Schwestern und Brüder!
Wir hören (im Evangelium), dass Jesus uns erlöst hat. Und so ist metaphysisch alles geworden. Diese Änderung, diese Neuheit, ist ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Stand der Gnade und der Sünde. Vielleicht sehen wir das von außen nicht, vielleicht kann man etwas schminken und bedecken und es kann auch so sein wie Jesus sagt, die Leute schauen aus, wie weiße Gräber, von außen schön, aber innen ist es wie mit dem jungen Baum in der Erfahrung von Mutter Gründerin Barbara Sicharter.
Als diese Mutter Gründerin gegangen ist und dabei einen jungen Baum umgefallen gesehen hat, war sie überrascht, warum der junge Baum schon in Trümmern liegt, während die Alten noch stehen. Als sie näher kam, hat sie gesehen, dass der Baum von außen noch schön, aber innen total zerstört war, denn die Wurzeln konnten ihn nicht mehr halten und so ist das Leben des Baumes zu Ende gegangen. So kann das auch bei uns geschehen, wenn wir nicht versuchen, auf uns selber zu schauen, wie Gott auf uns schaut.
Es ist nicht so wichtig, was die Menschen über uns denken, aber wir sollen uns darum kümmern, was der Herr über uns denkt und es ist interessant, heute Abend, wenn sie etwas Zeit haben oder morgen, stellen sie ernsthaft diese Frage: „Jesus, was denkst du über mich? Bin ich eine heilige Ordensschwester oder eine gute Schauspielerin?“ Fragen kann man. Wer fragt, bekommt Antwort. Also wenn sie nicht fragen, Angst haben zu fragen, dann bekommen sie auch keine Bestätigung. Also keine Angst mit dem Fragen, der Herr ist die Wahrheit und die Wahrheit ist nicht demokratisch. Das soll die sogenannte demokratische Gesellschaft wissen, dass die Wahrheit nicht demokratisch ist. Man kann nicht abstimmen bei der Wahrheit. Die Wahrheit ist einfach. Und die Parlamente können sagen: „Ja, das Kind im Mutterleib ist kein Leben!“ Die Politiker können abstimmen was sie wollen, aber später werden sie das sühnen müssen. Deshalb muss man auch für die Umkehr der Politiker beten. Diese Frage stellen sie sich bitte: „Bin ich ein „guter“ Pharisäer oder eher der Zöllner, der nicht anders beten kann als Herr, alles was ich sagen kann ist: Hab Erbarmen mit mir, bitte, bitte. Du weißt, was für ein Kerl ich bin, ich habe Schwierigkeiten mit meiner Umkehr, Herr. Habe Erbarmen mit mir, ich sehe, was ich tue, ich will Besseres, aber ich tue dann wieder das, was ich nicht will. Und das geschieht immer wieder, immer wieder.“
Aber wenn du diese Sehnsucht hast, ein neues Herz zu bekommen, dann bitte den Herrn: „Herr schenke mir ein neues Herz.“ Warum wartest du auf eine Transplantation bei den Ärzten, die erst jemanden töten müssen, damit du das Herz bekommst. Warum wartest du? Der Herr, sagte im Buch Ezechiel, ich schenke euch ein neues Herz, ein lebendiges Herz, nicht aus Stein, sondern aus Fleisch, damit du auch mitfühlst, und dass du lieben kannst. Fragen Sie um so ein Herz. Ich habe gefragt, denn ich brauchte so ein Herz, und es wurde mir gegeben. Seit dieser Zeit habe ich auch im Kopf andere Gedanken.
Wir feiern schon morgen das Fest der göttlichen Barmherzigkeit. Jesus hat dieses Datum bestimmt, als er sagte:
In den Abschiedsreden im Johannesevangelium, erkennen wir im 9. und 10. Kapitel, was seine Anliegen sind: Nämlich, dass alle eins sind, dass der Heilige Geist angenommen wird, denn er wird uns zur Erkenntnis der Wahrheit führen. Wenn der Heilige Geist kommt, wird er euch überzeugen, was Sünde ist. Er wird es euch sagen. Die Erkenntnis der Sünde ist ein Werk des Heiligen Geistes. Wenn jemand zu mir sagt, er kapiert das nicht, er hat keine Sünde, dann sage ich: „Sie sagen damit, ich lebe nicht aus dem heiligen Geist, das ist eine fremde Person für mich.“ Weil wenn der Heilige Geist kommt, wird er jede Person überzeugen und ihr enthüllen, was Sünde ist. Dann wirst du sofort erkennen und bekennen. Er wird mir auch sagen, was Gericht und Gerechtigkeit ist. Gott ist gleichzeitig Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Aber wenn wir die Barmherzigkeit ablehnen, lehnen wir diese süße Einladung „Kommt alle zu mir, ich werde euch Ruhe verschaffen!“ ab.
Aber wenn du nicht kommst, dann wirst du den Weg der Gerechtigkeit gehen wie ein Sklave. Dort kannst du nicht mehr wählen. Also ich habe mich entschieden, Herr, ich möchte durch das Tor deiner Barmherzigkeit gehen. Als ich noch in der Finsternis war, bekam ich von einer Ordensschwester zum Namenstag eine Karte mit Glückwünschen. In Polen sind wir katholisch und die Katholiken feiern Namenstag, denn das beruft sich auf unseren Tauftag. Die Taufe ist die neue Geburt, wie es im 3. Johanneskapitel heißt: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ In protestantischen Ländern, ich weiß nicht, wie es in Österreich ist, feiern sie den Geburtstag, die irdische Geburt. In Österreich haben mich die Leute oft komisch angeschaut und gefragt: „Namenstag, was ist das?“ Die Österreicher müssen Johannes Kapitel 3 wieder auswendig lernen! Denn wir müssen neu geboren werden! Wir Christen feiern mehr diese neue Geburt und wir berufen uns auf die Taufgnade, deshalb feiern wir Namenstag. Und der Herr hat mir bei der Taufe schon am Anfang meines Lebens einige Heilige (Namenspatrone) geschenkt, warum soll ich sie vergessen? Warum? Warum soll Ihr Schutzpatron der größte Arbeitslose in Österreich sein? Der in Ihrem Leben von Anfang an keine Arbeit gefunden hat, und Sie sind schon 85? Der arme Schutzengel jammert, er hat keinen Auftrag bekommen und was wird er vor Gottes Thron sagen: „Herr des Himmels und der Erde, du hast mir diese Seele anvertraut, aber ich habe keinen Auftrag von ihr bekommen, ich war immer dabei, aber sie war blind und taub, also ich konnte nicht kommunizieren. Ich bitte um Erbarmen auch mit mir, Herr!“ Also, wir sind katholische Christen und dieser ganze himmlische Hof ist um uns. Eine Hofburg habe ich nur in Wien gesehen, dort sind auch Reliquien, wissen sie das? Dort ist auch eine Reliquie vom Apostel Andreas, aber sie ist versteckt, verborgen, im Tresor verschlossen. Damit niemand ihn sieht… So ist es in Österreich mit dem Apostel Andreas… Der zweite Teil von ihm hat sich schon befreit und reist etwas. Ein Teil von ihm ist im Gefängnis in Wien. Jesus verbindet diese Geheimnisse der Erlösung der Liebe Gottes. Er zeigt und sagt uns, dass all das von der Liebe Gottes bewegt ist, diese ganze Heilsgeschichte, die sich ja auch im Sohn Gottes am besten zusammenfast und uns seine Barmherzigkeit offenbart. Barmherzigkeit Gottes: Das sind drei Worte in zwei Worten. Barmherzigkeit – Arm, Herz, Gott! Der Arme braucht das Herz Gottes oder, Gott, der voll Erbarmen ist, hat das Herz für die Armen. Wer von uns braucht sein Herz nicht? Er hat sein Herz geöffnet und mit dieser Öffnung ist auch der Vorhang im Tempel in Jerusalem von Menschenhand gemacht, zerrissen. Der Tempel wurde geöffnet und alle sind eingeladen und dieses Gottesherz heilt alle, die zu ihm kommen. Auch wenn meine Sünden rot wären wie Scharlach oder wie Purpur, durch die Gnade seines Erbarmens werden sie weiß wie Schnee. Ein Pater hat mir von seiner ersten Erfahrung mit Schnee in Italien erzählt. Er war überrascht, was ist das? Und viele, die aus Afrika stammen, sind gerutscht und waren so überrascht: Wie kann man rutschen? Normalerweise rutscht man nicht so auf dem Boden. Und genau so überrascht uns die Gnade Gottes, wenn Gott uns heilt. Eine Ordensschwester hat mir eine Karte geschickt und auf dieser Karte stand von Jeremia 31,3 „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, deshalb habe ich dir so lange die Treue gehalten.“ Auf Grund dieser ewigen Liebe. Ich kenne dich, ich weiß, dass du der verlorene Sohn bist, sagt der Herr.
Als ich noch in der Finsternis war, bekam ich von einer Ordensschwester zum Namenstag eine Karte mit Glückwünschen. In Polen sind wir katholisch und die Katholiken feiern Namenstag, denn das beruft sich auf unseren Tauftag. Die Taufe ist die neue Geburt, wie es im 3. Johanneskapitel heißt: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
In protestantischen Ländern, ich weiß nicht, wie es in Österreich ist, feiern sie den Geburtstag, die irdische Geburt. In Österreich haben mich die Leute oft komisch angeschaut und gefragt: „Namenstag, was ist das?“ Die Österreicher müssen Johannes Kapitel 3 wieder auswendig lernen! Denn wir müssen neu geboren werden! Wir Christen feiern mehr diese neue Geburt und wir berufen uns auf die Taufgnade, deshalb feiern wir Namenstag. Und der Herr hat mir bei der Taufe schon am Anfang meines Lebens einige Heilige (Namenspatrone) geschenkt, warum soll ich sie vergessen? Warum? Warum soll Ihr Schutzpatron der größte Arbeitslose in Österreich sein? Der in Ihrem Leben von Anfang an keine Arbeit gefunden hat, und Sie sind schon 85? Der arme Schutzengel jammert, er hat keinen Auftrag bekommen und was wird er vor Gottes Thron sagen: „Herr des Himmels und der Erde, du hast mir diese Seele anvertraut, aber ich habe keinen Auftrag von ihr bekommen, ich war immer dabei, aber sie war blind und taub, also ich konnte nicht kommunizieren. Ich bitte um Erbarmen auch mit mir, Herr!“
Also, wir sind katholische Christen und dieser ganze himmlische Hof ist um uns. Eine Hofburg habe ich nur in Wien gesehen, dort sind auch Reliquien, wissen sie das? Dort ist auch eine Reliquie vom Apostel Andreas, aber sie ist versteckt, verborgen, im Tresor verschlossen. Damit niemand ihn sieht… So ist es in Österreich mit dem Apostel Andreas… Der zweite Teil von ihm hat sich schon befreit und reist etwas. Ein Teil von ihm ist im Gefängnis in Wien. Jesus verbindet diese Geheimnisse der Erlösung der Liebe Gottes. Er zeigt und sagt uns, dass all das von der Liebe Gottes bewegt ist, diese ganze Heilsgeschichte, die sich ja auch im Sohn Gottes am besten zusammenfast und uns seine Barmherzigkeit offenbart. Barmherzigkeit Gottes: Das sind drei Worte in zwei Worten. Barmherzigkeit – Arm, Herz, Gott!
