Geschätzte Schwestern, lieber Verein VORNE, liebe Schwestern und Brüder!
Vielleicht kommen einige von Ihnen zufällig mit ihrem Adventkranz und Sie sind überrascht, dass ein Apostel dasteht, vielleicht, so denke ich… Aber, so ist die Gnade, so überraschend. Wir denken, dass wir die Gnade treffen oder erwarten nichts. Ihre Botschaft (die Botschaft der Apostel) geht hinaus in die ganze Welt und egal, wo wir uns treffen, können wir die Botschaft hören. Egal wo wir hinkommen, die Botschaft ist zu hören. Aber, sie ist deswegen zu hören, weil der Herr von Generation zu Generation Menschen zu Menschenfischern macht. Und er sendet sie. Er fordert sie auf, ihr Haus, diese Gemütlichkeit zu verlassen, und für ihn zu gehen: „Und ich werde dir die Wege zeigen. Und ich werde dich segnen, wenn du gehst. Aber, du musst zuerst gehen.“
Und Menschen, die sich auf den Weg machen, die lernen, was das bedeutet, aus der Vorsehung Gottes zu leben, täglich überrascht zu sein von seiner Gnade und Liebe. Menschen, die andere Pläne im Leben haben, es sich gemütlich machen, wie ein Baum, der an einen Ort gesetzt ist und sich sein ganzes Leben nicht bewegt. Wenn wir einen alten Baum umsetzen, dann stirbt er sofort.
Wo die Menschen denken: Ich hab mein Haus gebaut, da bleibe ich immer… können vielleicht auch viele die Gnaden nicht mehr sehen, weil sie am Ort zu sehr gebunden sind. Gott ist der liebende Gott, aber wie wir im Leben der Apostel erkennen, er führt sie an die Grenze. Und wir wissen, Petrus hatte Kinder, hatte eine Frau. Genauso Andreas und einige der anderen Apostel auch. Paulus nicht, aber sie alle waren sehr herausgefordert in die ganze Welt zu gehen. Früher, wir sehen Abraham mit über 70 Jahren, er hat sich auf den Weg gemacht, vom heutigen Irak, aber nicht mit zwei Taschen, er ist mit einer Menge von Tieren gegangen. Denken Sie daran, was die junge Generation gedacht hat über diesen „Opa“. Aber sie mussten gehorchen. Heute würde man dem Opa nicht mehr gehorchen, aber die sind mit dem „Opa“ gegangen.
„Ich zeige dir, wohin ich dich führe“
und Abraham glaubte. Genauso, Mose, er hat den Palast des Pharao verlassen, die Bequemlichkeit und Gemütlichkeit, Wein bis zur Nase, Essen und Trinken, wunderschöne Sonne, 10 Monate Sommer im Jahr… Er hat das alles verlassen. Weil ihm eine andere Hoffnung erschienen ist, ist er 40 Jahre in die Wüste gegangen, hat alles verloren, was diese Welt anbietet. Er hatte nur mehr mit Menschen zu tun, die murrten, jeden zweiten Tag: Das fehlt uns, das fehlt uns, … das haben wir, … warum hast du uns da her gebracht? Zwiebel ist besser als die Freiheit, usw. Er hat ständig für dieses Volk, das gegen ihn war, gebetet, Gott um Erbarmen gefragt, um Erleuchtung, um Kraft. Haben Sie vielleicht in einem kleinen Maß die Erfahrung? Für Ihre Kinder zu beten, die nicht mehr hören möchten, die nicht mehr glauben, weil Sie ihnen vielleicht ein zu schwaches Zeugnis im Glauben gegeben haben, als sie ein Jahr alt waren. Vielleicht waren Sie zu bequem? Und jetzt kommt die Konsequenz dieser Art des Verhaltens.
Die Apostel sind gegangen, sie wurden herausgefordert.
