Statue der Gottesmutter
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Begrüßung durch P. Andreas Skoblicki

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Halleluja! Liebe Schwestern und Brüder! Liebe M. Oberin! Jetzt sehe ich sie – ich dachte: Wo ist die M. Oberin? Sie ist dort, wo der Apostel ist und die Heiligen und die Apostel. Das ist immer der beste Platz, denn dann gehen wir auf diesen Spuren weiter. Und es ist wirklich so: Der sicherste Weg zu Gott ist der Weg der Heiligen, denn die sind schon beim Herrn. Die haben auch unsere Fragen gehabt, die haben Antworten gefunden, die haben ihr Ziel erreicht. Und wir sind auf der Suche, wir haben unsere Fragen. Wir haben verschiedene Fragen und brauchen verschiedene Antworten. Antworten die mir passen, müssen Ihnen nicht passen. Aber die Heiligen haben diese Fülle der Antworten. Es ist wirklich eine Gnade, wenn zur Pfingstvigil so viele Heilige in diese Kapelle kommen. Ich darf Ihnen nicht sagen, wie viele, aber es sind viele. Viel mehr als Sie sehen. Und das ist natürlich das, was Sr. Faustyna gesagt hat: „Die Ewigkeit wird zu kurz sein, damit ich dein Erbarmen völlig betrachten kann.“ Die Ewigkeit wird zu kurz sein – so viel Gnade ist es!

Aber die Apostel, gemeinsam mit der Gottesmutter und den Frauen und den Jüngern, die haben verharrt und gemeinsam gebetet. Das ist die erste Novene der Kirche überhaupt – diese Erwartung des Pfingstfestes – das ist der Ursprung aller Novenen. Bis der Heilige Geist am Pfingsttag kam, am Pentekostē, 50 Tage später [nach der Auferstehung], und alle wurden mit dem Geist Gottes erfüllt. Erfüllt mit dem Geist Gottes bedeutet: Erfüllt vor allem mit der Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unsere Herzen. Diese Erfahrung der Ausgießung der Liebe Gottes ins Herz, wenn wir sie haben, dann kennen wir den Weg. Dann sind wir wirklich gläubig, dann können wir den Herrn mit vollem Herzen antworten. Wir haben schon eine Ahnung: Warum sollen wir beim Herrn sein? Heute, mit Maria – hier sind Marienschwestern – erbitten wir auch die Fürsprache der Gottesmutter. Heute ist bei den Pallottinern das Fest „Maria, Königin der Apostel“, weil heute Vigil ist, also der letzte Tag der Novene vor dem Pfingstfest. Maria, Königin der Apostel, bete mit uns. Bete mit allen Aposteln hier in dieser Kapelle und mit allen Heiligen, die wir da sind; mit unseren Namens- und Taufpatronen und der ganzen Schar der Heiligen, der Engel und Erzengel, die bei Gottes Thron sind und die mit Jesus kommen. Wo der Herr ist, dort sind auch seine Heiligen. Wenn der Herr nun zu uns kommt und wir ihn mit Anbetung annehmen, werden wir ihn preisen und ihm danken. Bevor das geschieht, bitten wir ihn um sein Erbarmen, damit unsere Herzen rein sind und unsere Gedanken auch gereinigt sind.

