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Predigt vom Herz-Maria-Sühnesamstag
Prof. Dr. Hansjörg Rigger
Liebe Brüder und Schwestern in Christus! Gerade hier im Krankenhaus ist es sichtbar. Immer wieder trifft man auf Möglichkeiten, wo man sich nicht nur besonders reinigen kann, ja, wo man sogar, wenn man es wollte, sich septisch rein machen könnte, denn, wir haben Angst. Der Grippevirus könnte uns erfassen oder sonst eine andere Krankheit. Wir könnten verunreinigt werden, wer weiß, was da herauskommt. Wir haben Angst vor der Ansteckungsgefahr. Und dann hören wir noch von Ebola und denken uns: Ist das die neue Pest? Und wir sind froh, wenn es weit weg von uns bleibt. Dort dürfen Menschen ruhig sterben, wenn es nur uns nicht erreicht. Dann lieber alles dicht machen. Interessant. Das ist für uns selbstverständlich. Angst vor Ansteckung. Es gibt eine Ansteckung, es gibt etwas, das von einem Menschen zum anderen geht. Das bei ihm nicht bleibt, das mich infiziert, das mich krank macht. Meine Eltern haben manchmal gesagt: „Pass auf, mit wem du umgehst.“ Und ich dachte mir dann auch: Werde ich da krank? Stecke ich mich da mit etwas an? Ich weiß, ich sage es mit Vorbehalt, ich kenne ihn gut, er ist ungefähr gleich alt wie ich, wir grüßen uns, wenn wir uns in der Stadt treffen. Wir gehen auch manchmal einen Kaffee miteinander trinken. Aber, da war ein Mitschüler, der war Zeuge Jehovas. Oh, haben die Eltern gesagt, aufpassen! Ich habe damals nicht verstanden was das ist, aber ich hatte das Gefühl: Aufpassen, steckt an! Ja, liebe Brüder und Schwestern, wenn es um Krankheit geht, da sind wir alle Spezialisten. Denn wir haben Angst vor Krankheit.
Wenn es um die Sünde geht, da ist die Angst, uns infizieren zu können, schon kleiner. Denken Sie einmal, wenn das so wäre, dass Sünde ansteckend ist. Wenn es so wäre, dass Sünde wie eine Krankheit grassiert, könnte sie mich auch krank machen? So krank, dass am Ende nur der Tod steht, ewiger Tod? Sind wir wirklich sicher, dass unserer Häuser, unsere Familien, unsere Arbeitsplätze, ja, sogar ein Konvent, hygienisch genug ist? Halten wir die Hygienevorschriften in unseren Häusern, in unseren Familien, damit uns die Sünde vom Leib bleibt? Damit wir nicht angesteckt werden, krank werden. Vielleicht, liebe Gläubige, gehen Sie jetzt nach dieser anstrengenden Predigt nachhause, und um sich ein bisschen zu entspannen, schalten Sie mal kräftig den Fernseher ein. Die Frau geht nach ein oder zwei Stunden schlafen, der Mann bleibt noch ein bisschen – zapping nennt man das bei uns. Ob das Fernsehprogramm besser wird, umso mehr die Zeit voranschreitet? Und was sehen wir dort? Ansteckendes, nur Ansteckendes. Und zwar wird es uns so geboten, dass wir immer den Eindruck haben: Das ist normal. DAS ist normal und ihre Kinder kommen nachhause, ihre Jugendlichen, ihre Pubertierenden, sie kommen und sagen: Mama, Papa, alle, alle tun das! Nur wir dürfen nicht! Alle dürfen am Freitag am Abend ausgehen und erst in der Früh nachhause kommen. Nur wir nicht! Was haben wir für Eltern!
Liebe Brüder und Schwestern!