Der Arme braucht das Herz Gottes oder, Gott, der voll Erbarmen ist, hat das Herz für die Armen. Wer von uns braucht sein Herz nicht? Er hat sein Herz geöffnet und mit dieser Öffnung ist auch der Vorhang im Tempel in Jerusalem von Menschenhand gemacht, zerrissen. Der Tempel wurde geöffnet und alle sind eingeladen und dieses Gottesherz heilt alle, die zu ihm kommen. Auch wenn meine Sünden rot wären wie Scharlach oder wie Purpur, durch die Gnade seines Erbarmens werden sie weiß wie Schnee. Ein Pater hat mir von seiner ersten Erfahrung mit Schnee in Italien erzählt. Er war überrascht, was ist das? Und viele, die aus Afrika stammen, sind gerutscht und waren so überrascht: Wie kann man rutschen? Normalerweise rutscht man nicht so auf dem Boden. Und genau so überrascht uns die Gnade Gottes, wenn Gott uns heilt. Eine Ordensschwester hat mir eine Karte geschickt und auf dieser Karte stand von Jeremia 31,3 „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, deshalb habe ich dir so lange die Treue gehalten.“ Auf Grund dieser ewigen Liebe. Ich kenne dich, ich weiß, dass du der verlorene Sohn bist, sagt der Herr.
Einmal habe ich in Israel einen Verkäufer gefragt: „Wieviel kostet das?“ Es war ein jüdischer Verkäufer. Er hat auf mich geschaut und sagte: „Das kostet so viel, so viel sie zahlen.“ Also wir können auch für etwas, was nicht viel kostet, viel zahlen. Man kann auch für eine Semmel, die 0,30 € kostet 100,- € zahlen. Wenn wir auf dem Weg der Sünde gehen, dann zahlen wir viel für das, was nichts kostet. Und wir zahlen wirklich für die Enttäuschung. Leider ist es so. Die größte Enttäuschung bereiten wir uns meistens selber. Deshalb müssen wir uns auch selber verzeihen können: Herr, ich war so stolz, so hochmütig, eingebildet, ich habe alles selber zerstört. Herr, bitte gib mir diese Gnade, dass ich meinem Verstand, meinem Herzen verzeihe. Mir selber verzeihe, meinen Begierden, dass ich so bin, dass ich dir nicht vertrauen kann. Bitte, komm du, Herr, und erfülle mich. Der Herr schenkt uns sein Erbarmen.
Und der Sr. Faustina hat er gesagt: „Ich sage dir, wie man mein Erbarmen preisen soll.“ Eine Sache ist das Wissen, dass ich essen soll, aber manchmal haben wir Probleme, wenn wir etwa mit einer Königin zu Tisch essen: Da sind 20 Gabeln, Messer und Löffel – und mit welchem soll ich jetzt beginnen? 10 Gläser, mit welchem jetzt anfangen? Dann schaue ich, was macht die Königin, und dann mache ich das auch so. Deshalb die Frage: „Wie kann ich dein Erbarmen preisen, Herr?“ Aus diesem Grund hat der Herr diese Kultformen zur Verehrung seiner Barmherzigkeit gegeben. Diese Kultformen, die sind wie der Löffel beim Essen – und wir preisen und empfangen Gottes Barmherzigkeit. Aber die wesentlichste Haltung des Herzens ist das Vertrauen. Egal welche Kultformen ich nutze, um etwas Nahrung zu bekommen, ist die Haltung des Vertrauens notwendig. Ich muss ständig mit dem Herrn verbunden sein und ihm vertrauen, dass er der Herr ist. Dass er mich hält und ich hier im Gehorsam bleibe, denn er ist wirklich Gott. „Herr, ich vertraue, ich kenne deine Wege nicht, wie soll ich sie kennen, wenn ich in der Finsternis wandle? Also du bist im Licht, und ich vertraue dir. Du hast niemanden betrogen, du hast mit dem eigenen Leib bezahlt. Mit deinem eigenen Leben. Also, so kann ich vertrauen, wenn jemand für mich stirbt.“
Oft haben wir Freunde, solange es Interesse gibt, Profit ist die Wirbelsäule der Freundschaft bei vielen. Auch in der Ehe. Da heißt es: Ok, du kannst am Samstag ins Wirtshaus gehen, aber ich gehe am Mittwoch! Und es ist Friede zu Hause, aber welcher Friede ist das? Das ist eine Geschäftsehe. Solange wir Ware austauschen können, solange geht es gut, aber wenn ich plötzlich mehr zahlen muss, mehr Kreuz tragen muss, dann ist Streit. Das ist nichts! Der Herr aber ist würdig, ihm zu glauben. Jesus sagte zu Sr. Faustina:
Wenn ich Wasser habe, dann kann ich das Wasser mit der Hand auffangen – ich kann es auch so trinken – aber wenn ich ein Schöpfgefäß habe, dann erst kann ich wirklich gut trinken. Und dieses Gefäß ist das Vertrauen. Das ist das Wesentlichste bei der Barmherzigkeit Gottes. Man muss das Gute mit dieser inneren Verbindung zu Gott machen, wie Mutter Teresa. Sie hat diesen armseligen Mann auf der Straße behandelt und ihm geholfen, nicht weil sie Millionen Dollar dafür bekommen wird, sondern, sie versuchte, den leidenden Jesus in ihm zu sehen. Den leidenden Herrn! Das ist diese Haltung und das sind die Verdienste für das Reich Gottes. Aber wenn sie das aus Berechnung machen, den Kindern helfen, weil da Journalisten kommen und Fotos machen und ich dann wieder auf der ersten Seite in der Zeitung abgedruckt bin, die zu 90% lügt, dann denken Sie: Aber über mich wird sie nicht lügen! Dann bleibt kein Verdienst für das Reich Gottes! Sie können auf diese Weise spenden, aber da fehlt die rechte Haltung, denn sie sehen Jesus in den Kindern nicht. So bekommen sie mit dieser Zeitung und den Fotos ihren Lohn und das „gute Werk“ ist damit beendet. Jesus sagte zu Schwester Faustina:
Das ist der besondere Tag der Hoffnung für mich: „An diesem Tag ist das Innere meiner Barmherzigkeit geöffnet“, sagt Jesus. Haben sie schon in das offene Herz des Erlösers hineingeschaut oder nicht? Haben Sie schon in ihrem Gebet versucht, reinzuschauen in das Herz Jesu? Denn dort ist die Quelle des Heiles! Und sie jammern, dass Sie nicht geheilt sind? Wer kann uns helfen? Nur Jesus: „An diesem Tag ist das Innere meiner Barmherzigkeit geöffnet.“ Wenn die Türen geöffnet sind, ist das eine Einladung, also gehen Sie dort hinein. Es gibt genug Platz. „Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle meiner Barmherzigkeit nähern.“
Wenn sie so viele Gebetserfahrung haben und noch nicht im Herzen Jesu waren, dann können sie diese Gnaden auch nicht nutzen, denn nur für die, die sich ihm nähern, sind diese Gnaden. Sie sollen auch nicht mit Ihrer Mutter Oberin 50 Jahre lang 100m Abstand halten. Dasselbe gilt für die Familien. Man muss sich dem anderen nähern, man muss sich ins Auge schauen, man muss näher kommen, dann ist diese Beziehung lebendig. Nicht den Kontakt immer nur per Telefon halten – wie in einer „guten Ehe“… Einmal hat ein Psychologenehepaar, Professoren an der Uni noch dazu, miteinander gestritten und zuhause gab es dann drei Tage Schweigeexerzitien… Niemand spricht. Ruhe. Das ist auch gut, denn die Nachbarn können sich entspannen, weil Ruhe in der Nacht ist. Dann schreibt der Mann am Abend „Kannst du mich morgen um 06:00 Uhr wecken, bitte?“ Er war zu stolz, er hat nicht gesprochen. Er hat den Zettel auf den Nachttisch der Frau gelegt und ist schweigend ins Bett gegangen. Die Frau hat das in der Früh gesehen, nahm den Kuli und schrieb auf den Zettel: „Steh auf, es ist 06:00 Uhr“. Der Mann ist erst um 07:30 Uhr wach geworden, und plötzlich schreit er: „Ja, ich hab doch gesagt!“ – „Ja wirklich? Hast du was gesagt? Du hast geschrieben und da steht auch geschrieben: Steh auf, es ist 06:00 Uhr.“ Und dann war wieder Versöhnung. Der Herr will wirklich, dass wir ihn ernst nehmen.
Ja Schwestern und Brüder, wir können uns bekehren in einem Augenblick – wie bei Paulus – oder wie bei vielen, plötzlich ist alles neu. Es hängt alles an unserem Willen. Gottes Gnade ist sehr reich, aber warum philosophierst du, warum denkst du: „Ich weiß es besser? Will der Herr wirklich etwas Gutes für mich?“ Das ist der Böse, der uns immer belügt und Illusionen vor Augen stellt. Immer Illusionen… Sünde ist eine große Illusion. Suchen sie einen glücklichen Sünder. Sie finden ihn nicht! Immer Illusion… und die Freiheit kommt, wenn der Geist Gottes uns offenbart, was Sünde und Gericht ist. In einem Augenblick kann ich alles ändern und dann diese Neuheit erfahren.
