macht, es wieder zurück zu nehmen.«“
Ägäas sprach: „Ich wundere mich, wie du als verständiger Mann jenem anhangen magst, von dem du selbst gestehst, dass er ans Kreuz geheftet worden ist. Sei es nun freiwillig oder gezwungen.“
Andreas sprach: „Erinnere dich, dass ich auch gesagt habe: »Groß sei das Geheimnis des Kreuzes!«“
Ägäas sagte: „Geheimnis kann man es nicht heißen, sondern Hinrichtung.“
Andreas erwiderte: „Wenn du mich geduldig anhörst, so sollst du erfahren, wie diese Hinrichtung das Geheimnis der menschlichen Erlösung ist.“
Ägäas sagte: „Ich will dich zwar geduldig anhören, wenn du aber dann nicht auf mich folgsam hörest, so wirst du das Geheimnis des Kreuzes an dir selbst erfahren.“
Das Geheimnis des Kreuzes
Andreas antwortete: „Wenn ich vor dem Kreuze mich fürchtete, so würde ich die Herrlichkeit des Kreuzes nicht predigen! Der Tod der Gerechten ist kostbar, der Tod der Sünde aber entsetzlich. Und deshalb möchte ich, dass du das Geheimnis des Kreuzes hörest, damit du vielleicht daran glaubest, und durch den Glauben deine Seele gerettet werde.“
Ägäas sprach: „Gerettet wird, was zu Grunde gegangen ist. Ist denn meine Seele zu Grunde gegangen, dass du behauptest, sie könnte gerettet werden durch einen, ich weiß nicht, was für einen Glauben?“
Andreas antwortete: „Das ist es, was du lernen solltest: Wie die verlorenen Seelen durch das Geheimnis des Kreuzes gerettet werden. Der erste Mensch hat nämlich durch das Holz der bösen Lust den Tod herbeigezogen. Darum war es für die Menschheit notwendig, dass durch das Holz des Leidens der eingedrungene Tod wieder vertrieben werde. Und wie der erste Mensch aus unbefleckter Erde gebildet worden ist, so musste der von einer unbefleckten Jungfrau geborene vollkommene Mensch Christus, welcher Gottes Sohn ist, das ewige Leben, welches alle verloren hatten, herstellen und durch das Holz des Kreuzes, das Holz der bösen Lust beseitigen. Unbefleckte Hände am Kreuze ausstreckend für unenthaltsam ausgestreckte Hände für die süße Speise des verbotenen Baumes, die Speise der Galle empfangend und unsere Sterblichkeit annehmend, um seine Unsterblichkeit uns mitzuteilen.“
Ägäas sprach: „Solche Dinge musst du jenen vorreden, welche dir glauben. Mir aber nicht! Wenn du nicht folgest und den allmächtigen Göttern opferst, so werde ich dich an dasselbe Kreuz, das du so lobst, annageln lassen.“
Andreas erwiderte: „Dem allmächtigen, einzigen und wahren Gott opfere ich an jedem Tage nicht Weihrauch, noch das Fleisch brüllender Stiere, noch der Böcke Blut, sondern das unbefleckte Lamm opfere ich täglich auf dem Altar des Kreuzes.“
Hierauf ließ ihn der erzürnte Ägäas in den Kerker werfen. Da kam aber eine Volksmenge fast aus der ganzen Provinz in der Absicht zusammen, den Ägäas zu töten, den Kerker aufzubrechen und den Apostel Andreas zu befreien.
Der heilige Andreas ermahnte sie aber mit diesen Worten: „Verkehret nicht die Ruhe unseres Herrn Jesu Christi zu höllischem Aufruhr, denn da der Herr überliefert wurde, zeigte er alle Geduld. Er zankte und schrie nicht auf den Straßen. Deswegen müsst auch ihr Stille, Ruhe und Frieden einhalten. Und nicht nur mein Martyrium nicht verhindern, sondern euch auch selbst zu Kämpfern des Herrn machen, damit ihr die Drohungen unverzagten Mutes besteht und die Peinigungen des Körpers standhaft ertraget. Denn nur jene Schrecken und Schmerzen sind zu fürchten, welche niemals ein Ende nehmen. Die Irdischen aber sind entweder leicht und lassen sich deswegen aushalten, oder sind schwer und nehmen dann bald das Leben. Deswegen bereitet euch durch diese zeitlichen Trübsäle vor, in den Himmel einzugehen, wo ihr immer euch freuen, immer blühen und immer mit Christus regieren werdet.“
Diese und ähnliche Ermahnungen gab der heilige Apostel Andreas dem Volke die ganze Nacht hindurch.
Als der Tag angebrochen war, ließ Ägäas ihn wieder vorführen und sprach von seinem Richterstuhle herab: „Ich denke, dass du in nächtlicher Überlegung vernünftiger geworden bist, von dem Lobe deines Christus ablässest, damit du mit uns die Freuden des Lebens ferner genießen könnest. Denn ein Unsinn ist es, freiwillig zum Leiden des Kreuzes zu gehen und den ärgsten Qualen sich hinzugeben. Ich dringe deshalb darauf, dass du opferst, damit das von dir verführte Volk den Wahn deiner Lehre aufgebe und den Göttern wieder genehme Opfer bringe. Wenn du nicht willst, so wirst du verschiedene Marter leiden und zuletzt am Galgen des Kreuzes, welches du preisest, sterben.“
Andreas erwiderte ihm: „Höre mich, den Diener des Herrn Jesus Christus: Du Sohn des Todes, weil du in deiner Verstocktheit verharrest und meinst, deine Drohungen schrecken mich, so magst du die ärgsten Peinen aussinnen, ich werde meinem Könige umso angenehmer sein, je Größeres ich für seinen Namen als Bekenner ausgestanden habe.“
Nun ließ Ägäas ihn ausgespannt mit Geißeln streichen. Nachdem er von sieben Henkersknechten nacheinander von jedem in drei Absätzen gegeißelt worden war, ließ ihn Ägäas wieder vorführen, um ihm noch einmal zuzureden.
Andreas wies seine Zumutungen mit den Worten zurück: „Ich bin ein Diener des Kreuzes Christi und wünsche mehr des Kreuzes Siegeszeichen, als dass ich es fürchte. Mir ist bange wegen deiner Verdammung, nicht aber wegen meines Martyriums. Denn dieses erstreckt sich höchstens auf einen Tag oder zwei. Deine Qualen kommen aber in tausenden von Jahren nicht zu Ende. Mögest du doch nicht etwa das ewige Feuer anzünden.“
Da befahl Ägäas zornig, ihn ans Kreuz zu heften. Die Henker sollten es aber so einrichten, dass er nicht schnell ende, sondern, dass er recht lange die Kreuzesqualen ausstehen müsse. Da Andreas nun zum Richtplatze geführt wurde, strömte von allen Seiten das Volk zusammen und allgemein wurde gerufen: „Was hat der Gerechte, der Freund Gottes, getan, dass er zum Kreuze geführt wird?“
Andreas aber bat das Volk, sein Martyrium nicht zu verhindern, denn er gehe freudig und frohlockend demselben entgegen. Als er an den Ort kam, an dem das Kreuz aufgerichtet war, und er es von weitem sah, rief er mit lauter Stimme:
Sei gegrüßt, du Kreuz
„Kreuz, das durch den Leib Christi geheiligt und von seinen Gliedern wie mit Edelsteinen geschmückt ist! Bevor der Herr dich bestiegen hat, warst du ein irdischer Schrecken. Nun bist du ein Gegenstand übernatürlicher Liebe. Denn die Gläubigen wissen, wie große Freuden du in dir trägst und wie große Güte du bringst. Mit Zuversicht und Freude komme ich zu dir. Nimm mich auf, den Schüler dessen, der an dir gehangen ist. O teures Kreuz, schon lange ersehnt, innig geliebt, unaufhörlich gesucht und endlich gefunden, nimm mich weg von den Menschen und bringe mich zu meinem Meister, dass er durch dich mich aufnehme, der durch dich mich erlöst hat.“
Mit diesen Worten zog er seine Kleider aus und gab sie den Henkern. Diese hoben ihn und hefteten ihn ans Kreuz. Es waren aber viele tausend Menschen zugegen und unter denselben auch der Bruder des Ägäas, namens Stratokles, welcher auch mit dem Volke rief:
„Dieser Gerechte sei ungerecht verurteilt.“ Andreas aber, bestärkte die Gemüter der Christgläubigen, und lehrte sie, das Leiden sei gar nicht zu vergleichen mit der ewigen Vergeltung. Später strömte das Volk mit Geschrei zum Hause des Ägäas und rief:
„Ein Mann, der so heilig, so rein und wohlgelitten, so fromm und einsichtsvoll sei, verdiene nicht, solches zu erdulden. Er müsse vom Kreuz abgenommen werden. Schon sei es der zweite Tag, dass er am Kreuze hänge und nicht nachlasse, die Wahrheit zu verkündigen.“
Ägäas hatte Angst vor dem Volke und willigte ein, dass man ihn vom Kreuze nehme. Als Andreas den Statthalter selbst kommen sah, sprach er: „Was führt dich, Ägäas, zu uns? Wenn du an Christus glauben willst, so steht dir, wie ich es versprochen habe, denn der Weg der Vergebung offen. Wenn du aber nur dazu gekommen bist, um mich vom Kreuze zu lösen, so sage ich dir, dass ich nicht lebendig von diesem Kreuze herab genommen werden kann, denn ich sehe schon meinen König. Ich stehe schon vor seinem Angesicht und bete ihn an. Aber dein Elend schmerzt mich, weil ewige Unglückseligkeit auf dich wartet. Eile dich zu retten, da du noch kannst, damit du nicht erst anfängst zu wollen, wenn es zu spät ist.“
Nun machte man den Versuch, Andreas vom Kreuze abzunehmen. Aber alle Mühe war vergebens. Andreas betete dabei mit lauter Stimme: „Lass nicht zu, Herr Jesus Christus, dass ich vom Kreuze, woran ich deines Namens wegen hänge, herab genommen werde. Nimm du mich dafür hinauf zu dir, meinem Meister, den ich geliebt, den ich erkannt habe, den ich bekenne, den ich zu schauen verlange, indem ich bin, was ich bin. Nimm auf, Herr Jesus Christus, meinen Geist in Frieden, und lass mich nicht eher von diesem Kreuze weggenommen werden.“
Da er solches gesprochen hatte, kam ein außerordentlich strahlendes Licht wie ein Blitz vom Himmel und umgab ihn in der Art, dass man vor Glanz ihn nicht anschauen konnte. Da dieser Glanz ungefähr eine halbe Stunde angedauert hatte, hob sich das Licht hinweg. Er aber, gab den Geist auf und ging mit dem Lichte zum Herrn, welchem Ehre und Ruhm sei in alle Ewigkeit. Amen.