Ich spreche immer noch nicht von dem, was ich eigentlich sagen möchte. Ich habe mich in Vorbereitung auf diese Predigt nämlich etwas anderes gefragt. Ich habe mich gefragt: Gibt es auch eine andere Ansteckung? Es ist interessant, dass wir das gar nicht einmal denken! Unreinheit kann uns anstecken. Bevor ich hergekommen bin, bin ich in Pitten gewesen, auch in einem Altenheim – überall waren diese Desinfektionsmaschinchen. Und ich habe das am Anfang nicht richtig gemacht, es ist mir jedes Mal auf die Schuhe runter [getropft], so dass ich am Ende nicht mehr wusste, ist das jetzt für die Schuhe oder für die Hände. Aber, das ist interessant, Unreinheit steckt an. Ich habe mich gefragt: Könnte Reinheit ansteckend sein? Wiederum zurück zu meinen Eltern: „Was ist denn das für ein Freund?“ Wir schon gewappnet: „Er geht Kirche, er ist bei der katholischen Jugend.“ – „Ach, so, gut. Passt.“ – Aber die Eltern hatten das Gefühl, auch das Gute kann anstecken. Ja, wenn das einer ist, der betet… Ja wenn zuhause sogar der Rosenkranz gebetet wird… Entschuldigen Sie, dass ich Ihnen so altmodische Sachen sage. Aber wenn das ist, dann steckt das an, dann ist es gut, dass du diesen Freund hast. Aber jetzt verweise ich auf jemand anderen, ich verweise auf die Jungfraumutter. Ist ihre Reinheit ansteckend? Das ist die Frage, die ich Ihnen stelle. Ich glaube, ja. Ihre Reinheit ist anstecken. Und wir kommen her in all unserer Unreinheit, sprich in all unserer Sünde, wir kommen zu ihr, wir berühren nur den Saum ihres Gewandes, wie es Menschen gemacht haben mit Jesus. Aber wir tun es mit ihr. Und es geht von ihr Reinheit aus. Eine Reinheit, die mich erfassen kann, die mein Herz verwandeln kann. Die mich gesund machen kann. Warum, haben Sie sich das nie gefragt, warum geschehen auf Marienwallfahrtsorten so viele Wunder. Tagtäglich. Ja, weil von Maria etwas ausgeht, was uns gesund macht. Aber gesund im tiefsten Sinne des Wortes. Da kann auch manchmal die Krankheit zurückbleiben, aber unsere Seele ist gesund. Sie ist gesundet zum ewigen Leben, sie hat diese ursprüngliche Kraft wiederbekommen, der der Tod nichts anhaben kann.
Unbeflecktes Herz Mariens, das bedeutet, ihre Reinheit wirkt ansteckend. Und für mich ist es interessant, ich gebe es ganz ehrlich zu, ich war noch nie in Medjugorje gewesen. Aber, ich bin vielen Menschen begegnet, die sind nach Medjugorje gefahren, und die kamen geheilt zurück. Die kamen bekehrt zurück! Ich hatte einen Lehrer, beispielsweise, kommunistisch bis auf die Knochen! Ich war einmal beim Direktor und habe gesagt: Dieser Mann indoktriniert uns! Irgendwann einmal sitzt er vor mir in einer Vorlesung und ich dachte mir: Jetzt wird diese Geschichte doch nicht wieder von vorne anfangen?! Und er sagt: Ich habe mich bekehrt. Und ich frag noch: „Wohin denn?“ Ich dachte mir: „Wohin denn?“ Und er sagt: „Wissen Sie was, ich habe eine Frau kenne gelernt, eine junge, hübsche Frau im Rollstuhl. Ich habe diese Frau kennen gelernt und ich habe mich Hals über Kopf in diese Frau verliebt. Und ich war so was von eifersüchtig, krankhaft eifersüchtig. Ich wollte sie nicht mehr aus den Augen verlieren – und die fährt nach Medjugorje! Ich bin in meiner Eifersucht ihr nachgeeilt, damit sie mir nicht ein anderer aushängt. Und ich fuhr runter und sehe da, wie alle beichten. Und ich habe mir gedacht, vielleicht kann ich ihr damit auch noch imponieren, indem ich da einfach so pro forma zu diesem Priester hingehe. Ich beichte, und danach war kein Stein mehr auf dem anderen. Mein Leben hatte sich geändert.“ Das heißt: Ihre Reinheit hat ihn infiziert und hat seine Krankheit geheilt, hat seine Seele umgedreht. Und er ist mit ihr zurückgekommen, sie haben geheiratet. Sie können keine Kinder haben, aber sie beten viel und tun Buße für uns alle.
