Statue der Gottesmutter
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Vielen Heiligen wurde Zukünftiges über ihr Leben geoffenbart, selbst Kindern wurde ihr Leiden und Sterben vorausgesagt. Man denke hier an die beiden Fatimakinder Jacinta und Francisco Marto. Es ist also durchaus möglich, dass Jesus durch seine innige Beziehung zum Vater, wie auch durch die wachsende Kenntnis der heiligen Schrift, seine Bestimmung schon sehr früh erkannte und darüber nachdachte.

Wie tief und wie früh er als wahrer Gott und wahrer Mensch in das Geheimnis seines Lebens eindringen konnte, wird für uns immer ein Rätsel bleiben, über das wir nur spekulieren können. Mit seiner Empfängnis wurde er Mensch. Im unversehrten Schoß der Mutter hat er das Paradies noch nicht verlassen. Bei seiner Geburt aber verließ es das Paradies durch die „Pforte des Himmels“, wie Maria in der Lauretanischen Litanei genannt wird, und trat damit in diese Welt ein, um die Unannehmlichkeiten des menschlichen Lebens anzunehmen. Die Kälte der Winternacht umfing seinen kleinen Leib. Die Krippe wurde zu seiner ersten Ruhestatt und ein paar raue Hirten seine ersten Freunde. Sein Leben begann nicht in einem heimeligen Palast. Das Holz der Krippe war das erste Lager des zukünftigen Zimmermanns, das Holz des Kreuzes wurde sein Sterbebett.

Über dem Leben des neugeborenen Königs steht ein einziges Wort: Sühne. Sie ist der tiefste Ausdruck seiner Liebe zu uns Menschen und diese Liebe befähigte ihn, „sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Mk 10,45) Aber ob wir zu den „Vielen“ gehören, liegt daran, ob wir ihn annehmen oder zurückweisen.

Anbetung ist die beste Antwort, die wir Jesus für das Geschenk seiner Hingabe geben können.

„Obwohl mein Herz nicht von der Lauterkeit Josefs ist, auch nicht von der Liebe Mariens, habe ich dennoch dem Herrn all meine Armut, mein leeres Herz geschenkt. Wenn ich ihm auch, wie damals die Engel, keine Hymnen gesungen habe, so versuchte ich doch, ihm Hirtenlieder zu singen – das Lied des Armen, des Mittellosen; das Lied dessen, der Gott nichts anderes anbieten kann als Armseligkeit und Schwäche. Aber das bedeutet nichts: Armseligkeiten und Schwächen, die mit einem wirklich liebenden Herzen ihm angeboten werden, nimmt Jesus entgegen, als wären es Tugenden. Groß, unermesslich groß ist die Barmherzigkeit Gottes!“ (ebd.)