Das war das Evangelium des heiligen Apostels Andreas nach dem ältesten griechischen Schreiben.
Von dem heiligen Bernhard sind einige Reden vorhanden, die er auf das Fest des heiligen Andreas hielt. In einer von diesen sagte er:
„Es gibt drei Stufen des christlichen Lebens: die Anfangende, die Fortschreitende und die Vollkommene. Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des Herrn. Die Mitte, die Hoffnung. Die Vollendung, die Liebe. Wer mit der Furcht anfängt, trägt das Kreuz Christi geduldig. Wer fortschreitet in Hoffnung, trägt es gern. Wer aber in der Liebe vollendet ist, der umfasst es von Herzen. Die Geduld sagt: Es muss so sein, weil sie von der Furcht genötigt wird. Der gute Wille sagt: So frommt es und so soll getan werden, weil er durch die Rücksicht der Hoffnung gezogen wird. Die Liebe aber, die vom Geist entzündet ist, sagt nicht: So muss es sein!, und sagt nicht: So ist es nützlich! Sondern: So will ich, so wünsche ich, so verlange ich von Herzen. Sehet: Dies ist die Hoheit, dies die Bestimmtheit, dies die Süßigkeit der Liebe. Glücklich die Seele, welche zu dieser Stufe der Liebe gekommen ist.
Wir wollen nicht verzagen, sondern die Hilfe dessen anrufen, und uns durch das Beispiel dessen anregen zu lassen, der zu dem höchsten Grad gelangt ist. Wenn du den Apostel Andreas selig preisest, und meinst, du seist zu schwach, seinen Fußstapfen nachzufolgen, so ist dies verwerfliche Zaghaftigkeit. Niemand wird auf einmal vollkommen. Zur obersten Sprosse der Leiter kommt man nicht durch fliegen, sondern durch steigen. Wohlan, steigen wir auf, gleichsam wie mit zwei Füßen: durch Betrachtung und durch Gebet. Die Betrachtung lehrt, was fehlt. Das Gebet erlangt, was fehlt. Jene zeigt den Weg, dieses führt auf den Weg. Durch Betrachtung erkennen wir die uns bedrohenden Gefahren. Durch das Gebet entgehen wir ihnen mit Hilfe unseres Herrn Jesus Christus.“
Dem Geheimnis auf der Spur
Berufung kann man nur von Gott her verstehen. Das Denken der Menschen säkularisiert zunehmend. Es macht Gott und Kirche zu einem abstrakten Gebilde. Aber Gott ist konkret, so wie seine Kirche. Denn Gott ist Person und seine Kirche ist gebaut auf eine Person: Petrus, den Fels. Die Kirche ist Leib Christi und wird gebaut aus lebendigen Steinen: aus Personen, die sich in die Hände Gottes gegeben haben. Ein Ziel des Ordenslebens ist die persönliche Heiligung, die voraussetzt, sich willig von Gott formen zu lassen, um tragfähig für viele zu werden. Ordenschristen sind dazu berufen, für das Heil der Menschen zu opfern, zu sühnen und zu beten, so wie es die Spiritualität und das Charisma der jeweiligen Gemeinschaft vorgibt.
Mit diesem „Jahr der Orden“, wie dieses Jahr umgangssprachlich gerne bezeichnet wird, möchte Papst Franziskus die Ordensleute wieder dazu anleiten, in vertiefter Weise aus den Quellen zu leben: aus dem Evangelium und dem jeweiligen Charisma der Orden. Der Heilige Vater erhofft sich, dass durch dieses Zurückschauen und Zurückgreifen auf das Wesentliche und Ursprüngliche das gesamte Ordensleben wieder an Ausstrahlung und Anziehungskraft gewinnt. Ein Baum kann nur gesund sein, wenn er aus seinen Wurzeln lebt. Hat er gesunde und kräftige Wurzeln, wird der Stamm fest sein und die Äste voller Saft. Er wird fähig sein, neue Triebe hervorzubringen, er wird blühen und saftige Früchte tragen.
In diesem „Ordensjahr“, das am 30.11.2014 beginnt und am 02.02.2016 endet, geht es darum, die Wurzeln zu aktivieren, junge, gesunde Triebe zu pflegen, aber auch darum, morsche Äste abzuschneiden und Fremdkörper zu entfernen. Auf den Punkt gebracht soll dieses Jahr zu einer Erneuerung im Geiste Christi führen, denn jede wirkliche, gesunde, lebenspendende Erneuerung kann nur aus der Kraft des Heiligen Geistes hervorgehen. Beten wir deshalb gemeinsam um die Wiederbelebung des Ordensgeistes in den Gemeinschaften besonders in unserem Land. Das Jahr des geweihten Lebens ist also in gewisser Weise ein Aufruf zur Umkehr für alle Ordenschristen, eine Aufforderung zur vermehrten Hinwendung zu Christus und einem gesteigerten Hören auf den Heiligen Geist, der allein das geistliche Leben fruchtbar machen kann, sowohl für die Menschen als auch für die jeweiligen Gemeinschaften selbst. Damit die vom Heiligen Vater erhoffte Erneuerung im geistlichen Leben auch zünden kann, braucht es nicht nur das persönliche Bemühen der Ordensleute. Es bedarf vor allem auch der Begleitung dieser Erneuerungsprozesse durch das Gebet und Opfer der Gläubigen. In diesem Sinne: Beten wir füreinander.
Predigt von P. Andreas Skoblicki Vigilfest des heiligen Andreas
Geschätzte Schwestern, lieber Verein VORNE, liebe Schwestern und Brüder!
