Statue der Gottesmutter
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Während dieser Jahre der Entstehung des Dogmas und der Erscheinung in Lourdes nahm dieser neue Glaubenssatz, wie sich heute vermuten lässt, im geistlichen Leben unserer Gründerin einen weiten Raum ein. Einige Monate nach der Verkündigung des Dogmas hatte Mutter Barbara ihr Bekehrungserlebnis als sie im Wald über einen umgefallenen jungen Baum nachdachte, der äußerlich gesund aussah, innerlich aber ganz vermodert war. Die Ereignisse und die Botschaften von Lourdes berührten sicher auch Barbaras Herz. 1861, am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, erkrankte Barbara schwer und konnte Monatelang das Bett nicht verlassen. In dieser Zeit reifte in ihr ihre außergewöhnliche Berufung. 1865 konnte sie ihr Vorhaben nach langem Prüfen durch ihren geistlichen Begleiter in die Tat umsetzen. Sie gründete mit einigen Frauen aus ihrem Heimatort Wenigzell in Vorau eine kleine Kommunität, die sie dem Patronat der Unbefleckten Empfängnis anvertraute. Diese Gemeinschaft entwickelte sich laufend und ist seit 1928 „Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Vorau“.

Als Marienschwestern bemühen wir uns um ein gutes christliches Ordensleben, das sich am Beispiel der Immaculata orientiert. Deshalb ist es für uns auch von großer Bedeutung, dass wir uns als einzelne Schwester, wie auch als Gemeinschaft, alljährlich am 08. Dezember der Immaculata weihen.

 

Auf diese Weiheerneuerung bereiten wir uns durch die 33 Schritte nach Grignion und mit einer Novene vor.

 

Bei den Laudes erneuern wir unsere Weihe an die Gottesmutter dem Beispiel unserer Gründerin folgend: Freudig übergeben wir uns Maria mit kindlichem Vertrauen, weil wir aus Erfahrung wissen, dass wir an der Hand unserer lieben Mutter sicher geleitet werden.

 

Der heilige Maximilian Kolbe, der sein Leben ganz der Immaculata anvertraut hatte, sagte einmal: „Habt gar kein Vertrauen auf euch selber, werft euch mit allen euren Prüfungen und Versuchungen der Immaculata hin, und ihr werdet siegen.“

 

Weil auch wir unser ganzes Vertrauen in die Hilfe und Fürbitte der Gottesmutter gelegt haben, erneuern wir unsere Weihe an die Heilige Jungfrau täglich im Gebet und in kleinen Akten der Hingabe. Mit dem heiligen Antonius Maria Claret können wir sagen: „Maria ist meine Mutter, meine Beschützerin, meine Lehrerin, sie ist nach Jesus mein Ein und Alles.“

 

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„Alle Gaben, alle Gnaden,
alle himmlischen Wirkungen
kommen von Christus dem Haupt
und gelangen zum Körper der Kirche
durch Maria wie durch den Hals.

 

Maria, die jungfräuliche Mutter,
ist dem Haupt am allernächsten.
Ihre Aufgabe ist es,
den Körper mit dem Haupt zu verbinden.

 

Ein Glied,
das den lebensspenden Einfluss
des Hauptes erfahren will,
sich aber weigert
diesen durch den Hals zu empfangen,
würde vollkommen vertrocknen und sterben.“

 

(Hl. Robert Bellarmin)

 

 

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Tagesgebet

Großer und heiliger Gott,
im Hinblick auf den Erlösertod Christi
hast du die selige Jungfrau Maria
schon im ersten Augenblick ihres Daseins
vor jeder Sünde bewahrt, um deinem Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten. Höre auf ihre Fürsprache: Mache uns frei von Sünden
und erhalte uns in deiner Gnade,
damit wir mit reinem Herzen zu dir gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gabengebet

Herr, unser Gott, in deiner Gnade
hast du die selige Jungfrau Maria auserwählt
und vor jeder Sünde bewahrt.
An ihrem Fest feiern wir das Opfer,
das alle Schuld der Menschen tilgt.
Befreie uns auf ihre Fürsprache
aus der Verstrickung in das Böse,
damit auch wir heilig und makellos vor dir stehen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Herr und Gott,
das Sakrament,
das wir empfangen haben,
heile in uns die Wunden jener Schuld,
vor der du die allerseligste Jungfrau Maria
vom ersten Augenblick ihres Daseins an
auf einzigartige Weise bewahrt hast.