Liebe Brüder und Schwestern! Das wäre jetzt so die Voraussetzung, dass ich erst richtig anfangen könnte zu predigen, nämlich über das Evangelium. Nämlich über etwas, wo wir total staunend davor stehen und sagen: Wie ist denn das möglich, dass Jesus sagt, nicht nur, geht und verkündet das Himmelreich und sagt, das Himmelreich ist nahe. Sondern, er sagt, heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus.
Das ist ein blinder Fleck in unserer Kirche geworden. Das trauen wir uns nicht mehr zu, weil wir das ihm nicht mehr zutrauen. Aber ich bin tief drinnen in meinem Herzen überzeugt, dass es das gibt. Nicht, dass wir in gewisser Weise um jede Ecke herum ein Wunder erwarten. Nicht, dass wir uns überall dort Wunder erwarten, wo wir ein Kreuz zu tragen haben und wo das Wunder eigentlich nur dazu dienen sollte, mir das Kreuz abzunehmen. Nein, nicht das! Aber, ich glaube, überall dort, wo wir als Christen, wo wir Christus, wo wir Maria bringen, wo wir diese Reinheiten den Menschen bieten und nichts anderes; in der Berührung mit ihm wird alles heil! In der Berührung mit ihm geschehen Wunder! Gibt es immer einen Übergang von der Krankheit zu der Gesundheit, von der Finsternis zum Licht, vom Tod zum Leben. Aber bringen wir wirklich Christus? Und das muss ich mich als Priester fragen, denn meine Heilungsbilanz ist noch gering. Bringe ich wirklich Christus oder bringe ich letztlich nur mich selbst? Meine ganze Eitelkeit, meine Rhetorik, mein Wissen. Will ich ihr Weihrauch schenken oder ihm? Oder beanspruche ich das für mich?
Lassen Sie sich auf Maria ein, scheuen Sie die Berührung nicht. Lassen Sie sich auf ihren Sohn ein. Lassen Sie sich von ihm umarmen, drücken. Sein Leben, seine Reinheit, die Reinheit seiner Mutter, sie wirken ansteckend. Und wenn ich Ihnen sage und garantiere, dass diese Ansteckung in den Himmel führt? Ich würde sagen: Lassen wir uns anstecken, tun wir nix dagegen. Denn Besseres kann uns nicht blühen als der Himmel. Sie [Maria] ist ja schon dort. Amen.
Predigt vom Abend der Barmherzigkeit
Prof. Dr. Hansjörg Rigger
Liebe Brüder und Schwestern! Machen Sie mir bitte einmal einen Gefallen und schließen Sie ganz fest Ihre Augen. Ich sage es ihnen, wann es anfängt und ich sage es Ihnen, wann es aufhört. Dauern tut es nicht lange – und ich mache sie auch zu, damit Sie nicht Angst haben, ich würde Sie jetzt unverschämt anstarren. Also, machen Sie jetzt Ihre Augen ganz zu, so gut Sie es vermögen. Ich mache es auch. – Sie können die Augen jetzt wieder aufmachen. Vielleicht meint jetzt die eine oder der andere von Ihnen, jetzt wissen Sie ungefähr wie das ist, wenn man blind ist.