Wie sollen Sie nun den anrufen, an den Sie nicht glauben? Wie sollen Sie glauben an den, von dem Sie nichts gehört haben? Ja, vielleicht öffnen wir uns hier, am heutigen Abend, in der Gegenwart von drei Aposteln (Reliquien von Petrus, Paulus, Andreas) und der heiligen Sr. Faustyna, des P. Pio und vieler unserer Namenspatrone und Heiligen. Und vielleicht werden wir auch den Herrn bitten: Herr, wenn ich lebe, bedeutet das eigentlich, dass du noch etwas von mir willst. Unsinn kann nur bei den Menschen sein, aber nicht beim Herrn. Er ist nicht wie die Menschen, die vergessen, was sie gesagt haben. Das Wort Gottes ist ewig und seine Liebe ist ewig.
Im Oktober habe ich hier das Beispiel des seligen Bartolo Longo gebracht und der Papst Benedikt XV. hat von ihm gesagt: Was für ein wunderbarer Mensch dieser Bartolo ist. In dem Alter, wenn 90% schon über das Begräbnis nachdenken, und wie soll ich mein Gold verteilen? Aber der Bartolo zeichnet neue Pläne für die Gottesmutter. Er denkt nicht über den Tod nach, er hat noch drei Jahre des Lebens oder vier Jahre, er kann noch viel bewirken.
Ja, das ist das, was der Herr sagt: Du bist ein guter und treuer Diener. Du hast zwei Talente bekommen und jetzt bekomme ich von dir vier Talente! Wenn Sie 80 Jahre leben oder 90, dann sollen Sie zum Schluss so viele Talente wie möglich mitbringen. Also, wenn wir noch leben, das heißt: Der Herr will etwas von uns!
Du bist kein Christ des Adventkranzes
in ihm ist keine Macht. Das ist nur ein Symbol des Lichtes, das ist eine Kerze. Du sollst die Kerze nicht anbeten, wie ich in einigen Orten das gesehen habe. Du sollst den Herrn anbeten. Er ist das wahre Licht. Wir sollen die Wahrheit im Leben suchen. Wir sollen den suchen, der unser Leben auch verwandeln kann, der unsere Sehnsucht nach Liebe, nach Güte auch verewigen kann. Und deshalb haben diese Profifischer, wie Andreas, wie Petrus, in der Nacht gearbeitet und sind am Tag, weit weg, südlich mit ihrem Boot gefahren, um Johannes den Täufer zu hören und zu betrachten: Ja, wann kommt dieser Messias? Wir müssen unsere Wege ebnen, er ist schon in der Nähe. Wir wissen noch nicht wo und wer… Aber er hat nicht geschlafen. Er hat den Herrn gesucht in seiner freien Zeit.
Und wenn Sie nach Hause kommen, sagen sie nicht dem Herrn: Ich bin todmüde! Beginne den Herrn zu preisen: „O Herr, ich preise dich, dass ich müde bin! Es gibt so viele Faule auf dieser Erde, die haben keine Kraft, für sich selber Kartoffel zu kochen, weil sie faul sind. Ich danke dir, dass ich müde bin, dass ich arbeiten kann, dass zu mir auch die ganze Familie kommt. Herr, aber das ist keine Berufung, nur zu kochen, nur zu arbeiten, nur diese Euro, die in zwei Monaten jemand stehlen wird, zu sammeln. Was ist das doch… Herr, schenke mir die Schätze, die niemand klauen kann, die Schätze, die für das ewige Leben gültig sind.
Dann, nach 10 Minuten Lobpreis wirst du plötzlich denken: Ja, ich bin nicht müde! Was ist los in mir? Wir müssen diese Erfahrung machen.
P. James Manjackal, wenn er Exerzitien hält – ich war gerade vor ein paar Wochen in Warschau bei seinen Exerzitien, über 8.000 Menschen sind gekommen – und er hat mir gesagt: Andreas, ich bin eine Woche bevor ich nach Polen gekommen bin fast todkrank gewesen: Fieber, hohes Fieber, Medikamente, Spritzen, ich konnte nichts, ich war nass (verschwitzt) im Bett. Und dann kam der Donnerstag, der Freitag und ich bin immer noch nass im Bett und da muss ich jetzt Exerzitien predigen und ich weiß, tausende Leute sind dort… Aber nein, Herr, ich möchte dich preisen! Ich werde nicht nachlassen, wenn der böse Geist mir diese Schwierigkeiten schenkt. Dein Name sei gepriesen! Wenn du willst, gib mir 40°C Fieber, ich werde predigen. Ich werde dort am Tisch sterben, aber dein Name sei gepriesen!