Predigt von P. Andreas Soblicki

Geschätzte M. Oberin, liebe Mitschwestern, Schwestern und Brüder, liebe gesegnete Menschen, die ihr in der Pfingstvigil gemeinsam mit den Aposteln beten könnt! Das ist schon eine Gnade. Da muss man Augen haben, um solche Ereignisse zu sehen. Jesus sagte: „Sie haben Augen, aber sie sehen nicht! Sie haben Ohren und sie hören nicht!“ Es gibt so ein Leben. Aber es gibt auch Menschen, die Augen haben um zu sehen. Ich habe Ihnen einmal, vielleicht beim ersten Besuch, gesagt, dass die Heiligen zu einer Gemeinschaft gehören. Die mögen nicht allein sitzen. Sie sind keine Fernstehenden. Und heute sind, offiziell sage ich, die heilige Sr. Faustyna – das ist dieses goldene Reliquiar – und der heilige Papst Johannes Paul – in Silber – hier. Die Reliquie der Sr. Faustyna ist ex ossibus, also aus ihrem Körper, aus einem Knochen. Und Johannes Paul, das ist ein Tropfen seines Blutes vom Attentat vom 13. Mai 1981, also wirklich beim Leiden, wo der Petrus gelitten hat für die Kirche und in der Kirche, entnommen worden. Und diese Reliquien sind fast innerhalb einer Woche, also beinahe gemeinsam, zu mir gekommen. Die Reliquie vom Papst ist am Festtag vom heiligen Apostel Judas Thaddäus vor drei Jahren gekommen. Und da sehen wir die schon lang eingeladene Reliquie des Apostels Andreas, die zu Faustyna gekommen ist.

Der Apostel Andreas ist sehr beschäftigt in letzter Zeit! Vor einer Woche genau war er in Polen, bei mir zu hause. Ich wollte Jubiläumsmesse für mein silbernes Jubiläum feiern – der Pfarrer hat mir das angeboten. Ich habe zugesagt, denn ich muss Gott danken, für seine Barmherzigkeit. Und da haben wir geplant: Am Samstag möchte ich dem Herrn danken. Und der Pfarrer hat gesagt, wir können dann etwas im Pfarrhof essen und dann den Tag beenden. Und als ich schon auf dem Weg nach Polen war, am Sonntag letzte Woche, nach dem Rosenkranzgebet war eine Umfahrung und da ist mir plötzlich der Gedanke gekommen: Und warum nicht Andreas? Ja, wirklich: Ein Licht ist mir aufgegangen! Ich fahre nach Polen und ich habe ihn überhaupt nicht eingeladen! Überhaupt nicht gefragt, ob das möglich ist! Überhaupt nicht! Das war eine Erkenntnis! Und vom Auto aus habe ich überall angerufen und unterwegs alles erledigt. Wir haben alle Pläne geändert, und aus dieser privaten Danksagung ist ein Gebetstag geworden – eigentlich zwei Gebetstage, Samstag und Sonntag. Es sind acht Leute aus Österreich mit dem Apostel gekommen und zum Schluss hat der Apostel alles organisiert – alles! Materielles, Essen und Trinken, alles! Und da habe ich zum Schluss gemerkt: Guck mal, ich muss das auch sehen. Im Evangelium sagte Jesus, wenn der Samen gut ist und die Aussaat gut ist, dann ist Frucht – laut Evangelium 30igfach, 60igfach und 100fach. Und ihr müsst wissen: Ihr [die Begleiter der Reliquie] seid mit dem Apostel auf eine Mission gegangen – acht Personen – und anhand den Bildchen [die verteilt wurden], haben wir gemerkt, dass 800 Leute da waren. Das ist die Aussage von 100fach. Und das ist das Höchste, was es im Evangelium gibt. Und dafür danken wir dem Herrn. Und heute ist der heilige Apostel Andreas am anderen Eck von Österreich, den ganzen Tag lang in eurer Kapelle. Wir wissen, dass Gott durch den Propheten Jesaja den König Ahas gefragt hat: Frage um alles, was du willst. Bitte um alles! Und Ahas hat geantwortet: Ich werde nichts fragen und um nichts bitten. Ist das Demut oder Hochmut? Was ist das? Und dann sprach der Prophet die Prophezeiung über den Messias, dass die Frau ein Kind gebären wird und er Emanuel heißen wird, das heißt: Gott mit uns. Und wirklich, davon erfahren wir: Gott ist glücklich, wenn wir ihn bitten, weil er die Fülle ist. Wie Paulus dann in diesem menschlichen Maß erkannt hat: Mehr Glück haben wir im Herzen, wenn wir geben. Denn wenn wir empfangen, immer empfangen, dann haben wir keinen Platz mehr zu hause. Da haben wir dann einmal ein Problem. Aber wenn wir geben, wenn wir die irdischen Schätze in die himmlischen Schätze tauschen, dann können wir diese himmlischen Schätze auch mit uns nehmen – auch am letzten Tag. Gott will, dass wir ihn im Namen Jesu um alles bitten.