Aber blind sein ist ganz anders, denn Sie haben noch ein Licht wahrgenommen, durch die Augenlider hindurch. Sie haben gemerkt, dass hier Licht ist. Und würden Sie an einem sonnigen Sommertag rausgehen, dann würden Sie genau merken, wo Schatten ist; würden Sie unter einer Laube durchgehen und immer wieder die Stangen, wo die Rebe festgemacht ist, einen Schatten werfen, Sie würden fast zusammenzucken, so deutlich würden Sie wahrnehmen, dass hier ein Schatten ist. Nein, Blindheit ist ganz anders. Blindheit ist totale Dunkelheit, totale Finsternis. Ich sage Ihnen das, weil ich selbst mit dem Blindenapostolat in unserer Diözese zusammenarbeite, weil es im Blindenapostolat eine Kamillianische Familie gibt, und weil ich der geistliche Assistent dieser Kamillianischen Familie bin, und weil ich deswegen fast jeden Tag, wenn ich zuhause bin, mit Blinden zu tun habe. Und diese Blinden im Blindenzentrum in Bozen haben ein Dunkelrestaurant eingerichtet. Und da kann man sich zum Essen melden, es ist immer ausgebucht über Monate hinweg. Und man kann sich dort melden und man merkt dann erst, was es heißt, blind zu sein. Absolute Finsternis.
Zwei Blinde werden uns heute im Evangelium vorgestellt, die in der totalen Dunkelheit lebten, die nichts wahrnahmen, außer, – ja, was haben sie wahrgenommen? Was haben sie wahrgenommen von diesem Jesus von Nazareth?
Wir sind Sehende und was nehmen wir von ihm wahr? Habe ich heute etwas von ihm wahrgenommen? Habe ich heute etwas von Gott wahrgenommen in meinem Leben? Wir gehen hinaus in diese Welt und nehmen unendlich viel wahr: Lichter, Reklame, … wir haben den Eindruck, unsere Aufmerksamkeit soll überall hin gelenkt werden, aber weit weg von ihm!
Diese beiden Blinden im Evangelium, sie mussten von Jesus gehört haben, sie mussten etwas von ihm wahrgenommen haben. Und sie nähern sich ihm und schreien. Aber zunächst geht Jesus an ihnen vorüber. Er geht vorüber und geht weiter. Jesus bleibt nicht gleich stehen. Es ist fast so, als wollte Jesus sie hinter sich herziehen. Als wollte er sie herausfordern, zu schreien, aufzuschreien, ihm nachzuschreien.
Das ist ein Sinnbild für unser Leben. Jesus geht an uns vorüber und er möchte, dass wir ihm nachgehen. Er möchte, dass wir nicht locker lassen. Er möchte, dass auch wir schreien: „Hab Erbarmen mit uns! Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!“
Hab Erbarmen mit uns!
Jesus möchte diesen Aufschrei. Aber es kommt noch etwas anderes: Diese beiden Blinden, die sich nicht sehen können, bestenfalls abtasten, sie müssen gemeinsam schreien, ihn gemeinsam anrufen. Es geht nicht darum, dass jeder von uns schreit, aufschreit, ihm nachschreit. Es geht darum, dass wir es gemeinsam tun. Probieren Sie es einmal aus, Sie, die Sie verheiratet sind. Beten Sie gemeinsam, schreien Sie auf, wenn es nicht so geht, wie Sie es sich vorgestellt haben. Lassen Sie gemeinsam nicht locker!
Oder, ich weiß es nicht, ob es so etwas bei Ihnen noch gibt, bei uns jedenfalls gibt es das noch, wenn zwei verlobt sind oder zumindest wissen, sie möchten heiraten, einen gemeinsamen Weg gehen, eine Familie gründen. Schreien Sie gemeinsam auf, beten Sie gemeinsam. Oder, wenn Sie Kinder haben, versuchen Sie es einmal mit den Kindern selbst. Oder, wenn Sie Ordensschwestern sind, tun Sie es nicht immer nur alleine, Gott hat Ihnen eine Gemeinschaft geschenkt. Tun Sie es in ihrer Gemeinschaft, mit Ihrer Gemeinschaft. Werden Sie beim Beten konkret, sagen Sie dem Herrn, wo es drückt. Tun Sie es gemeinsam. Wir werden heute noch den ganzen Abend über miteinander beten. Wir werden um Heilung beten, aber wir tun es nicht alleine. Wir tun es zusammen. Und dabei müssen wir nicht immer wissen, was den anderen bedrückt, wir brauchen seine Krankheit nicht immer zu wissen. Aber wir wissen, wir sind alle schwache Menschen, die ganz, ganz schnell an die Grenzen stoßen, überfordert sind. Wir sind Menschen, die sich nur Gott überlassen können, die nur Vertrauen aufbringen müssen, ihm gegenüber, für den nichts unmöglich ist. „Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann?“, frägt Jesus diese beiden, armen Blinden.
Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? Glaubst du, dass er dir helfen kann? Glaubst du das wirklich? Und ganz schnell beginnen wir als Menschen unserer Zeit zu sprechen und sagen: „Ja, also bitte, es muss nicht um jede Ecke ein Wunder passieren. Ich möchte nicht wundergläubig sein oder gelten.“ Glaubst du, oder glaube ich, dass er mir helfen kann? Oder bin ich eher geneigt zu sagen: „Ja, da will ich mal versuchen, die Ärmel hochzukrempeln. Da will ich mich mal ein bisschen zusammenreißen. Da muss ich was tun. Ich muss etwas tun!“
Liebe Brüder und Schwestern!
Diese Frage hat mich bewegt, als ich mich für diese Predigt vorbereitet habe: Glaubst du, du als Priester?
Glaubst du daran, dass Jesus helfen kann?
Ich lege Ihnen diese Frage vor, geben Sie selber eine Antwort. Denken Sie sich hinein in die möglichen und unmöglichen Situationen unseres Lebens. Denken Sie sich hinein in die Ausweglosigkeit dieser Welt, denken Sie sich hinein in die Familien, dort hin, wo Sie selber nichts bewegen können – schon längst nichts mehr bewegen können. Denken Sie sich hinein in ihre Ehe, wo alles erlahmt ist, wo die Liebe keine Lebendigkeit mehr hat. Wo man angefangen hat, sich auszuhalten, wo man vom anderen nichts mehr erwartet. Denken Sie sich hinein in unsere heutige Gesellschaft, wo wir als Christen dastehen und sagen: Was sollen wir tun? Es wird nicht mehr lange dauern, dann dürfen wir uns gar nicht mehr als Christen erkennen zu geben. „Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann?“ Ja, glaubt ihr das?
Ich persönlich kann eigentlich nur antworten: „Ich glaube, aber hilf du bitte ganz, ganz schnell meinem Unglauben! Ja, ich möchte glauben, ich möchte es glauben, ich möchte darauf vertrauen, aber hilf du meinem Unglauben. Hilf du mir, wenn mir Zweifel kommen.
Hilf du mir, wenn ich dich runterschraube auf Mittelmaß, wenn ich dir nicht alles zutraue, wenn ich dir nicht alles übergeben, wenn ich dich nicht zum Herrn über mein Leben, über meine Gesundheit, über meine Zukunft, über alles – über meine Ehe, über meine Kinder, über meine Kongregation, mache.
Liebe Brüder und Schwestern!
Und dann wird uns Jesus berühren. Und in dieser Berührung geschieht auch heute immer noch Heilung. Lassen Sie sich von ihm berühren! Von ihm selber, er heilt Sie, er heilt mich, er heilt unsere kranken Herzen, indem er uns sein Herz gibt.
Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen.
Da wurden ihre Augen geöffnet. Wie ihr geglaubt habt! Und ich musste schmunzeln, wie ich den Text gelesen habe. Denn auf der einen Seite dachte ich: Ja, einige Male in meinem Leben habe ich tatsächlich geglaubt. Und da ist viel geschehen. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass ich hier wäre, hätte ich nicht einige Male geglaubt. Aber schmunzeln musste ich, weil ich dazu dachte: Was wäre alles geschehen, hätte ich mehr geglaubt!? Was wäre da noch alles geschehen? Was ist da alles brach liegen geblieben? Was ist da noch an Möglichkeit in meinem Leben drinnen, von dem ich überhaupt nichts weiß? Herr, ich glaube, hilf du meinem Unglauben. Amen.