Und er sagte: Ich bin in Warschau gelandet, sie haben mich zum Hotel gebracht und am Abend: Schau, ich bin gesund! Ich habe gar nichts, aber ich konnte nicht schlafen, vier Tage lang habe ich nicht geschlafen. Die Seelen der Menschen, die bei den Exerzitien sind, ihre Vorfahren, sind zu mir gekommen. Ich musste die ganze Nacht beten.
Ich habe ihn gesehen und da habe ich ihn besucht, eine Woche nach den Exerzitien. Ich habe gesagt: „Du bist wie ein junger Mann!“ „Ja, jetzt bin ich stark! Ja, ich hatte Schwierigkeiten, aber nein, ich werde dort sterben, wenn der Herr will. Ich sterbe im Predigen. Dein Name sei gepriesen!“
Herr, Schwierigkeiten bedeuten nichts für mich, dein Name sei gepriesen! O gutes Kreuz, sei gegrüßt! Warum soll ich meinen Herrn beschimpfen, der für mich so gelitten hat, der mich so liebt, der mich berufen hat, der mir Ewigkeit schenkt? Ich soll schimpfen, weil ich müde bin? Nein, sei gegrüßt, du gutes Kreuz. Sagen Sie das, wenn Sie müde sind, wenn Sie nicht wollen, wenn Schwierigkeiten kommen. Die Leute machen das meistens so: Es ist etwas Gutes, wenn der Apostel kommt. (Aber die Menschen sagen:) Oh, zu lang. Ich schaue lieber Schispringen an. Ja, vielleicht gewinnt Morgenstern,… Aber er ist schon in Pension und wird nicht mehr gewinnen – so, er kann den Rosenkranz mit euch beten. Nein, Herr, ich gehe (zum Apostel Andreas), das ist die Zeit der Gnade.
Die heilige Faustyna sagte: „Herr, du schenkst täglich die Gnaden für alle Menschen, jeden einzelnen.“ Wenn jemand diese Gnade ablehnt, sie ist nicht verloren. Das Wort Gottes kommt nicht unfruchtbar zurück. Unfruchtbar sind nur Menschen, die sich selber manchmal dazu machen. Das Wort Gottes sucht, die Gnade sucht Boden: Oh, dort ist ein offenes Herz – doppelte Portion der Gnade heute. Einer ist ärmer geworden, hat nichts, ein anderer hat plötzlich das Doppelte bekommen. Ihre (der Apostel) Botschaft geht. Sie müssen auch gehen. Sie müssen sagen: Herr, was soll ich tun? Nicht: Ich bin müde. Was soll ich tun? Sage es mir, Herr, ist meine Pfarre lebendig oder zahlen alle nur die Kirchensteuer? Habe ich dort gehört, dass jemand den Herrn preist und ihm dankt, dass wir hier leben? Macht das jemand? Herr, ich muss das bewirken, ich muss ein paar Leute sammeln, wenigstens fünf sollen deinen Namen hier preisen. Wenn alle anderen sich selber auf die Weide führen, Herr, wenn die nicht wollen, ich nehme tausendfach die Gnaden, wenn niemand will, nicht nur eine, tausend Gnaden täglich. Hallelujah! Der Herr liebt euch, er wird diese Schätze in dieser Pfarre lassen. Und die Heiligen sagen: Betet, dass die Heiligen in eurer Umgebung irgendwo leben. Beten Sie dafür, weil die sind wie die Lampen, wie diese Kerze im Licht. So sind die Heiligen. Überall Finsternis, niemand glaubt, aber alle sind Heilige, niemand hat gesündigt, die letzten fünfzig, sechzig Jahre an diesem Ort. Müde, sie sind todmüde ohne Sünde?! Müde für das Reich Gottes, keine Kraft, keine Zeit… aber zur Runde gehe ich, ins Wirtshaus…