Ihre Sehnsucht erfüllt sich heute – der Apostel sollte eigentlich für eine Stunde kommen – und ist dann noch bevor die Schwestern aufgestanden sind, schon da gewesen. So ist dieses Maß Gottes: Gott kommt, Gott schenkt einen Boten, wenn er diese liebenden Herzen sieht, gläubige Herzen, vertrauende Herzen. Und er hat uns und Ihrer Kongregation diese Gebetsvigil wie im Abendmahlsaal vor 2000 Jahren geschenkt. Maria, gemeinsam mit allen Aposteln und Frauen und Jüngern, hat diese Verheißung von oben erwartet. Und diese Verheißung, der Heilige Geist, wurde uns schon innerhalb der Heilsgeschichte vorausgesagt. Im 7. Kapitel vom Johannesevangelium höre wir heute: An diesem letzten Tag des Festes, rief Jesus: Wer Durst hat, komme zu mir und es trinke, wer an mich glaubt. Interessant: Wer Durst hat der komme, aber trinken sollen nur die, die an ihn glauben. Trinken, dazu braucht man Glauben. Aus der Quelle des Heiles zu trinken…Jesus hat zu Sr. Faustyna gesagt: Du kannst nur aus dieser Quelle trinken, mit dem Gefäß des Vertrauens. Du musst mir vertrauen, dass ich diese Quelle bin und erfülle. Du musst mir vertrauen, du musst mein Kind sein, und dann gebe ich dir. Ohne Gefäß kann ich aus der Quelle nicht trinken. Die Schrift hat gesagt und bestätigt damit Jesus: Aus seinem Inneren werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Und dieses Innere, dieses Herz, wurde mit der Lanze am Kreuz durchbohrt, geöffnet. Dieses Herz Jesu wurde am Kreuz geöffnet, das bezeugen Johannes und Maria. Und gleichzeitig ist im Tempel der Vorhang zerrissen. Dieser Tempel Gottes wurde eröffnet: Zerstört diesen Tempel und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen. Und alle, die an ihn glauben, sollen den Geist, der vom Vater und vom Sohn zu uns kommen wird, empfangen.

Schwestern und Brüder, diese wunderschöne Lesung aus dem Buch Ezechiel heute, Kapitel 37, kann man einfach zum Lobpreis am Pfingsttag nehmen und Satz für Satz singen, lesen und betrachten. Und was sagt uns der Herr? Welche Kraft die Ausgießung des Geistes ist! Wir haben die Geschichte der Apostel schon gekannt; Petrus war bereit, überall hinzugehen, aber er war teilweise schwach. Andreas, ein Mystiker, lebte immer zurückgezogen – die Leute mussten kommen und ihn einladen: Komm zu uns Andreas, wir wollen mit dir beten, segne uns. Die griechischen Texte berichten uns das. Dann ist Andreas aus seinem Eck herausgegangen und ist gekommen. Wahrscheinlich ist das auch jetzt geschehen. Komm, komm, – dann ist er gekommen. Jeder Apostel ist eine andere Persönlichkeit. Sie hatten diese schwere Erfahrung von Jesus am Kreuz und bei Gericht hinter sich. Sie hatten wirklich ein schlechtes Gewissen, weil sie den Herrn verlassen hatten, und der Herr war nicht mehr da bis zur Auferstehung … Aber als der Heilige Geist kam waren sie im Vertrauen gestärkt. Jesus hat ihnen das versprochen: Wenn der Heilige Geist kommt – ich muss gehen – aber wenn er kommt, werdet ihr Kraft bekommen; das ist das Erste. Ihr werdet Kraft von oben bekommen. Diese Kraft bedeutet Dynamis – griechisch – Dynamit – wir wissen, wie das Dynamit wirkt: nur etwas Feuer genügt und es wird explodieren. Und diese große Explosion erfährt man auch noch bis zum heutigen Tag. Und diese Welle, wenn wir nur daran glauben, werden wir sie auch erfahren, diese Welle des Geistes Gottes, der auf uns kommt und uns erfüllt. Ihr werdet Kraft bekommen – Petrus war schwach, die Apostel hatten Jesus beim Kreuz verlassen, nur der junge Johannes ist geblieben. Ihr werdet Kraft bekommen und meine Zeugen sein. Das ist die erste Wirkung des Heiligen Geistes. Wir können von allen Seiten diese Wirkung und Erfüllung des Heiligen Geistes betrachten: Wenn ich bereit bin, Zeugnis für Christus zu geben, dann ist das der beste Beweis, dass der Heilige Geist in mir wohnt, ich bin schon im Geist getauft. Aber wenn mir das Zeugnis geben sehr schwer fällt, und ich nur schweigen will und alles für mich haben will, dann stellt sich die große Frage: Ist dem Heiligen Geist wirklich erlaubt, in mir zu wirken? Oder bist du wie ein Kühlschrank: Das Essen ist drinnen, es ist kalt und abgeschlossen. So ist der Kühlschrank. Das Herz, das kann auch so sein: Alles drinnen, aber es ist geschlossen und kalt.

