Statue der Gottesmutter
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Hymnus an die Unbefleckte

Meine Unbefleckte Königin Maria,
ich freue mich mit dir,
dass Gott dich mit so großer Reinheit gesegnet hat.

Ich danke unserem Schöpfer,
dass er dich vor aller Makel der Schuld bewahrte.

Ich bin fest von dieser Wahrheit überzeugt und bereit,
wenn es notwendig wäre,
mein Leben hinzugeben
für diesen so erhabenen und ganz einzigen Vorzug
deiner Unbefleckten Empfängnis.

Ich wünschte,
die ganze Welt möchte dich kennen und preisen
als das schöne Morgenrot,
immer geschmückt mit dem göttlichen Licht,
als die auserwählte Arche des Heiles,
die vor dem allgemeinen Schiffbruch der Sünde bewahrt blieb, a1s jene vollkommene und unbefleckte Taube,
für die dein göttlicher Bräutigam dich selbst erklärt hat,
als den verschlossenen Garten,
der der Lieblingsaufenthalt Gottes ist,
als die versiegelte Quelle,
zu der der böse Feind nie Eingang fand.

Ich wünschte,
die ganze Welt möchte dich kennen als jene weiße Lilie,
die zwischen den Dornen,
nämlich den Kindern Adams, wächst,
die alle von der Sünde befleckt,
in der Feindschaft Gottes geboren werden,
während du allein ganz strahlend rein,
ganz heilig, aufs innigste von deinem Schöpfer geliebt, geboren wurdest.

Bitte, lass mich loben, wie Gott dich lobte:
Du bist ganz schön und kein Makel ist an dir,
ganz heilig, ganz schön.
Du bist immer eine Freundin Gottes gewesen.
Wie schön bist du, meine liebenswürdigste,
meine Unbefleckte Jungfrau,
so schön in den Augen Gottes.
Schau mit deinen barmherzigen Augen
auf die schrecklichen Wunden meiner armen Seele.
Sieh mich an,
habe Mitleid mit mir und heile mich,
du schöne Geliebte des Herzens,
zieh auch mein elendes Herz zu dir.
Welche Gnade sollte dir Gott versagen,
der dich zu Seiner Mutter und zu Seiner Braut erwählt,
dich deshalb vor jedem Sündenmakel bewahrt
und dich allen Geschöpfen vorgezogen hat.

Unbefleckte Jungfrau Maria,
lass mich immer an dich denken
und vergiss mich nicht,
bis ich deine Schönheit im Himmel schaue,
wo ich dich noch weit mehr loben und lieben werde,
meine Mutter, meine Königin,
Schönste, Reinste, Unbefleckte Jungfrau Maria. Amen

Heiliger Alfons Liguori

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„Beim Lesen der „Kindheitsevangelien“ stellt sich des Öfteren die Frage, warum Gott nicht direkt und klar eingeschritten ist. Aber Gott wirkt durch Ereignisse und Menschen. Josef ist der Mann, durch den Gott für die Anfänge der Erlösungsgeschichte Sorge trägt. Er ist das wahre „Wunder“, durch das Gott das Kind und seine Mutter rettet.

Der Himmel greift ein, indem er auf den kreativen Mut dieses Mannes vertraut, der, als er bei der Ankunft in Betlehem keinen Ort findet, wo Maria gebären kann, einen Stall herrichtet und so bereitet, dass er für den in die Welt kommenden Sohn Gottes ein möglichst behaglicher Ort wird (vgl. Lk 2,6-7).

 Angesichts der drohenden Gefahr des Herodes, der das Kind töten will, wird Josef im Traum erneut gewarnt, das Kind zu beschützen, und so organisiert er mitten in der Nacht die Flucht nach Ägypten (vgl. Mt 2,13-14).“

Wir denken heute bei Kreativität sehr schnell an Kunst und Basteleien. Wer aber im Leben vorankommen will, muss zuerst im Alltag kreativ sein. Das bedeutet, in den täglichen Situationen und Begebenheiten erfinderisch zu sein; seine schöpferische Fähigkeit auszuleben;
wie Josef ein lebenswertes Umfeld zu schaffen für sich selbst und auch für die Menschen, die uns anvertraut sind.

Solange wir alles haben, was wir brauchen, wird unsere kreative Ader ziemlich träge sein oder wir leben unsere Kreativität in belanglosen Dingen aus. Geraten wir aber in Notsituationen, erwacht unser Schöpfergeist wieder. Wieviel kreative Improvisation ist notwendig, wenn es zu Katastrophen kommt.

Gott hat uns allen zumindest eine Fähigkeit, ein Talent, gegeben, um unseren kreativen Beitrag im Leben leisten zu können. Sich für talentlos zu halten, beleidigt Gott. Wer so denkt, muss danach trachten, nach dem einen verborgenen Talent zu suchen, um das Geschenk und den Auftrag zum „Mitschöpfen“, zum Miterschaffen, auch zu leben. Trägheit verschüttet unsere Talente.

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Bei Gott ist niemand eine Randfigur

Jeder hat einen bestimmten Platz und eine besondere Aufgabe in seinem Plan. Und manchmal können die unbedeutendsten Aufgaben die bedeutendsten sein.