Das ist theologisch von der Kirche anerkannt durch die Heiligsprechung der Schwester Faustina, weil mit ihr alle Schriften geprüft wurden, ob diese mit der Lehre der Kirche auch übereinstimmen. Der Professor Ruschitzky hat im Prozess diese Forschung vom Tagebuch geführt und er schrieb über die Gnade des vollkommenen Ablasses vom Fest der Göttlichen Barmherzigkeit. An diesem Tag kann man mit einer guten Beichte, und natürlich ohne Anhänglichkeit an die geringste Sünde, einen vollkommen Ablass erlangen. Wievielmal haben sie gebeichtet und sich nicht von der Sünde getrennt? Ja, wenn ich muss, dann werde ich zornig. Die Gnade vom Ablass geht dann aber vorbei. Also das muss totale Kapitulation in der Sünde vor dem Herrn sein und dann ist das eine tiefe Erneuerung unseres Lebens. Ohne kleinste, geringste Anhänglichkeit an die Sünde bedeutet, dass da kein „Ich habe Recht!“ vorhanden ist. So schreibt der Theologe Ruschitzky, dieser Nachlass beruht nämlich nur auf der Erlassung der irdischen Strafen, die für begangene Sünden gebühren. Also vollkommener Nachlass. Manchmal haben wir den Kreuzweg gehalten, das ist Erlassung der irdischen Strafen für die begangenen Sünden, ist aber nie ein Erlassen der Schuld selbst. Die Schuld müssen wir sühnen. Diese ganz besondere Gnade des vollkommenen Nachlasses ist grundsätzlich auch größer als die Gnaden der 6 Sakramente. Die Ausnahme bildet das Sakrament der Taufe. Wenn z.B. das Sakrament der Taufe von Erwachsenen empfangen wird, der schon ein (sünden-)reiches Leben gehabt hat, dann werden alle Strafen und Schulden gelöscht, er kann sofort in den Himmel eingehen. Sonst aber müssen wir unsere Schuld sühnen, deshalb ist es gut Sühne zu tun, denn es ist nicht genug, nur zu beichten. Wenn du nicht sühnst, wird der Fluch der Sünde über dich kommen, in Form von Schwierigkeit, Krankheiten, Unverständnis…, aber wenn du sühnst, wird dieser Fluch immer weniger und weniger. Also dieser vollkommene Nachlass am Fest der Barmherzigkeit ist mit der Taufgnade zu vergleichen, denn die Erlassung aller Schuld und Strafen ist normalerweise nur eine sakramentale Gnade der heiligen Taufe.
In den angeführten Versprechen knüpfte Christus den Nachlass der Schuld und Strafen an den Empfang der heiligen Kommunion, die am Fest der Barmherzigkeit empfangen wird. Dabei ist nicht zu vergessen, dass diese ohne Anhänglichkeit an die geringste Sünde geschieht, nicht vergessen! Jesus erhob sie in dieser Hinsicht zu einer zweiten Taufe. Das ist wie in diesem Gleichnis mit dem Bezahlen der Tagelöhner: Die, die eine Stunde gearbeitet haben, bekommen 1 Denar und die, die fünf Stunden gearbeitet haben, bekommen 1 Denar – und plötzlich empfinde ich das als Unrecht, obwohl ich den Auftrag für 1 Denar unterschrieben habe? Jetzt ist plötzlich alles Unrecht in der Welt, was ist da los? „Darf ich nicht von dem was mir gehört geben, wem ich will?“, fragt der Herr.
Jesus sprach zu Sr. Faustina im Februar 1931: „Ich wünsche, dass das Bild, welches du mit dem Pinsel malen wirst, am 1. Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll das Fest der Barmherzigkeit sein.“ Natürlich, Sr. Faustina hat versucht, das alles zu erfüllen und sie wusste, dass der Herr das auch erfüllen wird. Auch ihr Beichtvater, der selige Michael Sopocko, musste in den 70er Jahren sterben und erst nach seinem Tod ist alles in Gang gekommen. Auch er leidete an diesem „Bremsen“. Jesus zeigt uns auch durch seine Wahl dieses Sonntags, das Begehen des Paschamysteriums, enthüllt uns eigentlich das Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes. Und auch die Geburt Christi, wir können dieses Ereignis Weihnachten nennen, aber sie ist anders gesagt, menschgewordene Barmherzigkeit. Die Geburt Christi ist auch Gottes Erbarmen, denn die Gnade ist erschienen. Ja, sagt der Galaterbrief, die Barmherzigkeit Gottes kommt im Sohn Gottes zu uns. Den Grund für dieses Fest der Barmherzigkeit nennt Jesus Sr. Faustina. In ihrem Tagebuch Nr. 89 und dann weiter Nr. 965 sagt Faustyna:
„Jetzt sehe ich, dass das Erlösungswerk mit dem vom Herrn verlangten Werk der Barmherzigkeit verbunden ist.“
Und Jesus sagt: „Trotz meines bitteren Leidens gehen Seelen verloren.“ Schauen sie nur in ihrer Umgebung. Jesus ist gestorben, ist auferstanden, ist den Jüngern erschienen, ist in den Himmel aufgefahren, hat uns seinen Geist gesandt – und trotz allem gehen die Seelen verloren. Auch in der eigenen Familie sind oft blinde Menschen, taube Menschen, die nicht sehen und hören. Und da sagt Jesus: „Trotz meines bitteren Leidens“ – bitteren Leidens! – das war nicht einfach! – „gehen Seelen verloren. Ich gebe ihnen den letzten Rettungsanker. Es ist das Fest meiner Barmherzigkeit. Das Fest der Barmherzigkeit Gottes ist der letzte Rettungsanker.“
Deshalb sollen wir nicht nur selber kommen, wir sollen so viel Liebe im Herzen haben, dass wir rundum schauen, und diese Seelen, die verlorenzugehen drohen, sehen und ansprechen und einladen, mit uns zu kommen: „Nein, du kommst mit mir, du brauchst Gottes Liebe! Sage nicht, dass du sie nicht brauchst.“ Sie sollen also nicht nur selber kommen, sie sollen auch andere mitbringen. Dann leben sie die Botschaft vom göttlichen Erbarmen.
Wir sollen Werke der Nächstenliebe tun, aber nicht nur wo ich will, sondern wir sollen in diesem Menschen auch ein Gottes Geschöpf sehen. Wenn der andere sich nicht bekehrt, Gott nicht anerkennt und seine Liebe nicht annimmt, dann ist er verloren. Das ist die Barmherzigkeit Gottes: Diese innere Haltung, die zwei Säulen: Liebe und Nächstenliebe. In dieser Haltung und im Vertrauen zu Gott werde ich die Menschen ansprechen, weil sie Kinder Gottes sind, die sonst verloren gehen – und das kann ich nicht zulassen. Das ist die wahre Haltung der Barmherzigkeit Gottes, die wir uns aneignen müssen. Jesus sagt: „Falls sie meine Barmherzigkeit nicht lobpreisen, gehen sie in Ewigkeit verloren.“ Glauben sie, der Herr hat vielleicht gerade Sie in diese Gegend geschickt, damit sie diesen Leuten sagen: „Wenn du so weiter lebst, landest du in der Hölle.“
Ich kenne eine Geschichte, wo ein Priester einem Mann das gesagt hat. Und der Priester, es war Pater James, hatte eine Vision als er krank war. Er hatte eine Vision vom Himmel und dort traf er plötzlich einen Alkoholiker aus Indien. Er hatte diesen Mann früher in Kerala getroffen und damals zu ihm gesagt: „Wenn du dich nicht bekehrst, landest du in der Hölle.
Von früh bis abends bist du betrunken. Geh zur Beichte und ändere dein Leben!“ Und er ist gegangen und hat auf der Straße gelebt. Der Mann hat noch sieben Jahre lang getrunken. Aber er hat das Wort von P. James nie vergessen: „Wenn du dich nicht bekehrst, landest du in der Hölle.“ Und er sagte sich: „Aber ich will nicht!“ Wir wissen, dass die Alkoholiker ein gutes Herz haben, oft ein viel empfindlicheres Herz als die meisten Menschen. Aber weil die Alkoholiker nicht so brutal sind (und die Probleme sozusagen hinunterschlucken), landen sie am Boden. Nach sieben Jahren ist der Mann dann endlich zur Beichte gegangen. Er hat so gebeichtet, wie er es konnte. Kurz darauf ist er krank geworden. Er hatte keine Freunde, keine Kreditkarte, … niemand hat ihn besucht. Doch durch diese Beichte hatte er wirklich Frieden bekommen und daraufhin sein Leben geändert. Er konnte nicht mehr trinken, war gelähmt und war sieben Jahre lang bettlägerig. Also, 14 Jahre vergingen seit dem Ausspruch „Wenn du dich nicht bekehrst!“ Dann ist er gestorben.
Bei dieser Vision des Himmels traf P. James diesen Mann wieder und war überrascht, dass er ihn hier antraf. Und der Mann fragte ihn: „Ja, was machst du hier? P. James sagte: „Ja, ich suche einige (Bekannte), aber ich kann sie nicht finden, aber dich habe ich hier nicht erwartet“. Da erzählte ihm der Mann: „Ja, ich bin im Himmel. Können sie sich erinnern, wir haben in Indien gesprochen.“ P. James antwortete: „Ja, ich weiß noch ganz genau, ich habe dir gesagt, wenn du dich nicht bekehrst, landest du in der Hölle.“ Und der Mann sagte: „Ja, ich habe noch lange getrunken, und immer wieder habe ich gedacht, in der Hölle bin ich eigentlich jetzt schon. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass es noch Schlimmeres gibt. Dann bin ich zur Beichte gegangen und habe meine Lebensgeschichte vor Gott gebracht, so wie sie war. Dann starb ich. Ich war sehr ruhig in meiner Krankheit und dachte an Jesus. Viel Gutes habe ich nicht gemacht in meinem Leben, eigentlich gar nichts. Und ich sagte zu Jesus: Aber du hast gelitten und ich leide und ich stimme diesem Leiden zu. Dann bin ich gestorben und da war alles neu für mich. Ich habe das Buch meines Lebens gesehen, noch deutlicher wie früher und plötzlich wurde mir gesagt: „Du gehst in den Himmel“. Ich? Wirklich? So bin ich jetzt im Himmel.“
Ja, Schwestern und Brüder, wir sollen das ernst nehmen. Wenn wir in der Sünde leben, leben wir schon in der Hölle. Was nützt es jemandem, sagt Jesus, wenn du die ganze Welt gewinnst, neuen Maserati kaufst, auf 30 Jahre Kredit, ein Haus auf 50 Jahre Kredit, dann arbeitest du an 3 Arbeitsplätzen gleichzeitig und deine Frau an 5 Arbeitsstellen, damit ihr alles bezahlen könnt, weil sie will einen Porsche… und wenn du ganze Welt gewinnst und deine Seele verlierst, dann bist du schon in der Hölle. Nehmen wir die Einladung Jesu ernst! Es ist immer sehr billig, wenn wir alles verlassen und zum Herrn kommen und damit die Seele gewinnen. Wenn wir das noch im Leben tun, dann leben wir sehr billig, also der Herr ist wirklich ein sehr, sehr billiger Verkäufer und so möge uns der Herr allen helfen, dass wir diese Gnade erfahren. Es ist der Wille Gottes, dass wir zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen und in seiner Liebe leben. Amen.
Pater Andreas Skoblicki
Liebe Schwestern und Brüder!
Zu Beginn möchte ich etwas bekennen. Man spürt und sieht jetzt, dass die Heiligen (Reliquien), die euch hier besuchen, wirklich euch und alle Menschen, die hier her kommen, zu einer Gemeinschaft führen. Seit ein paar Monaten wohnt hier auch die heilige Sr. Faustyna. Und sie erscheint hier heute im neuen Reliquiar.