12 Verheißungen für die Verehrer seines Göttlichen Herzens
1. Alle werden mittels dieser liebenswürdigen Andacht alle für ihren Stand notwendige Hilfe finden.
2. Er wird ihren Familien den Frieden schenken. Er wird die getrennten Familien wieder vereinigen.
3. In ihrer Not wird er sie trösten.
4. Sie werden in diesem Herzen ihre Zuflucht im Leben, besonders aber in der Stunde des Todes finden. Wie süß ist das Sterben, nachdem man eine beständige Andacht zum Herzen dessen unterhalten hat, der uns richten wird. Die, welche dieses heilige Herz verehren, werden nie verloren gehen.
5. Über alle ihre Unternehmungen wird er Segnungen ausgießen. Er wird sie in allen ihren Arbeiten unterstützen.
6. Ich hoffe, dass dieses göttliche Herz eine überfließende und unerschöpfliche Quelle von Barmherzigkeit und Gnaden werde…, um den gerechten Zorn Gottes für so viele Verbrechen zu besänftigen…, Gott wird im Hinblick auf die Liebe, die er zu diesem heiligen Herzen trägt, den Sündern verzeihen. Das heilige Herz ist wie eine Feste und ein sicherer Zufluchtsort für alle armen Sünder, die sich dorthin flüchten wollen, um der göttlichen Gerechtigkeit zu entgehen. Das heilige Herz ist allmächtig, um Barmherzigkeit zu erlangen.
7. Er hat mir versprochen…, die süße Salbung seiner brennenden Liebe über alle Gemeinden auszugießen, welche ihn verehren und sich unter seinen besonderen Schutz stellen werden: er wird die Züchtigungen seiner göttlichen Gerechtigkeit entfernen, um sie wieder eifrig zu machen,
wenn sie lau geworden sein sollten.
8. Ich kenne keine andere Übung der Frömmigkeit, die imstande wäre, in kurzer Zeit eine Seele zur höchsten Vollkommenheit emporzuführen.
9. Mein göttlicher Erlöser gab mir zu verstehen, dass alle, welche am Heile der Seelen arbeiten, die Gabe haben werden, auch die verhärtetsten Herzen zu rühren; sie werden, falls sie nur selber eine zarte Andacht zu seinem heiligen Herzen pflegen, mit wunderbarem Erfolg arbeiten. Es genügt, das göttliche Herz bekannt zu machen und dann ihm die Sorge zu überlassen, die Herzen, die er sich vorbehalten hat, mit der Salbung seiner Gnade zu durchdringen: glücklich, wer zu dieser Zahl gehört!
10. Da er die Quelle allen Segens ist, so wird er diesen reichlich über alle Orte ausgießen, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens zur Liebe und Verehrung aufgestellt ist.
11. Er ließ mich viele Namen schauen, die darin (im heiligen Herzen) eingeschrieben waren wegen ihres Verlangens, seine Ehre zu fördern, darum wird er es nie gestatten, dass sie daraus getilgt werden. Er entdeckte mir Schätze von Liebe und Gnaden für die Personen, welche sich ihm weihen und hinopfern, damit sie ihm alle Ehre, Liebe und Verherrlichung verschaffen, die nur in ihrer Macht steht.
12. Unser Herr spricht: „Im Übermaß meiner Barmherzigkeit verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe all denen, welche neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade der endlichen Bußfertigkeit gewähren wird; sie werden nicht in meiner Ungnade, noch ohne Sakramentenempfang sterben und mein Herz wird für sie eine sichere Zuflucht in dieser Stunde sein.“
Gebet um Seligsprechung Barbara Sicharters (Gründerin der Vorauer Marienschwestern)
Herr Jesus Christus, du hast Mutter Barbara angeregt, nach dem Vorbild der reinsten Jungfrau und Gottesmutter Maria in demütigem Gottvertrauen sich ganz in den Dienst der Liebe zu stellen.
So bitten wir dich im Vertrauen auf deine Barmherzigkeit und Güte, Zeichen sichtbar werden zu lassen, die Mutter Barbaras gottgefälliges Leben bestätigen, damit die Kirche sie bald in die Zahl deiner Seligen und Heiligen einreihen kann.
Auf die Fürsprache Mariens schenke auch uns dein reiches Erbarmen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.