Darum bitten wir durch Christus,
unseren Herrn.

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Akt der Hingabe

 

Ich überlasse mich deinen Händen, o Maria,
wende und drehe mich wie Ton;
gib ihm eine Form und zerbrich sie wieder.

 

Du bist die Herrin,
ich habe nichts zu sagen.

 

Es genügt,
dass ich zu allen deinen Wünschen bereit bin,
und dass nichts in mir
deinem Wohlgefallen entgegen sei!

 

Verlange, befiehl, verbiete,
ich bin bereit zu gehorchen.

 

Was willst du, das ich tun soll?
Was willst du, das ich nicht tun soll?

 

Erhöht oder erniedrigt,
getröstet oder leidend,
deinen Plänen dienend oder zu nichts nütze,
jedem Dienste leistend oder jedermann zur Last,
werde ich dich immer in gleicher Weise lieben,
meinen Willen dem Deinigen unterwerfen
und opfern und bei allem sagen:

 

„Meine Seele ist die Sklavin Mariä,
es geschehe mit mir in allem, nach ihrem Wohlgefallen.“

 

(Auszug aus dem Akt der vollen Hingabe an die allerseligste Jungfrau; Das goldene Buch)

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    Sie erkannte, dass auch der Mensch äußerlich schön und gesund wirken kann, obwohl sein Herzen gänzlich verdorben sein kann. Diese Erkenntnis spornte die junge Frau an, sich mehr und mehr auf Gott hin auszurichten. Sie wagte den Schritt von traditionell geprägter Frömmigkeit hin zu einer echten Gottesbeziehung, in der sie sich von Gott ganz in den Dienst nehmen ließ. Für Gott da sein, für ihn zu leben und das mit Frauen, die sich Jesus gegenüber in ähnlicher Weise geöffnet hatten wie sie, das war ein Herzenswunsch, der während einer langen, schweren Krankheit für Barbara immer konkretere Form annahm.

    Beharrlich verfolgte sie diesen Weg, den sie als Anruf Gottes an sie verstand. Gott, der die Mitte ihres Lebens geworden ist, sollte auch die Mitte einer Frauengemeinschaft werden, die sich wie Barbara zu einem ehelosen Leben für Christus gerufen wussten. Als Barbara Sicharter Mitte Dreißig war erhielt sie im Jahr 1865 die Erlaubnis, ihre Vision in die Tat umzusetzen. Am 30. Mai verließ sie ihr Elternhaus.

    Sie begann mit einigen Frauen auf die Vorsehung vertrauend als betende Gemeinschaft, die sich ganz nach dem Willen Gottes ausrichten wollte. Und Gott eröffnete nach und nach seine Pläne, die er mit ihnen hatte. Bereits ein Jahr nach der Gründung fanden die ersten Schwestern ihre Berufung in der Pflege kranker, alter, leidender und bedürftiger Menschen, die bei ihnen anklopften und um Hilfe baten.

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    Mit dieser mutigen Frau schenkte Gott den Menschen im Joglland die Versorgung durch Medizin und Pflege. Bis heute ist das Marienkrankenhaus, gegründet von Mutter Barbara als „Barbara Sichartersche Kranken- und Siechenanstalt“, für die gesundheitliche Betreuung der Bevölkerung da. Als Vorauer Marienschwestern nehmen wir auch unsere Berufung in der Seelsorge wahr – bei den Kranken, Sterbenden und Hilfesuchenden. So tragen wir das Erbe unserer Gründerin weiter, die den Krankendienst als Mission verstand, um nicht nur den körperlichen Gesundheitszustand zu verbessern, Leidende zu trösten und Sterbende zu begleiten, sondern um ihnen auch den Weg in die Ewigkeit aufzuzeigen und sie damit zu einem Glück zu führen, das diese Welt nicht zu geben vermag.