Wir gehören zur Gemeinschaft der Heiligen, obwohl wir alles noch wie im Schatten sehen, aber so ist das. Zuerst im Schatten, dann durch Sehnsucht, und dann, wenn wir wirklich ein reines Herz erreichen und bewahren, werden wir Gott sehen wie er ist. Das ist die Erfahrung der Heiligen und ich glaube, wir kennen das auch vom Apostel Johannes. Er hat in der Offenbarung erfahren, dass die Heiligen auch mit uns viel zu tun haben, denn den Weihrauch, der vor Gottes Thron aufsteigt, bringen die Heiligen. Und zu diesem Weihrauch zählen auch unsere Gebete. Ein Gebet der Heiligen, das ist wie eine gute Tat. Das Gebet, das sind diese guten Taten, die wir begehen können. Und vom Theaterstück Jedermann wissen wir, dass nur die guten Taten bereit waren, mit ihm zum Gericht zu gehen. Alle irdischen Freunde haben ihn verlassen und auch das Gold hat bekannt: „Du hast immer gedacht, ich gehöre dir, aber ich habe nie dir gehört, das war eine Illusion von dir.“ Nur gute Taten können mit uns gehen und deshalb sollen wir auch die guten Taten vermehren.
Ich habe das Gefühl, dass wir heute Ostern feiern. Und wir feiern in Wirklichkeit auch ein Osterfest, weil die Kirche uns diese Osterfreude auf acht Tage (Osteroktav) verteilt. Und wir sollen in dieser Zeit den Auferstandenen Herrn vor Augen haben. Er ist wirklich auferstanden, er stirbt nicht mehr, er ist lebendig, er ist das Licht der Welt, er begegnet Maria von Magdala und den Aposteln und anderen Menschen, den Emmausjüngern. Er bereitet diese Menschen auf die große Sendung vor und schenkt ihnen Gelegenheit, diese schnelle Verwandlung zu erleben.
Aus dieser Tiefe, aus dieser Angst des Todes des Herrn, haben sie nach seiner Auferstehung diese große Freude erlebt und dieses Verständnis von allen Dingen, die sie bis jetzt erlebt haben, kommt jetzt. Es ist nicht das Gleiche in unserem Leben, wenn wir wirklich auf die Wege des Herrn kommen, gehen oder wieder auf sie zurückkommen. Denn plötzlich werde ich alles, was in meinem Leben geschieht, versuchen, im Licht es Evangeliums zu sehen.
In einem amerikanischen Buch über die geistliche Begleitung habe ich vor Jahren gelesen. Damals war das für mich noch nicht so klar, dass, wenn jemand einen Rat bei dir sucht – und ich denke das betrifft alle Menschen, alle Christen –, dass, wenn jemand zu ihnen kommt und mit ihren Problemen einen Rat sucht, eine Stärkung oder einfach mit jemandem sein/ihr Leben teilen will und die Frage kommt, was soll ich tun?, dass ich hier die Funktion eines Ohres erfüllen soll. Was soll ich sagen? „Ja macht nichts, geh nach Hause und vergiss es, es ist egal…“ Das ist keine Hilfe, eigentlich! Es ist keine Hilfe zu sagen: „Macht nichts.“ Ja, vielleicht macht es für dich nichts, weil du bist unberührt davon. Aber für mich, der ich Probleme habe, ist das eine große Belastung und Sorge. Und das ist auch die Frage damals in diesem Buch für die Priester und für die, die geistliche Begleitung machen, gewesen. Du kannst nicht zu jemandem der zur Beichte kommt und fragt „Was soll ich tun?“ sagen: „Macht nichts, vergiss es.“ Das ist keine Hilfe.
Das Schönste in der Begleitung ist, ständig in der Liebe zu bleiben, aber nicht in der eigenen Liebe, denn die ist zu schwach. Aber man soll versuchen, auch diese Aufgabe in der Liebe Gottes zu erfüllen, sich selber einzutauchen in die Liebe Gottes und einfach die Funktion eines Esels auf sich nehmen, denn vielleicht will der Herr gleich auf mir zu dieser Person reiten, auch wenn ich habe keine Ahnung habe, wie er das tun will. In dem Buch war ein Tipp. Es wurde dort geschrieben, du sollst beten und, diese Geschichte gleichzeitig hörend, den Herrn bitten. Du musst im Gebet sein, nicht nur aus Neugierde, sondern wirklich im Gebet das Erzählte betrachten, und daran denken, dass diese Person wirklich nach der Wahrheit in ihrem Leben sucht.
Du sollst den Herrn bitten: „Herr, bitte schenke mir vielleicht ein biblisches Bild oder eine biblische Botschaft oder Erinnerung! Wenn ich so zuhöre, dann erzählt plötzlich jemand etwas, vielleicht eine biblische Geschichte aus dem alten oder neuen Testament Und als Antwort kann ich dann diese Geschichte geben. Man kann versuchen, diese biblische Geschichte neu zu übersetzten, in unsere Zeit übertragen, und ich denke, dass sind die schönsten Begleitungen und Räte die wir geben können. Denn was passiert? Diese Person verlässt mich nach dem Gespräch, geht in ihr Leben zurück und was nimmt sie mit? Wenn sie mein Wort nimmt, das ist billig, ein paar Cent vielleicht wert, aber nicht mehr, Aber wenn sie das Wort Gottes nimmt, diese Kraft des Wortes Gottes: „Er sagte und es geschah!“ Natürlich, hinter diesem Wort Gottes ist die Kraft des Heiligen Geistes und wenn diese Person wirklich entscheidet, ihr Leben in diesem Licht des Wortes Gottes zu betrachten, dann öffnet sich plötzlich diese Dimension, die vielleicht nicht am Anfang offen war. Wir lernen dadurch ständig in das Geheimnis Gottes und seine Liebe einzutauchen mit den eigenen Fragen und mit den Fragen anderen Menschen. Das ist eine große Hoffnung auf das Finden einer Antwort. Und ich denke, das geschieht auch hier.
Vielleicht kommen sie von nah und fern, einige müssen heute 600 km zurücklegen, einige weniger. Aber immer wieder kommen sie hierher. Sie können auch in ihre eigene Pfarre gehen, aber vielleicht ist das zurzeit nicht möglich. Ein Kind, neues Leben, kann nicht sofort geboren werden. Es braucht neun Monate Schwangerschaft. Vielleicht kommen Sie hier her, weil das hier Ihre geistige Schwangerschaft ist, bevor sie reif werden, das neue Leben ihrer eigenen Pfarre zu schenken und den Mut haben, dort auch Gebetsnachmittage zu starten.
Aber versuchen sie nicht einem Kind zu sagen, du musst zwei Jahre in meinem Mutterleib sitzen, weil ich bin noch nicht bereit dich zu gebären, bitte, bitte, ich muss noch einen Kredit aufnehmen, ein Haus bauen – warte noch zwei Jahre im Mutterleib. Wenn ich heirate, und ich bin noch nicht sicher, ob ich heiraten soll, dann kannst du geboren werden. Nicht so bitte! Der Herr bestimmt die Zeiten, auch durch die Rechte der Natur. Ich berufe mich jetzt auf eine Geschichte mit einer Frau, die immer wieder zu uns kommen wollte. Und ich habe ihr gesagt: „Du kommst schon neun Monate hierher, das ist schon genug!“ Das war für sie nicht so angenehm, wenn der Hausherr sagt: „Ist schon genug, kannst du bitte nicht mehr kommen.“ Ich habe gesagt: „Es ist Zeit, du musst Kind gebären, bitte! Es ist schon neun Monate alt, geh in deine eigene Pfarre und starte dort etwas, du kannst kommen, aber schon als Mutter!“ Heute ist durch diese Frau in ihrer Heimatpfarre wirklich eine große Erneuerung geschehen. Und eines dieser Wunderzeichen ist, dass der Pfarrgemeinderat plötzlich sehr, sehr gläubig und katholisch geworden ist, und dass sie unbedingt apostolisch sein wollen!
Ja, sie sind in Österreich, sie wissen, das ist nicht überall der Fall. Aber für diesen Pfarrgemeinderat ist heute das größte Anliegen nicht mehr der Kaffeesonntag oder der Suppensonntag oder der Faschingssonntag. Es gibt Platz für ein Fest der Barmherzigkeit und der Pfarrgemeinderat will plötzlich apostolisch sein und andere Menschen zum Herrn führen! Wenn wir in dieses Geheimnis Gottes eintauchen, und jedes Mal tauchen wir etwas tiefer ein, und jedes Mal wird uns der Herr etwas mehr reinigen. Die Gnade kommt immer. Ex opere operatum! Gott wirkt ständig und seine Gnade ist ständig groß. Aber Ex opere operantis, wie die Theologie sagt, also wie ich antworte, wie ich darauf antworte, wie ich mich öffne, wie ich vielleicht meine Sünde bereue, wie ich diese falschen Wege von meinem Leben ausschneide und nicht mehr gehe, diese Fruchtbarkeit liegt auch in meinen Händen.
Wenn ich am Sonntag zur Kirche gehe und zur heiligen Kommunion und dann am Montag zu den esoterischen Gemeinschaften – ja dann natürlich wird mein Aussehen immer schrecklicher sein. Da erkennen dann schon einige: Das ist das typisch esoterisches Gesicht. Aber wenn man zum Herrn kommt, dann wird man seine Liebe und seine Gnade in diesem Gesicht erkennen.
Schwestern und Brüder, glauben sie daran, es ist nicht wichtig, dass wir jedes Jahr älter werden. Mein polnischer Bischof hat vor zwei Jahren gesagt: „Andreas, jedes Jahr werden wir älter. Auch du. Also vielleicht ist es Zeit zum Nachdenken, wieder nach Hause zu kommen.“ Ja wir wissen, wenn jemand 65 ist und die Arbeitsstelle wechseln will, dann will ihn niemand nehmen und die Leute sagen: „Nein, nein.“ Aber niemand denkt, dass du schon Erfahrung hast. So möchte ich ihnen auch in diesem Licht der wirkenden Gnade Gottes sagen: „Kommen sie ständig zum Herrn.“ Wenn sie fragen: „Wie oft?“ Dann sage ich immer: „Ja, wie oft essen sie täglich?“ „ Wie oft soll ich beten?“ Paulus sagt: „Immer.“
Wenn die Leute sagen: „Herr Pfarrer, aber ich habe wirklich keine Zeit.“ Dann sage ich: „Ich glaube es Ihnen, warum soll ich Ihnen das nicht glauben. Aber ich bitte sie um etwas. Wenn sie keine Zeit zum Gebet haben, wenn sie ihre Seele nicht ernähren, weil sie keine Zeit dazu haben, dann bitte ernähren sie auch ihren Körper nicht, dann haben sie auch schon etwas mehr Zeit, vielleicht gewinnen Sie dadurch zwei Stunden pro Tag mehr, dann können sie schon was Gutes machen und nach drei Tagen wissen sie schon was sie machen. Meine Seele dürstet nach Gott, genauso wie dein Körper und dein Körper dürstet nach Brot.