Du wirst die Kraft bekommen durch den Heiligen Geist und sein wie ein Kind. Vertraue, dann wirst du immer mehr haben. Er wird dich täglich erfüllen können. Wir werden schon nach dem Pfingsttag trinitarisch beten und die Kirche betet immer trinitarisch: Der Vater im Himmel, der Sohn, der uns erlöst hat, der Heilige Geist, der uns heiligt und tröstet. Und wir werden den Vater ständig bitten, dass er im Namen Jesu uns seine Liebe, den Heiligen Geist mit allen Gaben und Charismen schenkt und uns erfüllt. Schauen wir: Vielleicht bin ich noch wie diese trockenen Gebeine in der Vision von Ezechiel, wo der Herr die Frage stellt: Können diese Gebeine wieder lebendig werden? Fragen wir uns selber, jeder einzelne: Kann ich, Herr, noch mehr lebendig sein als bis jetzt? Kann ich noch mehr aus deiner Kraft leben? Kann ich, Herr? Du weißt es, Herr. Das weißt nur du: Kann ich für dich und mit deiner Liebe, mit deiner Gnade, mit deinen Charismen, kann ich noch mehr deinen Willen tun? Dieses Maß weißt nur du! Wie Paulus sagt, diese Tiefe und Höhe und Breite! Wir müssen all das dem Herrn erlauben. Und der Herr sagte: Sprich als Prophet über diese Gebeine. Sprich als Prophet über dein eigenes Leben, warum nicht? Hat das jemand verboten? Die Gabe der Prophezeiung ist eine Gabe des Geistes Gottes. Wenn jemand prophetisch spricht, wirkt der Heilige Geist. Maria ist eine prophetische Person, auch wenn sie nichts sagt: All das, was sie tut, ist prophetisch. Dieser Gehorsam zu Gottes Willen, dieses Hören der Eingebungen des Geistes, das Antworten darauf im Gehorsam: Das ist alles prophetisch. Jeder von uns kann das wiederholen, ohne dass wir fragen müssen. Das sind diese prophetischen Zeichen in der Kirche. Und auch die Frage: Kann ich, Herr, noch mehr lebendig sein? Jetzt feiern wir den Pfingsttag, das ist die schönste Möglichkeit, darum zu fragen und zu beten.