Herr, das ist dein Licht, das leuchtet in der Finsternis, das sind deine Heiligen. Ich lade Sie dazu ein, vielleicht im Kreise Ihrer Familie, schreiben Sie ein paar Namen der Heiligen auf verschiedene Zettel. Wenn ihre Familie zehn Personen zählt, dann machen Sie zwanzig Zettel mit verschiedenen Heiligen. Kommen Sie zusammen, beten sie: Herr, schenke jedem einzelnen von uns einen Heiligen, eine Heilige, die Antworten auf meine Frage hat. Wir haben alle Fragen. Alle haben Fragen und wir suchen Antworten. Wir suchen den Weg. Alle Menschen wollen das Gute, aber da kommt der Böse und verwandelt alles. Und er gibt mir Lüge als Wahrheit, Finsternis als Licht. Und weil ich selber in Finsternis bin, weil ich selber den Herrn nicht kenne, nehme ich alles als gute Moneten. Aber dann bin ich enttäuscht, dass ich Gift bekommen habe. Also, Herr, schenke mir für dieses Jahr einen Heiligen, der so ähnliche Fragen wie ich hatte. Aber er ist bei dir, er hat schon Antworten gefunden. Und lass mich seine Botschaft kennen lernen. Ihre Botschaft geht hinaus in die ganze Welt. Vielleicht, wenn ich schaue, wenn ich eine gute Antenne habe, dann bekomme ich Antworten, dann begreife ich, was es bedeutet:
Ich lebe in einer Gemeinschaft der Heiligen.
Ich bin nicht allein mit diesen Sündern nur, sondern in einer Gemeinschaft der Heiligen! Und die Heiligen kommen mir zu Hilfe und die wollen, dass der Herr aus diesem Sünder einen Heiligen macht, damit die Zahl der Heiligen wächst. Die Zahl der Heiligen muss wachsen, die Zahl der Sünder muss sich verkleinern. Und wenn wir in drei Monaten wieder kommen, dann muss die Zahl der Heiligen schon höher sein, als die der Sünder. Wenn das nicht passiert, dann verlieren Sie die Zeit. Dann wird ihre Verantwortung groß vor dem Herrn sein. Weil, der faule Diener ist eine Sorge für seinen Herrn, denn der Herr muss selber arbeiten. Der Diener wird für seine Faulheit bekommen… Aber wir kommen und schauen auf dieses Beispiel der Apostel, der Heiligen.
Und wir sehen, dass das Kreuz vom Apostel Andreas vergoldet ist. Das Gold in der Liturgie, in der östlichen Tradition – er (Andreas) stammt von dort – bedeutet: die Gnade Gottes, die rein ist wie Gold, noch reiner wie Gold. Die Gnade Gottes lässt sich nicht vermischen mit Sachen, die nicht von Gott sind. Das Kreuz ist wirklich ein reines Gottesgeschenk! Das ist schwierig zu begreifen. Das kann man nicht verstehen, das muss man tragen und der Herr wird Verständnis geben. Das Kreuz, das eigene Kreuz muss man mit Jesu Kreuz verbinden, und dann kommt das Verständnis. Dann bin vielleicht auch ich bereit zu sagen:
Ave bona crux! Sei gegrüßt, du gutes Kreuz!
Vielleicht können Sie auch schon jetzt erkennen, dass jede wichtige Frucht des Lebens durch das Kreuz gekommen ist, durch Leiden, vielleicht durch Ablehnung, durch Bemühungen, durch das Vertrauen zum Herrn in Finsternis. Das sind verschiedene Arten. Wenn eine Mutter wegen ihres Kindes ständig aufstehen muss, sieben Mal pro Nacht, weil das Kind krank ist. Oder wenn ich mit meinem Mann geduldig sein muss, oder mein Mann mit mir. Die Männer sind auch manchmal herausgefordert mit der Frau, nicht nur die Frauen mit ihren Männern. Das muss man zur Gerechtigkeit auch sagen. Hallelujah! Warum lachen die Frauen jetzt? Oh, habe ich da etwas berührt? Ja, das ist so. Wir brauchen Geduld. Wir brauchen es, Gott zu bitten, dass diese Früchte des Heiligen Geistes in uns erscheinen. Dass wir zuerst diese Einheit mit dem Herrn erfahren. Das ist das Erste, das wir tun sollen. Bevor Sie andere bekehren wollen, bekehren Sie sich selber. Kommen Sie zum Herrn und betrachten Sie: Herr, fühlst du dich wohl in meiner Seele? Bist du zu Hause in meinem Herzen? Oder bist du wie ein geschlagener Hund? Hungrig, ohne Wasser, ohne Platz, immer vertrieben? Wie wohnst du bei mir, Herr? Ist meine Seele wirklich Tempel des Heiligen Geistes?