Vielleicht kommen einige von Ihnen zufällig mit ihrem Adventkranz und Sie sind überrascht, dass ein Apostel dasteht, vielleicht, so denke ich… Aber, so ist die Gnade, so überraschend. Wir denken, dass wir die Gnade treffen oder erwarten nichts. Ihre Botschaft (die Botschaft der Apostel) geht hinaus in die ganze Welt und egal, wo wir uns treffen, können wir die Botschaft hören. Egal wo wir hinkommen, die Botschaft ist zu hören. Aber, sie ist deswegen zu hören, weil der Herr von Generation zu Generation Menschen zu Menschenfischern macht. Und er sendet sie. Er fordert sie auf, ihr Haus, diese Gemütlichkeit zu verlassen, und für ihn zu gehen: „Und ich werde dir die Wege zeigen. Und ich werde dich segnen, wenn du gehst. Aber, du musst zuerst gehen.“
Und Menschen, die sich auf den Weg machen, die lernen, was das bedeutet, aus der Vorsehung Gottes zu leben, täglich überrascht zu sein von seiner Gnade und Liebe. Menschen, die andere Pläne im Leben haben, es sich gemütlich machen, wie ein Baum, der an einen Ort gesetzt ist und sich sein ganzes Leben nicht bewegt. Wenn wir einen alten Baum umsetzen, dann stirbt er sofort.
Wo die Menschen denken: Ich hab mein Haus gebaut, da bleibe ich immer… können vielleicht auch viele die Gnaden nicht mehr sehen, weil sie am Ort zu sehr gebunden sind. Gott ist der liebende Gott, aber wie wir im Leben der Apostel erkennen, er führt sie an die Grenze. Und wir wissen, Petrus hatte Kinder, hatte eine Frau. Genauso Andreas und einige der anderen Apostel auch. Paulus nicht, aber sie alle waren sehr herausgefordert in die ganze Welt zu gehen. Früher, wir sehen Abraham mit über 70 Jahren, er hat sich auf den Weg gemacht, vom heutigen Irak, aber nicht mit zwei Taschen, er ist mit einer Menge von Tieren gegangen. Denken Sie daran, was die junge Generation gedacht hat über diesen „Opa“. Aber sie mussten gehorchen. Heute würde man dem Opa nicht mehr gehorchen, aber die sind mit dem „Opa“ gegangen.
„Ich zeige dir, wohin ich dich führe“
und Abraham glaubte. Genauso, Mose, er hat den Palast des Pharao verlassen, die Bequemlichkeit und Gemütlichkeit, Wein bis zur Nase, Essen und Trinken, wunderschöne Sonne, 10 Monate Sommer im Jahr… Er hat das alles verlassen. Weil ihm eine andere Hoffnung erschienen ist, ist er 40 Jahre in die Wüste gegangen, hat alles verloren, was diese Welt anbietet. Er hatte nur mehr mit Menschen zu tun, die murrten, jeden zweiten Tag: Das fehlt uns, das fehlt uns, … das haben wir, … warum hast du uns da her gebracht? Zwiebel ist besser als die Freiheit, usw. Er hat ständig für dieses Volk, das gegen ihn war, gebetet, Gott um Erbarmen gefragt, um Erleuchtung, um Kraft. Haben Sie vielleicht in einem kleinen Maß die Erfahrung? Für Ihre Kinder zu beten, die nicht mehr hören möchten, die nicht mehr glauben, weil Sie ihnen vielleicht ein zu schwaches Zeugnis im Glauben gegeben haben, als sie ein Jahr alt waren. Vielleicht waren Sie zu bequem? Und jetzt kommt die Konsequenz dieser Art des Verhaltens.
Die Apostel sind gegangen, sie wurden herausgefordert.
Wie sollen Sie nun den anrufen, an den Sie nicht glauben? Wie sollen Sie glauben an den, von dem Sie nichts gehört haben? Ja, vielleicht öffnen wir uns hier, am heutigen Abend, in der Gegenwart von drei Aposteln (Reliquien von Petrus, Paulus, Andreas) und der heiligen Sr. Faustyna, des P. Pio und vieler unserer Namenspatrone und Heiligen. Und vielleicht werden wir auch den Herrn bitten: Herr, wenn ich lebe, bedeutet das eigentlich, dass du noch etwas von mir willst. Unsinn kann nur bei den Menschen sein, aber nicht beim Herrn. Er ist nicht wie die Menschen, die vergessen, was sie gesagt haben. Das Wort Gottes ist ewig und seine Liebe ist ewig.
Im Oktober habe ich hier das Beispiel des seligen Bartolo Longo gebracht und der Papst Benedikt XV. hat von ihm gesagt: Was für ein wunderbarer Mensch dieser Bartolo ist. In dem Alter, wenn 90% schon über das Begräbnis nachdenken, und wie soll ich mein Gold verteilen? Aber der Bartolo zeichnet neue Pläne für die Gottesmutter. Er denkt nicht über den Tod nach, er hat noch drei Jahre des Lebens oder vier Jahre, er kann noch viel bewirken.
Ja, das ist das, was der Herr sagt: Du bist ein guter und treuer Diener. Du hast zwei Talente bekommen und jetzt bekomme ich von dir vier Talente! Wenn Sie 80 Jahre leben oder 90, dann sollen Sie zum Schluss so viele Talente wie möglich mitbringen. Also, wenn wir noch leben, das heißt: Der Herr will etwas von uns!
Du bist kein Christ des Adventkranzes
in ihm ist keine Macht. Das ist nur ein Symbol des Lichtes, das ist eine Kerze. Du sollst die Kerze nicht anbeten, wie ich in einigen Orten das gesehen habe. Du sollst den Herrn anbeten. Er ist das wahre Licht. Wir sollen die Wahrheit im Leben suchen. Wir sollen den suchen, der unser Leben auch verwandeln kann, der unsere Sehnsucht nach Liebe, nach Güte auch verewigen kann. Und deshalb haben diese Profifischer, wie Andreas, wie Petrus, in der Nacht gearbeitet und sind am Tag, weit weg, südlich mit ihrem Boot gefahren, um Johannes den Täufer zu hören und zu betrachten: Ja, wann kommt dieser Messias? Wir müssen unsere Wege ebnen, er ist schon in der Nähe. Wir wissen noch nicht wo und wer… Aber er hat nicht geschlafen. Er hat den Herrn gesucht in seiner freien Zeit.
Und wenn Sie nach Hause kommen, sagen sie nicht dem Herrn: Ich bin todmüde! Beginne den Herrn zu preisen: „O Herr, ich preise dich, dass ich müde bin! Es gibt so viele Faule auf dieser Erde, die haben keine Kraft, für sich selber Kartoffel zu kochen, weil sie faul sind. Ich danke dir, dass ich müde bin, dass ich arbeiten kann, dass zu mir auch die ganze Familie kommt. Herr, aber das ist keine Berufung, nur zu kochen, nur zu arbeiten, nur diese Euro, die in zwei Monaten jemand stehlen wird, zu sammeln. Was ist das doch… Herr, schenke mir die Schätze, die niemand klauen kann, die Schätze, die für das ewige Leben gültig sind.
Dann, nach 10 Minuten Lobpreis wirst du plötzlich denken: Ja, ich bin nicht müde! Was ist los in mir? Wir müssen diese Erfahrung machen.
P. James Manjackal, wenn er Exerzitien hält – ich war gerade vor ein paar Wochen in Warschau bei seinen Exerzitien, über 8.000 Menschen sind gekommen – und er hat mir gesagt: Andreas, ich bin eine Woche bevor ich nach Polen gekommen bin fast todkrank gewesen: Fieber, hohes Fieber, Medikamente, Spritzen, ich konnte nichts, ich war nass (verschwitzt) im Bett. Und dann kam der Donnerstag, der Freitag und ich bin immer noch nass im Bett und da muss ich jetzt Exerzitien predigen und ich weiß, tausende Leute sind dort… Aber nein, Herr, ich möchte dich preisen! Ich werde nicht nachlassen, wenn der böse Geist mir diese Schwierigkeiten schenkt. Dein Name sei gepriesen! Wenn du willst, gib mir 40°C Fieber, ich werde predigen. Ich werde dort am Tisch sterben, aber dein Name sei gepriesen!
Und er sagte: Ich bin in Warschau gelandet, sie haben mich zum Hotel gebracht und am Abend: Schau, ich bin gesund! Ich habe gar nichts, aber ich konnte nicht schlafen, vier Tage lang habe ich nicht geschlafen. Die Seelen der Menschen, die bei den Exerzitien sind, ihre Vorfahren, sind zu mir gekommen. Ich musste die ganze Nacht beten.