Und das sagt der Herr zu mir, zu dir: Sprich als Prophet über dich, über euch, über die Kirche: Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort des Herrn. Also höre, was der Herr zu dir sagt: Ich selbst bringe Geist in euch. Damit werdet ihr lebendig. Ich spanne Sehnen über euch und umgebe euch mit Fleisch. Ich überziehe euch mit Haut und bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig. Alle diese Bereiche in meinem Leben, wo Jesus noch nicht der Herr ist, wird er mit Geist erfüllen. Und was bedeutet: Der Herr? Der Herr hat Besitz – nicht 90% – er hat alles! Alles gehört ihm. Und wenn er mein Herr ist, dann ist er der Besitzer und ich bin höchstens Verwalter oder – ein Esel! Dieser Esel begleitete uns heute überall in Graz, jetzt muss ich erzählen, warum: Wie ist Jesus nach Jerusalem gekommen? Auf dem Esel! Und die Leute haben den Herrn begrüßt, nicht den Esel – so berichtet uns das der Evangelist. Aber wenn wir etwas Gutes tun, dann danken die Leute uns. Und ich frage: Warum bedankst du dich beim Esel und nicht beim Herrn? Er ist doch der Ursprung aller Gnaden! Wir haben Eseldienst – und wenn der Herr das will, dass wir das tun, dann ist das höchstes Glück. Weil er uns benutzt hat wie diesen Esel: Bringe ihn und wenn ich ihn nicht mehr brauche, dann schick ihn nach hause. Genauso ist es mit uns: Der Herr gibt mir einen Auftrag, er will, dass ich ihn irgendwohin bringe. Aber ich muss mir bewusst sein, dass der Herr kommt – in mir, mit mir, und ich ihn bringe. Ich bin nur Bote des Herrn. Ich selbst bin nur der, der die Gnade erfährt, im Dienst des Herrn zu stehen. Aber es sind Bereiche in meinem Leben, wo Jesus nicht der Herr ist. Dann sollen wir das wirklich dem Herrn übergeben, dieses ausgetrocknete Land, auf dem ich selber bauen möchte. Wo ich vielleicht meine Sicherheit selber finden möchte. Ich kann doch alles berechnen und kalkulieren. Aber wenn er dort nicht der Herr ist, dann ist mein Land eine leere Zisterne. Und dann müssen wir über diesen Bereich meiner Trockenheit als Propheten sprechen: Herr, kann ich auch hier eine lebendige Oase haben? Kann das alles hier auch dein Besitz sein? Und ich bringe selbst Geist in euch, dann werdet ihr lebendig.