    Danken wir Gott am heutigen Geburts-, Tauf- und Namenstag Mutter Barbaras gemeinsam dafür, dass er sich mit diesem Werk der Nächstenliebe um die Kranken und Leidenden des Jogllands annimmt und danken wir ihm auch, dass er uns vor 192 Jahren in dem kleinen neugeborenen Mädchen verborgen eine so mutige und zielstrebige Frau geschenkt hat, die sich ihm und den Menschen vorbehaltlos hingegeben hat. Mutter Barbara starb im Rufe der Heiligkeit am 09. Februar 1905. Beten wir miteinander, dass sie eines Tages zur Ehre der Altäre erhoben wird, damit die Kirche eine weitere Selige erhält, die den Menschen über das Joglland hinaus als Licht leuchtet, das zu Christus führt.

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    Gottergeben

    Mutter Barbara hegte ein geradezu kindliches Vertrauen in die Vorsehung Gottes. Wie ein Kind überließ sie sich seinem heiligen Willen und war auf diese Weise formbar wie Wachs in seinen Händen. Was auch immer sie tat, war ein sich Fügen in seine Pläne. Nie suchte sie ihre eigenen Interessen oder Anerkennung. In allem wollte sie nur eine demütige Dienerin für sein Werk sein. So konnte sie gelassen Gottes Wirken und Eingreifen abwarten.
    Gerne sagte sie deshalb:

    “Wenn es der Wille Gottes ist, wird es geschehen;
    ich will nur das, was Gott will.”

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    Gebet um die Seligsprechung von Mutter Barbara Sicharter

    Herr Jesus Christus,
    du hast Mutter Barbara angeregt,
    nach dem Vorbild der reinsten
    Jungfrau und Gottesmutter Maria
    in demütigen Gottvertrauen
    sich ganz in den Dienst der Liebe zu stellen.

    So bitten wir dich im Vertrauen
    auf deine Barmherzigkeit und Güte
    Zeichen sichtbar werden zu lassen,
    die Mutter Barbaras gottgefälliges Leben bestätigen,
    damit die Kirche sie bald in die Zahl
    deiner Seligen und Heiligen einreihen kann.

    Auf die Fürsprache Mariens
    schenke auch uns dein reiches Erbarmen.
    Darum bitten wir
    durch Jesus Christus unseren Herrn. Amen.

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    Gebet um die Seligsprechung von Mutter Barbara Sicharter

    Guter Vater!
    Sieh auf deine Tochter,
    Mutter Gründerin Barbara Sicharter.
    Sie hat auf dich, liebender Vater,
    kindlich vertraut.
    Gewähre uns auf die Fürsprache Mariens
    Wunder deiner Liebe,
    damit die Kirche Mutter Barbara
    bald in die Schar der Seligen und Heiligen
    aufnehmen kann.
    Schenke jungen Frauen und Mädchen
    dadurch die Gewissheit,
    dass Mutter Barbaras Charisma
    einen Weg aufzeigt,
    der in der Nachfolge deines Sohnes zum Ziel führt.
    Gib ihnen durch ihr Beispiel den Mut,
    aufzubrechen, um sich von dir
    ganz in Dienst nehmen zu lassen:
    zur Ausbreitung des Evangeliums
    und zum Heil aller notleidenden Armen und Kranken.
    Darum bitten wir durch Jesus Christus,
    unseren Herrn. Amen.

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    Viele Menschen haben mit ihren leiblichen Vätern oder Stiefvätern eine schlechte Erfahrung gemacht. Sie erlebten sie als dunklen Schatten über ihrem Leben. Wenn das Bild des Schattens für den heiligen Josef angewandt wird, so ist das ein positives Erleben von Schutz und Halt.

    Josef, der sich sein ganzes Leben lang an Gott, dem himmlischen Vater, orientiert hat, ist geprägt von der väterlichen Liebe und Sorge Gottes. Kennzeichnend für Josef ist, dass er wie ein Schatten mit Jesus verbunden war, so, wie wir unseren Schatten nicht abwerfen können, solange wir im Licht stehen.