Und was machen wir im Tempel? Wir preisen Gott! Ich habe jemandem gesagt: Ich komme nicht gerne in die Kirche als Priester. Überraschung! Oh, der Pfarrer kommt nicht gerne in die Kirche? Ich habe gesagt: Genauso wie du nicht gerne kommst. Warum soll ich kommen? Ich kenne diese Kirche besser als du, ich weiß, wo alles steht, das kann ich dir sagen. Warum soll ich kommen, ich kenne das. Um eine Déjà-vu zu erleben? Nein! Aber wenn ich komme, dann komme ich nicht wegen der Kirche, ich komme wegen dem Herrn, ich komme zu ihm. Ich möchte ihm begegnen. Ich möchte ihn einladen. Ich möchte ihn bitten, dass er mich heilt. Denn schon nach 24 Stunden bin ich wieder verletzt, wieder das Gleiche, wieder diese Schwäche! Herr, stärke mich! Ich kann nicht zwei Tage warten, deswegen komme ich zu dir, Herr. Herr, wenn ich nur deinen Mantel berühre! Komm, heile mich, stärke mich, heilige mich. Deswegen komme ich hier her, nicht wegen dieser Kirche.
Ich möchte dem Herrn begegnen, nicht einer Kerze auf dem Adventkranz.
Ich möchte den Herrn, das Licht der Welt! Nicht eine Kerze, davon habe ich zu Hause genug. Ich möchte dem Licht der Welt begegnen, dem Herrn Jesus. So wie die Apostel ihm begegnet sind, bei der Arbeit: „Lasse das, lass diese Fischerei, komm, ich habe eine andere Fischerei für dich. Komm, du wirst Neues sehen. Du wirst das sehen, was du nie gedacht hast. Komm, aber du wirst auch erfahren, was ich erfahren habe.“ Das Erste ist diese Einheit mit dem Herrn. Erbitten wir diese Gnade! Das ist der Erste Schritt, bevor Sie beginnen, Ihre Frau oder Ihren Ehemann zu bekehren. Bevor Sie irgendetwas beginnen oder den Mund aufmachen, fragen Sie: Herr, bist du glücklich in meiner Seele? Wirklich, willst du da sitzen oder wirst du dort immer leiden? Bist du dort alleine oder mit mir? Vielleicht bin ich wie Augustinus, der dann nach seiner Bekehrung bekannt hat: Du warst in mir, aber ich war draußen! Lange hast du gewartet Herr, du warst mit mir, aber ich war nicht mit dir. Das passiert manchmal: Wir gehen hinaus und der Gast wartet auf uns zu Hause. Und nach zwei Stunden sagen wir: Ja, jetzt gehe ich (nach Hause).