Und wenn wir von diesem lebendigen Wasser sprechen, dann kommen wir von diesem Fest noch drei Kapitel rückwärts bei Johannes, nach Samarien, wo Jesus beim Jakobsbrunnen sitzt, wo die Gebeine Josefs – also die Reliquien des Josefs sind, und wo Jesus die Frau trifft. Und paradoxal: Er fragt nach Wasser, er, der die Quelle des lebendigen Wassers ist, sagt: Gib mir zu trinken. Das ist eine paradoxale Intention, wenn man das versteht. Wie kann ich dir, Herr, zu trinken geben? Und langsam begreift diese Frau. Und schauen sie: Nicht die Juden, sondern die Samariterin bekennt als Erste: Jesus, du bist der Messias Gottes, du bist der Gesandte Gottes. Die Samariterin bekennt das! Sie erkennt, nicht aber die, die ihm ganz nah waren und in der Tradition der Propheten standen. Aber die Samariterin erkennt das. Und dieses Wasser, das er uns schenken will, wird uns wirklich zur sprudelnden Quelle, wird unseren Durst löschen. Und am heutigen Tag müssen wir den Herrn in alle unsere Bereiche zulassen, auch in Gedanken unser Haus öffnen, unsere Arbeitsplätze und alle Personen zum Herrn bringen. Und im Namen Jesu bitten wir den himmlischen Vater: Komm, sende deinen Heiligen Geist! Stärke uns, schenke uns all das, was du denkst, dass wir es brauchen, Herr. Du weißt, was wir brauchen, damit wir heilig werden. Damit wir auch unsere Aufgaben erfüllen können. Damit dein Reich auch durch unseren Eseldienst wachse und zu anderen Menschen komme. Herr, hilf uns! In diesem Dienst vertrauen wir dem Herrn auf die Fürsprache der Heiligen Apostel – des Apostels Andreas und aller Apostel; der Heiligen, die hier bei uns sind: der heiligen Sr. Faustyna und Papst Johannes Paul und anderen Heiligen, die da sind, unseren Namens- und Taufpatronen. Wir rufen diese ganze himmlische Schar, dass dieser Weihrauch zum Thron Gottes aufsteige. Und wir bitten wie Papst Johannes Paul 1979 in Warschau, gerufen hat: Komm Heiliger Geist! Komm und erneuere das Angesicht der Erde. Komm, Heiliger Geist! Komm, erneuere diese Gemeinschaft. Komm, erneuere diese Menschen, die da beten. Erneuere uns alle, erneuere Familien unsere Pfarrgemeinden. Komm, Heiliger Geist, vom Vater und Sohn gesandt. Komm, erneuere diese Diözese und alle unsere Diözesen. Erneuere diese Kirche. Komm, Heiliger Geist, und mache, dass diese Gebeine, die trocken sind, die tot sind in diesem Land und in Europa und in der Welt, wieder lebendig werden. Du weißt, Herr! Aber wir bitten dich auf die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, aller Apostel, aller Heiligen. Wir bitten dich, Herr, hab Erbarmen mit uns! Komm und vermehre uns, schenke uns Berufungen. Berufe Menschen, die zu dir im Gehorsam stehen werden, die deinen Willen erfüllen. Berufe auch gute und heilige Mütter und Väter, damit die Familien heilig werden. Herr, erneuere uns alle. Komm mit deiner Kraft auf die Fürsprache deiner heiligen Apostel. Wir bitten dich, Herr, dieser Apostel Andreas hat seine Aufgabe, Menschen zu dir zu bringen, wunderschön erfüllt. Wir bitten dich, Herr, durch diese Menschen und durch seine Gegenwart in dieser Gegend, bringe viele Menschen zu dir, die oft wie diese trockenen Gebeine sind. Aber belebe uns, Herr. Stärke uns, erneuere uns, gib uns ein neues Herz, neue Muskulatur. Mache alles neu, damit wir dein Wort verkünden. Damit wir deinen Willen tun. Damit wir alles tun, was du von uns erwartest. Komm, Heiliger Geist! Sende uns diesen Tröster, weil du ihn uns versprochen hast, damit wir dich erkennen, damit wir in der Erkenntnis der Wahrheit wachsen. Damit wir wachsen in der Liebe. Damit wir wachsen in der Weisheit, in der Erkenntnis, in der Frömmigkeit, in der Gottesfurcht. Komm, Heiliger Geist! Komm und schenke uns das Erbarmen des Vaters und des Sohnes. Amen.

Predigt vom Abend der Barmherzigkeit Pfarrer Guido Martirani

Wir sind heute zusammengekommen, um wieder einzutauchen in diese Gegenwart Gottes, in dieses Vertrauen in seine Liebe; in dieses kindliche Vertrauen, dass er uns liebt, dass er uns annimmt, dass wir seine Kinder sind. Und wir wollen wirklich seine Kinder sein und diese Liebe annehmen, ohne irgendwelche Ängste. Was will Gott von uns? Eins will er schon: Er will unser Herz. Und wir wollen ihm unser Herz geben, heute ganz besonders, weil er unser Herz braucht. Weil er unser Herz füllen kann. Weil er unser Herz heilen kann. Weil er unser Herz befreien kann. In seiner Hand ist unser Herz am richtigen Ort. Und so wollen wir jetzt diese Bewegung im Geiste machen: Mein Herz Gott hinzugeben.