    Das Motiv des begleitenden Schattens ist ein sehr schönes Bild für die Verantwortung der Väter. Es bedeutet, dass der Vater wie ein Schatten mit unseren Schritten verbunden ist. Als Schatten liegt er hinter uns, wenn wir auf das Licht – auf Gott – zugehen. Das heißt, im optimalen Fall stehen Väter nicht zwischen den Kindern und Gott. Sie fördern als Abbild Gottes das Erahnen der Liebe Gottes zu uns Menschen. Sie sind da, ohne den Weg zu versperren und geben den Blick auf Gott und seinen Willen frei. Sie stärken den Rücken, ohne zu binden.

     

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    Mütter und Väter sind wie Wurzeln eines Baumes. Die Wurzel bleiben verborgen, geben dem Baum aber Halt und Stabilität. Sie erden den Baum und ernähren ihn. Ein Leben lang zehren wir von dem, was wir von unseren Eltern empfangen und gelernt haben.

    Die Bilder des Schattens oder der Wurzeln bilden einen krassen Gegensatz zu den sogenannten Helikoptereltern, die ständig um ihre Kinder kreisen, um sie zu kontrollieren.

    Väter sollen Abbilder Gottes sein. Wir können Gott nicht sehen, oft über lange Wegstrecken nicht erfahren und doch wissen wir, dass er da ist und für uns sorgt. Väter stehen für die Treu und Beständigkeit in unserem Leben, für Schutz und Fürsorge. Ihre Aufgabe ist es, uns den Vater im Himmel zu zeigen, in einem möglichst unverzerrten Bild.

    Josef war der optimale Vaterersatz für Jesus, ein unverzerrtes Abbild Gottes. Dem Herzen nach ist er Jesus wirklich ein guter Vater geworden. Seine Vaterliebe hat ihn zu einem aufrechten jungen Mann heranwachsen lassen. Jesus hat nicht nur das Handwerkliche von Josef gelernt. Weitaus mehr lernte Jesus von ihm, wie man seine Seele und seinen Geist nach dem Willen des Vaters formt und ein gerechter Jude wird. Auch uns hat Josef viel zu sagen. Wenn wir sein Leben betrachten, dann können auch wir von ihm lernen, ein guter Christ zu werden, ein Kind Gottes. Josef kann das mitunter angeschlagene Vaterbild in uns wieder herstellen. Indem wir auf ihn, den Schatten des himmlischen Vaters, schauen, dürfen wir Gott in seiner väterlichen Liebe kennenlernen.

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    „In der Gesellschaft unserer Zeit scheinen die Kinder oft vaterlos zu sein.“, meint Papst Franziskus. Und er weist auf eine große Notwendigkeit hin: „Auch die Kirche von heute braucht Väter. Die Mahnung, die der heilige Paulus an die Korinther richtet, bleibt immer aktuell: „Hättet ihr nämlich auch unzählige Erzieher in Christus, so doch nicht viele Väter« (1 Kor 4,15); und jeder Priester oder Bischof sollte wie der Apostel hinzufügen können: „In Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt“ (ebd.). Und zu den Galatern sagt Paulus: „Meine Kinder, für die ich von Neuem Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt annimmt“ (4,19).

    Wie viele andere Eltern auch, hat Josef in seiner Vaterschaft nicht nur gelehrt, sondern auch von Jesus gelernt. In dem Maß, in dem Jesu Weisheit zunahm, nahm Christus auch in Josef Gestalt an. Seine erste große und harte Lektion, die überliefert ist, erhielt Josef, als er Jesus im Tempel verloren hatte. Während Maria ihren Sohn zur Rede stellte und ihn fragte, wie er ihnen das antun konnte, sprach Josef kein Wort. Er war tief betroffen, Gottes Sohn verloren zu haben, weil er nicht achtsam genug war. Er hat auch erfahren, dass Jesus seinen wahren Vater ganz und gar gefunden hatte. Er musste in dem sein, was seines Vaters ist. Deshalb blieb er im Tempel, im Haus Gottes. Josef hat in der Erziehung alles richtig gemacht: Jesus löste seinen Blick vom Schatten um ins Licht zu schauen.