Ich habe ihn gesehen und da habe ich ihn besucht, eine Woche nach den Exerzitien. Ich habe gesagt: „Du bist wie ein junger Mann!“ „Ja, jetzt bin ich stark! Ja, ich hatte Schwierigkeiten, aber nein, ich werde dort sterben, wenn der Herr will. Ich sterbe im Predigen. Dein Name sei gepriesen!“
Herr, Schwierigkeiten bedeuten nichts für mich, dein Name sei gepriesen! O gutes Kreuz, sei gegrüßt! Warum soll ich meinen Herrn beschimpfen, der für mich so gelitten hat, der mich so liebt, der mich berufen hat, der mir Ewigkeit schenkt? Ich soll schimpfen, weil ich müde bin? Nein, sei gegrüßt, du gutes Kreuz. Sagen Sie das, wenn Sie müde sind, wenn Sie nicht wollen, wenn Schwierigkeiten kommen. Die Leute machen das meistens so: Es ist etwas Gutes, wenn der Apostel kommt. (Aber die Menschen sagen:) Oh, zu lang. Ich schaue lieber Schispringen an. Ja, vielleicht gewinnt Morgenstern,… Aber er ist schon in Pension und wird nicht mehr gewinnen – so, er kann den Rosenkranz mit euch beten. Nein, Herr, ich gehe (zum Apostel Andreas), das ist die Zeit der Gnade.
Die heilige Faustyna sagte: „Herr, du schenkst täglich die Gnaden für alle Menschen, jeden einzelnen.“ Wenn jemand diese Gnade ablehnt, sie ist nicht verloren. Das Wort Gottes kommt nicht unfruchtbar zurück. Unfruchtbar sind nur Menschen, die sich selber manchmal dazu machen. Das Wort Gottes sucht, die Gnade sucht Boden: Oh, dort ist ein offenes Herz – doppelte Portion der Gnade heute. Einer ist ärmer geworden, hat nichts, ein anderer hat plötzlich das Doppelte bekommen. Ihre (der Apostel) Botschaft geht. Sie müssen auch gehen. Sie müssen sagen: Herr, was soll ich tun? Nicht: Ich bin müde. Was soll ich tun? Sage es mir, Herr, ist meine Pfarre lebendig oder zahlen alle nur die Kirchensteuer? Habe ich dort gehört, dass jemand den Herrn preist und ihm dankt, dass wir hier leben? Macht das jemand? Herr, ich muss das bewirken, ich muss ein paar Leute sammeln, wenigstens fünf sollen deinen Namen hier preisen. Wenn alle anderen sich selber auf die Weide führen, Herr, wenn die nicht wollen, ich nehme tausendfach die Gnaden, wenn niemand will, nicht nur eine, tausend Gnaden täglich. Hallelujah! Der Herr liebt euch, er wird diese Schätze in dieser Pfarre lassen. Und die Heiligen sagen: Betet, dass die Heiligen in eurer Umgebung irgendwo leben. Beten Sie dafür, weil die sind wie die Lampen, wie diese Kerze im Licht. So sind die Heiligen. Überall Finsternis, niemand glaubt, aber alle sind Heilige, niemand hat gesündigt, die letzten fünfzig, sechzig Jahre an diesem Ort. Müde, sie sind todmüde ohne Sünde?! Müde für das Reich Gottes, keine Kraft, keine Zeit… aber zur Runde gehe ich, ins Wirtshaus…
Herr, das ist dein Licht, das leuchtet in der Finsternis, das sind deine Heiligen. Ich lade Sie dazu ein, vielleicht im Kreise Ihrer Familie, schreiben Sie ein paar Namen der Heiligen auf verschiedene Zettel. Wenn ihre Familie zehn Personen zählt, dann machen Sie zwanzig Zettel mit verschiedenen Heiligen. Kommen Sie zusammen, beten sie: Herr, schenke jedem einzelnen von uns einen Heiligen, eine Heilige, die Antworten auf meine Frage hat. Wir haben alle Fragen. Alle haben Fragen und wir suchen Antworten. Wir suchen den Weg. Alle Menschen wollen das Gute, aber da kommt der Böse und verwandelt alles. Und er gibt mir Lüge als Wahrheit, Finsternis als Licht. Und weil ich selber in Finsternis bin, weil ich selber den Herrn nicht kenne, nehme ich alles als gute Moneten. Aber dann bin ich enttäuscht, dass ich Gift bekommen habe. Also, Herr, schenke mir für dieses Jahr einen Heiligen, der so ähnliche Fragen wie ich hatte. Aber er ist bei dir, er hat schon Antworten gefunden. Und lass mich seine Botschaft kennen lernen. Ihre Botschaft geht hinaus in die ganze Welt. Vielleicht, wenn ich schaue, wenn ich eine gute Antenne habe, dann bekomme ich Antworten, dann begreife ich, was es bedeutet:
Ich lebe in einer Gemeinschaft der Heiligen.
Ich bin nicht allein mit diesen Sündern nur, sondern in einer Gemeinschaft der Heiligen! Und die Heiligen kommen mir zu Hilfe und die wollen, dass der Herr aus diesem Sünder einen Heiligen macht, damit die Zahl der Heiligen wächst. Die Zahl der Heiligen muss wachsen, die Zahl der Sünder muss sich verkleinern. Und wenn wir in drei Monaten wieder kommen, dann muss die Zahl der Heiligen schon höher sein, als die der Sünder. Wenn das nicht passiert, dann verlieren Sie die Zeit. Dann wird ihre Verantwortung groß vor dem Herrn sein. Weil, der faule Diener ist eine Sorge für seinen Herrn, denn der Herr muss selber arbeiten. Der Diener wird für seine Faulheit bekommen… Aber wir kommen und schauen auf dieses Beispiel der Apostel, der Heiligen.
Und wir sehen, dass das Kreuz vom Apostel Andreas vergoldet ist. Das Gold in der Liturgie, in der östlichen Tradition – er (Andreas) stammt von dort – bedeutet: die Gnade Gottes, die rein ist wie Gold, noch reiner wie Gold. Die Gnade Gottes lässt sich nicht vermischen mit Sachen, die nicht von Gott sind. Das Kreuz ist wirklich ein reines Gottesgeschenk! Das ist schwierig zu begreifen. Das kann man nicht verstehen, das muss man tragen und der Herr wird Verständnis geben. Das Kreuz, das eigene Kreuz muss man mit Jesu Kreuz verbinden, und dann kommt das Verständnis. Dann bin vielleicht auch ich bereit zu sagen:
Ave bona crux! Sei gegrüßt, du gutes Kreuz!
Vielleicht können Sie auch schon jetzt erkennen, dass jede wichtige Frucht des Lebens durch das Kreuz gekommen ist, durch Leiden, vielleicht durch Ablehnung, durch Bemühungen, durch das Vertrauen zum Herrn in Finsternis. Das sind verschiedene Arten. Wenn eine Mutter wegen ihres Kindes ständig aufstehen muss, sieben Mal pro Nacht, weil das Kind krank ist. Oder wenn ich mit meinem Mann geduldig sein muss, oder mein Mann mit mir. Die Männer sind auch manchmal herausgefordert mit der Frau, nicht nur die Frauen mit ihren Männern. Das muss man zur Gerechtigkeit auch sagen. Hallelujah! Warum lachen die Frauen jetzt? Oh, habe ich da etwas berührt? Ja, das ist so. Wir brauchen Geduld. Wir brauchen es, Gott zu bitten, dass diese Früchte des Heiligen Geistes in uns erscheinen. Dass wir zuerst diese Einheit mit dem Herrn erfahren. Das ist das Erste, das wir tun sollen. Bevor Sie andere bekehren wollen, bekehren Sie sich selber. Kommen Sie zum Herrn und betrachten Sie: Herr, fühlst du dich wohl in meiner Seele? Bist du zu Hause in meinem Herzen? Oder bist du wie ein geschlagener Hund? Hungrig, ohne Wasser, ohne Platz, immer vertrieben? Wie wohnst du bei mir, Herr? Ist meine Seele wirklich Tempel des Heiligen Geistes?
Und was machen wir im Tempel? Wir preisen Gott! Ich habe jemandem gesagt: Ich komme nicht gerne in die Kirche als Priester. Überraschung! Oh, der Pfarrer kommt nicht gerne in die Kirche? Ich habe gesagt: Genauso wie du nicht gerne kommst. Warum soll ich kommen? Ich kenne diese Kirche besser als du, ich weiß, wo alles steht, das kann ich dir sagen. Warum soll ich kommen, ich kenne das. Um eine Déjà-vu zu erleben? Nein! Aber wenn ich komme, dann komme ich nicht wegen der Kirche, ich komme wegen dem Herrn, ich komme zu ihm. Ich möchte ihm begegnen. Ich möchte ihn einladen. Ich möchte ihn bitten, dass er mich heilt. Denn schon nach 24 Stunden bin ich wieder verletzt, wieder das Gleiche, wieder diese Schwäche! Herr, stärke mich! Ich kann nicht zwei Tage warten, deswegen komme ich zu dir, Herr. Herr, wenn ich nur deinen Mantel berühre! Komm, heile mich, stärke mich, heilige mich. Deswegen komme ich hier her, nicht wegen dieser Kirche.