Ich stehe hier nicht umsonst neben Maria, denn sie hilft dabei, das Herz Gott hinzugeben: Dann kommt die Freude des Himmels, dann kommt die Liebe Gottes in Fülle. Aber er sehnt sich nach unserem Herzen, er sehnt sich nach unserer Liebe. Er sehnt sich nach uns. Und deswegen sind wir hier, weil er uns eingeladen hat mit seiner tiefsten Sehnsucht. Wenn wir das begreifen würden, welche Sehnsucht Gott nach uns hat! Eine tiefste Sehnsucht! „Ich rufe dich“, sagt Jesus. „Ich liebe dich“, sagt Jesus. „Du bist mein Geliebter, meine Geliebte!“, das sagt Jesus. „Du gehörst mir!“, sagt Jesus. Und das sind seine Worte: „Ich liebe dich.“ Das wollen wir heute annehmen und aufsaugen. Diese Liebe Gottes: „O mein Kind, wie sehr liebe ich dich!“, das sind seine Worte. Es sind keine verurteilenden Worte, es sind tröstende Worte. Worte, die gut tun. Worte, die uns im Innersten des Herzens gut tun: „Du bist mein Geliebter, meine Geliebte!“

Wir sind die Braut Christi und er beschenkt uns mit seiner Liebe. Das ist Pfingsten: Seine Liebe zu erkennen, seine Liebe anzunehmen – aber ganz! Zu erkennen, wie wir wirklich geliebt sind. Egal wer wir sind – jeder ist verschieden – und es ist gut so. Und wenn wir Gott eine Freude machen wollen, dann sollen wir nur eins sein: Wir selbst! – Und die Liebe annehmen! Jeder von uns ist verschieden, jeder hat verschiedene Begabungen, jeder hat verschiedene Eigenschaften. Ich merke das auch bei uns Priestern: Wir sind jeder verschieden, aber doch so geliebt von Gott. Und Gott liebt jeden einzelnen 100%ig. Deswegen soll man keinen vergleichen, auch untereinander nicht: Er ist so und so … Weil Gott liebt 100%ig! Zu jedem einzelnen geht er hin und umarmt ihn, tröstet ihn. Das ist Gott! Er nimmt jeden fest zu sich! Nicht: Weil du so bist, drück ich dich fester und dich drück ich weniger, weil du bist nicht so… Nein! Er liebt alle! So wie wir da sind, liebt er uns 100%ig und drückt uns an sein Herz. Und wir dürfen so sein, wie wir sind und seine Liebe, Freude und Güte annehmen.

Und er heilt uns. Er will, dass wir unsere Begabungen annehmen. Jeder von uns ist begabt, hat viele Gaben, die wir mit ihm und durch ihn entfalten können. Wir wollen unsere Begabungen entfalten, aber er macht das! Wir brauchen uns da nicht anstrengen – Gott macht das! Gott lässt uns erkennen, wo wir Begabungen haben. Denn die Begabungen auszuleben, das erzeugt Freude in unserem Herzen, eine Erfüllung in unserem Herzen. Deshalb sind die Gesichter der Leute im Heiligen Geist freudige Gesichter, gelassene Gesichter. Wir müssen Mitleid haben mit den Menschen, die vielleicht ein verbissenes Gesicht haben, denen es nicht so gut geht, denn sie haben die Liebe Gottes noch nicht erkannt, oder noch nicht in der Tiefe erkannt. Sie haben noch nicht erkannt, wie sehr sie Gott liebt und dass Gott Liebe ist. Deswegen müssen wir Mitleid und Erbarmen haben mit diesen Menschen, die vielleicht noch irgendetwas mit sich mittragen, das sie verhärtet. Gott beauftragt uns – euch – die Herzen weich zu machen. Der Mensch – das ist die Mission, die uns Gott aufträgt – jetzt in dieser Pfingstzeit, in den nächsten Tagen.