In den Augen der Welt war Josef ein Niemand. Was hat er schon großes getan? Er hat gearbeitet und damit seine kleine Familie ernährt. Er gehörte zur untersten Schicht des Volkes. War in der Armut gefangen. Und Josef selbst hat nichts geschaffen, das Aufsehen erregen konnte. Er war sicher ein guter Zimmermann, aber niemand machte aus seinen Werken eine Sehenswürdigkeit. Keiner der Großen und Mächtigen hat von ihm Notiz genommen.

Aber im Kleinen treu, hat Gott ihm das Größte und Heiligste anvertraut, das er hatte: Jesus, seinen Sohn und Maria, die Königin über Engel und Menschen, seine Tochter, Braut und Mutter.

Erst am Ende unseres Lebens werden wir die Bedeutung unserer kleinen Werke im Heilsplan Gottes erkennen – wie Josef, der heute so viele Patronate inne hat, dass man sie nicht mehr zählen kann. Papst Franzisus schreibt über das Leben des heiligen Josef weiter:

„Bei einer oberflächlichen Lektüre dieser Geschichten hat man immer den Eindruck, dass die Welt den Starken und Mächtigen ausgeliefert ist, aber die „gute Nachricht“ des Evangeliums besteht darin zu zeigen, wie Gott trotz der Arroganz und Gewalt der irdischen Herrscher immer einen Weg findet, seinen Heilsplan zu verwirklichen. Auch unser Leben scheint manchmal starken Mächten ausgeliefert zu sein. Doch das Evangelium sagt uns, dass es Gott immer gelingt, das zu retten, worauf es ankommt, vorausgesetzt, dass wir den gleichen kreativen Mut aufbringen wie der Zimmermann von Nazaret. Er versteht es, ein Problem in eine Chance zu verwandeln, und zwar dadurch, dass er immer in erster Linie auf die Vorsehung vertraut.“

Kreativität erfordert ein Stückweit Mut…

…den Mut, etwas auszuprobieren; den Mut, durch Versuch und Irrtum zu lernen; den Mut, nicht aufzugeben; und manchmal auch den Mut, sich selbst neu zu erfinden; von alten Gewohnheiten und Stukturen loszulassen und neue Strohhalme zu ergreifen, um voranzukommen.

Den Geist des Mutes haben wir in der Firmung erhalten. Wir müssen ihn in uns wirken lassen, indem wir den Heiligen Geist immer und immer wieder darum bitten, uns zu helfen, den Alltag im Sinne Gottes zu bewältigen.

Dieser Geist des Mutes ist zugleich auch ein Geist der Freude. Durch ihn können wir die gewöhnlichen und außergewöhnlichen Herausforderungen unseres Lebens nicht als Belastung, sondern als freudvolles Tun erleben. An Gottes Werk durch unscheinbare Handlungen mitwirken zu dürfen, soll in uns ein Gefühl der Freude wecken. Beides zusammen macht den missionarischen Geist aus, der nicht nur in der Verkündigung des Wortes Ausdruck findet, sondern vor allem in der tätigen Liebe, die sich dem anderen zuwendet.

Im nächsten Abschnitt spricht Papst Franziskus etwas sehr Schönes an, nämlich Gottes Vertrauen in uns:

„Wenn Gott uns manchmal nicht zu helfen scheint, bedeutet das nicht, dass er uns im Stich gelassen hat, sondern dass er auf uns vertraut und auf das, was wir planen, entwickeln und finden können.

Hierbei handelt es sich um denselben schöpferischen Mut, den die Freunde des Gelähmten bewiesen, als sie ihn, um ihn zu Jesus zu bringen, vom Dach herabließen (vgl. Lk 5,17-26). Die Kühnheit und Hartnäckigkeit dieser Freunde war durch keine Schwierigkeit aufzuhalten. Sie waren überzeugt, dass Jesus den Kranken heilen konnte. „Weil es ihnen aber wegen der Volksmenge nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach und ließen ihn durch die Ziegel auf dem Bett hinunter in die Mitte vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben“ (V. 19-20). Jesus erkennt den einfallsreichen Glauben, mit dem diese Männer versuchen, ihren kranken Freund zu ihm zu bringen.“

Wo sind wir heute, dort, wo wir stehen, missionarisch gefordert?

Einfallsreichtum und Mutlosigkeit passen nicht zusammen. Gemeinsam mit dem Heiligen Geist können wir alle Mutlosigkeit in uns besiegen. Er hat die Kraft, uns wieder auf die Füße zu stellen, wie wir bei dem Propheten Ezechiel sehen können: „Er sagte zu mir: Stell dich auf deine Füße, Menschensohn; ich will mit dir reden. Als er das zu mir sagte, kam der Geist in mich und stellte mich auf die Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete.“ (Ex 2,1-2)

In diesen Tagen und Wochen sind so viele Menschen gezwungen, sich den Problemen ihres Lebens zu stellen. In den Unwetter- und Feuerkatastrophen wurden zahllose Männer, Frauen und Kinder aus ihrer mehr oder weniger heilen Welt förmlich herauskatapultiert. Nichts ist mehr so, wie es war. Sie stehen vor dem Nichts und haben nur noch ihr Leben – und wenn sie ihn kennen und annehmen können – Gott.