Ich möchte dem Herrn begegnen, nicht einer Kerze auf dem Adventkranz.
Ich möchte den Herrn, das Licht der Welt! Nicht eine Kerze, davon habe ich zu Hause genug. Ich möchte dem Licht der Welt begegnen, dem Herrn Jesus. So wie die Apostel ihm begegnet sind, bei der Arbeit: „Lasse das, lass diese Fischerei, komm, ich habe eine andere Fischerei für dich. Komm, du wirst Neues sehen. Du wirst das sehen, was du nie gedacht hast. Komm, aber du wirst auch erfahren, was ich erfahren habe.“ Das Erste ist diese Einheit mit dem Herrn. Erbitten wir diese Gnade! Das ist der Erste Schritt, bevor Sie beginnen, Ihre Frau oder Ihren Ehemann zu bekehren. Bevor Sie irgendetwas beginnen oder den Mund aufmachen, fragen Sie: Herr, bist du glücklich in meiner Seele? Wirklich, willst du da sitzen oder wirst du dort immer leiden? Bist du dort alleine oder mit mir? Vielleicht bin ich wie Augustinus, der dann nach seiner Bekehrung bekannt hat: Du warst in mir, aber ich war draußen! Lange hast du gewartet Herr, du warst mit mir, aber ich war nicht mit dir. Das passiert manchmal: Wir gehen hinaus und der Gast wartet auf uns zu Hause. Und nach zwei Stunden sagen wir: Ja, jetzt gehe ich (nach Hause).
Erste Aufgabe: Heiliger Andreas, erbitte uns diese Erkenntnis, diese Sehnsucht, mit dem Herrn eins zu sein. Und dann, unbewusst, wird diese Gnade strahlen auf meinen Mann, auf meine Frau, auf meine Familie, auf meine Gemeinde, meine Pfarrgemeinde, an meinem Arbeitsplatz…
Zwei Studentinnen habe ich nach Warschau eingeladen. Sie sind dorthin gekommen und dann sind sie zurückgekommen und sind einer Bekannten am nächsten Tag begegnet. Und sie konnte nicht verstehen, warum die so fröhlich sind. Nach der Ankunft haben sie 20 Minuten gelacht, sie konnten nichts erzählen, haben nur gelacht. Und dann haben sie begonnen zu sprechen. Das war eine Botschaft: Ja, ich habe den Herrn empfangen! Ich habe ein neues Leben in Christus begonnen! Ich bin mit dem Heiligen Geist erfüllt! Ich verstehe alles, was ich getan habe! Die Daheimgebliebenen haben geschaut. Und dann habe ich gehört, so war ihre Diagnose (die sind nicht normal!) Dann habe ich eine E-mail bekommen mit der Bitte: P. Andreas, können sie die Leute nicht mehr zu den Exerzitien einladen, denn das ist eine Störung in unserer Gemeinschaft. Ich habe zurück geschrieben: Danke für Ihre E-mail und für Ihre Nachrichten. Jedoch muss ich Ihnen sagen, dass die Erfahrung dieser zwei Studentinnen im Vergleich zu euch, die zu Hause geblieben sind, gewaltig ist. Die kann man nicht vergleichen und deswegen können Sie das nicht verstehen. Das ist ein neues Leben in Christus. Aber, wenn Sie Bitten haben, so kann ich Ihrer Bitte nachgehen. Ich brauche nichts mehr tun, weil, sie folgen bereits Christus. Sie haben den Herrn gesehen und lassen sich nicht bremsen und nicht sagen: Du bist verrückt, weil du an Gott glaubst!
Ja, ich nehme mein Kreuz auf mich
… und als verrückt, bin ich befreit von der Meinung der Welt. Das ist die Gnade Gottes! Du wirst nicht immer denken: Was die über mich denken! Denke, was du willst. Herr, was denkst du über mich? Das ist für mich wichtig. So bist du frei für alles. Weißt du, was die Kindschaft Gottes ist? Das ist die Freiheit in Christus! Bist du frei in deiner Ehe? Kannst du Deinem Mann sagen: Ich bleibe zwei Stunden bei der Anbetung? Aber noch besser wäre es, wenn du mit mir zwei Stunden bei der Anbetung bleibst. Bist du frei, das zu sagen? Ist er frei zu antworten oder ständig müde? Da muss man ein Begräbnis organisieren – er wird nicht mehr müde, er wird dann immer schlafen. Und du wirst den Rosenkranz für ihn beten, damit er einmal das Licht Gottes findet. Also, denken wir, der Herr gibt so eine Kraft, dass die Alten laufen wie Junge! Und wenn die Jungen die Kraft Gottes nicht empfangen, die laufen dann wie die Alten. Und aus dieser Einheit wird auch die Einheit der Kirche entstehen, wird auch die Einheit in eurer Familie entstehen. Diese Einheit ist nicht eine Frucht einer Intelligenz der Menschen. Das ist nicht eine Frucht der Gespräche, die in Österreich zum Nobelpreis erhoben sind. Überall Gespräche – und wo sind die Früchte für das Reich Gottes? Viele Pfarrgemeinderäte, aber wo sind die Heiligen? Wo ist die Anbetung? Wo ist Eifer für den Herrn? Oder nur die Messe gestalten? Was willst du gestalten? Der Herr gestaltet die Messe! Er ist am Kreuz gestorben, nicht du! Was willst du also gestalten? Geh, und bete ihn an! Das ist gute Gestaltung.
Also, diese Einheit wird kommen, automatisch, wenn wir – und da möchte ich mit den Worten des ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel, der heute Papst Franziskus empfängt – enden:
Diese Einheit der Kirche, der Familie, die Einheit aller Menschen, die natürlich eine große Sehnsucht des Herrn ist, ist nicht eine weltliche Einheit gleich der Einheit von Staaten. Die Einheit, die die Kirchen erhoffen, ist eine geistliche Suche, die darauf abzielt, gemeinsam die geistliche Einheit mit der Person unseres Herrn Jesus Christus zu leben. Sie wird kommen, wenn wir alle den Geist Christi, die Liebe Christi, die Treue Christi, die Demut Christi, die Opferbereitschaft Christi haben werden. Und allgemein, wenn wir all das, was Christus eigen ist, so leben, wie er es gelebt hat. Oder wenn wir zumindest aufrichtig das Verlangen haben, so zu leben, wie er es von uns erwartet. Amen.
Vortrag von P. Andreas Skoblicki anlässlich der Vigil zum Fest des Apostels Andreas
Viele von uns sind berufstätig und viele dieser Berufstätigen meinen, dass sie keine Zeit haben, etwas für den Herrn und für das Reich Gottes zu tun. Und das kann man auch gut verstehen, aber ob man das verstehen muss, ist eine andere Frage. Vom Apostel Andreas ist auch bekannt, wir lesen das zum Beispiel im ersten Kapitel vom Johannesevangelium, dass er in diesem südlichen Teil von Galiläa, südlich vom See Genezareth, mit Johannes zu Johannes dem Täufer gekommen ist. Sie waren beide seine Jünger. Und Johannes taufte dort südlich vom See Genezareth auf der anderen Seite. Und wie uns Johannes berichtet, die beiden Jünger waren dort bei Johannes als Jünger. Aber Andreas war auch berufstätig, das soll man nicht vergessen. Er war Fischer. Die Fischer arbeiten meistens abends und in der Nacht. Wir sind hier im Krankenhaus und einige haben die Erfahrung, wenn man die ganze Nacht arbeitet: Wie klar bist du um neun in der Früh? Du brauchst Zeit und dann vergeht der Tag und was mache ich dann am Nachmittag, gleich muss ich ja wieder in die Arbeit… Aber trotzdem sehen wir schon, dass er (Andreas) nach seiner Arbeit immer auch nach mehr gesucht hat. Und nicht nur er – andere Menschen auch. In diesem Fall Johannes, der spätere Apostel. Und deshalb, wenn jemand jetzt den See Genezareth vor Augen hat, das ist ein schöner Weg, ein schönes Stück von oben vom Norden bis zum Süden mit dem Boot. Vermutlich sind sie mit dem Boot gefahren, sie waren Fischer und das war der einfachste Weg für sie, schön gerade, nicht wie auf dem Land, auf dem Berge sind. Da brauchst du andere Mittel. Sie sind in den Süden gekommen, um Johannes zu hören, bis zu dem Tag, an dem Johannes sagte: „Seht, das ist das Lamm Gottes!“ Und er hat auf Jesus gezeigt. Natürlich, diese „Volksschule“, wie ich das bei Johannes nenne, denn Johannes der Täufer hat die beiden und andere darauf vorbereitet, Jesus anzunehmen, wenn er, der Messias, kommt. Und wirklich, diese wunderschöne Beschreibung, dass sie dem Herrn gefolgt sind. Und Johannes schreibt:
„Es war die zehnte Stunde.“
Schwestern und Brüder, das ist diese Zeit, gerade jetzt – wir sind jetzt zwischen der zehnten und elften Stunde (16 – 17 Uhr). Von dieser Zeit an sind die beiden Jünger von Johannes mit Jesus gegangen – also am Nachmittag. Und sie sind beim Herrn geblieben. Und wir denken: Wie lange sind sie geblieben? Schätzungsweise bis zum Abend. Andreas wollte aber auch noch seinen Bruder zum Herrn bringen.