Das ist die Mission: Eine Mission der Liebe. Eine Mission, die die Muttergottes vorbreitet. Unsere Unbefleckte Empfängnis bereitet uns vor, sie nimmt uns an der Hand. Sie kennt sich aus, sie ist die Spezialistin! Sie ist die kompetenteste Frau, die Beste, die sich wirklich auskennt. Deshalb dürfen wir uns ihr hier wirklich anvertrauen, sie macht das gut. So wie in Betrieben, oder auch hier im Spital der Oberarzt – es gibt überall einen, der sich besser auskennt. Dem vertraut man natürlich mehr. Und so wollen wir ganz der Muttergottes vertrauen. Und sie wird vieles in unserem Leben machen. Alleine  bleiben wir stehen. Aber sie öffnet durch ihre Gebete Wege, die vorher verschlossen waren. Für uns alle! Sie öffnet Wege in unsere Herzen und Gedanken. Sie öffnet uns viele Möglichkeiten. „Schön!“, sagen wir dann, weil wir erkennen, wie kostbar wir in den Augen Gottes und in seinem Herzen sind. Wir erkennen durch ihre Vermittlung, wie wertvoll wir sind. Sie will nur, dass wir Gott am Besten erkennen und seine Liebe und Güte erkennen. Und dass uns Pfingsten ein Pfingsten der Freude und Erfüllung wird, ein Pfingsten mit großen Heilungen des Herzens, mit Befreiungen. Sie will nur das Gute. Ein Pfingsten der Liebe will sie.

Ist es nicht schön: Ein Pfingsten der Liebe? Mit ihrer Liebesflamme, mit diesem Feuer der Liebe zeigt sie uns Jesus, zeigt sie uns Gott und befreit uns von allem! Maria, wir weihen uns ganz dir im Vertrauen, dass es ein reiches, gesegnetes Pfingsten ist, nach deinem Herzen, nach dem Wunsch deines Herzens. Amen.

Persönliches Weihegebet an das Heiligste Herz Jesu

 

Ich weihe und übergebe dem Heiligsten Herzen meines Herrn Jesus Christus mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, Sein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben.

Es ist mein fester Entschluss, Ihm ganz anzugehören, alles aus Liebe zu Ihm zu tun und allem zu entsagen, was Ihm missfallen oder widerstehen könnte.

Daher erwähle ich Dich, o Allerheiligstes Herz, zu meiner ganzen Liebe, zum Beschützer meines Lebens, zur Sicherheit meines Heiles, zur Stärke in meiner Schwachheit und Unbeständigkeit und zur Sühne für alle Sünden meines ganzen Lebens.

O Herz der Milde und Güte, sei Du meine Zuflucht in der Stunde meines Todes, sei meine Rechtfertigung vor Gott und wende von mir ab die Strafen Seines gerechten Zornes.

O Herz der Liebe, auf Dich setze ich all mein Vertrauen. Von meiner Schwachheit und Bosheit fürchte ich alles, aber von Deiner Liebe hoffe ich auch alles. So tilge denn in mir, was Dir missfallen oder widerstehen kann. Deine reine Liebe durchdringe so tief mein Herz, dass ich Deiner niemals vergessen und mich von Dir niemals trennen kann.

O mein Heiland, ich beschwöre dich bei all Deiner Liebe, dass mein Name eingeschrieben sei in Deinem Heiligsten Herzen; denn mein Glück und meine Ehre sollen es sein, in Deinem Dienste zu leben und zu sterben. Amen

Quelle: Gebetsschatz A. M. Weigl

Gebet zum Heiligen Geist

(Dieses Gebet betete Papst Johannes Paul II täglich)

O Heiliger Geist, Du Liebe des Vaters und des Sohnes.
Gib mir immer ein, was ich denken soll.
Gib mir immer ein, was ich sagen soll und wie ich es sagen soll.
Gib mir ein, was ich verschweigen soll und wie ich mich dabei verhalten soll.
Gib mir ein, was ich zur Ehre Gottes, zum Wohl der Seelen und zu meiner eigenen Heiligung tun soll.

Heiliger Geist, gib mir Verstand, um zu verstehen und zu erkennen;
gib mir das Fassungsvermögen, um alles zu behalten.
Lehre mich die Methoden und gib mir die Fähigkeit, immer wieder zu lernen.
Gib mir Scharfsinn, um richtig zu deuten und zu unterscheiden.
Gib mir die Gnade, um wirkungsvoll zu sprechen.

Heiliger Geist, gib mir Zuversicht und Treffsicherheit am Beginn;
leite und führe mich bei der Ausführung und schenke mir Vollkommenheit beim Beenden.
AMEN.