    „Vater zu sein bedeutet, das Kind an die Erfahrung des Lebens, an die Wirklichkeit heranzuführen.“, erklärt der Heilige Vater und führt dazu weiter aus: „Nicht, um es festzuhalten, nicht, um es einzusperren, nicht, um es zu besitzen, sondern um es zu Entscheidungen, zur Freiheit, zum Aufbruch zu befähigen. Vielleicht aus diesem Grund spricht die Tradition Josef nicht nur als Vater an, sondern fügt hier noch das Wort „keusch“ hinzu.

    Dies ist nicht eine rein affektive Angabe, sondern drückt eine Haltung aus, die man als das Gegenteil von „besitzergreifend“ bezeichnen könnte. Keuschheit ist die Freiheit von Besitz in allen Lebensbereichen.

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    Nur wenn eine Liebe keusch ist, ist sie wirklich Liebe. Die Liebe, die besitzen will, wird am Ende immer gefährlich, sie nimmt gefangen, erstickt und macht unglücklich. Gott selbst hat den Menschen mit keuscher Liebe geliebt und ihm die Freiheit gelassen, Fehler zu machen und sich gegen ihn zu stellen. Die Logik der Liebe ist immer eine Logik der Freiheit, und Josef war in der Lage, in außerordentlicher Freiheit zu lieben. Er hat sich nie selbst in den Mittelpunkt gestellt. Er verstand es, zur Seite zu treten und Maria und Jesus zur Mitte seines Lebens zu machen.“

    Jesus hätte nicht Christus, der Messias, sein können, hätte Josef ihn mit menschlicher Liebe gebunden. In dieser Liebe, die den anderen vollkommen frei lässt, ist uns der heilige Josef ein echter Lehrmeister. Ein Beispiel dafür gibt er uns im Tempel von Jerusalem. Er hält Jesus keine Strafpredigt, er lässt ihm die Freiheit in der Erkenntnis, dass er seinen wahren Vater gefunden hat. Er belehrt nicht, er fordert nicht ein. Er diskutiert nicht. Er lässt zu, dass Jesus sich selber findet. Schatten des Vaters zu sein bedeutet auch, Freiraum zu lassen für Gott. Das hat uns Josef vorgelebt. Das dürfen und sollen wir nachahmen.

    Gebet zum heiligen Josef um die Tugend der Keuschheit

    O heiliger Josef, du Vater und
    Beschützer der jungfräulichen Seelen,
    heiliger Josef, der du mit der Gottesmutter Maria
    und unserem Erlöser Jesus Christus
    verbunden wurdest,
    nimm an diese Bitte aus der Tiefe meines Herzens.
    Erbarme dich in der Fürsprache
    bei der Heiligen Jungfrau Maria,
    bei unserem Erlöser Jesus und bei Gottvater:
    Erwirke mir die Gnade der Keuschheit,
    damit ich von aller Unreinheit bewahrt werde;
    damit ich mit unbeflecktem Gemüte,
    reinem Herzen und keuschem Leibe
    dem dreieinigen Gott und der Jungfrau Maria
    immerdar in Treue und Gehorsam dienen möge. Amen.

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    In 33 Schritten mit Maria zu Jesus

    Diesen Weg der 33 Schritte lehrte der heilige Ludwig Maria Grignion im „Goldenen Buch“.

    Grignion erklärt, warum wir uns der Gottesmutter weihen sollen: „Maria ist die erhabene Form Gottes, die vom Heiligen Geiste bereitet wurde, um in ihr den Gottmenschen durch die Vereinigung der göttlichen und menschlichen Natur in der einen Person des Sohnes Gottes naturgetreu zu bilden. Diesem Modell fehlt wahrlich kein Zug des Göttlichen. Wer sich daher jener Form anpasst und widerstandslos in ihr bilden lässt, nimmt alle Züge Jesu Christi an und zwar auf eine leichte und angenehme Weise, die der menschlichen Schwäche entspricht. Ohne großen Kampf und ohne drückende Beschwerde wird er Christus ähnlich werden, wobei auch jede Gefahr einer Täuschung ausgeschlossen ist, da der Teufel zu Maria keinen Zutritt hat und niemals haben wird. O, welch ein Unterschied zwischen einer Seele, die, wie ein Bildhauer auf ihre eigene Kraft angewiesen, sich mühsam in Christus umzuwandeln sucht, – und einer lenksamen, losgeschälten, selbstlosen Seele, welche, ohne auf sich zu vertrauen, sich ganz in Maria verliert und dort von der Hand des Heiligen Geistes bilden lässt! Ach, wie viele Flecken und Mängel, wie viel Verblendung und Selbsttäuschung, wie viel Natürliches und Menschliches haftet so leicht der ersten Seele an; wie sicher, wie schnell, wie mühelos gelangt die andere zur Ähnlichkeit mit Christus!