Was sie jetzt am meisten brauchen ist kreativer Mut, um aus dem, was ihnen noch geblieben ist, etwas zu machen, neu zu beginnen. Neben finanzieller und caritativer Hilfe brauchen sie auch unser Gebet, das ihnen den Weg zu Gott und dem Leben wieder eröffnet. Selbst unser Gebet muss Kreativität aufweisen. Wir können den Betroffenen in den Kriesengebieten jenen Heiligen Geist erbitte, der sie wieder auf die Füße stellt und Mut und Kraft in sie legt, damit sie ihre Hände nicht mutlos in den Schoß fallen lassen, sondern einen Neuanfang im Vertrauen auf Gottes Vorsehung wagen.

Dort, wo wir direkt helfen können, brauchen Menschen in Not auch unsere Hände, die anpacken, und ihnen so von Gottes Liebe sprechen. Helfer der ersten Stunde haben Mut und Einfallsreichtum bewiesen und waren auf diese Weise ein Stück weit Gottes helfende Hand.

Die Heiligen im Himmel wollen uns in der Not beistehen. Auch sie dürfen wir als Gottes helfende Hand erfahren, wenn wir uns ihnen anvertrauen. Der heilige Josef bietet sich uns als Helfer in allen Nöten und Situationen an. Für ihn gab es keine aussichtslosen Zustände, weil er sich immer einen klaren Blick auf Gottes Barmherzigkeit und ein dankbares Herz bewahrte.

Vertrauen und Dankbarkeit waren seine Triebfeder, die ihn zum mutigen Handeln anstachelten. Dort, wo wir das Vertrauen in Gott verloren haben, will uns der heilige Josef mit seinem Vertrauen stellvertretend entgegenkommen. Josef ist ein überaus treuer und mächtiger Fürsprecher, gerade auch dort, wo finanzielle Not drückt. Mannigfache Zeugnisse belegen sein wunderbares Einschreiten.

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Der heilige Josef hat geholfen – Zeugnisse (Quelle: PUR spezial "Der heilige Josef", S. 4 - 9, Kisslegg)

Sankt Josef hatte das Feuer gelöscht

Sankt Josef ist der Patron der Handwerker. Darum steht schon seit 1937 eine  kleine Sankt-Josef-Statue in einer Ecke meiner Schreiner-Werkstatt. Täglich grüße ich vor dem Arbeitsbeginn den heiligen Josef und seine heiligste Braut. Dafür durfte ich schon oft ihre auffallende Hilfe erfahren.
Es war im Jahre 1945, als ich noch nicht zu Hause war, sondern als Soldat schwerverwundet im Lazarett lag. Eines Nachts gegen drei Uhr wachten mein Vater und ein Nachbar auf und wurden, wie sie erzählten, auf unerklärliche Weise fast gleichzeitig gedrängt, aufzustehen. Da gewahrten beide einen Feuerschein und dicke Rauchschwaden, die aus meiner Werkstatt kamen… Bis die Feuerwehr eintraf, hatte der Brand im Dachgeschoß aufgehört und zwar – wie mit einer Schnur abgeschnitten – genau über der Statue des heiligen Josef. Ich bin heute noch fest davon überzeugt, dass es der heilige Josef war, der die beiden Männer geweckt und das Feuer bis zum Eintreffen der Feuerwehr schon weitgehend gelöscht hatte. A. A. in G.

Plötzlich wurden die Herztöne des Kindes schwach

Letztes Jahr kam unser jüngstes Kind zur Welt: nach drei Buben endlich ein Mädchen. Da ich schon im 41. Lebensjahr stand, stellten sich schon in der Schwangerschaft verschiedene Beschwerden ein. Ich übergab sie alle dem heiligen Josef. So begann am 19. November, einem Mittwoch, die Geburt. Sie zog sich über den ganzen Tag hin. Dabei wurden plötzlich die Herztöne des Kindes schwach und langsam. Das Kind war in Lebensgefahr. In meiner Not flehte ich alle Heiligen und besonders unsere himmlische Gottesmutter und den heiligen Josef an. Bald darauf war unser Mädchen geboren. Es sah gesund und kräftig aus. Aber es stimmte mit dem Rhesusfaktor etwas nicht. Der Arzt meinte, dass dem Kind das Blut ausgetauscht werden müsse. In den nächsten drei Tagen würde es sich entscheiden. Wieder bestürmte ich den heiligen Josef und alles wendete sich zum Guten. Tausend- und tausendmal Dank! E. Sch. in W.

In Existenzsorgen geholfen

Wir haben ein kleines Einzelhandelsgeschäft. Die Existenzsorgen werden täglich drückender, weil Billigstpreise und die Verkaufsbedingungen der großen Kaufhäuser uns mehr und mehr ruinieren. Es ist ein regelrechter Kampf ums Überleben. Wir haben ein Bild des heiligen Josef in unserem Geschäft angebracht und ihn gebeten, uns in allen Nöten und Sorgen zu helfen. Und er hat uns nicht im Stich gelassen. In letzter Zeit geht unser Geschäft wieder besser; das hat der heilige Josef bewirkt. Tausendfacher Dank unserem lieben väterlichen Helfer! W.S. in H.