Eine wunderschöne Geschichte mit seinem Bruder – eine Reliquie von ihm ist heute auch hier. Der Apostel Petrus, als er (zu Jesus) kommt, erfährt eine überraschende Geschichte: „Du bist der Fels, nicht mehr Simon!“ Also Jesus ändert seine Identität, denn der Name ist Identität. Wir sind beim Namen gerufen. Wenn jemand in deiner Familie zu dir ruft: Gerlinde!, dann wirst du reagieren, wenn du eine Gerlinde bist. Wenn du Andreas bist, wirst du auch reagieren. Aber ein Witz ist mit dem Namen Andreas: Passen Sie auf, in Amalfi, dort wo das Grab vom Apostel Andreas sich befindet, wenn Sie an diesem Domplatz einmal „Andreas“ schreien, dann wird sich die Hälfte der Männer umdrehen, denn das ist der „Andreasbezirk“, so könnte man das nennen.
Wir sind also beim Namen gerufen. Eine interessante Geschichte mit Petrus ist: Warum hat Jesus ihn gewählt, und ihn nicht nur gewählt, sondern auch auf ihm seine Kirche gebaut? Da erkennen wir etwas, was aus der Ursprungssprache kommt, aus seinem aramäischen Namen, wo ein Aspekt seines Namens mit der Bereitschaft zum Hören zusammengebunden ist. Jesus wusste das, und hat das auch erfahren, dass Petrus nach so vielen Erfahrungen sagt: „Ich kenne ihn nicht!“
Das ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung für einen Freund, wenn er gerade Hilfe braucht und der Freund verschwindet.
Aber Jesus wusste, dass dieser Petrus so ein gutes Herz hat, und dass, wenn er noch gestärkt wird, so wird er immer bereit sein, auf meine Stimme zu hören. Und deshalb hat der Herr seine Kirche auf diese Fähigkeit gebaut. Schauen wir breiter: Die Kirche ist auf diese Fähigkeit gebaut, ständig auf den Herrn zu hören, weil viele Stürme in der Geschichte erscheinen werden, viele Häresien, Irrlehren, alle möglichen Situationen werden auf die Kirche treffen … aber wenn diese Kirche – und Petrus ist vor allem ständig bereit auf den Herrn in diesem Sturm zu hören und er wird den Weg zum Hafen schon finden. Und deshalb hat Jesus auch Petrus gebraucht. Niemand von uns soll sagen, ich bin stark genug um nicht in die Sünde zu fallen. Auf so etwas baut Jesus nicht, denn drei Stunden werden nicht vergehen und du wirst schon daliegen.
Diese Fähigkeit, Herr, auf dich zu hören, bitte, verwandle mein Leben so, dass ich ständig bereit bin. Nicht nur, wenn es mit gut geht oder schlecht geht. Wenn ich auf niemanden hören möchte, aber auf dich zu hören, nur auf dich! Und das ist immer eine neue Hoffnung in meinem Leben. Eine neue Hoffnung in der Kirche, eine neue Hoffnung für die totale Erneuerung in der Evangelisation. Denken Sie nicht daran, wenn Sie zu Menschen gehen: Werden sie sich bekehren? Versuchen Sie ihnen zu sagen, dass sie auf den Herrn hören sollen. Dass sie ihre Ohren so öffnen und auch verstehen, was sie hören. Was sind die Begierden ihres Fleisches, ihres Herzens? Was die wollen und ob da auch der Wille Gottes dazwischen ist, um wirklich das Gute vom Bösen zu unterscheiden.
Andreas erscheint hier als dieser Apostel, dessen erster Einsatz es ist, Petrus zu Jesus zu bringen. Das ist überhaupt sein erster Einsatz! Und ich sage: Es ist der Größte vom Größten! Nach meiner Meinung nach, konnte er sein Apostolat schon nach dieser Führung seines Bruders zu Jesus abschließen, weil dieser erste Einsatz Jesus zu Petrus bringt und Petrus zu Jesus bringt und Jesus später zu ihm sprechen wird, dass er auf ihn seine Kirche bauen wird. Denken Sie daran, was das bedeutet! In diese Kirche hat er die ganze Macht seiner Erlösung hineingelegt und ihr anvertraut. Das ist diese Entscheidung:
„Ich muss meinen Bruder holen.“
Also, was lernen wir vom Apostel Andreas? Der erste Einsatz, der größte von allen Erfolgen, eine Gnade, die man sich wirklich wünscht. Vielleicht haben einige diese Erfahrung: Eigentlich, der größte Erfolg meines Lebens ist, was ich am Anfang gemacht habe. Ich weiß es nicht, das muss jeder selber beantworten, aber in seinem Fall ist das so gewesen. Dieser berufstätige Apostel ist vielleicht auch eine Herausforderung für alle Menschen, die arbeiten und sagen: „Ich habe keine Zeit! Denn ich sehe nur meine eigene Nase.“ Herr, schenke mir die Fähigkeit, etwas weiter zu schauen. Da kann der Herr dann auch viel Platz für sich selber in unserem Leben finden. Dann werden Sie sehr viele Möglichkeiten finden, wenn Sie begreifen, dass die Apostel berufstätig waren. Und dann, nach einiger Zeit, erst als die Mission eine größere Herausforderung war für die ganze Welt, „Geht hinaus in die ganze Welt“, dann erst haben Sie mit diesem Beruf aufgehört. Wir haben solche Beispiele.
Jetzt möchten wir auch die letzten Stunden des Lebens vom heiligen Apostel Andreas betrachten: Das Martyrium des heiligen Apostels Andreas vom griechischen Schreiben und von Schriften aus den ersten Jahrhunderten. Dabei werden wir auch erfahren, diese Liebe zum Herrn, diese Tugenden, diese Kraft des Heiligen Geistes, die durch den Herrn im Apostel wirkt. Und auch für uns möge der Herr eine Erscheinung seiner Gnade schenken, dass wir unser Leben, unser Kreuz, auch so nennen wie er: Ave bona crux! Sei gegrüßt, du gutes Kreuz!
Mannaüberprüfung von P. Andreas Skoblicki Vigilfest des heiligen Andreas
Wir feiern heute das Vigilfest, wir feiern das nicht selber, alleine, sondern in Verbindung mit der Erzdiözese Amalfi vor allem. Dort befindet sich das Grab des Apostels Andreas seit 806 Jahren. Zum Jubiläum 800 Jahre der Übertragung der Reliquie, des ganzen Grabes, von Konstantinopel nach Amalfi, ist diese Reliquie für die Kirche in Österreich anvertraut – also einmal in 100 Jahren passiert so etwas – und das ist diese Reliquie (die heute hier ist). Es wurde in diesem Jubiläumsjahr für die Orthodoxie, der Patriarch von Konstantinopel ausgewählt, also Patriarch Bartholomaios hat die Reliquie empfangen und von der katholischen Kirche die Pfarre Kopfing. Viele begreifen diese Erhöhung bis zum heutigen Tag nicht, aber was zu groß ist, ist manchmal zu groß für einen kleinen Kopf. Da muss man Demut haben, um das zu begreifen. So ist das mit der Gnade Gottes. Sie sehen diese Reliquie hier.