    Es gibt kein Geschöpf und wird nie ein solches geben, in welchem Gott mehr verherrlicht wird als in der heiligsten Jungfrau Maria; selbst die Cherubim und die Seraphim im Himmel nehme ich nicht davon aus. Maria ist das Paradies Gottes, seine geheimnisvolle Welt, in die der Sohn Gottes eintrat, um in ihr Wunder seiner Allmacht und Weisheit zu wirken, um sie unversehrt zu erhalten und sich ewig in ihr zu gefallen. Gott schuf eine Welt für den pilgernden Menschen, nämlich die Erde, die wir bewohnen, und eine Welt für den seligen Menschen, das himmlische Paradies. Für sich selbst schuf er eine andere Welt, der er den Namen Maria gab, unbekannt fast allen Sterblichen hienieden, unbegreiflich selbst den Engeln und Heiligen des Himmels.“

    Wenn wir die Gesellschaft Mariens suchen, werden wir Jesus finden. Denn Maria hat nur ein Ziel vor Augen: Uns zu heiligen, damit wir in der Ewigkeit glücklich sein können und die himmlischen Freuden genießen dürfen.

    Grignion möchte, dass Maria für uns eine Gussform ist, in die unser Geist und Wesen eingegossen wird, damit wir eine zweite Maria werden.

    Wem die Ausführungen des „Goldenden Buches“ zu aufwendig sind, der kann die 33-tägigen geistlichen Übungen auch anhand vereinfachter Weihebüchlein machen, die auch ganz leicht im Internet zu finden sind – etwa bei Radio Maria oder auf der Website 33 Schritte. Es werden auch Hefte für Kinder angeboten.

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    Gesang des hl. Grignion von Montfort

     

    Zur Ehre Gottes will ich dankend singen
    Der Jungfrau Lob und ihrer Güte Macht.
    Möcht‘ es wie Donner in die Herzen bringen:
    Glückselig, der sich ihr zum Opfer bracht‘!

    Lasst mich die Gnadenwunder euch erzählen,
    Die sie an ihrem Diener hat getan:
    Auch euch will sie vor and’ren auserwählen,
    Nehmt sie zum Leitstern auf der Lebensbahn!

    Sie ist mein Reichtum, ist die Bundeslade,
    Erfüllt von unerreichter Heiligkeit,
    Ist meine Zufluchtsstatt auf irrem Pfade,
    Mein Tugendborn; ihr ist mein Herz geweiht.

    Mit ihrer Unschuld darf ich mich umhüllen
    In meiner Armut, darf mit ihrem Geist
    Demütig im Gebet mein Herz erfüllen,
    Sie ist’s, die immer mich zu Jesus weist.

    Die Arche ist sie in der Sturmflut Toben,
    In ihrem Schutz kann ich nicht untergeh’n,
    Kann auch im Leid den Ratschluss Gottes loben
    Und auch im Dunkel seine Güte seh’n!

    Sie hebt mich wie auf mütterlichen Flügeln
    Aus meiner tiefen Niedrigkeit empor.
    Und auf der Ewigkeit besonnten Hügeln
    Stellt sie als Kind mich ihrem Sohne vor.

    Und ist sie Mittlerin in Himmelsweiten,
    So ist sie Helferin auf Erden hier:
    Will ich auf steilen Wegen abwärts gleiten,
    Durch ihre Mutterhand wird Rettung mit!