Leben wir in dieser Erkenntnis Gottes, so oft wie möglich. Wenn du nicht beten möchtest, dann iss nicht, denn damit schaffst du einen Ausgleich. Dann wirst du plötzlich Verständnis für die Notwendigkeit des Gebetes bekommen.“ Dann wirst du sagen: „So lange habe ich um die Weisheit gebetet und sie ist nicht gekommen, aber plötzlich kommt das rechte Verständnis.“ Jesus sagt: „Wenn du einige Geister in dir nicht besiegen kannst, dann faste, bitte.“ Wir wissen, laut dem heiligen Johannes Kasjan (Cassianus) ist die erste Hauptsünde nicht, wie der Katechismus sagt, „Stolz und Hochmut“, sondern sie sind erst die Endstation. Und nach dieser Endstation ist der Fall. Die erste Hauptsünde ist Unmäßigkeit im Essen und Trinken. Und das glauben wir sofort, denn wenn ein Mensch geboren wird, dann muss er gleich nach einigen Minuten essen bzw. trinken, sonst schreit er zu viel. Wenn wir etwas getan haben, dann sind wir unruhig und wir müssen essen und trinken.
Für die Wüstenväter war klar: Wir können alle Hauptsünden aus unserem Leben entfernen, aber als Gefahr bleibt: Ich muss essen und trinken. Und diese Gefahr liegt in der Frage: Wieviel muss ich essen und trinken, damit ich nicht in eine nächste Sünde falle, und, laut den Wüstenvätern heißt es: Die Tochter oder der Sohn der Unmäßigkeit im Essen und Trinken, das heißt, in meinem Leib, in meinem Körper, ist – zur Überraschung von 99,9% der Christen – die Unkeuschheit. Das Luxusleben führt nicht zur Unkeuschheit! Es ist gut, zwei Briefe von den sieben Briefen an die sieben Kirchen (Offenbarung) zu lesen. Und zwar den Brief an die Christen in Smyrna und den letzten Brief an die Kirche in Laodizea. In der ersten Kirche gibt es nichts Schlimmes, weil in dieser Gemeinde gefastet wird und das Kreuz gegenwärtig ist. Und der Herr wirft dieser Gemeinde nichts Schlechtes vor. Sie ist die einzige Kirche, in der Jesus nichts Schlechtes gefunden hat. Aber in Laodizea leben sie so, wie die westliche Welt heute lebt: Essen und Trinken, alles ist Spaß – von morgens bis Mitternacht. Das wichtigste ist Spaß. Spaß. Ja, und dann führen sie ein Leben in Unkeuschheit, weil diese, ist die Tochter der Unmäßigkeit. Und sie denken nicht, dass diese Spaßgemeinschaft, diese Gesellschaft, auch fruchtbar ist. Und ihre Kinder sind Kinder der Unkeuschheit. Wenn sie schauen in ihre Städte, in Graz oder egal wo, in diese wohlhabenden Gesellschaften die auf Kosten der Anderen leben – ganz gut sogar – sie wollen nichts davon wissen, aber dort ist wirklich essen und trinken… Ich bin einmal in ein Restaurant in Österreich gegangen und da wurde mir gesagt: „Ja, sie haben sich nicht vorher angemeldet.“ Ja, aber ich bin hungrig und will essen! „Ja, ja, aber wir haben auf drei Touren Mittagessen.“ Oh, Mama mia, dachte ich mir, niemand kocht in diesem Land, aber alle gehen auf drei Touren Mittagessen,… das ist wirklich schlimm! Wenn du essen gehen willst, dann musst du dich anmelden wie beim Arzt. Oder wie bei der Beichte in Österreich: Zuerst musst du einen Beichtstuhl finden. Dort findest du die Handynummer vom Pfarrer, dann musst du eine Wertkarte kaufen, dann dort anrufen und ihn fragen: „Darf ich zur Beichte kommen?“ Wenn er keine Zeit hat, dann musst du zum anderen Dekanat fahren, vielleicht findest du jemanden…“
Heute habe ich kurz in der Früh auf KT-V geschaut und P. Karl Wallner hat über den Wiener Patron Clemens Maria Hofbauer gesprochen. Sie wissen, er war Apostel von Warschau und dann Redemptorist hier in Wien. Er hatte schwere Zeiten in Wien, aber dieses Kreuz hat ihn gereinigt. Sein Glaube war sehr kindlich. Er lebte in diesen schwierigen Zeiten des 19. Jhdt., wo diese Großstädter wirklich lau geworden sind und Gott vergessen haben – ich weiß nicht ob mehr oder weniger als in der heutigen Zeit. Aber wir brauchen auch heute überall Clemens Maria Hofbauers. Er lebte in einer Stadt mit über 20.000 Einwohnern, aber dieser Mann war in seinem Herzen so einfach, sein Glaube war so einfach, dass er zum Tabernakel gegangen ist und dort angeklopft hat, weil Jesus ja sagte: „Klopft an und euch wird geöffnet!“ Clemens wusste nicht, was er tun soll in diesem Meer des Unglaubens, und deshalb hat er bei Jesus angeklopft. Es ist wirklich ein geniales Gebet, wenn wir zu Jesus gehen, um anzuklopfen.
Ein anderes Bild kommt mir jetzt. Eine Frau hat uns einmal Erstkommunionbildchen vom Anfang des 20. Jhdt. gezeigt. Es war also schon vor 100 Jahren gemacht worden. Und auf einem Bild, welches die Kinder bekommen haben, war die Tür vom Tabernakel offen und im Tabernakel steht das Jesuskind und schaut nach außen, und ich dachte mir: „Das ist eine wunderschöne Einladung zur Anbetung: Kommt alle zu mir! Und er schaut vom Tabernakel heraus.“
Dieses Erkennen der Gottesgeheimnisse ist etwas Großes. Aber eigentlich war die heilige Sr. Faustyna – hier so wunderschön angezogen in diesem neuen Reliquiar. Ich möchte ihnen sagen, das ist auch etwas, was die Sr. Faustyna mit dem Apostel Andreas verbindet. In Schottland in Edinburgh, in dieser Kathedrale, im Dom der Jungfrau Maria, befindet sich die Reliquie des heiligen Apostels Andreas in einem Altar, und dort haben sie auch jetzt vor kurzem eine Reliquie von der heiligen Sr. Faustyna bekommen, im gleichen Reliquiar. Eine Frau, sie ist Polin, aber sie wohnt schon seit vielen Jahren in Schottland, hat einen Artikel über die Kopfinger Geschichte gefunden, in einer polnischen Zeitschrift der Rosenkranzkönigin von Pompej. Und dort wurde geschrieben, wie es zur Verehrung der Rosenkranzkönigin gekommen ist und natürlich über die heilige Sr. Faustyna und den heiligen Apostel Andreas, und sie hat diesen Abschnitt übersetzt ins Englische. Und dort sagte sie auch, es gibt auch diese Verbindung zwischen Faustyna und dem Apostel Andreas. Diese Heiligen, die der heilige Papst Johannes Paul II. verbunden hat, als er diese Enzyklika über das Göttliche Erbarmen am Apostel Andreasfest veröffentlicht hat. Also, das verbindet uns alle.
Schwestern und Brüder, die erste Aufgabe der heiligen Faustyna war eigentlich das Erkennen des Geheimnisses der Barmherzigkeit Gottes. Das war ihre Lebensaufgabe, die der Herr ihr aufgetragen hat. Schauen wir zuerst einmal auf Maria von Magdala. Sie erhält von Jesus den Auftrag: „Gehe zu den Jüngern und sage ihnen, ich bin da, ich bin lebendig.“ Davor musste sie aber den Gang vom Gärtner zum Herrn machen, das ist auch bei uns und in unseren Pfarren und Familien so. Diese erste Aufgabe ist das Erkennen der Barmherzigkeit Gottes. Im Leben der Sr. Faustyna vollzog sich das durch die Verwendung sehr einfacher Mittel. Sie hatte diese Sehnsucht, als die Umsetzung der Visionen nicht vorangegangen sind, zum Heiligen Vater zu fahren, und dort zu versuchen, mit ihm zu sprechen und ihm direkt all das zu erzählen. Aber nein, es ging viel einfacher. Diese einfachen Mittel die sie genutzt hat, waren geistliche Lektüre und dazu haben wir alle Zugang, wenn sie nicht genau wissen, wo soll ich beginnen, mit welchem Buch, dann sagen sie dem Herrn – „Herr zeige mir, schenke mir vielleicht eine Lektüre, die mich noch ein paar Schritte nach vorne bringt zu dir. Schenke mir deinen Geist, Herr ich vertraue dir und ich gehe dem nach, auch wenn ich den Titel nicht mag, werde ich es tun und vielleicht auch Antworten für meine Fragen finden.“
Diese tägliche Meditation, dieses verweilen vor dem Herrn können wir tun. Aber ich vermute, sie gehören zu den Menschen die sagen, ich habe keine Zeit. Aber wenn sie mit dem Bus oder dem Auto fahren, statt ständig Radio zu hören und wieder ihre Ohren zu beschädigen, dann können sie vielleicht daran denken. Die Heilige Faustyna hat jeden Abend, nicht zuerst gesagt, was habe ich Schlechtes getan bei der Gewissenserforschung, sondern sie hat sich gefragt, „Herr, was hast du heute an meinem Tag Gutes getan, welche Gnadengaben habe ich heute bekommen, was hast du mir heute geschenkt? Das muss ich wissen, bevor ich schlafen gehe. So hat sie begonnen.