„Nun habe ich wieder eine Arbeit!“

Ich bin 51 Jahre alt und ledig. Neunzehn Jahre war ich in einer Näherei beschäftigt. Als die Filiale geschlossen wurde, übernahm diese ein Herr, der sich selbstständig machen wollte. Aber schon nach einem halben Jahr machte er Konkurs. Dann war ich drei Monate arbeitslos. Was man da (besonders in meiner Lage) auch seelisch durchmacht, weiß nur jemand, der es selbst erlebt hat. Nun habe ich wieder eine Arbeit, die mir auch Freude macht. Das habe ich ganz besonders dem heiligen Josef zu verdanken, zu dem ich meine Zuflucht genommen hatte. M. B. in E.

Ein Riesenauftrag für zehn Jahre

Die Firma meiner Freundin rang monatelang um ihre Existenz. Hunderte von Arbeitern mussten entlassen und vielen Arbeitern mit der Kündigung eine Abfindung von je 25.000 Mark gezahlt werden. Dafür mussten viele Millionen hochverzinsliches Geld aufgenommen werden. Es kamen einfach keine Auslandsaufträge mehr. Man war vollkommen ratlos.

Meine gute, so sehr wohltätige Freundin übergab mir das Anliegen zum Beten; sie selber konnte vor lauter Sorgen kaum beten. Ich bestürmte Sankt Josef und bat um Fürsprache bei der Göttlichen Vorsehung. Dazu schenkte ich dem heiligen Josef täglich die heilige Kommunion in diesem Anliegen. Und siehe: Das Wunder geschah. Nach kurzer Zeit kam ein Riesenarbeitsauftrag aus dem Ausland für zehn Jahre. Mit der dabei geleisteten Anzahlung konnten erhebliche Schuldenlöcher gestopft, und so mit einem Schlag die finanziellen Belastungen verkleinert werden. Ewiges Vergelt’s Gott, lieber heiliger Josef, für deine wunderbare Hilfe in schwerster Bedrängnis. Sr. G. in BK.


„Dem Herrn entschlafen“

… ist eine Phrase, die vor allem früher gerne verwendet wurde, wenn jemand gestorben ist. Die Ostkirche feiert die Aufnahme Mariens bis heute unter dem Titel „Hochfest des Entschlafens der allheiligen Gottesgebärerin“. Petrus Canisius sagt: „Die griechische Kirche singt schon seit Jahrhunderten am Feste der Himmelfahrt Mariä: „Die Heerscharen der Engel schützten den Leib der Jungfrau mit ihren Flügeln und trugen ihn in den Himmel als die lebendige Bundeslade des Herrn.““ Und Canisius wirft die Frage auf: „Wie hätte aber die griechische Kirche dieses Fest unter so großem Zulauf des Volkes und mit solchen Gebeten und Gesängen feiern können, wenn ihr Glaube nicht in der Überlieferung der vorausgegangenen Jahrhunderte begründet gewesen wäre?“

Das Dogma der Aufnahme Mariens in den Himmel ist gleichsam auch eine Bestätigung ihrer Unbefleckten Empfängnis. So, wie ihre Erlösung von der Erbsünde vorweggenommen wurde, so wurde auch ihre Auferstehung vorweggenommen. Nachdem sie ihr irdisches Leben vollendet hat, wurde sie in den Himmel aufgenommen, an die Seite ihres Sohne erhoben und ihm gleichgestellt.

Neben Jesus, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, ist Maria der einzige Mensch, der in dieser verklärten Einheit von Leib und Seele in der Gegenwart Gottes lebt.

Dieses Leben an der Seite Christi dürfen auch wir erwarten, wenn wir ihm treu bleiben. Was Maria jetzt schon genießen darf, ist noch unsere große Hoffnung, die wir erlangen werden, wenn unser Leben vollendet sein wird. Vollendung des Lebens ist aber nicht gleichzusetzen mit unserem Sterben. Viele sterben unvollendet. Für jene hält Gottes Gerechtigkeit gleichermaßen wie seine Barmherzigkeit das sogenannte Fegefeuer bereit, das als ein Zustand der Reinigung zu verstehen ist. Der Mensch erfährt darin die Gnade, von allem Bösen vollständig gereinigt zu werden, sodass in ihm nur noch die geläuterte Liebe übrig bleibt. Diesen Zustand der vollständig geläuterten Liebe nennen wir Heiligkeit. Wer vollkommen heilig ist, gelangt in den Himmel und ist dann fähig, Gott von Angesicht zu Angesicht zu schauen.

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Die leibliche Aufnahme Mariä in den Himmel Entnommen aus dem 47. Kapitel aus: Maria, die unvergleichliche Jungfrau und hochheilige Gottesgebärerin

Petrus Canisius zitiert Durandus, der sagte: „Zu Staub werden ist die allgemeine Strafe der Erbsünde und besteht darin, dass die menschliche Natur sich selbst überlassen wird, denn in diesem Falle muss der Leib von selbst zu Staub werden. Bei Maria aber wurde eine Ausnahme gemacht, weil Christi Leib auch nicht der Verwesung anheimfiel nach dem Worte des Propheten im Ps. 15: ‚Du wirst deinen Heiligen die Verwesung nicht schauen lassen‘, sein Leib ist aber aus dem Leibe der Jungfrau genommen, dieser durfte mithin auch nicht verwesen.“

„Auch Richard von St. Victor lehrt so. Bernhard aber beschreibt die Freude aller Himmelsbewohner, die sie hatten, als sie die Stimme Marias hörten, ihr Antlitz schauten, ihre Gegenwart genießen konnten, also glaubte er an ihre leibliche Auferstehung.