    Will meine Seele einmal bang verzagen,
    Denkt sie an ihre täglich neue Schuld:
    Maria hilft die Sündenlast mir tragen,
    Wenn ich mich still empfehle ihrer Huld.

    Sie stärkt im Kampf mir Mut und Gottvertrauen,
    Sie ist in Sturm und Not mein Hoffnungsschild:
    Sie lässt im Glauben ihren Sohn mich schauen;
    Tief mir im Herzen ruht ihr heilig Bild.

    In ihrer Demut ruhet meine Stärke,
    Aus ihr schöpf‘ ich der Gnade heil’ge Flut,
    Sie ist der reine Spiegel meiner Werke,
    Der Läut’rungsborn für alle ird’sche Glut.

    Doch ist Maria mir der Weg im Leben,
    Der mich zu Jesus führt, zu ihrem Sohn,
    So wir der Heiland mir die Richtung geben
    Zu seinem Vater auf des Himmels Thron.

    Und dass es immerdar mir mög‘ gelingen,
    Im Willen Gottes fest und treu zu ruh’n,
    Will alles durch Maria ich vollbringen,
    Ihr weih’n mein Leben, all mein Sein und Tun.

    Euch aber bitt‘ ich, flehet für mich Sünder,
    Dass mir der Ew’ge meine Schuld verzeiht:
    Und liebet Jesus als Mariens Kinder
    In dieser Welt und in der Ewigkeit!

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    Gebete für Verstorbene

    Gott, Du bist für uns wie Vater und Mutter.
    Wir übergeben Dir N.N.
    In unseren Augen ist er/sie tot.
    In unserem Herzen glauben wir, dass er/sie bei Dir lebt
    Bei Dir findet N.N. Erbarmen.
    Denn Dein Ist das Reich und die Kraft
    und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen.

    Gott, unser Vater, wir empfehlen dir N.N.
    Für ihn/sie ist die Zeit der Pilgerschaft zu Ende.
    Befreie ihn/sie von allem Bösen,
    dass er/sie heimkehre in deinen ewigen Frieden.
    Öffne ihm/ihr das Paradies, wo es keine Trauer mehr gibt,
    keine Klage und keinen Schmerz, sondern Friede und Freude
    mit deinem Sohn und dem Heiligen Geist in Ewigkeit. Amen.

    Gütiger Gott, in deine Hände empfehlen wir
    unsere/n Verstorbene/n N.N.
    Wir danken dir für alles Gute, mit dem du sie/ihn in ihrem/seinem irdischen Leben
    beschenkt hast und für das Gute, das wir durch sie/ihn erfahren durften.
    Du hast sie/ihn aufgenommen und Wohnung und Heimat bei dir gegeben.
    Uns aber, die zurückbleiben, gib die Kraft einander zu trösten
    bis wir alle vereint sind bei dir, durch Christus, unsern Herrn. Amen.

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    Jede Beichte ist ein kleines Fegefeuer, in der wir durch Christus wieder geheiligt werden, indem er unsere Sünden durch sein kostbares Blut abwäscht. Die Heiligen haben das Bußsakrament genützt als ein Mittel zur Selbstheiligung.

    Heute beschränkt man sich gerne darauf, die Heiligkeit den Priestern und Ordensleuten zu überlassen, in der fatalen Meinung, dass man selbst auch mit mittelmäßiger Frömmigkeit in den Himmel kommen wird. Jeder Getaufte ist berufen zur Heiligkeit. Im Augenblick der Taufe waren wir alle schon einmal ganz heilig. Aber durch unsere Sünden verlieren wir sie immer wieder. In der Beichte werden wir wieder geheiligt und durch Ablässe werden uns auch die Sündenstrafen – also das Fegefeuer – erlassen. Die Kirche empfiehlt, dass wir die vollkommenen Ablässe nicht nur für die Verstorbenen gewinnen sollen, sondern sie gelegentlich auch für uns selbst erbitten sollten. Papst Pius X. gewährte einen vollkommenen Ablass für die Sterbestunde, den wir schon jetzt von Gott für uns selbst erbitten können. Es ist gut, diesen Ablass von Zeit zu Zeit zu erneuern, nicht weil er sonst nicht gültig wäre, sondern um sich in die Annahme der eigenen Todesstunde einzuüben.