Ich kann mich an solche Untersuchungen bei Familien erinnern über die Vorstellungen der Menschen 25 Jahre nach der Ehe und 50 Jahre nach der Ehe. Bleiben wir bei den 25 Jahren. Ja, die Frauen und wie geht es nach 25 Ehejahren? Sind sie mit ihrem Mann zufrieden? Liebt er sie noch und was schmerzt vielleicht? Und eine Frau sagte: „Ja, er sagt fast nie, dass ich gut koche, aber immer, dass seine Mutter die beste Suppe gekocht hat.“ 25 Jahre hat er diese Suppe nie vergessen. Eine andere Frau sagt: „Ja, wissen sie, ich kann mich nicht erinnern, aber seit unserer Hochzeit hat er nie gesagt, dass er mich liebt und das schmerzt mich wirklich.“ Da wurde der Ehemann gefragt: „Wie geht’s, mit ihrer Frau. Sagen sie ihr, dass sie sie lieben?“ „Ja, warum soll ich das sagen? Bei mir gibt es ein Sprichwort: Bei mir ist das Wort teurer als das Geld und ich habe ihr schon bei der Hochzeit gesagt, dass ich sie liebe und das gilt bis heute, warum soll ich das ständig wiederholen? Dein Ja soll Ja sein, dein Nein, soll Nein sein, aber nicht ständig 100-mal täglich diese Unsicherheit“. Das bringt Schmerz und auch im Glauben dürfen wir sicher sein, und nicht 100-mal am Tag fragen „Herr, bist du noch da, liebst du mich? Bist du noch da oder nicht mehr?“
Also Sr. Faustyna war in dieser ständigen Beziehung auch in ihren Gedanken mit dem Herrn, und diese einfachen Mittel, die sie genutzt hat sind Exerzitien, Einkehrtage. Sie hat das Wort Gottes gehört und angenommen.
Barmherzig mit denjenigen, die predigen, denn es ist immer die Predigt eines Esels und der Herr will auf diesem Esel reiten mehr oder weniger, je nach dem Zustand des Esels natürlich. Dieser Esel, den der Herr genommen hatte, um nach Jerusalem zu kommen, war ein Junger und noch nie ist auf diesem Esel jemand geritten. Sozusagen ein Neuwagen. Aber wir sind schon etwas ausgenützt manchmal und vielleicht will der Herr nicht so unbedingt auf uns reiten, aber wenn ich sage wie Sr. Faustyna: „Herr, ich weiß, ich bin schon Second Hand Shop, ich liege schon lange dort, aber wenn ich sage, auch mit meiner Erfahrung und meinem Versagen, dass mein Wille ab heute nicht mehr existiert, sondern dein Wille wird in meinem Leben existieren, würdest du auf mir reiten? Mit diesen Predigten haben sie ein wenig Geduld, denn der Herr kann euch auch überraschen.
Hier eine Anekdote: In einer Pfarre war ein Prediger eingeladen, so wie ich heute hier. Und dieser Prediger wusste –-oder wusste nicht –, dass er sich selber sehr schätzte. Und beim Predigen dieser Exerzitien, war der Herr nicht so wichtig für ihn. Er hat natürlich schön gepredigt, die Predigt vielleicht vom Internet kopiert und dann gelesen. Aber für ihn war sehr wichtig, wie die Leute reagieren und ob sie sich bei ihm bedanken, dass er so eine schöne Predigt gemacht hat. „O Herr Pfarrer, so schön vorbereitet, ja wirklich, sie machen alles Bestens!“ Und auf diese Zeichen hat er immer gewartet. Dann war Beichtmöglichkeit und der Pfarrer sagte, unser Prediger wird im ersten Beichtstuhl sitzen. Und für ihn war das so wichtig, dass es der erste Beichtstuhl war und nicht der zweite Beichtstuhl. Dann sitzt er in diesem ersten Beichtstuhl und dann kommt jemand und sagt: „Ja, ich war lange nicht bei der Beichte.“ Aber das war für diesen Prediger nicht wichtig, sondern wichtig war er selber und er hat unterbrochen und fragte: „Ja wirklich, so lange waren sie nicht bei der Beichte und jetzt kommen sie?“ „Ja!“ „Ja, waren sie bei all unseren Konferenzen und Exerzitien?“ „Nein!“ „Wirklich, ich dachte sie waren bei all unseren Konferenzen und jetzt haben sie sich bekehrt.“ „Nein!“ „Also wie viele Konferenzen haben sie gehört?“ „Na, ich bin nur jetzt gekommen!“ „Ja wirklich, eine Konferenz die ich gepredigt habe, hat sie sofort bekehrt? Also Umkehr nach so vielen Jahren?“ „Naja!“ „Ja können sie mir sagen, was besonders, welche Worte haben sie bekehrt? Was ich gesprochen habe? Naja, sie können sich erinnern?“ „Ja, ja also Herr Pfarrer, als sie gesagt haben: Ich beende jetzt den ersten Teil meiner Konferenz und beginne den zweiten Teil, da dachte ich: Ja, Josef, also es ist schon höchste Zeit, beende den ersten Teil deines Lebens und beginne einen neuen Teil deines Lebens und so bin ich gekommen.“ Natürlich, der Beichtvater war nicht vollkommen zufrieden. Aber wenn wir die Geheimnisse Gottes erkennen möchten, müssen wir wissen, dass das Wort Gottes die Vollmacht hat, Dinge zu ändern. Und für mich ist es immer erfrischend, zu wissen und sich immer wieder daran zu erinnern, dass nur Gott etwas aus dem Nichts schaffen kann. Nur Gott, ich kann nicht etwas vom Nichts schaffen. Wenn im Kühlschrank alles schon schlecht ist, dann müssen sie wieder mit nichts beginnen in diesem Kühlschrank. Sr. Faustyna hatte diese Haltung. Diese Grundhaltung ist Vertrauen zu Gott: Du, Herr, hast jede Möglichkeit aus dem Nichts etwas zu tun und deshalb komme ich zu dir, und deshalb kann ich auch einfache Mittel nutzen.
Sr. Faustyna hat den Kreuzweg und Rosenkränze gebetet, als sie Zeit hatte im Krankenhaus hatte sie 1000 Gegrüßet seist du Maria pro Tag gebetet. Teilen sie das auf die Rosenkränze bitte auf und denken sie, wie viele Pompejische Novenen ich dann pro Tag beten kann. Ein großes Herz schenke uns Herr, damit wir auch in diesem Herzen viel einpacken können. Schauen wir, wieviel Sakramente vernachlässigen die Menschen in unserem Land? Wie oft könnte ich den Herrn empfangen und ich mache das nicht? Wievielmal könntest du, Herr, in mein Herz kommen und ich bin nicht zu dir gekommen? Und ich sage stattdessen nur, was willst du von mir, ich komme einmal pro Woche! Das klingt in den Ohren wie das Gebet des Pharisäers: „Oh Herr, ich bin nicht wie dieser Zöllner, ich faste und bete und gebe Almosen,… Oh Herr, ich danke dir, dass ich so bin“. Aber nein, das ist nicht das, was der Herr will. Faustyna sagte, ein Tag ohne Kommunion ist eine schreckliche Erfahrung für mich. Ich fürchte so einen Tag, wenn er auf mich zukommt. Herr, bitte bewahre mich, ich bin zu schwach, ich empfange deine Gnade nur für 24 Stunden, dann bin ich wieder schwach. Ich muss dich treffen, dich annehmen, dir begegnen, komme Herr zu mir. Diese Mittel sind überall zugänglich, aber wenn wir sie nicht nutzen… sind sie nicht für uns.
In all dem Guten, was wirklich in ihrem Leben erschienen ist, hat Faustyna nicht die eigene Kraft gesehen, sondern sie wusste, das ist die Kraft Gottes. Gott wirkt in meinem Leben, das sind nicht meine Verdienste, deshalb war ihr ganzes Leben eingetaucht in Gott. Sie tauchte ein in diese Güte seines Erbarmens d.h. in der deutschen Sprache ist das gut zu erkennen, dass wir eintauchen in das Geheimnis des liebenden Herzens Gottes zu uns. In Christus, der erlaubt hat, sein Herz am Kreuz zu öffnen, können wir eintauchen. Das ist dieser neue Tempel, der neue Tempel ist offen, nicht mehr der alte Tempel. Deshalb ist der alte Tempel unnötig. Deshalb sagt Jesus, es wird kein Stein auf dem anderen stehen. Der alte Tempel ist nicht mehr nötig. Der neue Tempel ist offen im Himmel. Im Tagebuch schreibt Faustyna bei Nummer 697: „In ihm badet meine Seele täglich. Ich kenne keinen Augenblick meines Lebens, in dem ich deine Barmherzigkeit nicht verspürt habe.“ Weiter bei 1466 „Sie windet sich wie ein goldener Faden durch unser ganzes Leben. Sie verbindet unser Wesen mit Gott in jeder Ordnung.“
Schwestern und Brüder, aus dieser Perspektive, ganz einfache Mittel zu nutzen die wir haben, können wir eintauchen in die Barmherzigkeit Gottes. Du musst nicht Theologie studieren und an der Universität die Theologie dann auslegen. Es ist genug, dass du vertrauen zu Gott hast und das ist vielleicht 1000-mal mehr wert, als die Lehre eines Professors, der kein Vertrauen zum Herrn hat, sondern nur etwas Wissen. Aber was ist das für ein Wissen ohne den Glauben? Papst Benedikt sagte, als er nach Heiligenkreuz kam: „Wenn ihr Theologie studiert, macht das kniend, damit ihr nicht in Versuchung kommt, dein Gehirn und deinen Verstand von deiner Seele zu trennen.“
Einen anderen Weg hat Faustyna noch zu Gott gefunden und dieser Weg schließt alles ein, das ist die Liebe zu Gott. Natürlich nach einigen Schwierigkeiten meines Lebens, habe ich auch mehr daran gedacht, vielleicht viele von uns oder alle von uns denken, dass wir lieben, dass wir genug lieben, weil wir nicht offensichtlich hassen, aber ob wir genug lieben, ist die Frage. Ich stellte mir auch diese Frage und ich dachte: „Vielleicht habe ich zu viel die Wahrheit von der Liebe getrennt.“ Was nicht geht. Wir können Gott nicht teilen. Es ist eine ganze Einheit in ihm, also muss ich auch die Liebe nachforschen.
Im Tagebuch schreibt Faustyna (1191) „Ich erkannte und erfuhr, dass Seelen, die in der Liebe leben, sich durch große Erleuchtung im Erkennen der Dinge Gottes auszeichnen.“ Das, was sie hier sagt, das habe ich erfahren. Für mich weiß ich, hat sich etwas bewegt. Natürlich, das ist nicht Vollkommenheit, das ist klar, aber ich sehe für mich persönlich in meiner Geschichte einen wesentlichen Unterschied und die Liebe wird mich zu großer Erleuchtung im Erkennen der Dinge Gottes führen. Dann wirklich, plötzlich wird eine Neuheit in meinem Leben erscheinen. All das habe ich gewusst, all das ist das Gleiche, jetzt wie damals, aber warum weiß ich es jetzt? Ja, weil ich das im Licht der Liebe mache und das erleuchtet sofort, was nicht erleuchtet ist und wo es keine Liebe gibt.