Ebenso Augustin: „Christus, der sie auf Erden mehr als alle andern liebte durch Verleihung von Gnaden, ehrte sie auch nach dem Tode mehr als alle andern, indem er sie nicht den Würmern, dem Staub und der Fäulnis überließ, sie, die den geboren hat, der ihr und aller Menschen Erlöser ist.

Amadeus: „Weil sie Christus mehr liebte als alle andern, deswegen sieht sie ihn auch besser, sieht ihn nicht bloß als Gott mit den Augen des Geistes, sondern auch als Menschen mit den Augen des Leibes.“ Nicephorus: „Sie wurde zwar begraben, aber dann ins Paradies versetzt als Baum des Lebens. Wie, das weiß Gott, der dies getan.“

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Michael Glykas: „Sie war den allgemeinen Gesetzen der Natur unterworfen, starb und wurde begraben, ist aber dann lebendig vom Grabe auferstanden wie Christus; nur die Linnen, in denen sie begraben wurde, fanden sich vor.“ Andreas von Jerusalem, Erzbischof von Kreta: „Weil sie den Urheber des Lebens geboren hat, wurde sie auch dorthin versetzt, wo die Quelle des ewigen Lebens war, wo nichts flüchtig und vorübergehend ist, wo es keine Beschwerden und Leiden dieses Lebens, keinen unangenehmen Wechsel der Dinge mehr gibt.“

Der hl. Germanus, Patriarch von Konstantinopel: „Der Leib der Jungfrau wurde von den Toten auferweckt und wurde ganz geistig, unsterblich, unverweslich. Es ist ein menschlicher Leib, aber ein solcher, der zum unsterblichen Leben gelangte, absolut voll Leben, der nicht mehr sterben kann, denn er war das Gefäß, das Gott enthielt.“

Johannes Damascenus bezeugt, „sie sei am dritten Tage auferstanden und zu ihrem Sohne aufgenommen worden. Als Tochter der alten Eva ist sie zwar gestorben, wie auch Christus, obwohl das Leben selber, den Tod nicht von sich gewiesen hat, allein weil Mutter des lebendigen Gottes, wurde sie zu ihm aufgenommen.“ Seine Predigt über Marias Aufnahme in den Himmel nahm die Kirche in das Brevier des Festes auf.

Juvenal, Erzbischof von Jersalem, ist ein gewichtigerer Zeuge als alle andern, weil er in allem, was die Kirche von Jerusalem betrifft, durchaus glaubwürdig ist. Vor dem Kaiser Marcian und der Kaiserin Pulcheria erklärte er auf dem Konzil von Chalcedon, er wisse es aus der langjährigen und wahrhaften Überlieferung der Vorfahren, dass die Apostel drei Tage beim Grabe der Mutter Gottes blieben und als sie es aufmachten, sei ihr Leib nicht mehr dort gewesen, sondern nur die Leintücher, ebenso wie es bei der Auferstehung Christi war. Kaiser Leo bezeugte auch dasselbe in einer Rede. Alle diese bezeugen die Auferstehung und die Aufnahme Mariä in den Himmel dem Leibe nach. Athanasius sagt, „Maria sitze zur Rechten ihres Sohnes, des ewigen Königs, im Himmel und zwar auch leiblich, nämlich mit unsterblichem und unverweslichem Leibe. Sie ist also bereits selig im Himmel nicht bloß der Seele nach, sondern auch im Leibe und herrscht dort mit Christus. Das sei gemeint unter dem Kleide der Königin, die zu seiner Rechten sitzt, nämlich ihr Leib angetan mit Unsterblichkeit, Unverweslichkeit Glanz und Herrlichkeit.“


Was sagt uns diese Schriftstelle für unser Leben?

Die Stärkung kommt vom Himmel. Wir brauchen Nahrung und Wasser für unseren Leib. Aber wir brauchen ebenso die seelischen Stärkung, das Wissen, dass Gott uns braucht und einen Plan hat. Dass der Weg weitergeht. Wir brauchen von Zeit zu Zeit auch einen Engel, der uns zeigt, dass sich Gott um uns sorgt. Unter dem Strich bedeutet das: Wir müssen Gottes Liebe erfahren.

Die gute Nachricht dabei ist: Wir brauchen nicht darauf warten, bis wir erschöpft sind, um seine Liebe zu finden. Gott ist immer da im Brot der Eucharistie. Jesus, das Brot des Lebens, wartet in jedem Tabernakel auf uns und schenkt sich uns in der Heiligen Messe, wenn wir im Stand der Gnade sind. Sind wir das nicht, dürfen wir seine Liebe in der reinigenden Wirkung seines kostbaren Blutes, das gemeinsam mit Wasser aus dem Herzen Jesus geflossen ist, erfahren.