    Um unsere Heiligkeit müssen wir uns jetzt kümmern, nicht erst dann, wenn wir sterben. Erstens wissen wir nicht, wann wir heimgerufen werden – vielleicht schon heute – und zweitens bedarf es unseres Mitwirkens mit der Gnade. Auch wenn Christus der ist, der uns vollendet, so braucht es auch unser Streben nach Heiligkeit. Wie Paulus es sagt: „… die Gnade Gottes zusammen mit mir!“

    Die Heiligen, jene die von der Kirche heiliggesprochen wurden, sind uns Vorbilder in unserem Bemühen um Heiligkeit, um das Heilwerden in Christus. Sie sind wie Sterne am Himmel, die uns leuchten und den Weg zu Gott zeigen.

    Nur der, der vollkommen liebt, der niemanden von der Liebe ausschließt, sondern in die Liebe Gottes mithineinnimmt, ist ganz heilig… dieses Ziel müssen wir in unserem ganzen Leben verfolgen. Wenn Gott unseren guten Willen sieht, wird er uns helfen, es zu erreichen.

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    Ablass für die Todesstunde bei Sterbenden

    a) ein Priester spendet den päpstlichen Segen

    b) Ist kein Priester zugegen, so gewährt die Kirche den vollkommenen Ablass in der Todesstunde dem Gläubigen auch, wenn dieser in seinem Leben nur einige Gebetsübungen verrichtet hat.

    Zur Gewinnung des Ablasses möge man dem Gläubigen ein Kruzifix oder ein Kreuz reichen. Die Bedingung, „wenn der Gläubige in seinem Leben nur einige Gebetsübungen verrichtet hat“, ersetzt in diesem Falle die drei zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses üblicherweise notwendigen Bedingungen (Beichte, Kommunion, Gebet nach Meinung des Papstes).

    Den vollkommenen Ablass in der Todesstunde kann der Gläubige auch gewinnen, wenn er am gleichen Tag bereits einen anderen vollkommenen Ablass gewonnen hat.

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    Vollkommener Ablass für die Sterbestunde

     

    Diesen vollkommenen Ablass in der Todesstunde gewährt die Kirche kraft ihrer vom göttlichen Heiland übertragenen Binde- und Lösegewalt auf Anordnung des heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen, die zu irgendeiner Zeit ihres Lebens, aus wahrer Liebe zu Gott, den Vorsatz gefasst haben, den Tod aus der Hand Gottes mit all seinen Ängsten, Peinen und Schmerzen gleichmütig und willig entgegenzunehmen.

    Dieser vollkommene Ablass kann also jederzeit gewonnen werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

    – Absicht den Ablass zu gewinnen
    – Gnadenstand
    – Beichte in den 8 Tagen vor- oder nachher
    – hl. Kommunion
      (am Tage des Ablasswerkes und natürlich im Gnadenstand)
    – Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters
      (1 Vater unser, 1 Gegrüßet seist du Maria, 1 Ehre sei dem Vater)
    – keine Anhänglichkeit an eine lässliche Sünde
      (aufrichtiger Wille, jede freiwillige lässliche Sünde zu meiden)
    – Besuch einer Kirche

    – Beten: „Herr, mein Gott, schon jetzt nehme ich den Tod, wie er auch nach Deinem Willen mich treffen mag, mit all seinen Ängsten, Peinen und Schmerzen aus Deiner Hand ergeben und willig an.“

    Wir sollen das Verlangen nach Gewinnung dieses vollkommenen Ablasses in unserer Sterbestunde in uns lebendig halten, einerseits damit wir uns selbst von der Vorstellung freihalten, dass es sich dabei um eine mechanische Sache handelt, die man einmal erledigt und nicht unserer Gesinnung immerdar entspricht und andererseits um allzeit in dem beruhigenden Bewusstsein zu leben, nach dem Tod nicht ins Fegfeuer zu müssen, weil man von Gott diesen Ablass erhält.

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