Genauso ist es in der Ehe: Die Eheleute können wie Automaten leben, kommen und gehen, sitzen, essen, schauen, gehen, bezahlen, einzahlen, Urlaub machen, … aber wenn dort die wahre Liebe kommt, dann plötzlich erkennt er: „Ich habe diese Blondine schon vor 30 Jahren geheiratet, aber ich beginne sie jetzt erst zu lieben.“ Eine Ehefrau hat zu mir einmal gesagt, sie ist eher Haushälterin als Ehefrau in diesem Haus. Ja auf dieses Niveau kann man auch kommen in der Ehe und in jeder Beziehung. Denken sie daran, Beziehungen, die wir mit Menschen haben, sind durch Liebe bewegt, oder geht es nur um Ausnutzung und Profit? Du bist mein Freund, ja, weil, wenn ich mit dir bin, kann ich hier ein paar Schritte nach vorne gehen, vielleicht ein paar goldene Münzen holen – damit der Dieb uns schneller besucht. Ja, ist das von Liebe bewegt, oder reiner, irdischer Gedanke vom Profitieren? Wenn ich das plötzlich erkenne, werde ich mich schämen, und ich werde plötzlich sehen: „Herr, ich bin so weit weg von dir, eigentlich bin ich weit weg. Ich lebe wie ein Heuchler.“
Also dieser einfache Weg der Sr. Faustyna, in Gott einzutauchen, sich in seine Liebe zu entleeren, und wie Pater Pio zu vielen Pilgern sagte, die zu ihm kamen: „Du musst leer sein vor dem Herrn, du musst wissen, dass du nichts bist, du musst dich selber vergessen und verzeihen, vergessen und sich von sich selber befreien. Dann sind wir offen für Gottes Liebe. Und weiter sagte Sr. Faustyna, „dass Seelen, die in Liebe leben, sich durch großen Erleuchtung im Erkennen der Dinge Gottes auszeichnen und sowohl in der eigenen Seele, wie auch in Seelen anderer. Selbst einfache Seelen, die keine Ausbildung haben, zeichnen sich durch Wissen aus.“
Der heilige Benedikt Joseph Labre 18. Jhdt. wollte Kartäuser sein, wurde aber abgelehnt, weil er zu jung war. Sie schickten ihn zu den Trappisten, jedoch diese waren ihm zu wenig radikal, dann zu den Zisterziensern, … Dann sagte er, wenn mich niemand will, dann werde ich ein armer Pilger für Jesus. Er hat mit den Menschen nur gesprochen, wenn er von Gott sprechen konnte, sonst hat er mit niemandem gesprochen. Einmal gab ihm eine Frau zwei Scheiben Brot, da sagte er: „Entschuldigung, letztes Mal haben sie mir nur eine Scheibe Brot gegeben, das ist einmal zu viel, bitte nehmen sie eine Scheibe wieder zurück.“ Ja, aber ich gebe sie dir gern, Benedikt. „Nein, nein, dann geben sie sie jemand anderem.“ Die Frau drängte weiter: „Nimm, nimm!“ Er nahm die Scheibe und gab sie jemandem anderen. Der Beichtvater, zum Schluss seines Lebens, sagte in Rom, dass dieser Mann, der bei seinem Onkel 2-3 Jahre im Pfarrhof gesessen ist und etwas Katechese bekommen hat, dass dieser Mann auf jede komplizierteste theologische Frage antworten konnte. Ich weiß nicht wie. Benedikts Antwort war: „Acht bis zwölf Stunden täglich Anbetung.“ Das war sein Charisma. Deswegen hat er in Rom im Kolosseum gewohnt und dort in einer Nische geschlafen, weil es viele Kirchen gibt und er immer irgendwo Anbetung finden konnte und es waren auch Kirchen mit Nachtanbetung und dort war Benedikt immer anzutreffen. Also, die Anbetung war sein Studium, sein Wissen. Wenn wir in Gott eintauchen, dann wird uns der Herr, dieser Lehrer, der höchste von allen Professoren, alles sagen. Deshalb sagte Jesus, wenn der Heilige Geist kommt, er wird euch zur Erkenntnis der Wahrheit führen. Was ist Schule? Zum Wissen führen. Aber was ist das für Wissen? Nur eine Sammlung von Theorien, einige davon sind falsch natürlich, aber der Heilige Geist, der Lehrer, der Tröster, er wird euch wahre Erkenntnis geben.
Schwestern und Brüder, danken wir dem Herrn, dass auch an diesem Ort die Heiligen verweilen und uns den Weg zeigen und vor allem, dass der Herr uns sucht, dass der Herr das Licht meines Lebens ist, und dass der Herr durch seine Kirche sagt: „Warum sucht ihr den Lebendigen unter den Toten? Er ist nicht dort, er ist auferstanden, er lebt.“ Halleluja
„Am Abend, als ich in der Zelle war erblickte ich Jesus, den Herrn, in einem weißen Gewand. Eine Hand war zum Segnen erhoben, die andere berührte das Gewand auf der Brust. Von der Öffnung des Gewandes an der Brust gingen zwei große Strahlen aus, ein roter und ein blasser. (…) Nach einer Weile sagte Jesus zu mir: »Male ein Bild, nach dem, was du siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich! Ich wünsche, dass dieses Bild verehrt wird, zuerst in eurer Kapelle, dann auf der ganzen Welt.«“ (TB 47)
Ihr Beichtvater missverstand sie und meinte, sie solle ein Bild von Jesus in ihrer Seele malen. Aber der Himmel führte Regie. Während sie vom Beichtstuhl wegging, griff Jesus erklärend ein: „In deiner Seele besteht mein Bild. (…) Ich wünsche, dass das Bild, welches du mit dem Pinsel malen wirst, am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll das Fest der Barmherzigkeit sein.“ (TB 49) Nun bestand kein Zweifel mehr:
Jesus wünschte ein Gemälde wie oben beschrieben. Selbst mit dieser Begabung nicht begnadet, ließ sie nach einem missglückten Versuch, durch Vermittlung ihres Beichtvaters, bei dem Maler Eugeniusz Kazimirowski ein Bild nach ihren Vorgaben erstellen. Das angefertigte Gemälde entsprach natürlich nicht dem Geschauten – Jesus war auf dem Bildnis nicht so schön, wie er in Wirklichkeit war. Faustyna notierte daraufhin in ihrem Tagebuch die an Jesus gerichtete Frage: „Wer vermag dich so schön zu malen, wie du bist?“ Worauf Jesus sie sogleich beruhigte: „Nicht in der Schönheit der Farben oder des Pinselstrichs liegt die Größe dieses Bildes, sondern in meiner Gnade.“ (TB 313) Ein andermal versicherte ihr Jesus: „Mein Blick auf diesem Bild gleicht meinem Blick vom Kreuz.“ (Tb 326)
Das erste Bild malte Eugeniusz Kazimirowski nach der Erzählung von Sr. Faustynas Beichtvaters Pater Michal Sopocko, welcher sich von Jesus sehr für das Werk der Barmherzigkeit verwenden ließ. 1934 konnte er dieses Bildnis drei Tage lang am Tor der Morgenröte in Vilnius zur Verehrung aufstellen. In Folge dessen wurden schon bald kleine Kopien des Barmherzigen Jesus verbreitet. Seit 2005 befindet sich dieses Gemälde im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in Vilnius.
Stanisław Batowski wurde Ende der 1930er Jahre von den Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit beauftragt, ebenfalls nach den Beschreibungen Faustynas ein Bild zu malen, welches aber einem Brand zum Opfer fiel.
1943, fünf Jahre nach dem Tod der heiligmäßigen Ordensfrau, trat Adolf Hyła an den Konvent in Krakau-Łagiewniki heran, und bot sich an, den Schwestern ein Altarbild als Votivgabe zu malen. Dieses weitere Bildnis von der Göttlichen Barmherzigkeit, entstanden nach der Darstellung von Kazimirowski und der Beschreibung in Faustynas Tagebuch, fand in der ganzen Welt Verbreitung. Ungezählte Abbildungen und Reproduktionen dieses Jesusbildes sind in Kirchen wie Privathäusern zur Verehrung aufgestellt und zieren massenweise Gebetszettel, Novenenhefte, Websites, … und mehr. Mit dem Bild möchte Jesus in unsere Wohnzimmer kommen und Teil der Familien sein. Er möchte Zutritt in unsere Herzen und Gedanken haben, damit wir von seiner Güte und Barmherzigkeit geleitet und getröstet werden.
Da die Privatoffenbarungen der Heiligen Faustyna zum damaligen Zeitpunkt noch nicht geprüft waren, das Bild von Hyła aber schon weit verbreitet war, sah sich die Kirche in den 1950er Jahren gedrängt, ein zur Verehrung zugelassenes Bildnis der Göttlichen Barmherzigkeit anfertigen zu lassen. Pater Michal Sopocko setzte sich für die Durchführung des geplanten Kompromisses ein: Das Bildnis sollte, gleichzeitig zu einigen Details aus den Beschreibungen Faustynas, eine biblische Szene aus dem Leben Jesu darstellen. Gewählt wurde die Darstellung Jesu bei der Erscheinung im Abendmahlsaal, als er durch die verschlossene Tür eintrat. Ein Wettbewerb wurde ausgerufen. Adolf Hyła nahm daran nicht teil, da er diese Kompromisse nicht eingehen wollte. Gewinner des Wettbewerbs war am 05. Oktober 1954 der Maler Ludomir Ślendziński. Sein Bild befindet sich heute in der Kapelle der Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit in Warschau-Grochów.
An die Verehrung des Bildes des Barmherzigen Jesus durch vertrauensvolles Gebet und Akte der Barmherzigkeit, hat der Herr ein Versprechen gebunden: „Ich verspreche, dass jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verloren geht. Ich verspreche auch, hier schon auf Erden, den Sieg über Feinde, besonders in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen, wie meine Ehre.“ (TB 48) Dieses Versprechen ist wunderbar, denn es ist die Zusage der ewigen Erlösung. Mit diesem Gnadenbild wollte Jesus der Menschheit ein Geschenk bereiten: „Ich überreiche den Menschen ein Gefäß, mit dem sie zur Quelle der Barmherzigkeit um Gnaden kommen sollen. Das Gefäß ist dieses Bild mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich (TB 327). Durch das Bild werde ich den Seelen viele Gnaden erteilen, deshalb soll jede Seele Zugang zu ihm haben. (TB 570).“ Im April 1938 durfte Sr. Faustyna Jesu Gandenwirken durch dieses Bild sehen: „Heute sah ich Gottes Herrlichkeit, die aus diesem Bild fließt. Viele Seelen erhalten Gnaden, obwohl sie über diese nicht laut sprechen. Trotz der Verschiedenheit seiner Wege wird Gott durch das Bild verherrlicht; Anstrengungen des Satans und böser Menschen zerschellen und werden in ein Nichts umgewandelt. Trotz aller Wut des Satans wird die Barmherzigkeit Gottes über der ganzen Welt triumphieren und von allen Seelen vermehrt werden.“ (TB 1789)
Auf der Seite der Kongregation der Mutter der Barmherzigkeit können Sie das Gnadenbild bis ins kleinste Detail genau betrachten und sich zur Geschichte des Bildes weiter informieren.