Erste Aufgabe: Heiliger Andreas, erbitte uns diese Erkenntnis, diese Sehnsucht, mit dem Herrn eins zu sein. Und dann, unbewusst, wird diese Gnade strahlen auf meinen Mann, auf meine Frau, auf meine Familie, auf meine Gemeinde, meine Pfarrgemeinde, an meinem Arbeitsplatz…
Zwei Studentinnen habe ich nach Warschau eingeladen. Sie sind dorthin gekommen und dann sind sie zurückgekommen und sind einer Bekannten am nächsten Tag begegnet. Und sie konnte nicht verstehen, warum die so fröhlich sind. Nach der Ankunft haben sie 20 Minuten gelacht, sie konnten nichts erzählen, haben nur gelacht. Und dann haben sie begonnen zu sprechen. Das war eine Botschaft: Ja, ich habe den Herrn empfangen! Ich habe ein neues Leben in Christus begonnen! Ich bin mit dem Heiligen Geist erfüllt! Ich verstehe alles, was ich getan habe! Die Daheimgebliebenen haben geschaut. Und dann habe ich gehört, so war ihre Diagnose (die sind nicht normal!) Dann habe ich eine E-mail bekommen mit der Bitte: P. Andreas, können sie die Leute nicht mehr zu den Exerzitien einladen, denn das ist eine Störung in unserer Gemeinschaft. Ich habe zurück geschrieben: Danke für Ihre E-mail und für Ihre Nachrichten. Jedoch muss ich Ihnen sagen, dass die Erfahrung dieser zwei Studentinnen im Vergleich zu euch, die zu Hause geblieben sind, gewaltig ist. Die kann man nicht vergleichen und deswegen können Sie das nicht verstehen. Das ist ein neues Leben in Christus. Aber, wenn Sie Bitten haben, so kann ich Ihrer Bitte nachgehen. Ich brauche nichts mehr tun, weil, sie folgen bereits Christus. Sie haben den Herrn gesehen und lassen sich nicht bremsen und nicht sagen: Du bist verrückt, weil du an Gott glaubst!
Ja, ich nehme mein Kreuz auf mich
… und als verrückt, bin ich befreit von der Meinung der Welt. Das ist die Gnade Gottes! Du wirst nicht immer denken: Was die über mich denken! Denke, was du willst. Herr, was denkst du über mich? Das ist für mich wichtig. So bist du frei für alles. Weißt du, was die Kindschaft Gottes ist? Das ist die Freiheit in Christus! Bist du frei in deiner Ehe? Kannst du Deinem Mann sagen: Ich bleibe zwei Stunden bei der Anbetung? Aber noch besser wäre es, wenn du mit mir zwei Stunden bei der Anbetung bleibst. Bist du frei, das zu sagen? Ist er frei zu antworten oder ständig müde? Da muss man ein Begräbnis organisieren – er wird nicht mehr müde, er wird dann immer schlafen. Und du wirst den Rosenkranz für ihn beten, damit er einmal das Licht Gottes findet. Also, denken wir, der Herr gibt so eine Kraft, dass die Alten laufen wie Junge! Und wenn die Jungen die Kraft Gottes nicht empfangen, die laufen dann wie die Alten. Und aus dieser Einheit wird auch die Einheit der Kirche entstehen, wird auch die Einheit in eurer Familie entstehen. Diese Einheit ist nicht eine Frucht einer Intelligenz der Menschen. Das ist nicht eine Frucht der Gespräche, die in Österreich zum Nobelpreis erhoben sind. Überall Gespräche – und wo sind die Früchte für das Reich Gottes? Viele Pfarrgemeinderäte, aber wo sind die Heiligen? Wo ist die Anbetung? Wo ist Eifer für den Herrn? Oder nur die Messe gestalten? Was willst du gestalten? Der Herr gestaltet die Messe! Er ist am Kreuz gestorben, nicht du! Was willst du also gestalten? Geh, und bete ihn an! Das ist gute Gestaltung.
Also, diese Einheit wird kommen, automatisch, wenn wir – und da möchte ich mit den Worten des ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel, der heute Papst Franziskus empfängt – enden:
Diese Einheit der Kirche, der Familie, die Einheit aller Menschen, die natürlich eine große Sehnsucht des Herrn ist, ist nicht eine weltliche Einheit gleich der Einheit von Staaten. Die Einheit, die die Kirchen erhoffen, ist eine geistliche Suche, die darauf abzielt, gemeinsam die geistliche Einheit mit der Person unseres Herrn Jesus Christus zu leben. Sie wird kommen, wenn wir alle den Geist Christi, die Liebe Christi, die Treue Christi, die Demut Christi, die Opferbereitschaft Christi haben werden. Und allgemein, wenn wir all das, was Christus eigen ist, so leben, wie er es gelebt hat. Oder wenn wir zumindest aufrichtig das Verlangen haben, so zu leben, wie er es von uns erwartet. Amen.