Das Allerheiligste Altarsakrament ist uns als Quelle der Liebe und des Erbarmens Gottes geschenkt. Wir dürfen unseren Schutzengel damit beauftragen, uns im Alltag immer wieder neu anzurühren und uns einzuladen, an dieser Quelle zu trinken und uns am Brot des Lebens zu stärken.

Wir werden kraftvoller und lebendiger durchs Leben gehen, wenn wir diese Zeiten der Ruhe am Herzen Gottes in unseren Alltag einplanen. Vielleicht sind es nur ein paar Minuten auf dem Heimweg, in denen man Jesus in einer Kirche aufsucht. Oder ein wöchentliches Gebetstreffen, bei dem man Gott näher kommen kann. Tägliche Gebetszeiten sollten einen fixen Platz in unserem Tagesablauf haben.

Diese Ruheinseln in unserem täglichen Leben nehmen dem Stress der heutigen Zeit die Schlagkraft, mindern ihn oder setzen ihn gänzlich außer Kraft.

In den Ereignissen des Tages müssen wir ebenso wachsam sein, wie in den Zeiten der Stille und Anbetung, um zu erkennen, wo Gott uns stärken will, beziehungsweise wo wir uns neu orientieren müssen. Erst im Hinhören auf Gott können wir den Weg vor uns klar sehen und im Annehmen der Liebe und Sorge Gottes um uns werden wir die Kraft zum Weitergehen bekommen.

Wir können auch unseren Schutzengel damit beauftragen, uns darauf hinzuweisen, wenn wir im Begriff sind, an den Liebeszeichen Gottes achtlos vorbeizugehen – oder sie wie Elija resigniert zu verschlafen.

Gott wirkt in unserem Leben vielen Zeichen und Wunder seiner Liebe. In der Anbetung dürfen wir lernen, diese zu erkennen und verstehen. Nehmen wir uns regelmäßig Zeit zum Innehalten und zur Anbetung, zum liebenden Austausch mit Gott.

 

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Tagesgebet

Allmächtiger Gott,
bei der Verklärung deines eingeborenen Sohnes
hast du durch das Zeugnis der Väter
die Geheimnisse unseres Glaubens bekräftigt.
Du hast uns gezeigt, was wir erhoffen dürfen,
wenn unsere Annahme an Kindes statt
sich einmal vollendet.
Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören,
damit wir Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
in der Verklärung deines Sohnes
wurde der Glanz seiner Gottheit offenbar.
Lass uns durch den Empfang der himmlischen Speise
seinem verherrlichten Leib gleichgestaltet werden.
Darum bitten wir durch ihn,
Christus, unseren Herrn.

 

 

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Josef zweifelte nicht an Gott und stellte seine Pläne nicht in Frage.

Schon Paulus hat darauf hingewiesen, dass wir alles „ohne Murren und Bedenken“ tun sollen. Und er nennt auch den Grund dafür: „Damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet!“ Denn das Murren schafft dem Teufel Raum und wurzelt in unserem Hochmut. Wir murren, weil wir etwas tun sollen, das mit unserem Willen und unseren Vorstellungen nicht übereinstimmt. Das Bedenken hingegen zeugt vom Misstrauen Gott gegenüber. Auch hier ist in der Wurzel der Hochmut zu finden.

Ein Kind, das seinem Vater vertraut, hat keine Bedenken. Ein Kind, das seinen Vater liebt, wird alles mit Freude für ihn tun. Diese Reinheit finden wir nur in der kindlichen Einfalt, in der der Vater der Größte und Stärkste ist. Mit dem Älterwerden geht diese Einfachheit und Bedingungslosigkeit in der Liebe und im Vertrauen verloren, sodass wir uns immer wieder neu einüben müssen in das Kleinsein eines Kindes, dem das Himmelreich sicher ist: „Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.“ (Mt 18,4)

Josef besaß diese kindliche Einfalt. Er zweifelte nicht an Gott und stellte seine Pläne nicht in Frage. So konnte er im Vertrauen alles annehmen, was Gott ihm zumutete: Eine Frau, die nicht von ihm schwanger war, ein Kind, dessen Vater Gott selbst war, ein Leben in Armut und Verfolgung um dieses Kindes willen, die Mühsal eines armen Handwerkers, obwohl er aus königlichem Geschlecht war.

 

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Josef, ein barmherziger Vater

Wenn wir aus der Lehre der Kirche wissen, dass Gott ausnahmslos gut ist, wenn wir die Güte Gottes sogar erfahren haben, dann dürfen wir an dieser Erkenntnis oder Erfahrung nicht mehr rütteln. Andernfalls geben wir nämlich der Versuchung Raum und der Zweifel wird sich seinen Weg bahnen.

An Gott nicht zu zweifeln, ihn nicht mehr in Frage zu stellen, ist eine Tugend, eine Herzenshaltung, die man ständig einüben muss, bis sie uns zur zweiten Natur wird. Darin ist uns Josef ein großartiges Vorbild.