Heute ist Papst Franziskus, wie sie wissen, zu Besuch in Konstantinopel und morgen – es ist ein sehr langer Besuch, Papst Benedikt war nur ein, zwei Tage dort. Auch zur Vigil des Apostels Andreas bleibt Papst Franziskus, weil die Kirche von Konstantinopel vom Apostel Andreas gegründet wurde und er als erster Bischof von Konstantinopel gezählt ist. Bartholomaios ist der 270. Nachfolger des Apostels Andreas. Die Nachfolger von Apostel Andreas und Apostel Petrus in Rom gehen fast gleich. (Papst Franziskus ist der 266. Nachfolger des Petrus) Der bekannte Johannes Chrysostomos war auch ein Nachfolger des Apostels Andreas auf diesem Bischofsstuhl.
Heute, in Amalfi, wo sich das Grab befindet, ist auch ein so genanntes Vigilfest als Einführung in das Fest. Dieses Fest ist vom Apostel selber bestimmt, weil an diesem Vigiltag erscheint seit 2000 Jahren am Grab – zuerst in Patras, in Griechenland, dann in Konstantinopel, im 4. Jahrhundert wurde das Grab nach Konstantinopel gebracht vom Kaiser, und seit 1208 in Amalfi – ereignet sich das so genannte Mannawunder.
Das Mannawunder
Manna ist eine organische Flüssigkeit, die aus dem Grab heraus fließt – manchmal mehr, manchmal weniger, manchmal gar nichts, je nach dem. Wir (in Kopfing) haben uns auch entschieden, als der Apostel zu uns kam, in Verbindung mit der Erzdiözese in Amalfi und Konstantinopel, dem ersten Bischofsstuhl vom Apostel Andreas, auch dieses Vigilfest zu feiern. Das ist eine Ehre, dass wir da sind, für uns alle, und dass der Apostel hier ist, und wir wollen das in Verbindung (mit den beiden Diözesen) machen. Das Manna erscheint meistens, eigentlich immer im Grab. Dort wird auch das Glaubensbekenntnis gebetet, die Leute kommen immer in Prozession; alles beginnt um 19:00 Uhr. Sie kommen zur Krypta, wo sich das Grab befindet, sie singen und preisen Gott, und dann beginnen sie gemeinsam das apostolische Glaubensbekenntnis zu bekennen, und dann wird das Grab vom Erzbischof geöffnet. Dort ist dann ein Behälter. So ist das konstruiert: Der Behälter hängt im Grab, und von den Wänden fließt Manna in dieses Glas. Und dieses Glas wird dann herausgenommen. Ich war dort zweimal bei diesen Feierlichkeiten und das erste Mal sagte der Erzbischof plötzlich: „Lass den Andreas dort reinschauen!“ Ich habe reingeschaut, aber es war so plötzlich, dass ich fast nichts gesehen habe.
Dann war das Jahr 2008, wir sind gekommen, um die Reliquie des Apostels Andreas zu empfangen und den Abschluss des Jubiläumsjahres zu feiern. Und am Vigilfest wurde wieder das Gleiche gemacht. Das Grab wurde geöffnet, das Glaubensbekenntnis wurde von der Menge gebetet, Manna wurde herausgenommen und bevor das Grab bis zur Trockenheit gereinigt wurde – das Grab wird immer trocken geschlossen – sagte der Erzbischof wieder: „Ja, lasst den Andreas dort (hineinschauen).“ Aber diesmal habe ich deutlicher geschaut und habe auch den Rand des Grabes innen berührt und habe gespürt, dass dort alles nass ist. Die ganze Hand war im Manna und das habe ich den Menschen gezeigt. Die sind gekommen (und haben das Manna auf meiner Hand berührt) – und in 3 Sekunden war ich trocken (weil alle Manna haben wollten).
Die Menschen tragen dort das Manna mit als Reliquie. Die Amalfitaner haben Manna immer mit. Und ich habe diese Reliquie auch bekommen, aber bevor ich begriffen habe, was das für eine Gnade ist, sie zu haben.
Sr. Faustyna ist auch heute als Überraschung hier …
In Kopfing, in der Diözese in Linz, war die Reliquie der Sr. Faustyna schon in der Pfarre – sie ist einfach selber gekommen, niemand hat sie gefragt; wir waren alle, auch ich, einfach überfordert, und da ist der Pfarrgemeinderatsobmann vor der Schwester gestanden und seine Augen waren wie Orangen so groß, zwei Jahre lang; niemand hatte das geplant, das ist einfach so auf uns gekommen. Und dann mussten wir einen Altar bauen für die Sr. Faustyna und für die Barmherzigkeit Gottes. Und in der Diözese hat das niemand begriffen… und dann bin ich zum Gespräch nach Linz gekommen und die haben mich dort behandelt wie ein Kind.
Dann bin ich nach Hause gekommen und habe mich gefragt: Was ist da los? Warum? Und dann sehe ich: auf dem Tisch liegt die Mannareliquie. Und plötzlich höre ich in mir: „Ich bin da und du erkennst das überhaupt nicht! Du gehst allein, machst alles selber.“ Da habe ich begriffen: Mit der Reliquie ist eine Person hier, nicht nur etwas! Beim nächsten Termin, bin ich wieder nach Linz gefahren, habe das Manna genommen, habe aber nichts gesagt, und – die Situation war umgekehrt: Die waren wie Kinder, ich habe alles gesagt, was ich mache… Sie waren so überrascht, sie mussten 100-mal schlucken, aber das dauert etwas; und bis der Altar fast fertig war, haben sie in Linz verstanden, was hier passiert ist. Und ich habe die Fürsprache der Heiligen verstanden. Verstehen Sie das?
Was dieses Manna ist, hat die Erzdiözese Amalfi selber beschrieben. Dieses Mannawunder erscheint ein paar Mal im Jahr: Am Tag seiner Ankunft in Amalfi, an seinem Festtag, am Tag, als ein Wunder geschehen ist, am 08. Dezember – Unbefleckt Empfangene – als Beweis, dass der Apostel immer bei Maria war nach der Himmelfahrt Christi, dass er oft zu Besuch gekommen ist.
Manna – Manhu – was ist das?
Das haben sich damals die Israeliten an jenem Morgen in der Wüste Sinai gefragt, als sie diese weiße, kleine und körnige Substanz bemerkten, in die ihr Platz, auf dem sie lagerten, eingetaucht war. Weil das Wort gleich klingt, wurde das Brot, das der Herr seinem wandernden Volk bereitete, Manna genannt.
Manna, so nannten dann auch die Amalfitaner die flüssige, etwas schleimige, bernsteinfarbene Substanz, die sich in Amalfi seit jenem fernen 29. November 1304 auf dem Grab des Apostels Andreas ansammelt. Die Ausströmung ist zeitlich unregelmäßig und ereignet sich auf verschiedene Art und Weise. Manchmal passiert es, manchmal geschieht nichts. Manchmal sammelt sich viel Flüssigkeit an, ein andermal nicht. Durch dieses Zeichen sehen sich die Amalfitaner dann veranlasst, den Herrn entweder zu loben und zu preisen oder sie bitten ihn um Verzeihung. Das Manna ist nicht nur der religiösen Wirklichkeit Amalfis zuzuschreiben.
Schon der im Jahr 549 verstorbene heilige Gregor von Tours erzählt von einem ähnlichen Phänomen, das sich bei dem Grab des heiligen Andreas an Patras, in Griechenland, ereignete. Kardinal Baronio bestätigt, dass fast die gesamte christliche Welt von dieser heilenden Flüssigkeit wusste, die aus den im Jahre 357 nach Konstantinopel überführten Reliquien des heiligen Andreas hervorsprudelte. Bei dieser Überführung war auch dieser Teil der Reliquie (die der Pfarre Kopfing anvertraut ist). Denken Sie bitte: Der Apostel Andreas war im Abendmahlsaal als Jesus die Eucharistie für die Kirche eingesetzt hat. Er war zu Pfingsten dort, also, der Heilige Geist durchströmte alles (den ganzen Leib). Denken Sie auf diese Art! In Frankreich, in der Stadt Paris, wird ein Tuch aufbewahrt, das dem Maler Carlo Francesco zuzuweisen ist und aus den Jahren 1478 bis 1501 stammt, das das Sammeln des Manna vom Grab des Apostels darstellt.