Liebe Brüder und Schwestern in Christus!
Meine Gedanken wandern heute nach Palästina, also in das palästinensische Gebiet mitten in Israel, in ein kleines palästinensisches Dörfchen Kubaibe. Das ist eines der Emmaus. Insgesamt werden die Touristen, je nachdem ob sie sich auf dem Weg zum Flughafen oder sonst irgendwohin befinden, zu einem dieser Emmaus hingeführt, aber eines, das Kleinste, ist Kubaibe vor den Toren Jerusalems. Mein Gedanke geht zu Olah. Olah ist vielleicht 25, vielleicht 30 Jahre alt. In der Zwischenzeit kann sie fast schon aufrecht gehen. Einige Gewohnheiten aus ihrer schrecklichen Kindheit hat sie noch nicht abgelegt. Wenn sie gut zu Essen bekommt, gibt sie das Essen zuvor in den Mund, durchspeichelt es, um es dann in kleinen Knödelchen auf die Seite zu legen, denn sie war behindert zur Welt gekommen und wurde von ihrer Geburt an quasi in einem Stall mit anderen Tieren weggesperrt. Als sie ungefähr 20 Jahre alt wurde, haben christliche Schwestern, Salvatorianerinnen sie gefunden und rausgeholt. Wenn man, liebe Brüder und Schwestern, bei uns mit älteren Schwestern redet, ich weiß nicht ob es so hier bei Ihnen war, aber bei uns in Südtirol, bei den Barmherzigen Schwestern erzählen sie, dass sie Anfang des 20. Jahrhunderts ähnliche Aufgaben hatten: Menschen aus den Ställen zu holen. Das waren Kranke, das waren Behinderte. Man wusste nicht, was mit ihnen machen sollte. Diese Schwestern gingen von Hof zu Hof und nahmen sich dieser Ärmsten der Armen an. Und deswegen geht mein Gedanke heute an Olah, an ihr Lachen, an die Freude, die zurückgekommen ist, und auch an jene Schwester, die sie wie eine Mutter betreut. Und das ganze geschieht in Emmaus. Olah wird man nicht erklären können, was es mit Jesus Christus auf sich hat. Olah wird man nicht eine Stunde lang eine Katechese halten können, aber glauben Sie mir, dass Olah Christus schon begegnet ist? Dass sie ihm tagtäglich begegnet, wenn ihr die nasse Windel gewechselt wird, wenn ihr geholfen wird unter die Dusche zu gehen, wenn sie so reichlich Nahrung vorfindet, dass sie aus ihrer Erinnerung heraus immer noch einen kleinen Vorrat auf die Seite schafft. Olah weiß nichts von Christus und ist doch Christus begegnet. Und diese Begegnung mit Christus hat ihr Leben geändert, hat ihrem Leben einen Sinn gegeben, eine Wende.
Das ist Emmaus, liebe Brüder und Schwestern, da waren Jünger aufgebrochen, weg von Jerusalem, weg von dem Ort des Scheiterns, weg von dem Ort der Katastrophe und ein großes Ziel hatten sie offensichtlich nicht vor Augen, denn wer heute Kubaibe sieht, der sagt – ich weiß nicht, was man hier bei Ihnen sagen müsste – das wäre noch nicht einmal ein kleiner Weiler, den Sie vielleicht kennen, aber die Welt außerhalb der Steiermark kennt diesen Ort ganz bestimmt nicht. Und so war es auch damals gewesen, sie waren nicht aufgebrochen mit wehenden Fahnen, sondern sie waren geflohen. Sie wollten nur früher oder später nach Galiläa zurück und schauen, dass sie ihrem Alltag wieder Ordnung geben. Wer weiß, ob diese Jünger von denen die Rede ist, nicht ein Ehepaar war, denn einer der Jünger wird namentlich genannt das ist Klopas. Und nur in diesen Tagen, wenige Tage davor, hörten wir von seiner Frau, die unter dem Kreuz ausgeharrt hatte, die zu den letzten und ersten Zeuginnen gehörte, Maria die Frau des Klopas. Für die damalige Zeit wäre es unvorstellbar gewesen, dass dieser Klopas alleine aufgebrochen ist nach Galiläa und seine Frau zurückgelassen hätte. Unvorstellbar! Gesagt wird es nicht, aber vermuten könnte man es, er hatte natürlich die Frau mit dabei.
Und es geschieht etwas, von dem war gestern schon die Rede, von dieser Blindheit, sie waren wie von Blindheit geschlagen. Das ist die Blindheit die wir alle kennen. Das ist die Blindheit, überall dort, wo uns die Sicht durch die Tränen genommen wird, wo uns die Sicht durch Dunkelheit, die in unser Leben einbricht, genommen wird, wo wir nicht mehr aufschauen können und selbst wenn wir etwas sehen, dann haben wir nicht die Kraft aufzubrechen, dann haben wir nicht den Mut etwas Neues zu machen, den Neuanfang zu wagen, manchmal haben wir noch nicht einmal die Lust dazu. Uns ist die Lust vergangen. Liebe Brüder und Schwestern, das ist die Situation am Anfang dieser Emmaus-Perikope. Wir hatten gehofft, sagen sie, wir hatten gehofft – da steckt so vieles drinnen. Enttäuschung, vielleicht: auch wir haben einen Fehler gemacht. Aber vor Gott gesprochen, könnte man auch sagen, wir hatten gehofft, ich hatte gehofft, aber die Verheißungen die du mir gegeben hast, sie haben sich nicht erfüllt.
Ich hatte gehofft, Liebe Brüder und Schwestern, wann haben Sie dass das letzte Mal gesagt. Ich hatte gehofft, oder haben Sie schon aufgehört das zu sagen, sagt man das nur am Anfang in den ersten Jahren einer Ehe zum Beispiel, in den ersten Jahren eines Ordenslebens? Ich hatte gehofft und irgendwann hat man sich in alles hineingewöhnt und man lässt es halt über sich ergehen. Ich hatte gehofft, … ja was hatte ich gehofft, was hatte ich mir erwartet?
Ja, die Jünger hatten gleich alles erhofft: die Rettung Israels. Vielleicht reichet unsere Hoffnung gar nicht mal bis zur Rettung Israels, sondern unsere Hoffnungen haben mit unserem Alltag zu tun, haben mit der Sehnsucht zu tun, dass unser Leben gelingt, das unser Leben glücklich ist, dass das gelingt, was wir anfangen, dass die Enttäuschungen nicht zu groß sind. Dass uns gelingt, den anderen etwas zu vermitteln und vieles anderes mehr. Und immer wieder, ich hatte gehofft, aber es ist nicht eingetreten. Ich wurde enttäuscht. Liebe Brüder und Schwestern und da kommt der Herr dazu und er kommt, wie er auch in unser Leben eintritt, unscheinbar, leise.
Und er beginnt zu erklären, aber die Erklärung nützt nichts, selbst Jesus geht es so, wie es vielen Bibelwissenschaftlern geht, die Erklärung nützt nichts. Auch Jesus hat es versucht, auch Jesus musste ausholen, die ganze Schrift und die Propheten von Anfang bis Ende, hat er alles erklärt und er musste die Erfahrung machen: Genützt hat es nichts, denn sie hatten immer noch nicht verstanden. So hat ihnen Jesus etwas anderes geschenkt, nicht die Erklärung, sondern, er hat sich selbst geschenkt. Und als er dann in dieser unverwechselbaren Weise das Brot mit ihnen brach, da wussten sie: Ja, dass ist er! Aber da war er dann auch schon wieder verschwunden, denn damit hat er eine Fessel gelöst, damit konnten sie wieder aufbrechen, konnten sie wieder Mut schöpfen. Er muss nicht da sein, um uns den Schritt, die Schritte, die wir zu machen haben, abzunehmen. Nein, es genügt, dass er unser Herz berührt und dann machen wir es schon selbst, dann beginnen wir wieder aufzubrechen, es anders zu machen und aus den Fehlern zu lernen. Liebe Brüder und Schwestern die Frage ist nur: Brennt unser Herz? Brennt es oder brennt es nicht? Und ich frage weiter: Wie groß ist diese Flamme?
Natürlich, den Wind der letzten Tage hält sie wahrscheinlich nicht aus, aber das ist eine Frage, persönlich gestellt an jeden Einzelnen von uns. Was hält diese Flamme aus? Und wir müssen alles tun, um diese Flamme am Lodern zu halten, denn wehe dieses Feuer in unserem Herzen geht aus, dann haben wir kein Durchhaltevermögen, dann bedarf es nur ganz wenig und alles ist aus. Alles ist aus. Wir liegen am Boden wie hingeschüttet. Liebe Brüder und Schwestern, deswegen feiern wir Eucharistie. Deswegen beten wir, damit diese Flamme Nahrung hat, damit sie nicht beim kleinsten Windstoß ausgeht.
Liebe Brüder und Schwestern, unser Glaube möchte das in unserem Leben bewirken. Er möchte bewirken, dass wir treu sind, dass wir den Mut nicht verlieren. Dass wir immer wieder neue Hoffnung schöpfen, dass wir es wagen, neu aufzubrechen, dass wir keine Angst davor haben zu sagen: Ja, da habe ich was falsch gemacht, jetzt mach ich es anders, jetzt mach ich es besser. Das heißt, sich nicht zuzudecken, zurückzuziehen. Das heißt, nicht davonzulaufen. Liebe Brüder und Schwestern, diesen Glauben brauchen wir. Ein Glaube, der sich von der Begegnung her nährt. Und Begegnung geschieht für uns in der Vorstellung von katholischen Christen immer in den Sakramenten. Das ist Begegnung mit ihm, mit dem Herrn, der sich in gewisser Weise um alles kümmert. Ob wir krank sind, ob wir schwach sind, ob wir am Aufbrechen sind, ob wir bereit sind, unser Leben Gott zu weihen. Er möchte uns in jeder Situation nahe sein.
Ich möchte jetzt gerne wissen, wie es Olah heute geht. Aber ich nehme an, bei den Schwestern in Kubaibe, gibt es auch heute noch ein gutes Essen. Und Olah wird es genießen, wenn die Schwester, der Sie anvertraut ist, wenn Sie sie heute einmal mehr als sonst drückt und herzt. Denn das ist für sie, auch ohne dass Sie den Namen aussprechen kann, Christus. Übrigens, all die Behinderten und Witwen und Kranken die dort von den Schwestern betreut werden, sind Muslime. Das macht den Kleinen, aber entscheidenden Unterschied aus, zwischen dem Christentum und anderen Religionen. Amen