Papst Franziskus führt dieses Thema weiter aus: „Hier geht es wieder um jenen christlichen Realismus, der nichts von dem, was existiert, wegwirft. In ihrer geheimnisvollen Unergründlichkeit und Vielschichtigkeit ist die Wirklichkeit Trägerin eines Sinns der Existenz mit ihren Lichtern und ihren Schatten. Deswegen kann der Apostel Paulus sagen: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht« (Röm 8,28). Und der heilige Augustinus fügt hinzu: »Auch das, was böse heißt (etiam illud quod malum dicitur)“. In dieser Gesamtperspektive gibt der Glaube jedem glücklichen oder traurigen Ereignis einen Sinn.

Es liegt uns fern, zu meinen, „glauben“ bedeute, einfache vertröstende Lösungen zu finden. Der Glaube, den Christus uns gelehrt hat, ist vielmehr der Glaube, den wir am heiligen Josef sehen, der nicht nach Abkürzungen sucht, sondern dem, was ihm widerfährt, „mit offenen Augen“ begegnet und persönlich Verantwortung übernimmt.

Die Annahmebereitschaft Josefs lädt uns ein, andere nicht auszuschließen, sondern sie so anzunehmen, wie sie sind, besonders die Schwachen, denn Gott erwählt das Schwache (vgl. 1 Kor 1,27), er ist ein „Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen“ (Ps 68,6) und gebietet uns, die Fremden zu lieben. Gerne stelle ich mir vor, dass die Haltung Josefs Jesus zum Gleichnis vom verlorenen Sohn und vom barmherzigen Vater inspiriert hat (vgl. Lk 15,11-32).“

So viele Menschen haben den heiligen Josef schon als einen barmherzigen Vater erfahren, der sich um jeden einzelnen annimmt, als wäre er Jesus selbst. Josef lässt uns die gleiche väterliche Sorge zukommen, wie seinem Pflegesohn. Er macht hierin keinen Unterschied zwischen Jesus und uns. Was auch aus Sicht der Kirche unmöglich ist, denn wir sind die Glieder des mystischen Leibes, dessen Haupt Christus selber ist. Wir sind eins mit Christus.

Josef, der Vater im Annehmen, nimmt auch uns als seine Kinder an. Hätten wir vor 2000 Jahren gelebt, Josef hätte uns sicher in seine Heilige Familie aufgenommen und für uns gesorgt. Heute nimmt er uns als Patron der Kirche als seine Kinder an und kümmert sich um unser irdischen Wohl ebenso, wie um unser geistliches Wohl.

 

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Josef, Helfer in der Todesstunde

Dem heiligen Josef wird auch das Patronat für die Sterbenden zugeschrieben. Gerade in diesen letzten Stunden des Leben, wo wir den göttlichen Beistand am nötigsten brauchen, ist es tröstlich zu wissen, diesen väterlichen Freund Gottes an unserer Seite zu haben.

Er, der die Gnade hatte, in den Armen Jesu und Mariens zu sterben, wird auch uns dazu verhelfen, in dem selben Gnadenvoruzug unser Leben aushauchen zu dürfen. Er, der es verstanden hat, seinen Adoptivsohn, den Sohn seines Gottes, auf Erden zu behüten, wird uns auch in den letzten Kämpfen unseres Lebens behüten und verteidigen. Josef, Vater im Annehmen, nimm uns an in deiner väterlichen Liebe! Jetzt und in der Stune unseres Todes. Amen.

Gebet um eine gute Sterbestunden

Heiliger Josef,
du bist in den Armen deines Pflegesohnes Jesus
und deiner jungfräulichen Lebensgefährtin Maria
aus diesem Leben geschieden.

Komm mir zu Hilfe mit Jesus und Maria,
besonders dann,
wenn der Tod meinem Leben ein Ende machen wird.

Lass mich an eurer Hand
hinüberschreiten ins ewige Leben.

Jesus, Maria und Josef,
euch schenke ich mein Herz und meine Seele.
Jesus, Maria und Josef, steht mir bei im Todeskampfe.
Jesus, Maria und Josef,
möge meine Seele mit euch im Frieden scheiden.
Amen.

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Gebet zur Heiligen Familie

Jesus, Maria und Josef,
in euch betrachten wir
den Glanz der wahren Liebe,
an euch wenden wir uns
voll Vertrauen.

Heilige Familie von Nazareth,
mache auch unsere Familien
zu Orten innigen Miteinanders
und zu Gemeinschaften des Gebetes,
zu echten Schulen des Evangeliums
und zu kleinen Hauskirchen.

Heilige Familie von Nazareth,
nie mehr gebe es in unseren Familien
Gewalt, Halsstarrigkeit und Spaltung;
wer Verletzung erfahren
oder Anstoß nehmen musste,
finde bald Trost und Heilung.

Heilige Familie von Nazareth,
lass allen bewusst werden,
wie heilig und unantastbar die Familie ist
und welche Schönheit sie besitzt im Plan Gottes.
Jesus, Maria und Josef,
hört und erhört unser Flehen.
Amen.

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Der Blick in den Himmel erdet uns

Heute wissen wir, dass sich ihre Worte erfüllt haben. Wir verehren Maria, die Mutter Gottes, als Königin über Engel und Menschen. Keinem anderen Menschen wurde eine solche Ehre zuteil. Die Lobpreisungen der Heiligen und derer, die Maria als ihre Mutter kennen, werden nicht verstummen. Seit 2000 Jahren wird Maria gepriesen, weil sie uns den Erlöser gebracht hat. „Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.“

In keinster Weise lässt die Gottesmutter durchblicken, dass das Wunderbare, das an ihr geschehen ist, auf ihren Verdienst zurückzuführen wäre. Sie ist sich ganz bewusst, dass alles allein Gottes wirken ist.