In Amalfi wird diese Flüssigkeit während eines Gebets an folgenden Tagen gesammelt: 28. Jänner, 08. Mai – damals war das Fest des heiligen Erzengels Michael, 26. Juni – der Tag des Wunders, 01. November – der November ist nicht nur ein Monat, in dem wir für die Verstorbenen beten, sondern der Monat November ist auch Apostel Andreas Monat, deswegen zu Beginn und zum Schluss des Monats, am 21. November – Tag der Ankunft, und am 29. November und am 07. Dezember, dem Vigilfest zur Unbefleckt Empfangenen.
Wenn sich viel ansammelt, wird die Flüssigkeit an Kranke weitergegeben. Wenn sie sich in Form von Tau bildet, taucht man Watte in sie und verteilt sie an die Gläubigen. Im Allgemeinen bildet sich die Flüssigkeit in der Ampulle, die auf dem ehrwürdigen Grabmal steht.
So, Schwestern und Brüder, wir beginnen jetzt auch und verbinden uns mit allen Gläubigen, die am Grab vom Apostel Andreas in Amalfi sich heute versammeln, und auch mit Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios in Konstantinopel – dort ist auch aus diesem Jubiläumsjahr die Reliquie des Apostels Andreas. Aber wir verbinden uns auch mit Kasachstan. Der Erzbischof von Kasachstan besuchte uns im September in Gaming. Ich habe mit ihm darüber gesprochen und wir haben uns ausgetauscht. Und im Dom zu Astana hat Papst Benedikt im Jahr 2010, zwei Jahre nachdem diese Reliquie nach Österreich gekommen ist, zwei Reliquien über Kardinal Bertone geschickt. Eine Reliquie für die katholische Kirche in Kasachstan und die zweite Reliquie vom Apostel Andreas für die orthodoxe Kirche in Kasachstan, weil es der Wille des Herrn ist, dass alle seine Jünger eins sind. Damit wir diese Gnade auch erbitten für unsere Gegend, rufen wir zuerst die Fürsprache des heiligen Andreas an, indem wir seinen Litanei beten.
Kinder Gottes
„Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi.“ (Röm 8,15-17)
Die Wortkonkordanz der Heiligen Schrift weist allein für die vier Evangelien 131 Stellen nach, wo der Herr die Vaterschaft Gottes und damit die Kindschaft des Menschen als fundamentale und zentrale Lebenswirklichkeit, als das „Prinzip Liebe“ der ganzen Schöpfung bezeugt.
„Gott ist die Liebe.“ (1 Joh 4,8)
Er ist sie als Vater, der uns zu Brüdern seines eingeborenen, ihm wesensgleichen Sohnes gemacht hat.
Das ist der Kern der christlichen Religion.
Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes erschaffen und dazu berufen, Gott zu erkennen und zu lieben. (KKK § 31)
Durch die Taufe wird der Mensch zu einem Kind Gottes. Es kommt zu einem Bund zwischen Gott und Mensch. Für Gott ist diese Vater-Kind Beziehung sehr realistisch:
„Mein geliebtes Kind, Ich bin dein Vater. Die Liebe, die Ich für dich empfinde, ist grenzenlos. Ich bin da, in dir. Ich begleite dich Tag und Nacht; du hast nichts zu fürchten, denn Ich bin immer bei dir.“
Predigt von der Nachprimiz
H. Bernhard Mayrhofer CRSA
Liebe Schwestern und Brüder!
Wenn wir heute am 11. September hier beisammen sind, so sind wir gleichsam in einer großen Marienwoche zum Gottesdienst versammelt. Zu uns nach Pinggau, der Wallfahrtskirche Maria Hasel, kommen fast täglich die Wallfahrtsgruppen. Aus Draßmarkt, Pinkafeld, Bubendorf, gestern war Litschau da und so weiter und so fort.
Wenn wir in den Kalender schauen, welche Tage denn der Anlass dafür sind und sich das gerade im September so häuft, so finden wir vier große Marienfeste. Jedes dieser Feste hat ein großes Geheimnis, lenkt unseren Blick auf eine Eigenschaft Mariens.
Das erste Fest ist Maria Geburt am 8. September, der so genannte kleine Frauentag.
Wenn man einen Geburtstag eines Heiligen feiert, so ist es eine ganz große Auszeichnung. Denn in der Liturgie gibt es nur drei Heilige wo wir nicht nur den himmlischen Geburtstag feiern, sondern zugleich den irdischen. Bei Jesus feiern wir Geburtstag, bei Johannes den Täufer und bei Maria. Mir scheint, es ist etwas für uns Erstaunliches und Ungewohntes, wenn ein Geburtstag, so ein kleines Baby in unseren Blick gelenkt wird. Denn welche große Gestalt auf dieser Welt, welcher Politiker, welcher Staatsmann, welcher Friedensnobelpreisträger, und wer auch immer, wird uns als Kind gezeigt? Ein Kind, das hilfsbedürftig und schwach ist. Das zugleich aber auch offen ist, zugänglich, das Liebe annimmt und so weiter. Ich glaube, ein Blick, den Gott auf uns hat, einen Anspruch, den er an uns stellt.
Das zweite Fest ist Maria Namen am 12. September.
Von der Namensgebung her mit Maria Geburt in der Nähe. Vom Inhalt ganz etwas anderes. Denn Maria Namen – es ist der Namenstag von der Mutter Oberin, ich darf alles Gute wünschen – wurde eingeführt als Dank für die Befreiung Wiens 1683. Es ist ein Dank an die Gottesmutter, dass sie das christliche Abendland, wenn sie so wollen, vor dem Untergang bewahrt hat. Maria wird uns also als Helferin und Fürsprecherin gezeigt.
Der dritte Marientag ist der 13. September.
Das Fatima-Fest erinnert uns an die Erscheinungen in Portugal im Jahr 1917. Maria zeigt sich uns als Mutter, in dieser unvorstellbaren Katastrophe des ersten Weltkrieges. Die Reserven sind verbraucht. Es gibt zigtausende Tote, Hunger, Elend – und das auf der ganzen Welt in einem noch nie gekannten Ausmaß. Und gerade in dieser Situation ist uns Maria so nahe, dass sie uns auch erscheint. Dass sie uns sichtbar nahe ist. Ja, Maria als unsere Mutter.
Schließlich das vierte Marienfest: Maria Schmerzen am 15. September.
Wieder so etwas, das für uns erstaunlich sein müsste. Denn Leid und Schmerz wird immer ausgeblendet. Und nun wird uns Maria gerade im Schmerz gezeigt. Eine Mutter in der wahrscheinlich schlimmsten Stunde ihres Lebens mit dem toten Kind im Arm. Alles Leid, dass sie erfahren hat wird uns gezeigt. Es wird nicht kaschiert, es wird nicht ausgelöscht, sondern gerade da wird sie uns gezeigt. Und mir scheint, sie wird uns in dieser Situation als besonders starker Mensch gezeigt. Ein Mensch, der nicht das Handtuch wirft, der nicht verzweifelt, sondern der sich immer wieder aufrafft und diese Botschaft von Gott weiter trägt.
Wir sprechen immer wieder von Maria als Urbild der Kirche. Maria der ideale Mensch, der so ist, wie Gott uns eigentlich alle haben wollte. Wenn das damals mit dem Apfel nicht passiert wäre… Wenn wir, wie wir es immer tun, nicht uns selbst das Eigentor geschossen hätten.
Diese vier Feste, die auf Maria hinweisen: Maria als Kind, das Hilfe braucht und Hilfe annimmt. Auch wir sollen sein wie die Kinder. Wir hören es auch im Evangelium mit all den Eigenschaften, die genannt sind. Maria als unsere Helferin. Wie Maria sollen auch wir solche Helfer sein für unsere Mitmenschen, uns gegenseitig stützen und tragen. Maria als Mutter. Ja, mütterlich sollen wir sein und uns gegenseitig begegnen. Liebevoll und nicht hart. Entgegenkommend. Eine Mutter wird ihr Kind immer vorher in den Arm nehmen und nicht zuerst die Standpauke halten. Und schließlich Maria als so starker Mensch. Ja, ich glaube, Gott will uns als starke Menschen haben, die in seinem Namen die Welt gestalten und aus der Beziehung zu ihm heraus ihr Leben verbringen. Diese Eigenschaften von den Marienfesten sollen uns begleiten.
Es hat einmal jemand gesagt: „Die beste Marienverehrung ist, eine zweite Maria zu sein!“ Und dazu möge sie uns mit ihrem Segen und ihrer Fürbitte begleiten! Amen.