Dieses Magnificat lehrt uns enorm viel über die Gesinnung Mariens, über ihre Geistes- und Herzenshaltung. Es lässt uns eine herrliche Frau erkennen, die alles von Gott erwartet und alles auf ihn zurückführt. Ihre Haltung ist Ausdruck einer lebendigen Gottesbeziehung als auch einer tiefen Gottes- wie auch Selbsterkenntnis.

Die heute so begehrte und angestrebte Selbstfindung – sie wird wie schon vor tausenden Jahren nur in der Erkenntnis Gottes zu erreichen sein. Erst in Gott erkennen wir uns vollkommen, können wir ganz wir selber sein. Gott ist der Spiegel, in dem wir uns in aller Klarheit sehen werden. In ihm ist eine Selbsttäuschung ausgeschlossen. Es  klingt fast paradox, aber: Der Blick in den Himmel erdet uns.

 

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Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten

Im Magnificat begegnet uns keine fromme Schwärmerin, sondern eine Frau, die ihr Sein vollständig erkannt und angenommen hat. Maria kann sich einordnen in die Schöpfung. Sie weiß, wo ihr Platz ist und welche Aufgabe sie in ihrem Leben hat. Maria steht ganz im Licht Gottes und ist mit seinem Licht erfüllt. Ihr Geist ist strahlend hell, eben lichtvoll. Auch alle Heiligen sind lichtvolle Menschen. Das Licht der Seele, das von Gott kommt, macht uns zu leuchtenden Menschen. Wie es im Psalm 34,6 heißt: „Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten und ihr braucht nicht zu erröten.“

Ganz deutlich wird das auch bei Mose beschrieben, dessen Gesicht leuchtete: „Aaron und alle Israeliten sahen Mose und siehe: Die Haut seines Gesichtes strahlte und sie fürchteten sich, in seine Nähe zu kommen… Als Mose aufhörte, mit ihnen zu reden, legte er über sein Gesicht einen Schleier. Wenn Mose zum HERRN hineinging, um mit ihm zu reden, nahm er den Schleier ab, bis er wieder herauskam. Wenn er herauskam, trug er den Israeliten alles vor, was ihm aufgetragen worden war. Wenn die Israeliten das Gesicht des Mose sahen, wie die Haut seines Gesichtes strahlte, legte er den Schleier über sein Gesicht, bis er wieder hineinging, um mit ihm zu reden.“ (Ex 34,30.33-35)

Umso mehr wir uns in die Gegenwart Gottes begeben, umso leuchtender werden auch wir sein. Jesus hat uns zugesagt: „Ihr seid das Licht der Welt!“ (Mt 5,4) Und dieses Licht dürfen wir nicht unter den Scheffel stellen, es soll allen leuchten. (Mt 5,15)

Es ist deshalb auch gut vorstellbar, dass das Gesicht der Gottesmutter leuchtete, als sie ihren großen Lobpreis verkündete. Ausgelöst hat diesen Lobpreis die Begegnung mit der betagten Elisabeth, die auserwählt war, den Vorläufer, den Boten des Erlösers, zu gebären und ihn so zu erziehen, dass er auf seine Aufgabe – Rufer in der Wüste zu sein – vorbereitet war, um so den Willen Gottes in der ihm zugedachten Einzigartigkeit zu erfüllen.

 

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Menschen in der Freude leuchten

Die Begegnung der beiden Mütter brachte es mit sich, dass sie auch zu einer Begegnung der beiden Kinder führte. Johannes erkannte schon im Mutterleib seinen Messias und hüpfte vor Freude. In Christus begegnen wir Gott selbst, der unsere Herzen anrührt und sie in dieser Gottesbeziehung höher schlagen lässt.

Gott bringt Freude in uns hervor, selbst im Leiden bleibt das Herz ruhig und zumindest von einem Hauch Freude umweht.

Wenn wir die Freude verlieren, müssen wir uns fragen, ob wir Gott aus dem Blick verloren haben. Denn die Freude ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Und Menschen in der Freude leuchten.

Die selige Chiara Luce Bandano ist nur eines dieser leuchtenden Beispiele. Sie bezeugte die diese Tatsache – ihr Gesicht leuchtete inmitten schwerer Leiden (Knochenkrebs) – weil sie aufschaute zu Gott, den sie unbändig liebte.

Sie sagte: „Jeder Augenblick ist kostbar; er darf nicht vergeudet werden. Wenn er gut gelebt wird, hat alles einen Sinn. Alles relativiert sich, auch in den schrecklichsten Momenten, wenn wir es Jesus schenken. Deshalb geht der Schmerz nicht verloren, sondern hat einen Sinn als Geschenk für Jesus… Jetzt fühle ich mich als Teil eines wunderbaren Planes, der sich mir nach und nach enthüllt…. Sei glücklich, denn ich bin es auch!“

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Meine Seele preist die Größe des Herrn,

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.

Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

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